Vorstellungsgespräch

Wer zum Bewerbungsgespräch eingeladen wird, hat die erste Hürde zum Traumjob bereits genommen. Doch wie geht es im Vorstellungsgespräch weiter, mit welchen Fragen musst du rechnen und wie bereitest du dich perfekt auf den Termin vor? Mit dem folgenden Ratgeber wollen wir dir ein paar grundlegende Tipps, Checklisten und typische Personaler-Fragen mit auf den Weg geben.

Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch

Schon vor dem eigentlichen Gespräch geht es mit der Vorbereitung los. Im Vorfeld des Termins solltest du dich eingehend über das Unternehmen informieren. Anzahl der Mitarbeitenden, Jahresumsatz und natürlich das Produkt- oder Serviceportfolio müssen dir bekannt sein. Auch ein Blick auf die Xing- oder LinkedIn-Profile der Personaler und anderer wichtiger Entscheider kann nicht schaden.

Zusätzlich solltest du deine Anreise zum Termin genau planen. Gerade bei längeren Strecken ist es wichtig, genügend Puffer einzuplanen, um die typischsten Verspätungen abfangen zu können. Gegebenenfalls solltest du auch eine Übernachtung im Hotel vor Ort vorsehen, um bei frühen Vorstellungsgesprächen kein Risiko einzugehen.



Auch interessant für dich: 42-Stunden-Woche und ihre Alternativen für dein Business


Bewerbungsunterlagen ausgedruckt mitbringen

Nicht absolut notwendig, aber sehr sinnvoll ist es, die eigene Bewerbungsmappe sowie die Stellenausschreibung mit zum Gespräch zu bringen. Denn auch wenn eigentlich klar sein sollte, dass diese selbst eine Kopie aller wichtigen Dokumente mitbringen, kommt es immer wieder zu Fällen, in denen das vergessen wird. Dann schnell die Unterlagen vorlegen zu können, macht einen guten Eindruck. Die Stellenausschreibung mitzubringen, ist ebenfalls vorteilhaft, da du so anhand der geforderten Ausschreibungen selbst Nachfragen stellen kannst.

Dresscode: Lockere Jeans oder Business Attire?

Dresscode beim Vorstellungsgespräch

Auch über deine Garderobe solltest du dir rechtzeitig Gedanken machen. Grundsätzlich wird in den Personalabteilungen erwartet, dass du im Business-Outfit erscheinst. Wie das aussieht, hängt stark von der zu bekleidenden Position, dem Unternehmen und natürlich auch dir als Person ab. Ein einfacher Blazer bzw. ein Jackett, Bluse oder Hemd und gute, elegante Schuhe sollten es aber schon sein.

Im Kreativbereich sieht der Dresscode schon wieder anders aus. Natürlich solltest du keine Jeans mit Löchern tragen. Es darf aber legerer sein als bei einem Job in der Bank oder der Anwaltskanzlei.

Wichtig zu beachten: Du musst dich in der Kleidung wohlfühlen. Stell dir ein Outfit zusamnmen, das du auch zu privaten Anlässen gerne trägst. Ein unwohles Auftreten kann vom Personaler falsch aufgefasst und als negatives Signal gedeutet werden.



Auch interessant für dich: Dropshipping: So funktioniert der Business Trend


Checkliste für die Vorbereitung

  • Anreise mit Spielraum planen
  • Eine Verspätung hat keine Entschuldigung. Notfälle in der Familie oder ähnliches bilden natürlich die Ausnahme. Allerdings liegt es im Ermessen des Unternehmens, dir eine zweite Gelegenheit auf ein Bewerbungsgespräch einzuräumen.

  • Das Unternehmen und unter Umständen wichtige Entscheider recherchieren
  • Je mehr Informationen du hast, desto mehr kannst du zu deinem Vorteil nutzen.

  • Das eigene Profil aus der Bewerbung kennen
  • Der Personaler wird deine Bewerbungsmappe vor sich haben. Wenn du plötzlich etwas anderes erzählst, kann eine unangenehme Situation entstehen.

  • Bewerbungsunterlagen ausdrucken und mitbringen
  • Eine gute Sicherheit, um dem Personaler zu zeigen, dass du auf alles vorbereitet bist.

  • Outfit planen und zurechtlegen/einpacken
  • Fang nicht morgens an dein Hemd zu bügeln. Erledige das in aller Ruhe am Abend davor.

Verstehe deinen Personaler

Verstehe deinen Personaler

Beim Vorstellungsgespräch selbst angekommen, wirst du in den häufigsten Fällen zunächst mit der Personalabteilung zusammentreffen. Je nach Situation und Unternehmensgröße kann es aber auch sein, dass bereits Vertreter der für die Stelle zuständigen Fachabteilung vor Ort sind. Daher solltest du dir auf jeden Fall klarmachen, mit welchen Erwartungen der Personaler und das Unternehmen an dich herantreten.

Was den Personaler antreibt

Der vermutlich entscheidendste Punkt für die meisten Personaler und Unternehmen ist die Frage, ob du dem Betrieb als Mitarbeiter zu Gewinn verhelfen kannst. Mach dir klar, dass du im Moment der Einstellung zunächst zum Kostenfaktor wirst. Erst wenn du Leistung erbringst, lohnst du dich für das Unternehmen. Im Vertrieb ist oft einigermaßen klar, wie viel du erwirtschaftest. Auch in Bereichen, in denen du deutlich definierte Billables abrechnest, ist die Kalkulation überschaubar. In anderen Abteilungen, wie etwa dem Marketing, ist es oft komplizierter. Dennoch solltest du dir verdeutlichen, welche deiner Leistungen im Betrieb letztlich für welche Gewinne verantwortlich sind und daran auch deine Gehaltsvorstellung festmachen.

Darüber hinaus spielen aber selbstverständlich persönliche Faktoren ebenfalls eine Rolle im Umgang mit Personalern. Insbesondere Soft Skills wie deine Teamfähigkeit und deine Stressresilienz werden in der ein oder anderen Form zum Thema werden. Der Personaler will wissen, wie gut du ins Unternehmen passt. Das ist für ihn auch insofern wichtig, weil eine falsche Entscheidung auf ihn zurückfällt.



Auch interessant für dich: Passives Einkommen ohne Startkapital aufbauen


Die Tricks der Personaler

Im Interview kann es daher dazu kommen, dass der Personaler auf sogenannte Stressfragen ausweicht, um dich zu überrumpeln. Gerade bei Bewerberinnen und Bewerbern, die im Vorstellungsgespräch zu stark auf die Aufrechterhaltung einer glatten Fassade setzen, greifen die Interviewer zu solchen Mitteln. Mit Stressfragen wie: „Glauben Sie wirklich, dass Sie für diesen Job qualifiziert sind?“, sollen die Interviewten aus der Reserve gelockt werden. Auch Logikrätsel und Fangfragen, die sogenannten Brainteaser, werden dann mitunter ausgepackt. Begreife solche Tricks als Chance, zu zeigen, was in dir steckt. Wichtig ist es, mit Contenance und Bedacht auf ungewöhnliche Fragen zu reagieren, gegebenenfalls nachzufragen und dann eine durchdachte Antwort zu geben. Schnellschüsse dagegen zeigen dem Personaler, dass du zu impulsiv reagierst.

Die Phasen eines Vorstellungsgesprächs

Das typische Vorstellungsgespräch setzt sich aus den folgenden fünf Phasen zusammen:

  1. Smalltalk (etwa fünf Minuten)
  2. Kennenlernen (etwa 15 Minuten)
  3. Selbstpräsentation (etwa zehn Minuten)
  4. Rückfragen (etwa zehn Minuten)
  5. Abschluss (etwa fünf Minuten)

Wichtig dabei ist, dass es natürlich keinen festen Ablaufplan für das Vorstellungsgespräch gibt. Grundsätzlich kannst du aber damit rechnen, dass nach dem Kennenlerngespräch eine Selbstpräsentation folgt. Das ist für viele Bewerberinnen und Bewerber der schwierigste Teil des Gesprächs. Hier musst vor allem du selbst über dich und deine Vorzüge sprechen. Übe die Präsentation und das freie Sprechen daher im Vorhinein.

Fünf typische Fragen, die dir gestellt werden

Typische Fragen im Vorstellungsgespräch

„Was können Sie für uns tun, das andere nicht können?“

Eine Frage, die so oder ähnlich gerne früh im Vorstellungsgespräch gestellt wird. Dir darauf eine gute Antwort zu überlegen ist wichtig. Denn nicht nur wird damit abgefragt, ob du weißt, wie du ins Unternehmen passt, sondern auch, welche großen Stärken du in dir siehst.

„Warum wollen Sie Ihren bisherigen Job aufgeben?“

Bei Fragen dieser Art ist Vorsicht geboten. Denn natürlich macht es keinen guten Eindruck, wenn du im Vorstellungsgespräch negativ über aktuelle oder ehemalige Arbeitgeber sprichst. Zugleich sollte klar sein, dass du dich dabei selbst nicht in ein schlechtes Licht rückst. Gute Antworten auf derartige Fragen verdeutlichen dem potenziellen neuen Arbeitgeber, dass du bei ihm das größere Entwicklungspotenzial für dich siehst.

„Was für Ideen haben Sie in den letzten Jahren umgesetzt?“

Diese Frage bezieht sich naturgemäß in erster Linie auf berufliche Projekte. In vielen Bereichen bietet sie aber auch die Möglichkeit, zusätzliche Qualifikationen zu beschreiben. Hast du als Softwareentwicklerin zum Beispiel nebenher ein cooles Open-Source-Projekt angestoßen oder in deiner Freizeit eine Fremdsprache erlernt? Das lässt sich, wenn solche Fragen gestellt werden, gut einflechten.

„Erzählen Sie mir davon, wie Sie einen Kollegen kritisieren mussten. Wie haben Sie das gemacht?“

Bei dieser Frage geht es vor allem um deine Teamfähigkeit. Zudem wird deine persönliche Stressresilienz abgefragt. Denn natürlich solltest du hier eine echte Kritiksituation beschreiben und keine Banalitäten.

„Was hat Sie an diesem Unternehmen interessiert?“

Hier kannst du mit deinen Recherchen über das Unternehmen punkten und zeigen, dass du dich nicht einfach wahllos beworben hast. Außerdem kannst du, indem du die Betonung auf bestimmte Aspekte legst, deutlich machen, was dich als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter ausmachen wird.



Auch interessant für dich: Home-Office einrichten – In wenigen Schritten zum Erfolg


Rückfragen im Vorstellungsgespräch

Typischerweise wird der Interviewer dich im Laufe des Vorstellungsgesprächs auffordern, eigene Fragen an das Unternehmen zu stellen. Das ist ein wichtiger Punkt in jedem Vorstellungsgespräch, da damit dein Interesse und dem Job überprüft wird. Viele Bewerberinnen und Bewerber sind auf die Aufforderung nach Rückfragen leider nicht gut vorbereitet. Im Folgenden haben wir dir daher ein paar geeignete Standardfragen zusammengestellt, um dich zu inspirieren. Praktisch wirst du nicht die Gelegenheit haben, alle zu stellen, entscheide dich daher für zwei oder allerhöchstens drei Fragen, die dich tatsächlich interessieren.

Zehn mögliche Fragen an den Arbeitgeber

Fragen an deinen Personaler

  1. „Was erwarten Sie vom idealen Kandidaten?“
  2. „Was kann ich von meinem möglichen neuen Vorgesetzten erwarten?“
  3. „Wie würden Sie die Unternehmenskultur beschreiben?“
  4. „Wie werden bei Ihnen Stärken und Talente gefördert?“
  5. „Weshalb arbeiten Sie gerne für dieses Unternehmen?“
  6. „Welche Erfolgsfaktoren definiert das Unternehmen für die Tätigkeit?“
  7. „Wie werden Leistung und Erfolg bei Ihnen gemessen und definiert?“
  8. „Was zeichnet Ihre Top-Mitarbeiter aus?“
  9. „Welche Entwicklungen sind in der Abteilung und im Unternehmen in den nächsten Jahren zu erwarten?“
  10. „Bis wann kann ich mit Ihrer Entscheidung rechnen?“


Auch interessant für dich: Stockfotos verkaufen: So generierst du Geld mit deinen Fotografien


No-Gos im Vorstellungsgespräch

Auch einige typische Fehler und No-Gos gibt es, die Bewerberinnen und Bewerber beim Job-Interview immer wieder machen. Dazu zählt zum Beispiel zu deutlich gezeigte Nervosität. Klar, es ist verständlich, dass ein Bewerbungsgespräch in vielen Fällen Stress pur ist. Dennoch ist es wichtig, dass du ruhig und selbstsicher auftrittst. Wenn du weißt, dass du damit Probleme hast, ist es sinnvoll, das Vorstellungsgespräch vorher mit Freunden oder der Familie zu proben. Wenn du merkst, dass du dennoch sehr nervös bist, kann es helfen, das in der ersten Kennenlern-Phase mit einem Lächeln anzusprechen: „Ich bin etwas nervös, weil mir dieses Interview sehr wichtig ist.“ Das macht dich nahbarer und hilft oft auch, die Nervosität zu überwinden. Aber Vorsicht, diese Strategie geht nicht bei jeder Ausschreibung auf. Wenn du dich zum Beispiel auf eine Führungsposition bewirbst, wird von dir ein sichereres Auftreten erwartet.

Weitere No-Gos sind:

  • Unvorbereitetes Auftreten
  • Geschlossene Körpersprache
  • Verspätungen
  • Unaufmerksamkeit
  • Fragen nach Freizeit und Urlaub

Sieben hilfreiche Tricks für dein Vorstellungsgespräch

Hilfreiche Tricks im Vorstellungsgespräch

  1. Lass den Personaler reden:
  2. Interviews werden oft dann als besonders positiv wahrgenommen, wenn der Gesprächspartner einen höheren Redeanteil hat.

  3. Setz auf optische Gemeinsamkeiten:
  4. Eine Bewerbungsmappe in den Farben des Unternehmens signalisiert, dass du dich hier zu Hause fühlst.

  5. Vermeide Montage und Freitage als Termin:
  6. An Tagen direkt vor oder nach dem Wochenende haben auch die Interviewer weniger Lust auf dich und das Gespräch.

  7. Mitbewerber ignorieren:
  8. Geh davon aus, dass du der einzige Bewerber auf die Stelle bist. Das lässt dich selbstsicherer erscheinen.

  9. Komplimente machen:
  10. Ein ehrliches Kompliment macht dich sympathischer. Aber Vorsicht: Versuch dich damit nicht anzubiedern, das fällt auf.

  11. Proben:
  12. Probe vor allem deine Selbstpräsentation im Voraus. Entweder alleine vor dem Spiegel oder noch besser mit anderen.

  13. Stift und Papier:
  14. Bring dir Stift und Papier mit, um während des Gesprächs Notizen zu machen. Das lässt dich aufmerksamer erscheinen und erleichtert später die Nachbereitung.

Nachbereitung des Vorstellungsgesprächs

Nach dem Interview solltest du dir möglichst bald Zeit nehmen, das Gespräch zu reflektieren und dir klarzumachen, was gut funktioniert hat und was nicht. Ob du das mit einem Notizblock machst oder dich einfach nur hinsetzt und nachdenkst, liegt bei dir. Wichtig ist, dass du dir verdeutlichst, wo du eventuell noch Verbesserungspotenzial siehst. Damit kannst du in einem möglichen weiteren Job-Interview noch sicherer auftreten.

Zudem kannst du ein oder zwei Tage nach dem Interview auch noch einmal eine kurze Nachricht an den Interviewer schicken, um dich für das Gespräch und die dir gewidmete Zeit zu bedanken. Damit rufst du dich positiv in Erinnerung. Zudem hast du die Möglichkeit zu bestätigen, dass das Vorstellungsgespräch dich in deinem Wunsch, für das Unternehmen zu arbeiten, bestärkt hat.

Folgende Artikel könnten dich ebenfalls interessieren:

 

Bilder: Natee Meepian, David, Jacob Lund, Maridav, djile, bernardbodo / stock.adobe.com