Ben Stiller mit Jenna Fischer im Zweifel Glücklich

Oft geht es laut und turbulent zu im Showgeschäft. Nach großen Filmpremieren folgen ausschweifende Partys – und nicht selten mancher Skandal. Umso schöner ist es, auch Zurückhaltung, Menschlichkeit und ein wenig Schüchternheit in Hollywood zu sehen. Wie etwa beim Darsteller, Regisseur und Produzenten Ben Stiller, der zwar recht schnell auf seinen 60. Geburtstag zusteuert, sich jedoch stets etwas Jugendliches und Freches bewahrt hat. Aber wie kam Stiller eigentlich zur Schauspielerei – und welche Projekte bearbeitet er aktuell?

Von Haus aus Schauspieler

Es gibt Künstler, denen wurde das Talent für den weiteren Lebens- und Berufsweg bereits in die Wiege gelegt. Ben Stiller gehört zweifelsohne zu den Schauspielern, auf die das zutrifft. So erblickte er am 30. November 1965 als Sohn von Anne Meara und Jerry Stiller das Licht der Welt – beide hatten bis dahin schon langjährige Karrieren vor der Kamera und auf zahlreichen Theaterbühnen vorzuweisen.

Dass auch Stillers Schwester Amy in recht jungem Alter den Sprung ins Scheinwerferlicht wagen würde, kommt da wenig überraschend. Ben wiederum versuchte sich in der Kindheit noch an der Kamerasammlung seines Vaters, mit der er zunächst Fotos, anschließend aber sogar Kurzfilme aufnahm.

Der ersten Fernsehrolle im Alter von gerade einmal zehn Jahren, die er für die Serie “Kate McShane” absolvieren durfte, folgte das Freilegen seiner komödiantischen Wurzeln – und somit in den 1980er Jahren auch der Ritterschlag für jeden US-amerikanischen Humoristen. Stiller durfte mehrmals bei “Saturday Night Live” auftreten und stand dort in einer Linie mit Showgrößen wie Chevy Chase, Dan Akroyd, John Belushi oder Bill Murray.

Für eine Karriere in Hollywood brach Stiller etwa zu jener Zeit übrigens sein Studium ab, das sich – wie sollte es auch anders sein – ganz dem Film widmete.


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Komödiant mit Liebe zur Wahrhaftigkeit

Ben Stiller (links) und Owen Wilson auf der Zoolander Premiere

Ben Stiller war kaum 20 Jahre jung, als sein beruflicher Werdegang so richtig in Fahrt kam. Über Nebenrollen – die ihn beispielsweise in die Serie “Miami Vice” oder ans Filmset zu “Stella” an der Seite von Schauspiellegende Bette Middler führten – wurde er allmählich mit größeren Aufgaben betraut.

Seinen Durchbruch hatte er noch vor seinem 30. Geburtstag: Mit “Reality Bites” errang er einen Kassenschlager und somit die weltweite Bekanntheit. Diese wiederum weiß der Darsteller sehr gut auszunutzen. So brilliert er einerseits weiterhin als komödiantisches Genie, das die lauten und schrillen Auftritte mag. Wie etwa in den Filmen “Zoolander”, “Tropic Thunder”, “Kings of Rock” oder “Voll auf die Nüsse”.

Arbeiten also, mit denen Stiller längst in die erste Liga der Hollywood-Humoristen aufgestiegen ist und in der er seinen Platz an der Sonne mit Robin Williams oder Jim Carrey teilt. Andererseits hat sich Stiller zu einem Künstler entwickelt, dem das Menschliche nicht fremd ist, der durchaus leise und nachdenkliche Töne anstimmen kann – und der immer häufiger auf mentale Krankheiten aufmerksam macht.

So geschehen in den Komödiendramen “Greenberg”, “Das erstaunliche Leben des Walter Mitty” oder “Die Royal Tenenbaums”. Darstellungen, in denen sich Stiller als guter Menschenkenner und Beobachter beweist.

Das Leben hinter der Kamera

Ben Stiller hinter der Kamera in "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty"

Die persönliche Entwicklung von Ben Stiller lässt sich aber nicht alleine an der Art seines Schauspiels ablesen. So hat er längst die Gabe gewonnen, gute Geschichten spannend zu erzählen. Und sie zu verfilmen. Als Schreiber für Drehbücher, als Produzent und als Regisseur trat er dabei in den letzten Jahren immer häufiger in Erscheinung.

Für den Tausendsassa immerhin eine optimale Möglichkeit, eigene Ideen noch besser und individueller verfolgen zu können, statt Kompromisse einzugehen. Denn Stiller wird zuweilen nachgesagt, er sei kein ganz einfacher Charakter – sondern ein Mensch, der exakt weiß, was er will und wie er es erreichen kann.

Es verwundert also nicht, dass er zunehmend den Weg der künstlerischen Freiheit sucht, statt sich als Darsteller den Vorgaben anderer Regisseure zu unterwerfen. Der Erfolg gibt ihm recht: Längst arbeitet Stiller mit Schauspielern wie Penélope Cruz, Robert Downey Jr. oder Tom Cruise zusammen. Seine Wegbegleiter aus früheren Jahren hat er indes nicht vergessen: Stiller gehört neben Will Ferrell, Owen Wilson oder Steve Carell zum sogenannten Frat Pack – einer Gruppe aus Darstellern, die seit den 1990er Jahren immer wieder in gemeinsamen Komödien bewundert werden kann und die eine innige Freundschaft verbindet.


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Ein Star, der das Rampenlicht meidet

Ben Stiller (links) in Tropic Thunder

Längst gehört Ben Stiller zu den bekanntesten Namen in Hollywood. Doch ebenso zu jenen, die ein positives und angenehmes, vielleicht sogar ein zurückhaltendes und nachdenkliches Image umgeben. Die üblichen Eskapaden des Showgeschäfts sind Stiller gänzlich fremd.

Zwar blickt der Vater einer Tochter und eines Sohnes auf eine Scheidung zurück – die Ehe mit der Darstellerin Christine Taylor hielt immerhin anerkennenswerte 22 Jahre. Demgegenüber stehen weder Frauengeschichten noch Abhängigkeiten zu Suchtmitteln oder das auffällige Angeben mit Reichtum und Ruhm. Selbst das Bad in der Menge kann der stets schüchterne Filmschaffende kaum ausgiebig genießen.

Oft wirkt er bei Premierenfeiern etwas deplatziert und scheut sich, auf der Bühne das Wort zu ergreifen. Tut er es dennoch, so schafft er Aufmerksamkeit für die wahren Probleme der Welt. Seinem starken Einsatz für karitative Zwecke geht er seit vielen Jahren nach. Sein Engagement für die Bürger der Ukraine brachte ihm im Jahre 2022 sogar ein Einreiseverbot in Russland ein.

Allzu umfangreich reden möchte Stiller darüber nicht. Er überzeugt lieber mit Taten statt mit Worten – und erreicht damit eine breite Öffentlichkeit. Ein wohltuendes Beispiel also, dass sich mit Geld mehr anfangen lässt, als es in große Häuser und Luxusautos zu investieren.

Fazit und ein Blick in die Zukunft

Vielleicht meidet Ben Stiller das Rampenlicht, weil er an sich ein ruhiger Charakter ist. Eventuell flüchtet er vor den Paparazzi und den Klatschmedien aber auch, weil er im zurückgezogenen Leben einen wohltuenden Ausgleich zum Stress im Beruf sieht. Denn vor und hinter der Kamera geht es für den vielseitigen Künstler aktuell hoch her.

So ist er als ausführender Produzent weiterhin an der Serie “In the Dark” beteiligt, die ihn mit “Friends”-Star Jennifer Aniston zusammenführt. Nach fast 20 Jahren steht sogar eine Fortsetzung des Kassenschlagers “Voll auf die Nüsse” im Raum, wie Stillers Freund Vince Vaughn in einem Interview erklärte.

Die größte Herausforderung in den kommenden Monaten dürfte allerdings in einem Projekt zu sehen sein, das Stiller seit vielen Jahren am Herzen liegt – und mit dem er auf jene Bretter möchte, die ja bekanntlich die Welt bedeuten: Als Regisseur bearbeitet er eine Theaterversion des Horrorthrillers “The Shining”, mit dem Jack Nicholson 1980 seinen endgültigen Durchbruch feierte.

Ob Stiller dabei sogar für eine darstellende Rolle in Betracht kommt, ist gegenwärtig allerdings noch offen. Langweilig wird es somit nicht um die stille Ikone, die auch in Gegenwart und Zukunft lieber im Hintergrund plant und ausführt, statt mit negativen Meldungen in den Medien zu landen.

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