Brendan Fraser

Brendan Fraser ist wieder da! Nach seinem Rückzug aus dem Showgeschäft im Jahr 2010 ist der heute 54-Jährige mit einem grandiosen Comeback zurück auf der ganz großen Bühne.

Kurzbiografie

Brendan James Fraser erblickte am 3. Dezember 1968 in Indianapolis im US-Bundesstaat Indiana das Licht der Welt. Brendans Eltern stammen aus Kanada, weshalb Fraser nicht nur die US-amerikanische, sondern auch die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt und fließend französisch spricht. Seine Mutter Carol Mary starb 2016. Ihr Tod war für Fraser ein schwerer Verlust. Sein Vater Peter war als Beamter im kanadischen Tourismusministerium im Auslandsdienst tätig, weshalb die Familie viel umgezogen ist.

Brendan und seine drei älteren Brüder Kevin, Regan und Sean kamen schon als Kinder in der Welt herum. Sie lebten nicht nur in verschiedenen Städten in den USA und Kanada, sondern auch in der Schweiz und in den Niederlanden. Sein Interesse an der Schauspielerei wurde während eines Urlaubs in London geweckt. Im Londoner West End besuchte er als 12-Jähriger zum ersten Mal eine professionelle Theateraufführung.

Zunächst ging Brendan auf das Upper Canada College in Toronto, anschließend auf das Cornish College of the Arts in Seattle. Eigentlich wollte er nach dem College-Abschluss 1990 ein Schauspielstudium beginnen, entschied sich aber dann für den direkten Weg und ließ sich in Hollywood nieder, um dort beim Film zu arbeiten.

Diese Entscheidung erwies sich als richtig, denn schon 1991 gelang ihm sein Hollywood-Debüt in dem Film „Dogfight“. Seine erste Hauptrolle bekam Fraser 1992 in der im Kino erfolgreichen Teenager-Komödie „Steinzeit Junior“. Brendan spielt den Höhlenmenschen „Link“, der sich in der Gegenwart zurechtfinden muss. Noch im selben Jahr ist er zusammen mit Matt Damon und Ben Affleck in dem Film „Der Außenseiter“ zu sehen.


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Karriere

Brendan Fraser in Scrubs neben John C. McGinley

Die Entscheidung, sich ohne Schauspielstudium und ohne Theater-Erfahrung direkt zum Film zu begeben, war goldrichtig. Brendan Fraser bekam ein Engagement nach dem anderen. Die drei Filmkomödien aus dem Jahr 1994 waren aber ebenso wie einige weitere Filme aus den 1990er-Jahren an den Kinokassen wenig erfolgreich. Frasers Beliebtheit konnte dies aber nichts anhaben. Der erste große Kassenerfolg gelang 1997 mit der Filmkomödie „George of the Jungle“. Echte Blockbuster wurden die Filme der „Mumien-Trilogie“. Hier eine Auswahl seiner bekanntesten Filmrollen.

  • 1994 ist Brendan in der Rolle des Baseball-Talents Steve Nebraska in der Sport-Komödie „Der Scout“ zu sehen.
  • 1994 in der Filmkomödie „Ein genialer Freak“ spielt Fraser den Studenten Montgomery Kessler.
  • 1994 spielt Brendan Fraser neben Adam Sandler und Steve Buscemi in der Filmkomödie „Airheads“ den Musiker Chester Darvey.
  • 1997 ist Brendan in der erfolgreichen Komödie „George – Der aus dem Dschungel kam“ zu sehen. Er spielt „George“, einen jungen Mann, der als Baby nach einem Flugzeugabsturz in Afrika von einem Gorilla großgezogen wurde.
  • 1998 macht Fraser als Clayton Boone in dem Drama „Gods and Monsters“ als ernsthafter Schauspieler auf sich aufmerksam. Für diese Rolle wurde er für den Chlotrudis Award nominiert.
  • 1999 erzielte Brendan Fraser seinen größten Erfolg mit der Rolle des Richard O’Connell in dem Horror- und Abenteuerfilm „Die Mumie“. An seiner Seite spielen Rachel Weisz und John Hannah.
  • 2001 ist Fraser wieder als Rick O’Connell in „Die Mumie kehrt zurück“ zu sehen. Ebenso wie sein Vorgänger ist die Fortsetzung ein Kinohit.
  • 2002 ist Fraser als Alden Pyle neben Michael Caine in dem Polit-Thriller „Der stille Amerikaner“ zu sehen.
  • 2003 ist Fraser in der Hauptrolle des „DJ Drake“ in der Filmkomödie „Looney Tunes: Back in Action“ zu sehen. Er spielt an der Seite von Comic-Figuren wie Bugs Bunny, Speedy Gonzales und Tweety. An den Kinokassen floppte der Film, als „Bester animierter Film“ wurde er aber für verschiedene Preise nominiert.
  • 2004 spielte Brendan in „L.A. Crash“ in der Rolle des Richard Cabot an der Seite von Sandra Bullock und Matt Dillon. Der Film wurde unter anderem als „Bester Film“ mit dem Oscar ausgezeichnet.
  • 2008 ist Fraser als Professor Trevor Anderson in „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ zu sehen.
  • 2008 spielt er auch die Hauptrolle des Mortimer Folchart in „Tintenherz“, einer Verfilmung des Romans von Cornelia Funke.
  • 2008 verkörpert Brendan Fraser ein drittes Mal den Abenteurer Rick O’Connell in „Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers“.
  • 2021 ist Fraser als „Jones“ in einer Nebenrolle in dem Thriller „No Sudden Move“ von Regisseur Steven Soderbergh zu sehen.
  • 2022 gelang Fraser ein spektakuläres Comeback in der Hauptrolle des „Charlie“ in dem Film „Der Wal“ des Regisseurs Darren Aronofsky. Er verkörpert einen adipösen, über 270 Kilogramm schweren Mann. Dafür hat Fraser an Gewicht zugelegt und trägt für diese Rolle zusätzlich zu einem Fettanzug, einem sogenannten Fatsuit, auch Gesichtsprothesen.

In den Jahren zwischen seinem letzten Kinohit als Rick O’Connell und seinen aktuellen Erfolgen war Fraser allerdings nicht völlig aus der Filmwelt verschwunden. Er arbeitete als Synchronsprecher und spielte in verschiedenen Fernsehserien und Fernsehfilmen, unter anderem auch mit Stars wie Donald Sutherland.


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Rückzug aus Hollywood

Brendan Fraser Porträt

Es gab verschiedene Gründe, weshalb sich Fraser um das Jahr 2010 herum aus Hollywood zurückgezogen hat. Vordergründig wurden die kommerziellen Misserfolge seiner Filme an den Kinokassen als Motiv für den Rückzug angeführt. Tatsächlich aber litt Fraser an Depressionen.

Auslöser war, wie er 2018 öffentlich machte, die sexuellen Übergriffe durch Philip Berk im Jahr 2003. Berk war als Präsident der Hollywood Foreign Press Association (HFPA) zuständig für die Organisation der Golden Globe Awards. Eine Untersuchung der Vorwürfe durch die HFPA stellte allerdings keine besondere Schwere der Belästigung fest.

Sie wurde als scherzhaftes Fehlverhalten erklärt und mit einer Entschuldigung Berks als erledigt angesehen. Für den Schauspieler bedeutete dieser Umgang mit ihm und seinen demütigenden Erlebnissen allerdings eine überaus große Enttäuschung und führte ihn in Kombination mit einigen privaten Tiefschlägen letztendlich in die Depression.

Die Scheidung von seiner Frau und Mutter seiner drei Söhne führte ihn innerhalb weniger Jahre in den finanziellen Ruin. Das Paar trennte sich Ende 2007 und schon Anfang 2013 musste Fraser gerichtlich um die Kürzung der Kindergeld- und Unterhaltszahlungen kämpfen. Er hätte über einen Zeitraum von zehn Jahren monatlich 75.000 Dollar an Afton Smith zahlen müssen. Diese jährlich anfallenden Kosten von 900.000 Dollar konnte er nicht mehr aufbringen. Seine Ex-Frau warf ihm allerdings vor, ihr und den gemeinsamen Söhnen sein Vermögen vorzuenthalten.

Ein weiterer nachvollziehbarer Grund für seinen Rückzug aus Hollywood war sein schlechter körperlicher Zustand. Brendan litt unter vielen Verletzungen, die er sich vor allem bei den Dreharbeiten zu den Mumien-Filmen zugezogen hatte. Aufgrund seiner Körpergröße von 1,91 Meter musste er viele Stunts selbst durchführen. Dabei verletzte er seine Wirbelsäule, an der er später mehrfach operiert werden musste.

Während der Dreharbeiten zum letzten Teil der Trilogie musste er ein Exoskelett und spezielle Bandagen tragen, um die Schmerzen aushalten zu können. Er bekam außerdem ein künstliches Kniegelenk und musste an den Stimmbändern operiert werden. Fraser war sieben Jahre lang immer wieder im Krankenhaus.


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Comeback 2022

Brendan Fraser in Whale

Nach über zehn Jahren ist Brendan Fraser in einer Hauptrolle zurück auf der Kinoleinwand. In „The Whale“ überzeugt er als fettsüchtiger schwuler Vater, der die Beziehung zu seiner Tochter wieder herstellen möchte. Der Film feierte während des 79. Internationalen Filmfestivals in Venedig im September 2022 seine Weltpremiere.

Nominierungen für die großen Filmpreise werden nicht ausbleiben. Doch Fraser hat schon jetzt klargemacht, dass er einer Feierlichkeit bei den Golden Globe Awards fernbleiben werde, denn die Organisatoren stellten sich im Zusammenhang mit der sexuellen Belästigung durch Philip Berk hinter ihren Präsidenten. Berk allerdings musste mittlerweile seinen Platz aufgrund von Rassismusvorwürfen räumen.

Weitere Kinofilme mit dem bei den Fans noch immer sehr beliebten Fraser wurden bereits angekündigt. Er wird neben Robert De Niro und Leonardo DiCaprio in dem Thriller „Killers of the Flower Moon“ von Regisseur Martin Scorsese zu sehen sein. Außerdem spielt er in der Filmkomödie „Brothers“ von Regisseur Max Barbakow.


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Fazit

Der einst durchtrainierte Schauspieler und Frauenschwarm zählte 1998 laut People Magazine zu einem der 50 schönsten Menschen der Welt. 2006 bekam er einen Stern auf dem „Canada’s Walk of Fame“ in Toronto. Er ist damit der erste in den USA geborene Schauspieler, dem diese Ehre zuteilwurde. Der Stern in Hollywood lässt noch auf sich warten. Wenn es nach seinen vielen Fans ginge, hätte Brendans Name längst in Los Angeles verewigt werden müssen.

Fraser ist ein Kämpfer. Er hat es ohne abgeschlossenes Schauspielstudium zum Welterfolg gebracht und er hat es trotz aller Widerstände eindrucksvoll zurück auf die Kinoleinwand geschafft. Körperlich geht es ihm wieder gut und seine Partnerin Jeanne Moore gab ihm die Kraft, sich psychisch zu stabilisieren.

Bei seinen Fans wird er immer als der draufgängerische Abenteurer Rick O’Connell der Mumien-Trilogie in Erinnerung bleiben, der einem Indiana Jones in nichts nachsteht. Doch vermutlich wird es sein Wechsel ins „ernste“ Fach sein, der ihm vielleicht mal einen Oscar als bester Hauptdarsteller einbringen wird.

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