John Goodman

So gut wie jeder, der ein Fernsehgerät sein Eigen nennt, hat wohl schon einmal John Goodman zu Gesicht bekommen. Bekannt wurde Goodman vor allem durch seine Rolle als Dan Connor in der US-amerikanischen Sitcom „Roseanne“. Dort begeisterte er als gutmütiger Familienvater mit Hang zu handwerklichen Tätigkeiten Millionen von Zuschauern.

In den letzten Jahren ist es allerdings eher still geworden um den bekannten Darsteller, der am 20. Juni 1952 geboren wurde, und vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, was John Goodman heute so macht.

John Goodmans Jugend

John Goodman

Sein Vater war gestorben, als Goodman zwei Jahre alt war und dieses traumatische Erlebnis hatte seine gesamte Jugend bestimmt. Seine eigene Jugend beschrieb er einmal in einem Interview als einsam und zurückgezogen, in der Schule sei er wegen seines Übergewichts schikaniert worden. Halt gab ihm seine Mitgliedschaft bei den Pfadfindern, bei denen er Struktur und unterstützende Kameradschaft erlebte.

John Goodman begeisterte sich auch für Comics, insbesondere für die von DC, später für jene aus dem Hause Marvel. Er las auch Hefte seines 14 Jahre älteren Bruders, die Goodman diesem, wie er später, als er längst erwachsen war, gestand, gestohlen hatte. Der Bruder war nach dem Tod des Vaters zurückgekehrt, um bei der Erziehung von John Goodman selbst und seiner jüngeren Schwester zu helfen. Vielleicht waren diese kleinen Klauereien innerhalb der Familie auch der Grund dafür, dass Goodman überhaupt zur Schauspielerei fand, denn Goodman sagte, dass er durch seinen Bruder überhaupt erst mit der Comedy bekannt gemacht wurde.


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Goodman wird Schauspieler

Nachdem er die High School absolviert hatte, besuchte er die Missouri State University, wo er Schauspielunterricht nahm. Um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, arbeitete er nebenher als Türsteher. 1975 schloss er das Studium mit dem Abschluss eines „Bachelor of Fine Arts“ ab. Zunächst verlief die Suche nach seinem Abschluss jedoch eher ernüchternd, weshalb sich Goodman als Barkeeper und Kellner über Wasser hielt. Bescheidenen Erfolg erlangte er als Synchronsprecher, dann mit kleinen Werbespots und schließlich hatte er Auftritte in Theaterstücken.

1982 schließlich gab Goodman sein Filmdebüt. Es war nur eine kleine Rolle in dem Film „Eddie Macon’s Run“ unter der Regie von Jeff Kanew. Parallel trat er weiter auf Theaterbühnen auf, wobei sich schließlich auch hier Erfolg einstellte. Von 1985 bis 1987 spielte er die Hauptrolle des Pap Finn im Broadway Musical „Big River“. Für diese Rolle wurde er sogar vom Drama Desk für einen Award für den besten Hauptdarsteller in einem Musical nominiert.

Weitere Bekanntheit erreichte John Goodman im Jahr 1986, als er eine Rolle in der Musical-Satire „True Stories“ unter der Regie von David Byrne spielte.

Zuvor hatte er eine Gastrolle im Film „Sweet Dreams“ besetzt und dort einen Satz geäußert, der später sein Markenzeichen wurde: „Ich bin 1,90 Meter groß und habe die Form eines Pandabären.“ Sowohl seine Körpergröße als auch seine gewisse Leibesfülle, wurden damit zu seinem Aushängeschild, das auch später charakteristisch für die von ihm verkörperten Rollen war.

Weltruhm mit Roseanne

John Goodman in Roseanne

Der große Durchbruch kam für Goodman mit der Rolle des Familienvaters Dan Connor in der Sitcom „Roseanne“. Die Serie wurde von ABC zwischen 1988 und 1997 produziert und wurde weltweit vermarktet. Somit war Goodmans Gesicht bald nicht mehr nur in den USA, sondern weltweit bekannt.

Der durch „Roseanne“ erlangte Ruhm öffnete Goodman in den folgenden Jahren so gut wie jede Tür in der US-amerikanischen Filmindustrie. Er arbeitete mehrfach mit den berühmten Coen-Brüdern zusammen, bekam sogar eine Rolle im Kultfilm „The Big Lebowski“ (1998). Eine dreimalige Zusammenarbeit gab es auch mit der lebenden Regie-Legende Steven Spielberg, letztmalig 1994 für den Film „Die Flintstones“.


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Goodman seit den 2000ern

Ab dem neuen Jahrtausend kehrte Goodman vermehrt zu seinen Wurzeln als Synchronsprecher und Theaterdarsteller zurück. Er verlieh seine Stimme zum Beispiel an den Roboter-Weihnachtsmann aus der Matt Groening-Kultserie „Futurama“ oder an Pacha im Disney-Film „The Emperor’s New Groove“ (deutscher Titel: „Ein Königreich für ein Lama“). Er war auch die Stimme von Sulley in Pixars Animationsfilm „Monsters Inc.“ und dem Nachfolger „Die Monster Uni“.

Auf der Theaterbühne spielte Goodman den Geist der gegenwärtigen Weihnacht in Charles Dickens‘ Weihnachtsgeschichte, dazu übernahm er die Rolle des Pozzo in dem Stück „Waiting for Godot at Studio 54“. John Heilpern von Vanity Fair überschlug sich mit Lob für Goodman, nannte ihn „den besten Pozzo, den ich jemals gesehen habe.“ Daneben besetzte er noch weitere Rollen in etlichen anderen Theaterstücken.

Auch in den 2010er-Jahren blieb Goodman der Schauspielerei treu. Er besetzte zwar keine großen Hauptrollen, war niemals der Star im Mittelpunkt, doch machte er bei Kritikern immer wieder durch seine Nebenrollen von sich reden, unter anderem in „The Artist“ (2011) und „Argo“ (2012). Parallel trat er weiter auf Theaterbühnen auf.

2013 wurde Goodman in die Liste der „Disney-Legenden“ aufgenommen, und im Jahr 2017 wurde er mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt.

Ende April 2017 wurde bekannt gegeben, dass eine Wiederauflage der Sitcom „Roseanne“ geplant sei und Goodman gemeinsam mit vielen der damaligen Hauptsteller wieder als Dan Connor vor die Kamera treten würde.
Die geplante Neuauflage der kultigen Sitcom wurde allerdings im Frühjahr 2018 nach nur einer Staffel gecancelt, nachdem Hauptdarstellerin Roseanne Barr einen höchst umstrittenen Tweet über Valerie Jarrett, eine Beraterin des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama, abgesetzt hatte. Die produzierte Staffel feierte am 16. Oktober 2018 in den USA Premiere.

Persönliches

John Goodman

John Goodman ist seit 1989 mit Annabeth Hartzog verheiratet, das Paar hat eine 1990 geborene Tochter, die als Produktionsassistentin in der Filmindustrie arbeitet.

In einem Interview von 2009 sprach Goodman über seine Probleme mit dem Alkoholismus, den er aber nach eigenem Bekunden seit 2007 überwunden hat.

Ende 2021 überraschte der ehemals schwergewichtige Schauspieler bei der Premiere des Films „The Freak Brothers“: Es stellt sich heraus, dass der inzwischen fast 70-jährige Goodman durch Training und strenge Diät rund 90 Kilogramm abgespeckt hatte.

Goodman beweist auch abseits der Bühne und des TV-Programms immer wieder, dass seine gutherzige Art nicht nur gespielt ist:

Nach dem schweren Hurrikan Katrina engagierte er sich in mehreren Werbespots für den Wiederaufbau des teils verwüsteten US-Bundesstaats Louisiana.

2010 wirkte er ebenfalls in einem Werbespot mit, welcher das öffentliche Bewusstsein für die sich anbahnende Umweltkatastrophe nach der Havarie der Ölplattform „Deepwater Horizon“ schärfen sollte.


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Fazit

John Goodman ist immer noch ein Name in der Filmindustrie und in der Theaterwelt. Dem deutschen Publikum wird er wohl für immer als sympathischer Familienvater Dan Connor bekannt bleiben. Doch Goodman ist mehr als „Roseanne“. Dass in Deutschland kaum Notiz von ihm genommen wird, dürfte vor allem daran liegen, dass wesentliche Teile seines künstlerischen Schaffens dem breiten deutschen Publikum nicht zur Kenntnis gelangen. In den USA aufgeführte Theaterstücke schaffen es selten in die deutsche bzw. europäische Presse, sein Wirken als Synchronsprecher in vielen großen Produktionen bleibt hier ebenfalls unbemerkt, da er die US-Versionen als Synchronsprecher vertont und wir normalerweise aus Verständnisgründen auf die deutsche Tonspur zurückgreifen.

Wenn du dich also einmal gefragt hast, was „Dan Connor“ heute macht, dann weißt du jetzt, dass er mit inzwischen 70 Jahren immer noch höchst aktiv ist und mit seiner zuletzt höchst erfolgreichen Diät immer die sich bietenden Herausforderungen des Lebens annimmt.

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