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Mothman: Auf der Suche nach der geflügelten Gestalt

Eine Mischung aus Motte und Mensch, von riesenhafter Gestalt und mit roten Augen, welche in der Dunkelheit glühen – so beschreibt der amerikanische Mythos den „Mothman“, zu Deutsch Mottenmann. Zum ersten Mal wurde er in den 60er Jahren in West Virginia gesichtet. Laut der Legende soll sein Erscheinen von einem kommenden Unheil künden.

Woher stammt Mothman?

Die erste bekannte Begegnung mit dem Mottenmann fand am 15. November 1966 statt. Es war eine kalte, klare Nacht in dem Ort „Point Pleasant“ in West Virginia. Junge Menschen trafen sich hier auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik.

Die Einheimischen nannten diesen Ort auch „TNT Area“, wegen des Sprengstoffes, der hier für den Bau von Bomben und Granaten verwendet wurde. Das Gelände diente allerdings lange nicht mehr für die Produktion von Munition, stattdessen nutzen es die jungen Leute aus der Hot-Rod-Szene für ihre Wagenrennen.

Anstelle waghalsiger Rennen lieferten sie sich bald eine Verfolgungsjagd mit einem ihnen unbekannten Monster. Vier Insassen eines Wagens sahen hier eine menschenähnliche Gestalt von zwei Metern Größe. Dazu besaß es Flügel mit einer Spannbreite von geschätzten drei Metern und leuchtenden, großen Augen.

Zunächst schien es, als hätte sich ein Draht um eines der Flügel gewickelt. Als es sich daraus befreien konnte, breitete es die Flügel zur vollen Größe aus und erhob sich in die Luft.

Vor Schreck rasten sie über die Straßen zurück in die Stadt, wobei die Kreatur mit ihnen mithalten konnte und sie sogar das Schlagen seiner Flügel im Auto und bei dröhnendem Motor hörten.

Das jedenfalls berichteten sie in derselben Nacht dem lokalen Sheriff. Der suchte gegen 2 Uhr nachts das Gelände ab. Von dem Mottenmann keine Spur. Am nächsten Tag berichtete die Presse das erste Mal über dieses ungewöhnliche Wesen.

Bote des Unheils

Mothman - Die Gestalt Mothman steht im Wald und schaut dich mit ausgebreiteten Flügeln an.

Zu dieser ehemaligen Munitionsfabrik gibt es ein paar interessante Fakten: Das Gebiet besteht aus weitläufigen Freiflächen mit Betonbauten, in denen man früher das Schießpulver lagerte.

Dazu besaß die Anlage ein umfassendes Netz aus Tunneln, die teilweise eingestürzt und geflutet waren. Um die Anlage herum erstreckt sich ein Naturschutzgebiet. In den 80er Jahren wies dieses Gebiet starke Umweltverschmutzungen auf, nachdem Chemikalien aus der Fabrik in die Natur gesickert waren.

Nach diesem Vorfall in der TNT Area kam es zu weiteren Sichtungen. Ein Mann soll in derselben Nacht eine Gestalt in der Dunkelheit mit großen roten Augen gesehen haben, während er Fernsehen schaute. Sein Hund soll auf die Gestalt zugerannt sein und verschwand zusammen mit dem Wesen.

Es folgte eine regelrechte Mothman-Hysterie in der Stadt. Zwischen November 1966 und Dezember 1967 sollen mehr als 100 Leute die Kreatur um Point Pleasant gesehen haben. Häufig kam es zu Sichtungen rund um die TNT Area.

Oftmals beschrieben die Menschen sie als „Birdman“ oder als „Birdmonster“ aufgrund der großen Flügel. Die Bezeichnung „Mottenmann“ kam später auf, als einige Einwohner die Gestalt mit indianischen Mythen in Verbindung brachte, die von einer solchen Kreatur erzählten. In den Mythen hieß es auch, der Mottenmann sei ein Bote des Unheils und des Unglücks.

Für die Bewohner von Point Pleasant sollte sich dieser Mythos bewahrheiten, als am 15. Dezember 1967 die Silver Bridge einstürzte. Der Vorfall geschah während der Hauptverkehrszeit, die Brücke war stark befahren. 46 Menschen kamen dabei ums Leben, als sie in den Fluss stürzten und ertranken. Der traurige Vorfall machte den Mothman anschließend in den ganzen USA berühmt.


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Aussehen und Eigenschaften des Mottenmanns

Der Mothman wird in der Regel als äußerst groß beschrieben. Ungefähr zwei Meter soll er von Kopf bis Fuß messen. Seine Flügelspannweite ist umso größer und kann bis zu drei Meter oder mehr betragen.

Was Zeugen ebenfalls häufig beschreiben, sind seine großen, leuchtenden und roten Augen. Sie sollen eine hypnotisierende Wirkung entfalten oder das Licht ähnlich zurückwerfen wie Reflektoren.

Weiterhin beschreiben Zeugen seinen Kopf als merkwürdig verformt. Sein Hals soll sehr kurz sein oder er soll gar keinen Hals oder Kopf besitzen. Stattdessen liegt das helle Augenpaar direkt auf dem Rumpf des Wesens auf. Zudem sollen seine Arme und Beine sehr muskulös und lang sein. Manche Beschreibungen erwähnen überaus lange Arme.

Weitere Details über sein Aussehen sind nicht bekannt. Der Grund dafür könnte sein, dass die meisten Zeugen nur seine Silhouette in der Dunkelheit sehen. Am Tag hatte sich der Mottenmann bislang nicht gezeigt.

Gab es weitere Sichtungen des Mothmans?

Mothman - Mothman sitzt auf einer Oberleitung in urbaner Umgebung und blickt hinunter auf die Gegend

Nach dem Vorfall im Dezember 1967 tauchte der Mottenmann nicht mehr in der amerikanischen Kleinstadt auf. Man könnte meinen, mit dem Einsturz der Brücke wäre seine Aufgabe in Point Pleasant erledigt gewesen. Kritische Stimmen verweisen auf die Untersuchung der Brücke. Im Nachhinein stellt sich heraus, ein Materialfehler war für den Einsturz verantwortlich.

Die Geschichte erregte die Aufmerksamkeit des US-amerikanischen Ufologen John A. Keel, der im Jahr 1975 ein Buch mit dem Namen „The Mothman Prophecies“ veröffentlichte. Nach Erscheinen des Buches soll es plötzlich überall in den USA Sichtungen der Kreatur gegeben haben.


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Der Fluch des Häuptling Cornstalk

Es gibt unterschiedliche Theorien für die Sichtungen der verängstigten Bewohner der Stadt. So gehen Skeptiker von einer großen Eule oder einem Kanadakranich aus. Eine andere Theorie besagt, es handelt sich um ein mutiertes Tier.

Aufgrund der Chemikalien in der TNT Area soll es zu unnatürlicher Größe gewachsen sein. Angeblich soll es in Tschernobyl und in China ebenfalls Sichtungen geben, die dem Mottenmann ähneln.

Die Theorie, der Mothman geht auf einen Fluch zurück, stammt aus der Geschichte des Örtchens Point Pleasant. In dessen Nähe hatte sich einst Fort Randolph befunden, wo im Jahr 1777 der indianische Häuptling Cornstalk umgebracht wurde. Wildere Spekulationen bringen sogar Aliens oder Dämonen ins Spiel.

Mothman in der modernen Popkultur

Mothman - In einer verwüsteten Stadt steht die Kreatur Mothman mit ausgebreteten Flügeln und schaut dich grimmig an.

Auch heute noch lebt die Legende um die mysteriöse Kreatur weiter. Point Pleasant konnte seinen Nutzen aus der Tragödie ziehen und veranstaltet jedes Jahr im September ein Mothman-Festival. Die Stadt spendierte dem Mottenmann sogar ein Museum und ein Denkmal. Menschen aus aller Welt kommen zu dem Festival und bescheren dem Örtchen so ein paar zusätzliche Einnahmen.

Auf der Grundlage des 1975 veröffentlichten Buchs erschien im Jahr 2002 die Verfilmung „Die Mothman Prophezeiungen“ mit Richard Gere in der Hauptrolle. Zudem taucht es in zahlreichen Videospielen auf. So etwa können Spieler eine unheimliche Begegnung mit dem Wesen in Fallout 76 haben.


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Fazit

Der Mottenmann erschien zwischen dem November 1966 bis Dezember 1967 in der US-amerikanischen Kleinstadt Point Pleasant, bis zum verhängnisvollen Tag, als eine Brücke einstürzte und 46 Menschen ertranken. Zum ersten Mal wurde es auf dem Gelände der ehemaligen Munitionsfabrik TNT Area gesichtet.

Erklärungen reichen von einem durch Giftmüll mutierten Tier bis hin zu einem alten Indianerfluch. Der Vorfall wurde später in einem Buch zusammengefasst, woraufhin es weitere Sichtungen in den USA gegeben haben soll. Die Kreatur zeichnet sich durch ihren großen Körper, die Flügelspannweite von mehr als drei Metern und die großen, leuchtenden Augen aus.

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Bilder: Vlad, Frameworld, Dave, thanawong / stock.adobe.com

Alexander Naumann
Alexander Naumann
Nach dem Studium von geisteswissenschaftlichen Exotenfächern machte sich Alexander Naumann als Texter und Autor selbstständig. So schreibt er für verschiedene Themen, wobei sein Hauptaugenmerk auf Kryptowährungen und Bitcoin liegt. Nebenbei versucht er sich als Schriftsteller von historischen und fantastischen Romanen und Kurzgeschichten. Er lebt in Halle (Saale).

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