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Networking: Wie man effektive berufliche Beziehungen aufbaut

Was Networking ist, ist schnell erklärt. Es geht beim Netzwerken um die Pflege beruflicher oder persönlicher Kontakte und Beziehungen. Die geknüpften Beziehungen sind so ausgelegt, dass sie sich gegenseitig bereichern und unterstützen.

Oftmals bilden gute Bekannte, Studienfreunde, ehemalige oder aktuelle Kollegen oder Geschäftspartner Business-Netzwerke. Man lernt sich an der Universität, in Unternehmen, auf Messen, bei Workshops oder durch businessorientierte Online-Foren kennen. Man entdeckt gemeinsame Interessen. Diese bleiben oft nicht nur geschäftsorientiert, sondern werden auch auf privaten Treffen gepflegt.

Man spielt beispielsweise gemeinsam Tennis oder Golf, während man an seiner Karriereplanung arbeitet. Man denkt gemeinsame Projekte an oder vereinbart Kooperationen. Networking-Partner tauschen sich regelmäßig über E-Mails, Telefonate, soziale Netzwerke oder bei gemeinsamen Treffen aus. Auch ein Stammtisch ähnlich interessierter Menschen kann dem Networking dienen.

Oftmals werden aus Netzwerkpartnern Freunde oder gute Bekannte. Sie bereichern mit ihrem Wissen, geben gute Tipps ab oder vermitteln nützliche Kontakte. Das berufliche Networking gilt als zielorientierte Kontaktpflege. Diese dient dem Finden von hilfreichen Gesprächspartnern, dem beruflichen Fortkommen oder der Suche nach einem neuen Job.

Tipps und Methoden zum Networking

Networking - Mann schaut unterwegs auf sein Smartphone und networked mit seinen Kollegen

Um erfolgreich zu netzwerken, ist eine Reihe von wichtigen Punkten zu beachten. Jedem von ihnen solltest du Aufmerksamkeit widmen. Manchen liegt das Networking von Natur aus im Blut. Andere müssen sich bemühen, eine kommunikative Networking-Strategie zu etablieren.

Punkt 1: Geben und Nehmen

Die wichtigste Grundregel beim Networking ist, dass du Netzwerkpartner nicht nur als Nützlinge in eigener Sache betrachtest. Vielmehr geht es um ein gegenseitiges Geben und Nehmen von Tipps, um einen Wissens-Austausch und die Weitergabe nützlicher Insider-Informationen, die nicht der Geheimhaltungspflicht unterliegen.

Wichtigster Punkt: Du solltest immer mehr geben als du nimmst. Beide Netzwerkpartner sollten von der Beziehung profitieren. Selbstverständlich dürfen keine Interna oder Firmengeheimnisse ausgeplaudert werden. Grundlage aller Netzwerk-Arbeit ist die Kontaktpflege, die dem gegenseitigen Austausch auf vertraulicher Basis dient.


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Punkt 2: Strategisches Vorgehen

Du solltest deine Netzwerkpartner ganz gezielt auswählen. Bei Business-Netzwerken zählt insbesondere die Frage, was du durch deine Netzwerkpartner erreichen möchtest und welche Personen dafür hilfreich wären.

Zunächst solltest du alle bereits vorhandenen Kontakte auf ihren Nutzen hin abtasten und diejenigen intensivieren, von denen du am meisten profitieren könntest. Allerdings solltest du zugleich überlegen, welchen Nutzen du im Gegenzug für dein Gegenüber haben könntest. Dann solltest du dir Strategien überlegen, durch die du den Kontakt intensivierst.

In zweiter Instanz kannst du nach Orten suchen, wo du ganz gezielt Kontakte knüpfen kannst. Die Grundlage des Beziehungsaufbaus ist im Austausch von Visitenkarten und Basis-Daten zu sehen. Dann erst beginnt die eigentliche Netzwerkarbeit. Sie macht aus einem oberflächlichen Kontakt mit ähnlichen Interessen eine Netzwerk-Beziehung. Diese kann rein geschäftlich bleiben oder auch private Züge annehmen.

Punkt 3: Networking benötigt einen passenden Anlass

Networking - Großes Networking Event auf einer Messe mit mehreren Dutzend Leuten.

Zu unterscheiden sind Networking-Beziehungen, die du per Internet, Businessforen wie XING, über Facebook oder LinkedIn sowie über E-Mail-Adressen pflegen kannst. Neben Online-Netzwerkaktivitäten sollten auch die Anlässe genutzt werden, die aktive Anwesenheit beinhalten – also offline stattfinden. Alleine auf Onlinekontakten basierende Beziehungen vertiefen sich meist nicht ausreichend.

Als Anlässe für die externe Netzwerk-Arbeit und ein persönliches Kennenlernen bieten sich geschäftliche Veranstaltungen, Seminare und Workshops, Weiterbildungen, Schulungen, Fachverbands-Tagungen, aber auch Messen, Branchenstammtische und selbst die Kantine des eigenen Unternehmens an. Damit wäre dann eine firmeninterne Netzwerk-Aktivität verbunden.

Eine innerbetriebliche Sportmannschaft oder Betriebssport sind ideale Anlässe, um Kollegen anderer Fachabteilungen näher kennenzulernen. Dort kann man sich auf ein Mittagessen in der Kantine verabreden. Irgendwann kannst du den bereits gefestigten Kontakt beim gemeinsamen Joggen oder Segeln intensivieren.


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Punkt 4: Die eigenen Soft Skills einsetzen

Die meisten Neulinge, die mit dem Networking beginnen, finden es anfangs schwer, sich zu verkaufen. Sie wissen nicht, wie sie sich interessant präsentieren und ihrem Gegenüber als sympathischer und nützlicher Kontakt erscheinen könnten. Der wichtigste Punkt ist, zunächst ein Gespräch zu beginnen und als Mensch aufzutreten, dem man vertrauen kann.

Jemand, der sich breitbeinig und in angeberischer Sprechweise als Business-Überflieger positioniert, ist in der Regel nicht als Netzwerkpartner von Interesse. Dein Gesprächspartner sollte sich wahrgenommen fühlen und echtes Interesse spüren. Wer freimütig einen nützlichen Tipp weitergibt, ohne Gegenleistungen zu erwarten, ist ein guter Gesprächspartner.

Mit dem Einsatz von Soft Skills wie respektvollem Umgang, spürbarem Interesse am anderen, guten Umgangsformen, einem diplomatisches Vorgehen und der Fähigkeit, zuhören zu können, kannst du beim Gegenüber Punkte machen. Der Austausch der Visitenkarten bietet dann den Anlass, das interessante Gespräch bei der nächsten Kontaktaufnahme fortzusetzen. Beim Anruf oder der E-Mail sollte der Bezug zur vergangenen Begegnung hergestellt werden.

Falls der Gesprächspartner ähnliche Hobbys pflegt oder gerne an einem Businessstammtisch teilnehmen würde, ist ein weiterer Anknüpfungspunkt gegeben. Die Frequenz der Kontaktaufnahme sollte regelmäßig, aber nicht übertrieben hoch sein.

Punkt 5: Qualität vor Quantität

Networking - Mann unterhält sich gezielt mit einem Kontakt und knüpft so eine neue Geschäftsbeziehung.

Beim Netzwerken zählt nicht die Zahl an Beziehungen, sondern deren Qualität und Nützlichkeit. Manche Netzwerker schaffen es, viele Kontakte gleichzeitig zu pflegen, weil sie eine magnetische Anziehungskraft haben. Sie sind geborene Netzwerker. Viele erweisen sich als gute Multiplikatoren.

Netzwerkpartner, die als Multiplikator eine herausragende Stellung einnehmen, klingen oft besonders interessant. Sie vergrößern das eigene Netzwerk automatisch. In der Regel bleiben die meisten Business-Kontakte solcher Menschen aber qualitativ oberflächlich. Hochwertige Business-Kontakte bedingen eine intensive Beziehungspflege.

Grundsätzlich ist es klug, auf wenige, aber gute Kontakte zu setzen, die wirklich zu einem passen. Das Netzwerken ist eine Angelegenheit, die auf lange Sicht ausgelegt ist. Das verlangt entsprechendes Engagement. Der gegenseitige Austausch sollte beide Netzwerkparther bereichern und interessante Aspekte bieten, die beide im Beruf weiterbringen.

Fakt ist: Etwa 40 Prozent aller besetzten Stellen werden durch Empfehlung anderer oder deren Informationen an einen Netzwerkpartner vergeben. Vitamin B(eziehung) ist also im Berufsleben enorm wichtig. Dabei kommt Mentoren, die bereits den von dir angestrebten Karriereweg erfolgreich beschritten haben, eine wichtige Rolle zu. Nützliche Beziehungen sind aber auch Kontakte zu Menschen, die einen ähnlichen Karriereweg verfolgen.


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Punkt 6: Gezielte Vorbereitung auf Treffen ist sinnvoll

Vor allem für einen Netzwerk-Anfänger gilt: Ein Networking-Event sollte gut vorbereitet besucht werden. Als Minimum solltest du dir überlegen, wie du dich mit wenigen Worten vorstellen kannst.

Der Besitz einer aussagefähigen und gut aufgemachten Visitenkarte ist das A und O der Netzwerk-Arbeit. Je besser du dich in aller Kürze präsentieren kannst, desto eher kommst du in ein Gespräch. Deine Selbstvermarktungs-Tools müssen so gestaltet werden, dass sie ankommen.

Das gilt für deinen Besuch einer Karrieremesse ebenso wie für deine Webseite, deinen Xing-, LinkedIn-, Twitter- oder Facebook-Account oder einen Flyer, den du irgendwo verteilst. Eine professionelle Aufmachung überzeugt immer.

Punkt 7: Die 70-20-10-Regel des Netzwerkens

Networking - Mann sitzt zuhause am Laptop und vernetzt sich mit neuen Leuten und Geschäftskontakten über Social Media.

Die oben genannte Regel stammt vom Social-Media-Berater Mike Sansone. Seinem Rat zufolge sollten Netzwerker sich bemühen,

  • 70 Prozent ihrer Zeit zu nutzen, um anderen zu dienen und nützlich zu sein
  • 20 Prozent ihrer Zeit der optimalen Selbstpräsentation zu widmen
  • und nur 10 Prozent ihrer Zeit dafür zu verwenden, andere um Hilfe und Unterstützung zu bitten.

Das klingt so, als sei beim Netzwerken das Geben wichtiger als der eigene Nutzen. Das, was man anderen gibt, ist die eigene Investition in zukünftiges Vertrauen und zukünftige Unterstützungsleistungen. Netzwerkarbeit erfordert viel Zeit. Aber sie lohnt sich, wenn man die Kontakte klug ausgewählt hat.


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Punkt 8: Intensive Kontaktpflege auf hohem Niveau

Die regelmäßige Pflege der geknüpften Beziehungen ist essenziell. Netzwerke wachsen langsam, aber stetig, wenn man sie pflegt. Ein zu lang unterbrochener oder brachliegender Kontakt nützt dir nichts mehr. Vor allem aber hast du keinen Nutzen für dein Gegenüber.

Teile interessante Veranstaltungshinweise, nützliche Lektüre oder gratuliere zum Start-up deines Netzwerkpartners. Das schafft Verbindungen ohne Penetranz-Faktor. Dafür ist aber der Faktor des echten Interesses für dein Gegenüber erkennbar.

Fazit

Networking - Eine Gruppe junger Männer steht auf einem Networking Event und unterhält sich.

Zielgerichtetes, anlassbezogenes, respektvolles und verlässliches Handeln zum Nutzen deines Gesprächspartners zeichnet wertvolle Netzwerkarbeit aus. Qualität geht beim Netzwerken immer vor Quantität. Relevante Kontakte baust du unter Einsatz deiner Soft Skills zu engeren Beziehungen aus. Diese werden auf lange Sicht angelegt. Irgendwann zahlt sich stetige und gute Beziehungspflege aus.

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Ajouré MEN Redaktion
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