Bierpong

Bierpong, im Englischen fast wortgleich Beer Pong, ist eine Mischung aus Geschicklichkeits- und Trinkspiel. Wie der zweite Teil des Namens vermuten lässt, stand bei der Idee für dieses Spiel das Pingpong Pate. Und betrachtet man sich die heute im Handel erhältlichen Spieltische für das beliebte Partyspiel, wird leicht erkennbar, dass hier eine Tischtennis-Platte abgewandelt wurde. Letzter Beweis: Für das Spiel werden in der Regel Tischtennisbälle verwendet. Mag sein, dass der kultivierte Bier-Connaisseur sich gesittet in eine Kneipe setzt, dort ein oder zwei gepflegte Bierchen trinkt und über Beer Pong im speziellen und Trinkspiele im Allgemeinen die Nase rümpft. Aber in geselligen Runden beispielsweise bei einer Party ist das Spiel vor allem eines: ein Riesenspaß.

Wie funktioniert Bierpong?

Beim Pingpong ist es die Aufgabe eines Spielers, den Ball mit Hilfe eines Schlägers so über den Tischtennis-Tisch zu spielen, dass der Gegner ihr nicht mehr zurückspielen kann. Dabei muss der Ball – abgesehen vom Aufschlag, wo er erst auf der eigenen und dann auf der gegnerischen Spielflächenhälfte aufsetzen muss – so über das Netz geschlagen werden, dass er einmal auf der gegnerischen Seite aufsetzt.

Beim Bierpong wird der Ball nicht mit einem Schläger gespielt, sondern einfach mit der Hand geworfen. Aufgabe des Spielers ist es, seinen Tischtennisball in einen der mit Bier gefüllten Becher des Gegners hinein zu werfen. Gelingt das, muss der Gegner diesen Becher vom Spielfeld nehmen und austrinken. Gelingt das nicht, wechselt das Wurfrecht und der Gegner darf werfen. Es gewinnt, wer als Erstes alle Becher des Gegners abgeräumt hat. Das also ist das Grundprinzip von Bierpong.



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Aufstellung der Becher

Bei der Aufstellung der Becher war das Bowling-Spiel Vorbild. Die zehn Becher eines Spielers oder Teams, die zu einem Viertel oder maximal bis zur Hälfte mit Bier gefüllt werden, werden genauso wie Bowling Pins aufgestellt: Als Dreieck oder besser als Pyramide, deren Spitze zum Gegner hinzeigt. Man könnte die Becher randvoll füllen, aber das hätte zwei Nachteile. Es gäbe schnell eine Sauerei auf dem Tisch, weil bei jedem Treffer Bier überschwappt und den Bierpong Tisch einnässen würde. Deshalb steht ein separater mit Wasser gefüllter Becher am Spielfeldrand, damit man den Ball reinigen kann, sollte der einmal auf den Boden fliegen. Man will ja bei einem Treffer das Bier nicht verunreinigen. Außerdem wäre das Spiel bei vollen Bechern schneller vorbei, weil es wohl über weniger Runden gehen würde.

Das Schöne und Witzige dabei ist, dass der Schwierigkeitsgrad quasi automatisch über die Dauer des Spiels oder die Zahl der Durchgänge steigt. Du könntest den Schwierigkeitsgrad aber künstlich verschärfen, indem du kleinere Becher statt normaler Bierbecher nimmst. Aber bald überwiegt dann die Schwierigkeit den Spaß.

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Das Spielfeld beim Bierpong

Bierpong

Mag sein, dass bei der Erfindung des Spieles zunächst auf Tischtennis-Tische zurückgegriffen wurde. Mittlerweile aber hat sich eine Tischgröße etabliert, die an die Form eines Tapeziertisches erinnert, zumal die Tische fast genauso auf- und wieder zusammengeklappt werden können. Die Ausmaße eines Bierpong Tisches sind heute nicht nur weitgehend, sondern sogar höchstoffiziell standardisiert. Der Tisch ist üblicherweise 240 Zentimeter lang, 60 Zentimeter breit und 70 Zentimeter hoch. Es gibt leichte Abweichungen, denn das offizielle Turniermaß des Tisches ist 244 mal 61 mal 76 Zentimeter.

Die Tische haben stabile Tischbeine, meist einen Rahmen aus Metall oder Aluminium und eine robuste, kratzfeste und recht „Bier-resistente“ und pflegeleichte Oberfläche beispielsweise aus Melamin, denn sie werden entsprechend oft nass. Auf der Tischplatte ist das Spielfeld eingezeichnet, vor allem die Stellfläche der Becher und in der Regel eine Mittellinie. Es gibt auch Tische, bei denen die Stellflächen für die Becher nicht nur eingezeichnet sind, sondern runde Vertiefungen oder passende Löcher eingelassen sind, in die du die Becher stellen kannst. Damit stehen die dann stabiler.

Von schlicht über bunt bis leuchtend

Natürlich gibt es den Bierpong Tisch in allerlei bunten Designs und Farben, die mit einer Folierung oder im Siebdruck aufgebracht werden. Wenn du mehr Geld ausgeben willst, bekommst du sogar Tische, auf denen die Spielfeldlinien nicht aufgedruckt oder geklebt, sondern als leuchtende LED-Streifen eingearbeitet sind. Damit kann man das Spiel dann in einem ansonsten dunklen Raum spielen, was es noch spannender machen kann.

Die Tische sind oft mit nützlichem Zubehör wie Ballhaltern und Becherhaltern ausgestattet. Und weil sie sich, wie ein schon erwähnter Tapeziertisch zusammenfalten lassen, sind sie schnell verstaut und passen problemlos in einen normalen Autokofferraum.

Ein guter Bierpong Tisch ist im Handel ab etwa 80 Euro zu haben. Du kannst mehr ausgeben, wenn es um ein bestimmtes Design oder spezielle Funktionen geht. Wer beispielsweise Bierpong in einem Swimmingpool spielen will, findet sogar aufblasbare, Luftmatratzen-artige Spieltische, die eben schwimmen. Ob Bier im Poolwasser eine gute Idee ist, wollen wir hier lieber nicht bewerten.

TIPP: Wenn du keinen Bierpong Tisch kaufen willst, dann findest du im Handel „Racks“. Das sind dreieckige Aufstellschablonen, die du auf einen normalen Tisch oder den Tisch einer Festzeltgarnitur stellen kannst. In die Mulden kommen die Becher. Oft bekommst du diese Racks sogar mit einem eingebauten Kühlakku, damit das Bier in den Bechern kühl und frisch bleibt, sollte eine Partie doch einmal länger dauern. Und selbstredend kannst du die Racks mit Kühlung auch auf einem Bierpong Tisch benutzen.



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Das Sportgerät und Zubehör

Offizielles Bierpong Tisch-Set
Dieses offizielle Beer-Pong-Paket enthält: 1 Beer Pong Tisch + 2 Beer Pong Racks + 22 Rot Becher 53cl + 4 Ping-Pong-Bälle.

Der Handel hält neben den Tischen auch das eigentliche Sportgerät – die Bälle – und Zubehör wir farbige Becher bereit. Die Becher gibt es in Rot und Blau, eben eine Farbe pro Team. In so einem Set sind dann beispielsweise sechs Bälle und 80 Becher enthalten. Aber sind wir mal ehrlich. Die Bälle sind nichts anderes als Tischtennisbälle und Plastikbecher mit 0,3 bis 0,4 Litern Inhalt gibt es im Supermarkt günstiger. Da müsste man nicht den Aufpreis für ein spezielles Bierpong Set bezahlen. Für den Partyspaß taugen auch gewöhnliche Becher und billige Tischtennisbälle.

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Anderes Zubehör ist da interessanter. So gibt es beispielsweise „Dare Pong“ ein Wahrheit- oder Pflicht-Kartenspiel mit den Kategorien Flirtmaster, Sportskanone, Schnapsnase, Klassenclown und Wahrsager. Die 120 Fragen sind auf wasser- und bierfeste Spielkarten gedruckt.

Die offiziellen Spielregeln für Bierpong

Das war klar, dass sich so ein Party-Spiel früher oder später in einen richtigen Sport verwandelt. Es gibt sogar richtige Bierpong-Ligen, Mannschaften, ganze Vereinen und internationale Turniere. Da wäre die Beerpong-Bundesliga (BPL – https://bpbl.de), bundesweite Turnierserien wie die German Series of Beer Pong (https://www.gsobp.de) und europaweite Meisterschaften der European Series of Beer Pong (https://www.esobp.com/de/).

So braucht es für Bierpong als Wettkampfsport dann natürlich auch offizielle Regeln. Diese normieren sogar die Ausstattung. Der Tisch muss die Maße von 244 Zentimetern in der Länge, 61 Zentimetern in der Breite und 73 Zentimetern in der Höhe haben. Der Ball hat einen Durchmesser von 40 Millimetern. Sogar die „Turnier-Becher“ sind genormt und 12 Zentimeter hoch mit einem Durchmesser von 953 Millimetern oben und 635 Millimetern unten.

Das Regelwerk ist dermaßen komplex, dass wir uns hier auf die wesentlichen Regeln und Bestimmungen beschränken und nicht jede Unter-, Sonder- und Spezialregel ausführen wollen.

Der Ellenbogen

Nach den Bestimmungen für „Spielfeld und Sportgerät“ folgen die eigentlichen Spielregeln. Die wichtigste Grundregel ist, dass der Ellenbogen beim Wurf nicht über die Tischkante ragen darf. Der Spieler soll den Ball in einen Becher des gegnerischen Teams werfen und nicht „am langen Arm“ hineinlegen oder fallen lassen.

Die Teams

Bierpong

Es spielen zwei Teams mit zwei Spielern. Es sind zwei Bälle im Spiel und pro Runde darf jedes Team zweimal werfen. Welches Team startet, wird entweder ausgeknobelt oder per „Augenduell“ entschieden. Dabei schauen sich die Spieler gegenseitig fest in die Augen, nicht auf die Becher und werfen. Der Spieler, der zuerst trifft, dessen Team hat die ersten beiden Würfe.

Die Spieler eines Teams werfen nacheinander. Wenn beide Spieler jeweils den gleichen Becher treffen, ist das ein „Bring Back“ oder „Balls Back“. Sie bekommen die Bälle zurück und dürfen abermals werfen. Treffen sie zwei verschiedene Becher, trifft nur einer oder keiner, gehen die Bälle nach den beiden Würfen an die gegnerische Mannschaft, die dann ihre zwei Würfe hat.

Treffer und deren Wertung

Trifft ein Ball in einen Becher der gegnerischen Mannschaft, so muss der Becher ausgetrunken und vom Spielfeld genommen werden. Springt der Ball vor dem Treffer in den Becher einmal auf der Tischplatte auf und dann in den Becher, zählt das als „Bounce“ oder „Bounce-Shot“. Die gegnerische Mannschaft muss dann zwei Becher trinken und vom Tisch nehmen. Den, in dem der Ball gelandet ist und einen weiteren Becher nach Wahl der werfenden Mannschaft.

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Wird ein getroffener Becher nicht getrunken und vom Tisch genommen, wird er dadurch zum „Dead Cup“. Trifft die gegnerische Mannschaft diesen dann erneut, hat sie augenblicklich gewonnen. Fällt ein Becher durch einen auftreffenden Ball, der nicht im Becher landet, um, dann zählt das nicht als Treffer. Der Becher wird neu gefüllt und wieder an seinen Platz gestellt. Landet der Ball aber im Becher und fällt dieser dann um, zählt der Treffer.

Die getroffenen Becher werden nach den beiden Würfen der werfenden Teams ausgetrunken und entfernt. Wird das vergessen… siehe „Dead Cup“.



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Abwehr beim Bierpong

Es sind mehrere Abwehrmaßnahmen zulässig. So dürfen die Spieler der werfenden Mannschaft mit Mimik und Bewegungen abgelenkt werden. Dabei dürfen aber weder die Becher dauerhaft abgedeckt noch die Becher, der Tisch oder der werfende Spieler der gegnerischen Mannschaft berührt werden. Auch der Ball darf nicht berührt und im Flug beispielsweise durch Anpusten abgelenkt werden. Wird der Ball durch die Abwehrmaßnahmen versehentlich in einen Becher befördert, zählt das als Treffer.

Sobald der Ball aber einmal auf dem Tisch aufgeschlagen oder besser abgeprallt ist, darf er gefangen oder weggeschlagen werden. Ein „Bounce-Shot“ darf auf diese Weise verhindert werden. Sollte der Ball im Becher rotieren, bevor er darin zum Stillstand kommt, darf er weggeschnippt oder weggepustet werden. Allerdings darf der Becher dabei nicht umfallen. Passiert das, wird er wieder befüllt und aufgestellt.

Becher neu anordnen

Im Laufe des Spiels darf jedes Team zwei Mal einen „Re Rack“ nutzen und die übrig gebliebenen Becher neu anordnen, um den Gegner das Treffen zu erschweren. Ein „Re Rack“ ist aber nur erlaubt, wenn noch 6, 4 oder 3 Becher übrig sind.

Letzte Chance durch Rebuttal

Das Spiel ist zunächst einmal beendet, wenn alle Becher eines Teams abgeräumt sind. Das Verlierer-Team hat aber die Chance auf ein „Rebuttal“, auch „Redemption“ genannt. Das funktioniert so, dass das unterlegene Team in einem Gegenzug auf die Becher der Sieger werfen darf. Das aber nur so lange, wie getroffen wird. Geht der erste Wurf daneben, ist das Spiel vorbei, das Ergebnis hat Bestand. Schafft es das unterlegene Team aber, durch kontinuierliche Treffer alle Becher der Sieger-Teams abzuräumen, dann geht das Spiel mit drei Bechern auf jeder Seite in eine „Overtime“, sprich in Verlängerung. Na dann Prost und viel Spaß beim Spielen!

 

Bilder: Africa Studio, Pixel-Shot, DisobeyArt / stock.adobe.com

Letzte Aktualisierung am 18.10.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API