Hausbar im Heimkino

Der Beamer spielt alle Filme, die Leinwand hat Kinodimensionen und das Soundsystem bläst kraftvolle Bässe in den Raum. Alles perfekt für ein richtig gutes Filmerlebnis. Doch du hast das Gefühl, etwas fehlt noch in deinem neu eingerichteten Heimkino. Aber was? Eine Hausbar im Heimkino natürlich!

Richtig, eine Bar natürlich. Was ist der Fußballabend mit Freunden vor dem Bildschirm ohne frisch gezapftem Bier? Wie romantisch und kuschlig wird erst der Filmabend mit deiner Liebsten, wenn dazu ein frischer Sommercocktail serviert wird? Kino und Hausbar in den eigenen vier Wänden, das ist Wohnqualität vom Feinsten.

Hausbar ist jedoch ein weiter Begriff. Dem einen genügen dafür ein paar Flaschen, angerichtet auf einem Tablett und weggeräumt in einem Schrank. Der andere denkt hingegen an Theke, Hocker, Gläserregal, Zapfhahn, Kühlschrank und ausreichend Platz zur Zubereitung der Cocktails.

Das eine lässt sich rasch und einfach organisieren, das andere erfordert etwas Aufwand und Geld. Letzterem wollen wir uns hier widmen, damit die besten Filme aller Zeiten mit dem passenden Getränk genossen werden können.

Hausbar im Heimkino selber bauen?

Selber bauen oder lieber gleich den Profi holen? Eine Entscheidung, die zu Beginn aller Überlegungen und Planspiele für eine Hausbar jeder für sich selbst klären muss. Sie hängt nicht nur vom eigenen handwerklichen Geschick, sondern natürlich vor allem von der Größe der eigenen Geldbörse ab.

Die auf die Einrichtung von Bars spezialisierte Firma oder der Tischlermeister deines Vertrauens in der näheren Umgebung weiß, was zu tun ist. Er hat gewöhnlich weitere mitunter notwendige Helfer wie Maurer und Elektriker an der Hand.

Doch das kostet, je nach Ausführungswünschen. Bei der Kategorie Heimkino bis 1500€ wird vermutlich die vom Profi geplante und errichtete Bar den veranschlagten Kostenrahmen bei weitem sprengen.

Sofern man also nicht gerade zum Lotto-Millionär geworden ist, heißt es zumindest teilweise selbst Hand anlegen. Wir geben dazu einige Hinweise und Tipps.

Das Design

Schweres Eichenholz und holzvertäfelte Wände. So präsentierten sich in den 1970er Jahren viele der damals schwer in Mode gekommenen Hausbars. Vorzugsweise eingerichtet im Keller des Eigenheimes, gleich neben der Sauna. Die Geschmäcker in puncto Design haben sich heute zu eher „leicht und luftig“ verändert.

Die funktionellen Ansprüche an eine Hausbar sind wohl weiter dieselben. Dazu gehört ein ordentlicher Tresen mit ausreichend Platz, gemütliche Barhocker, eine Fußablage sowie genügend Regale für das gesamte Bar-Equipment.

Optik und Umfang hängen natürlich vom zur Verfügung stehenden Raum ab. Optimal, wenn dies schon bei der Einrichtung des Heimkinos mit berücksichtigt werden kann. Aber selbst wenn die Idee für eine Hausbar erst nach der Installation aller Technik-Elemente wie Subwoofer & Co geboren wird, lässt sich da einiges machen.

Klar, ein eigener Heimkino-Raum bietet mehr Möglichkeiten als alles zusammen eingerichtet im kleinen Wohnzimmer. Es muss ja auch keine Bar im Westernstil inklusive Schwingtüren sein. „Less“ ist manchmal wesentlich „more“.

Die Planung

Ohne Plan funktioniert kein Bauprojekt. Dafür muss man keinen Planzeichner-Kurs besuchen und mit einem weißen Blatt Papier beginnen. Eine kurze Recherche im Internet liefert eine Menge an Plänen und Anleitungen diverser Baumärkte und sonstiger Experten zum Bau einer Theke. Videos inklusive.

Am besten ist es, daraus einen Plan zu wählen und diesen dann an die eigenen Wünsche und Gegebenheiten (Maße!) anzupassen. In vielen Fällen bieten die Anleitungen auch eine genaue Auflistung aller notwendigen und zu besorgenden Einzelteile. Das erleichtert die Planung bereits ungemein.

Das Material

Hausbar im Heimkino

Zu den bevorzugt verwendeten Materialien im Thekenbau zählt Holz. Massiver und noch stabiler ist eine gemauerte Variante oder eine Kombination aus beidem.

Achtung: Werden Ziegelstein und Mörtel oder etwa gar Gipskartonplatten eingesetzt, dann muss der Bauplan schon sehr exakt sein. Denn Fehler lassen sich da nur schwer korrigieren.

Ein wichtiger Punkt ist die Höhe des Tresens. Faustregel: Mindestens bis zur Höhe des eigenen Bauchnabels. Oben auf gehört eine richtige Platte aus Vollholz. Eine preiswerte und flexible Möglichkeit zum Thekenbau ist die Verwendung von Europaletten (Standardmaß 120x80x14 cm).

Die können neuwertig gekauft werden. Uriger sind bereits gebrauchte Paletten, diese müssen jedoch wahrscheinlich gereinigt und behandelt werden.

Die weiteren Bestandteile

Das richtige Licht spielt wie überall eine große Rolle. Aufwendiger, dafür aber variantenreich für ein gutes Lichtdesign, ist ein Oberbau über der Theke. Hier lassen sich frei hängende Lampen oder zum Beispiel Einbauleuchten mit Dimmfunktion sowie LED-Spots gut anbringen. Für die richtige Elektroinstallation solltest du eventuell einen Fachmann holen.

Was ist eine Bar ohne bequeme Hocker? Genau, die halbe Miete. Barhocker, versehen eventuell mit einer kleinen Rückenlehne, lassen sich fix und fertig kaufen. Das Angebot im einschlägigen Möbelhandel ist groß. Ein Hocker lässt sich aber auch selber bauen.

Anleitungen dazu finden sich rasch im www. Unbedingt darauf achten solltest du, dass die Hocker eine gut mit den Füßen zu erreichende Ablageleiste haben. Noch besser zum bequemen Sitzen ist eine solche Fußleiste, die direkt an der Theke montiert ist.

Übrigens: Einzelne Bartische, ganze fertige Barschränke in unterschiedlichen Variationen gibt’s ebenfalls im Handel zu kaufen. Neben dem Preis bleibt hier jedoch die Frage, ob sich von Größe und Aussehen her die zur Gestaltung des Heimkinos passenden Teile finden lassen.

Die technische Ausstattung der Hausbar im Heimkino

Shaker, Mixer, Schneidebrett, Löffel und noch einiges mehr. Neben Gläsern und Flaschen gehören diese Gegenstände wohl zu einer „richtigen“ Bar. Alles Werkzeug und Geschirr will aber auch ordentlich verstaut sein. Dafür braucht es entsprechend Regale, kleine Schränke, Schubladen und Halterungen.

Ob das alles unter der Theke Platz findet oder ob es dafür im Hintergrund einen eigenen Aufbau braucht, hängt wieder vom vorhandenen Raumangebot ab. Das solltest du schon bei der Planerstellung berücksichtigen.

Zapfhähne, eine richtige Schankanlage also, ist für manchen wohl die Krönung seiner Hausbar. Keine Angst, auch das lässt sich selbst zusammenbauen. Zapfhähne, Schläuche, CO2-Flaschen und sonstiges Zubehör gibt es im Fachhandel, mitunter zum günstigen Set-Preis. Die (Bier-)Kühlung ist ebenfalls ein Thema. Ein Kühlaggregat wie im Wirtshaus scheint wohl etwas übertrieben (und sehr teuer).

Ein (alter) Kühlschrank, in dem kleine Bierfässer vorgekühlt und dann bei Bedarf angehängt werden, reicht ja meistens. Platz für Kühlung und Fass unter der Thekenplatte sollte jedoch vorhanden sein, damit es ordentlich aussieht.

Der Einkauf und das Werkzeug

Alle oben erwähnten Materialien lassen sich in der Regel im nächstgelegenen Baumarkt ordern. Dort lässt sich zudem meistens allenfalls benötigtes (Spezial-)Werkzeug ausleihen. Über die Onlineseiten der Märkte kannst du dir schon bei der Planung rasch und einfach einen Überblick über das erforderliche Budget verschaffen.

Mit einem niedrigen vierstelligen Eurobetrag kann da schon einiges verwirklicht werden. Und den Grundbestand an flüssigen Inhalten für die Hausbar bringen hoffentlich die Besucher zum Einweihungsfest mit.

Alternativen

Eine Bar muss nicht unbedingt mit dem Heimkino-Setup kombiniert werden. Genauso gut passt sie in den Partykeller oder in das für den Pokerabend mit Freunden reservierte „Herrenzimmer“. Wer eine Terrasse oder gar einen Garten sein Eigen nennt, der kann sich dort seine wetterfeste Bar bauen. Ganz Schlaue investieren in eine „Bar auf Rädern“ – eine mobile Theke, die ganz nach Bedarf an jeden Ort verschoben werden kann.

Fazit

Hausbar im Heimkino

Aussehen und Kosten für eine Hausbar hängen sehr stark vom vorhandenen Platz und den jeweiligen Ausstattungswünschen ab. Was in ähnlicher Weise ja schon für die Einrichtung des Heimkinos gilt. Selbst handwerklich tätig zu werden ist gewöhnlich günstiger als alles einem Profi zu übergeben.

Der Einsatz einfacher und preiswerter Materialien wie etwa Holzpaletten macht sich ebenso bezahlt. Wer den (zeitlichen) Aufwand scheut, dem ist sicherlich mit vorgefertigten Bartheken aus dem Möbelhaus ebenso gut gedient.

 

Bilder: JustLife, alhim, Parilov / stock.adobe.com