Smartphone reparieren oder neu kaufen – ab wann lohnt es sich?

Das Smartphone rutscht auf den Boden und schon ist das gesamte Display zersplittert. Ein kaputtes Smartphone – das ist schnell passiert. Doch was ist nun zu tun? Lohnt sich eine teure Reparatur noch oder soll es lieber gleich ein ganz neues Handy sein?

Handypreis vs. Reparaturpreis

Die erste Überlegung, die bei einem kaputten Smartphone ansteht, ist natürlich die Frage des Preises. Wäre die Reparatur teurer als die Neuanschaffung des Smartphones? Wenn die Antwort darauf Ja lautet, dann ist es schnell entschieden. Wenn beispielsweise beim Xiaomi Poco X3 das Display kaputtgeht, dann ist eine Neuanschaffung wohl sinnvoller, da das Gerät gerade einmal um die 200 Euro kostet. Ist es im Vergleich dazu ein iPhone 12, dann gehen die Neupreise erst bei etwa 700 Euro los.

Doch was ist, wenn der Preisunterschied größer ausfällt? Ab wann ist es lohnenswert und wann wäre der Neukauf dann doch sinnvoller? Hier spielt natürlich der persönliche Geschmack sowie auch die eigene finanzielle Situation eine Rolle.

Wer sich beispielsweise sowieso in zwei Monaten ein neues Smartphone zulegen wollte, der dürfte ebenfalls schnell eine Entscheidung treffen können. Wer allerdings sein Smartphone erst kürzlich angeschafft hat, neigt auch bei höheren Kosten viel eher sofort zur Reparatur.

Haftpflichtversicherung bei Schäden durch Dritte

Wenn nicht der Besitzer des Smartphones für den Schaden verantwortlich ist, sondern eine dritte Person, kann auch die Haftpflichtversicherung dieser Person einspringen. Dabei spielt der Preis der Reparatur demnach keine Rolle und Besitzer des kaputten Gerätes sollten unbedingt diese Variante wählen.

So teuer sind einzelne Schäden am Smartphone

Wie bei einer Auto-Reparatur, so kann man auch bei einem Smartphone natürlich nicht pauschal sagen, wie teuer eine konkrete Reparatur ausfallen würde. Das jeweilige Gerät entscheidet über den finalen Preis, da die Komponenten bei unterschiedlichen Smartphones auch entsprechend unterschiedlich teuer sind.

Dennoch kann man eine gewisse Richtlinie geben, welche Komponenten – unabhängig des genauen Preises – teurer zu reparieren sind als andere Komponenten.

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Leichter Austausch der Komponenten möglich:

  • Akku
  • USB-Anschluss
  • Klinken-Anschluss
  • Home-Taste
  • Lauter/Leiser-Taste
  • Display
  • Rahmen
  • SIM-Slot
  • SD-Slot
  • Kamera-Schutzglas

Ist das Smartphone allerdings nicht nur an einer einzelnen kleinen Stelle beschädigt, sondern gleicht einem Totalschaden, dann ist eine Reparatur selten sinnvoll. Selbst brandneue Smartphones hätten oftmals Reparatur-Kosten jenseits von Gut und Böse. Aus diesem Grund schmeißen Anwender vollkommen zerstörte Smartphones oft sogar dann weg, wenn sie gerade einmal ein paar Tage alt sind – kaputt ist kaputt.

Die häufigsten Schäden am Smartphone: Besonders oft bricht beim Smartphone das Display. Das ist auch schnell passiert, wenn das Handy mal eben aus der Hand gleitet und unglücklich auf dem Boden landet. In der Regel muss das Display komplett getauscht werden.

Kann ich das Smartphone auch einfach selbst reparieren?

Diese Frage stellt sich schnell, wenn der Kostenvoranschlag für die Reparatur Unsummen enthält. Der Gedanke liegt nahe. Einfach das nötige Ersatzteil kaufen und schon geht es mit der Reparatur los. Kann ja nicht schwer sein.

Fakt ist aber, dass zu einer korrekten Reparatur weitaus mehr gehört. Anwender müssen sehr geschickt sein und genau darüber Bescheid wissen, wo die kaputte Komponente liegt. Das passende Werkzeug muss vorhanden sein und dazu benötigst du auch noch eine staubfreie Umgebung.

Wer selbst repariert, muss sich zudem die Frage beantworten können, ob man ganz sicher nicht mehr beschädigt als man repariert. Auch das ist für Laien schnell geschehen, wenn sie zum ersten Mal selbst ihr Handy reparieren wollen.

Wichtig ist außerdem, ob durch die eigene Handhabe am Smartphone möglicherweise ein Garantie- oder Gewährleistungsverlust besteht. Hersteller von Smartphones haben strikte Regeln, ob ein Smartphone selbst repariert werden darf und ab wann.

Ab in die Werkstatt – so läuft die Reparatur ab

Stiftung Warentest hat in der Vergangenheit bereits Reparatur-Dienste für Smartphones unter die Lupe genommen und beurteilt, inwiefern eine Reparatur der Geräte sinnvoll ist. Dabei kam heraus, dass selbst die Reparatur nicht immer der richtige Schritt ist, obwohl es finanziell gesehen Sinn ergeben könnte.

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Das Test-Unternehmen fand heraus, dass bei einigen der getesteten Diensten sogar beschädigte Geräte zurück an den Kunden gingen. Teilweise mussten Kunden zudem Wochen auf ihr repariertes Smartphone warten. Auch das solltest du also bei der Frage nach einer Reparatur oder einem Neukauf beachten.

Reparatur für die Umwelt

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, in der viele Menschen gar nicht darüber nachdenken, ob eine Reparatur vielleicht tatsächlich sinnvoller als die Neuanschaffung wäre. Gleiches gilt auch für den Gebrauchtkauf. All das würde die Umwelt schonen. Zur Veranschaulichung: In Deutschland fallen in jedem einzelnen Jahr zwei Millionen Tonnen Elektroschrott an – das sind im Vergleich 20 Flugzeugträger.

Dieser Aspekt ist auch bei einem beschädigten Smartphone relevant. Wenn es finanziell betrachtet möglich wäre, sich einfach ein neues Smartphone zuzulegen, kann es der Umwelt zuliebe trotzdem sinnvoller sein, darauf zu verzichten.

Auch hierzu hat sich Stiftung Warentest geäußert. Das eigene Smartphone belastet die Natur und die Umwelt im täglichen Gebrauch sehr wenig. Bei der Herstellung und bei der Entsorgung der Geräte wird die Umwelt dagegen enorm belastet.

Wenn alle Bürger in Europa ihr Smartphone ein Jahr länger als aktuell verwenden würden, dann könne man bis 2030 so viel Kohlenstoffdioxid einsparen, als hätte man eine Million Autos von der Straße geholt. Diese Berechnung wurde vom Europäischen Umweltbüro durchgeführt.

Smartphone-Schaden verhindern

Damit das eigene Smartphone gar nicht erst kaputt geht, kannst du es von Anfang an schützen. Natürlich ist es dennoch möglich, dass ein Schaden auftritt, aber gewisse „Unfälle“ sind damit weniger wahrscheinlich.

  • Smartphone-Hülle: Um das Gehäuse und die innenliegenden Teile eines Smartphones zu schützen, ist eine Schutzhülle für viele Besitzer des Gerätes unverzichtbar. Es gibt sie in allen erdenklichen Varianten und vor allem Designs. Wer dennoch auf die Hülle verzichten will, muss damit rechnen, dass sowohl das Display, die innenliegenden Teile und auch die Rückseite kaputtgehen können. Mit einer offenen Schutzhülle wären zumindest der Rahmen und die Rückseite geschützt.
  • Display-Schutzfolie: Bei diesem Utensil ist der Name Programm. Das Display des Smartphones erhält eine Schutzfolie, die wie andere Folien einfach aufgeklebt wird. Sie ist durchsichtig, sodass die Funktion des Gerätes nicht beeinträchtigt wird. Teilweise werden sogar Folien mit Extrafunktionen angeboten, damit beispielsweise andere Personen im Umfeld nicht mehr auf das Smartphone schauen können. Die Folie schützt zwar nicht unbedingt vor starken Sturzschäden, aber zumindest recht zuverlässig vor Kratzern und kleinen Schäden. Um einen höheren Schutz zu gewährleisten, sind Glasfolien sinnvoller als Plastikfolien, da diese im Vergleich bei einem Sturz bruchfester sind.
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Garantie-Verlängerung bei einem Smartphone sinnvoll?

Viele Hersteller bieten die Option an, die Garantie-Zeit des Smartphones gegen einen Aufpreis zu verlängern. Auf diese Weise würde man der Umwelt entsprechen, weil man das Smartphone länger benutzt. Gleichzeitig wird die Reparatur im Falle des Falles übernommen, wenn der Schaden unter die Garantie fällt. Wer keinen Smartphone-Schaden hat, denkt oft, dass eine Verlängerung der Garantie-Zeit einfach nur überteuert ist und nicht benötigt wird.

Spätestens, wenn einen Tag nach dem Ablauf der Garantiezeit das Smartphone auf den Boden kracht, sähen das die Besitzer allerdings anders, die dann locker 200 bis 500 Euro für ihr kaputtes Smartphone am Top-Gerät auf den Tisch legen müssten. Es ist alles eine Frage der Betrachtung.

Wichtig ist allerdings, stets kritisch das Angebot der Händler zu hinterfragen. Im Kleingedruckten könnte beispielsweise hinterlegt sein, ob in jedem Fall repariert wird oder nur dann, wenn es wirtschaftlich noch als sinnvoll erachtet wird. Das sind Schlupflöcher bei einer derartigen Garantieverlängerung-Versicherung. Auch sind manchmal bestimmte Schäden nicht abgedeckt. All das muss hinterfragt werden, ehe die Extra-Versicherung abgeschlossen wird.

 

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