Keto Ernährung - Ist die Diät wirklich von Vorteil?

Du beneidest deinen Freund schon lange, weil er – ganz gleich, was er isst – einfach nicht zunimmt? Du hingegen hast schon viele Diäten durchgemacht, die mit einem schnellen Gewichtsverlust werben. Dennoch will es mit dem Abnehmen nicht richtig klappen. Die Lösung könnte in einer Diät liegen, die du noch nicht ausprobiert hast: Diät durch Keto-Ernährung. Was dahinter steckt, wie effektiv kohlenhydratarme Ernährung wirklich ist und ob sich diese Form der Diät als vorteilhaft erweist, verraten wir dir hier.

Ketogene Ernährung – was sie verspricht

Die ketogene Ernährungsweise gilt als magische Wunderwaffe beim Kampf gegen unerwünschte Kilos. Bei dieser Form der Diät solltest du dich auf No Carbs einstellen, was über eine bestimmte Zusammensetzung von Nährstoffen gewährleistet wird. Die reichliche Aufnahme von Fett und nur wenigen Kohlenhydraten bringt den Körper in den Zustand einer Ketose, bei dem dein Körper in nur kurzer Zeit den Fettstoffwechsel optimiert. Wie das? Ganz einfach: das körpereigene Fett verwendet der Organismus zur Gewinnung von Energie. Der reelle Gewichtsverlust entsteht, weil beim Prozess des Gewichtsverlustes keine Muskeln abgebaut werden.

Das hört sich super an, oder? Leider aber zählt diese Form der Ernährung zu den härtesten Diät-Methoden, die es gibt. Tabu sind nämlich Nahrungsmittel, auf die du bisher nicht verzichtet hast: Kartoffeln, Nudeln, Reis, Brot, Hülsenfrüchte (zum Glück nicht alle) und sogar Haferflocken. Lohnt sich daher der harte Weg der schnell abfallenden Kilos?

Die Vorteile der Keto-Diät

Ohne Zweifel bietet die Idee einer ketogenen Ernährung viele Vorteile, was die Gewichtsabnahme betrifft. Konsequent durchgehalten, fallen die Kilos schnell. Über die Alltagstauglichkeit lässt sich allerdings streiten, denn diese Ernährungsform birgt auch einige Tücken. Um das Bild der gehypten Diätform aber nicht vorschnell schwarzzumalen, lassen wir zunächst die Vorteile für sich sprechen.

Deshalb die gute Nachricht vorweg: Es sind zwar viele gut schmeckende Nahrungsmittel verboten, allerdings gibt es auch viele andere Nahrungsmittel, die erlaubt sind und exotische Zusammenstellungen erlauben.

  1. Einen kleinen Anteil an Kohlenhydraten darfst du bei der Keto-Diät zu dir nehmen. Dazu gehören diverse Gemüsesorten wie beispielsweise Spinat, Aubergine, Kohl, Pilze oder Zucchini. Zu den Nahrungsmitteln, die die Hauptenergiequellen darstellen, zählen hingegen besonders fett- und proteinreiche Fischsorten, Fleisch, Käse, Eier, Magerquark, Nüsse, Avocado und gute Öle. Statt dem Brötchen am Morgen gibt es daher Keto-Pancakes mit Eiern und Frischkäse, anstelle der Kartoffeln zu Mittag gibt es das Rehfilet mit Zucchini und am Abend gibt es natürlich wieder kein Brot, sondern eine leckere Garnelenpfanne. Klingt doch nicht schlecht, oder?
  2. Wenn sich der Defizit an Kohlenhydraten eingestellt hat, kann es nur geringe Blutzuckerschwankungen geben, weil nur noch kleine Mengen einfachen Zuckers in die Blutlaufbahn gelangen.
  3. Der Körper erhält keine gesättigten Fettsäuren mehr, sondern nur noch die ungesättigten Fettsäuren bzw. die guten Fette aus Nüssen und fettreichen Fischen. Ungesättigte Fettsäuren wandelt der Körper in Energie um, was zu einer besseren Ausdauerleistung führt.
  4. Aufgrund der geringen Ausschüttung von Insulin bleibt der bisher quälende Heißhunger aus.
  5. Die Keto-Diät verbessert das Hautbild und wirkt entzündungshemmend.

Die Nachteile der Keto-Diät

Eine Diät ist nicht selten mit nachteiligen Nebenerscheinungen verbunden – so verhält sich das auch bei der ketogenen Ernährungsform.

  1. Viele, die sich dieser speziellen Diät annehmen, klagen über Verdauungsprobleme und Verstopfung. Sie entstehen, weil es zu einer reduzierten Aufnahme von Ballaststoffen kommt.
  2. Bevor du dich für diese Ernährungsweise entscheidest, solltest du einen Arzt konsultieren, wenn du mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hast. Besitzt ein Mensch nämlich eine Fettleber oder hat er Herzprobleme, ist diese Form der Ernährung nicht geeignet. Durch die vermehrte Fettaufnahme kann die Leber und das Herz nachteilig belastet werden.
  3. Ernährst du dich nach dieser Diät wieder normal, erfolgt in der Regel wieder eine schnelle Gewichtszunahme und die Gefahr eines Jo-Jo-Effekts besteht durchaus. Andere schieben deshalb einen Tag in der Woche ein, an dem sie in Maßen das essen, worauf sie Hunger haben (Cheat Day). Danach geht die ketogene Ernährung grundsätzlich weiter.
  4. Vitamin- und Mineralstoffmangel können eine Folge sein, weil man kein Obst zu sich nimmt.
  5. Müdigkeit und Konzentrationsstörungen
  6. Bei Frauen können Störungen im Menstruationszyklus auftauchen.
  7. Muskelkrämpfe
  8. Übelkeit

Ist die Keto-Diät für den Alltag tauglich?

In Anbetracht der Nachteile scheint die Keto-Diät auf den ersten Blick nicht wirklich alltagstauglich zu sein, auch wenn sie einen schnellen Gewichtsverlust verspricht. Auch ist sie nicht für das schnelle Business-Lunch im Bistro nebenan geeignet, weil dieses schlicht tabu ist. Ohne eine vorherige Zubereitung der Mahlzeiten, die sich auch in der Mittagspause im Büro einnehmen lassen, wird es eher schwierig mit der Umsetzung.

Ohne Zweifel handelt es sich bei der ketogenen Küche daher um eine strikte Ernährungsform, die eine eiserne Disziplin erfordert. Du solltest dir ein ausreichendes Wissen aneignen und dir auch Rezepte für mindestens vierzehn Tage ansehen. Auf diese Weise kannst du dich zumindest schon einmal mental auf die künftigen, neuartigen Zusammenstellungen der erlaubten Lebensmittel einstellen. Der Kühlschrank sollte auch immer nur mit diesen und keinen anderen Lebensmitteln gefüllt sein.

Diese Diät kann von Vorteil sein, wenn sie diszipliniert durchgehalten wird, eventuell entstehende Vitaminmängel ausgeglichen werden können, keine anderweitigen Gesundheitsprobleme bestehen (wie z. B. Fettleber oder Herzprobleme) und ein starker Wille besteht, sich dieser Herausforderung anzunehmen. Ein Lichtblick: Zumindest was die Konzentrationsschwierigkeiten, die Müdigkeit und die Übelkeit angeht, sind diese in der Anfangsphase verstärkt zu beobachten. Ist der Körper an die Ketoküche gewöhnt, verschwinden auch diese Symptome.

 

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