Schlafposition

Wir gehen der Frage nach, ob es überhaupt die definitiv beste Schlafposition gibt. Um es gleich vorwegzunehmen: Ja, die gibt es tatsächlich. Aber: Du musst diese optimale Lage für dich selbst finden. Mit unseren Tipps wirst du in der Lage sein, deinen Schlaf zu verbessern und deine ideale Schlaflage zu entdecken.

Schlafen in jeder Lebenslage?

Die Soldaten Napoleons sollen einen besonderen Trick gehabt haben, um auf dem eiskalten Boden der Schlachtfelder zu nächtigen: Sie standen die halbe Nacht stramm, bis sie ohnmächtig zu Seite kippten. So fanden diese Männer für ein oder zwei Stunden Schlaf, bis die Kälte sie wieder weckte. Von einer optimalen Schlafposition konnte hier natürlich keine Rede sein.

Das Prinzip bei dieser Variante ist dennoch gültig: Schlafen vor Erschöpfung. Doch reicht es, einfach nur müde genug zu sein, um in jeder Position schlafen zu können? Egal, ob auf dem Rücken, der Seite oder auf dem Bauch?

Wir zeigen dir heute unsere beste Schlafposition, denn Verspannungen in den Schultern oder gar im Nacken sind besonders konzentrationsfordernden aber auch körperlichen Berufen eine Qual. Die richtige Schlafposition ist essenziell, um diesen Sorgen vorzubeugen. Spoiler: Die Rückenlage ist es nicht (unbedingt)!


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Zuerst die Frage: Was ist deine Lieblingslage?

Schlafposition Lieblingslage

Bist du der typische Rückenlage-Schläfer, der gern auch mal vor Schnarchen ein paar Bäume in der Nacht weg sägt? Oder liebst du es, auf dem Bauch zu schlummern? Das macht einen großen Unterschied, wie du gleich sehen wirst. Die meisten von uns bevorzugen jedoch die seitlichen Lagen. Da gibt es den viel diskutierten Unterschied zwischen Links- und Rechtsschläfern. Dazwischen sind noch Schlafpositionen wie die sogenannte Embryonalstellung, so wie sich ein Fötus oder auch ein Baby seitlich zusammenringelt.

Sicher gibt es kaum jemanden, der ausschließlich in einer Position die Nacht verbringt. Im Schlaf wechseln wir etwa 25-mal unsere Schlafposition, was gut für die Gelenke und Muskeln ist. Auch die Blutgefäße bekommen so keinen einseitigen Druck. Du wirst sicher feststellen, dass du mehr zu der einen oder anderen Schlafposition neigst. Das tun übrigens alle Menschen, nach dem siebenten Lebensjahr entwickeln wir unsere Vorlieben und Neigungen in der nächtlichen Ruhephase.

Vielleicht sagt dir die Rückenlage zu, jedenfalls hauptsächlich. Dann musst du dich auch nicht zwingen, anders zu schlafen. Es sei denn, dir fällt es morgens öfter schwer, in die Gänge zu kommen, deine Kopfschmerzen gehen erst nach der dritten Tasse Kaffee und deine Gelenke sind wie ein Getriebe, dem das Öl ausgegangen ist. Da solltest du trainieren, auch mal eine Runde auf der linken Seite zu verbringen. Wie das geht? Ganz einfach!


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Die richtige Schlafposition kannst du lernen

Nein, wir raten dir jetzt nicht zu dem klassischen Tennisball oder dem störenden Kissen in den Kniekehlen, welches dich sowieso nervt und nach dem zweiten Anlauf ohnehin aus dem Bett fliegt. Du legst dich ganz einfach gleich auf die links Seite. Mit der Zeit erkennt dein inneres „Schlafbewusstsein“, dass die neue Lage gut ist. Das funktioniert tatsächlich, der Mensch ist auch in seinen Schlafgewohnheiten lernfähig. Irgendwann bleibst du erst kurze Zeit, später längere Zeit in der seitlichen Ausgangslage. So vergisst dein Körper eines Tages, dass er eigentlich einen Rückenschläfer aus dir machen wollte.

Warum du gerade auf der linken Körperhälfte schlafen solltest, hat folgenden Grund. Dein Magen, deine Bauchspeicheldrüse und deine Milz liegen alle auf der linken Seite deines Körpers. Auf links zu schlafen ist also vorteilhaft für die nächtlichen Vorgänge im Körper.

Die Bauchlage solltest du eher vermeiden. Wenn dein Körper die ganze Nacht überstreckt ist, kann das zu Verspannungen in Rücken, Schulter und Nacken führen. Dein Kopf liegt ja nicht gerade runter ins Kissen, sondern zur Seite weggedreht. Die Bauchlage ist also fernab davon, eine günstige Schlafposition darzustellen.

Wenn dein Rücken und deine Wirbelsäule am Morgen zu dir sprechen und du deinen Arm kaum noch hochbekommst, hast du wahrscheinlich in zusammengekrümmter Stellung auf einer Körperhälfte oder der Bauchlage geruht. Dein Herz musste ordentlich was leisten, um dein Gewicht zu ertragen und deine Blutgefäße waren eingeengt. Vielleicht hast du dir diese Schlafposition auch nur deshalb angewöhnt, weil nachts die Kälte unter deine Decke kriecht?

Zuerst solltest du dich nach einer neuen Bettdecke umsehen, die auch deine Füße mit abdeckt. Dann legst du dich am Abend flach wie ein Brett in die Koje. Ja, du solltest sogar kurzzeitig auf dein geliebtes Kopfkissen verzichten. Nach einigen Minuten wird es dir tatsächlich unangenehm im Nacken. Halte so für ein paar weitere Minuten durch, bis dein Körper seine Gegenwehr aufgibt. Irgendwann fühlst du angenehme Entspannung, du schläfst wie ein Kind.


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Was hat die Schlafposition mit Anatomie zu tun?

Man sollte meinen, das Trainieren von der rechten Seitenlage auf die linke sei das kleinere Problem. Das ist leider ein Irrtum. Hier helfen die bewährten Tricks, wie wir sie dir eben vorgestellt haben, wenig. Warum solltest du überhaupt von der rechten auf die linke Körperseite trainieren? Weil das die von allen günstigste für die Anatomie unseres Körpers ist.

Pferde schlafen bekannterweise im Stehen, sie können ihre Gelenke durch Sehnen und Überstreckung einrasten. Allerdings müssen auch sie diese Position mal wechseln: Tiefschlaf geht bei Pferden nur im Liegen. Was wir dir sagen wollen: Die Anatomie macht den Unterschied. Sie ist der Grund, warum bei uns Menschen seitliches Liegen auf der linken Seite optimal ist. Das Herz, die Lunge, der Magen und die vom Herzen wegführenden Blutgefäße liegen frei. Auf der rechten Seite besteht ein Überhang, es drückt mehr auf diese lebenswichtigen Organe.

Trotzdem kannst du es lernen, auf die linke Schlafposition zu kommen. Hier gibt es tatsächlich einige wirksame orthopädische Hilfsmittel: die Seitenschläferkissen. Die bekommst du in verschiedenen Ausführungen, als U, als C oder in der Form einer Sieben.

Der Trick besteht aber nicht ausschließlich in der mechanischen Blockade, wie man meinen könnte. Es ist mehr ein psychologischer Effekt. Du verlagerst nämlich dein Augenmerk, weil du etwas in den Händen hältst, eine angenehme Unterlage verspürst. So „vergisst“ dein schlaues Unterbewusstsein nämlich für einen Moment, dass es hier um das Trainieren von rechts auf links geht. Sicher kommt auch hier der Augenblick, in dem dein Inneres die kleine Notlüge bemerkt. Aber vielleicht bist du da schon eingeschlafen.

Fazit: Schlafen in neuer Schlafposition ist schön.

Schlafen in neuer Schlafposition

Wie du siehst, plädieren wir vorwiegend für das Schlafen auf der linken Körperhälfte. Diese Schlafposition kann neben der Rückenlage all einzige als gesund bezeichnet werden, weil diese Schlafposition letztlich ein längeres und entspannteres Leben verspricht. Das haben Wissenschaftler schon lange festgestellt. Ein flaches Kissen als Stütze für Kopf und Nacken und eine Decke, die deinen kompletten Körper bedeckt, sind ein guter Start. Aber um die beste Schlafposition für dich zu finden, musst du dich etwas herumprobieren. Ein Seitenschläferkissen kann dir dabei helfen, dich an eine Seitenlage zu gewöhnen und deine Wirbelsäule zu entlasten.

Schnarchen wird aber auch leider nicht durch eine gute Schlafposition verhindert. Dafür müsstest du dir andere Hilfsmittel besorgen, damit deine Freundin ebenfalls zu ihrer Ruhe kommt.

Doch wie eingangs schon gesagt: Du musst selbst damit anfangen in deiner Schlafroutine etwas zu ändern. Das Ergebnis merkst du nicht sofort. Wenn du deine Schlafposition umstellen möchtest, weil du merkst, dass etwas mit deiner Nachtruhe nicht stimmt, weil du abends gern mal so müde wie morgens sein möchtest, dann versuch es mit unseren Tipps. Allerdings braucht es Geduld. Eines Tages stehst du morgens auf und fühlst dich herrlich ausgeschlafen!

Besonders gut und gesund für deinen Schlaf ist es, wenn du schon einige Stunden vor dem zu Bett gehen auf den Gebrauch elektronischer Geräte verzichtest. Das Blaulicht hält dich nämlich unterbewusst vom Schlafen ab. Da führt dazu, dass du über einen längeren Zeitraum wach im Bett liegst, dich hin und her drehst und einfach nicht zur Ruhe kommst.

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