Beziehungskiller Phubbing: Pass bloß auf!

Vielleicht kennst du die Situation: Du möchtest den Abend mit deiner Liebsten nach einem stressigen Arbeitsalltag gemütlich ausklingen lassen. Du schenkst ihr ein Glas Weißwein ein und fängst an, die ein oder andere Anekdote zu erzählen. Während du von dem bedeutsamen Gespräch mit dem Chef oder dem amüsanten Mittagessen mit deinen Kollegen berichtest, musst du allerdings schnell feststellen, dass dein Gegenüber dem Gespräch bisher kaum gefolgt ist. Statt zuzuhören, beschäftigt sie sich lieber mit ihrem Smartphone und fragt sich, welcher Filter denn nun am besten zu ihrem neusten Instagram-Post passen könnte. Dann fängt sie plötzlich an zu lachen – für dich allerdings eine komplett unpassende Reaktion. Nachdem du sie das fünfte Mal fragst, ob sie dir eigentlich gerade zugehört hat, blickt sie von ihrem Display auf und realisiert, dass sie die letzten Minuten im Grunde genommen völlig abwesend war.

Der Begriff Phubbing setzt sich aus den beiden englischen Wörtern „phone“ (Telefon) und „to snub“ (jemanden vor dem Kopf stoßen) zusammen. Unter Phubbing versteht man also die negative Angewohnheit eines Menschen, im Beisein anderer Personen ständig aufs Handy schauen zu müssen.

In unserer Gesellschaft ist Phubbing ein weit verbreitetes Erscheinungsbild und nicht selten ein absoluter Beziehungskiller – denn die Qualität des Gespräches und die Beziehung zum Gegenüber leidet stark darunter. Das liegt auch daran, dass man dem Gesprächspartner ganz klar demonstriert: „Ich sehe dich nicht als Priorität.“

Dabei ist zu bedenken, dass Phubbing eigentlich völlig ironisch ist: Während man einem anderen Menschen über das Handy Beachtung schenkt, signalisiert man der eigenen Partnerin dabei reines Desinteresse.

Phubbing beschreibt ein Phänomen, welches bereits fest in unserer Gesellschaft manifestiert ist. Welche Ursachen es gibt, zeigen wir dir hier. Dabei ist der Hauptgrund wahrscheinlich naheliegend: das Handy, welches unseren alltäglichen Wegbegleiter darstellt.

1. Die Sucht nach dem Smartphone

Fast jeder kennt den innerlichen Drang, ständig auf das Handy schauen zu müssen. Sobald das Display aufleuchtet, wandert unser Blick direkt zu den neusten Statusmeldungen und man ist sofort abgelenkt.

2. Das mangelnde Interesse am Gesprächspartner

Wird man von den Gesprächsinhalten des Gegenübers gelangweilt, dann neigt man schneller dazu, abzuschalten und sich auf andere Dinge zu fokussieren – wie zum Beispiel auf das Smartphone.

3. Der mangelnder Respekt am Gegenüber

Hört man nicht richtig zu, dann signalisiert man seinem Gesprächspartner Desinteresse. Ein solches Verhalten wird meist als sehr unhöflich und respektlos wahrgenommen.

4. Der Drang, ständig erreichbar sein zu müssen

Viele Menschen sind es inzwischen gewöhnt, das Handy ständig bei sich zu haben. Sie wollen jederzeit, egal ob für die Arbeit oder das Privatleben, erreichbar sein und haben andernfalls Angst, dass sie etwas Wichtiges verpassen könnten.

5. Die Konzentrationsschwäche

Darunter versteht man die beeinträchtigte Fähigkeit, einer Tätigkeit oder einer Person die gesamte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Den Betroffenen fällt es dabei schwer, sich von anderen Reizen abzuschirmen und neigen dazu, sich schnell von ihrem Handy ablenken zu lassen.

Phubbing – bestimmt war jeder schon mal Opfer und Täter. Es handelt sich um eine Verhaltensweise, die für ernsthafte Konflikte in einer Beziehung sorgen und diese dauerhaft negativ beeinflussen kann. Werden diese Konflikte nicht ausreichend beseitigt, dann kann Phubbing schlimmstenfalls sogar zur Trennung führen.

Vielleicht denkst du, dass dies jetzt viel dramatischer klingt als es eigentlich ist. Dennoch solltest du wissen, wie du Phubbing rechtzeitig entgegenwirken kannst. Wir zeigen dir, dass Phubbing nicht zum absolutem Beziehungskiller werden muss!

Die einfachste Methode ist, dass du dein Handy beiseitelegst und dich voll und ganz auf deinen Gesprächspartner konzentrierst. Dies klingt ziemlich simpel – ist allerdings leichter gesagt als getan. Viele Personen werden nahezu panisch, wenn das Handy nicht im Sichtfeld liegt, da sie ständig die Angst verspüren, etwas Wichtiges zu verpassen. Alternativ kannst du das Smartphone auch einfach stumm schalten oder du informierst alle relevanten Personen darüber, dass du für die nächsten Stunden einfach mal offline sein wirst.

Was kannst du tun, wenn du selbst zum Opfer von Phubbing wirst?

An dieser Stelle solltest du Verständnis zeigen. Jeder Mensch ist ein Individuum – daher ist es fast gar nicht möglich, dass dein Partner sich immer so verhält, wie du es selbst tun würdest. Wahrscheinlich weiß dein Gegenüber in der Sekunde gar nicht, wie verletzend sein Verhalten wirklich ist und möchte dir daher auch gar nicht böswillig wehtun. Aus diesem Grund solltest du deine Partnerin nicht mit Vorwürfen konfrontieren. Sinnvoller ist es, wenn du sie freundlich und direkt darauf ansprichst. Am besten erklärst du ihr einfach, wie du dich fühlst, wenn sie sich in deinem Beisein lieber mit Social Media beschäftigt.

Möglicherweise fällt es dir nicht einfach, so offen zu kommunizieren und ihr zu erklären, wie du dich in solchen Momenten fühlst. Allerdings solltest du immer im Hinterkopf behalten, dass Phubbing zum echten Beziehungskiller werden kann. Nimm deine Beziehung nicht als selbstverständlich an. Gib Phubbing keine Chance – denn mit unseren Tipps kannst du ganz einfach an eurer Kommunikation arbeiten.

 

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