neue Grafikkarte

Für die Bearbeitung von Videos sind 0815 Computer aus dem Handel oft zu schwach ausgestattet. Viele Anwender setzen dann auf eine neue Grafikkarte, um die Bearbeitung von Filmen zu beschleunigen. Aber nicht nur beim Kauf ist einiges zu beachten, auch den Einbau solltest du gut vorbereiten.

Für die meisten PC-Anwendungen sind herkömmliche Grafikkarten völlig ausreichend. Die auf dem Mainboard verbauten Grafikchips kommen mit der Textverarbeitung oder einem Internet-Browser sehr gut zurecht.

Aber beim Video-Schnitt oder bei Spielen zeigt sich doch oft, dass die Onboard-Grafikkarten mit großen Datenmengen nicht gut umgehen können. Drei Punkte sind zu beachten: Die Systemanforderungen des jeweiligen Programms, die Auflösung des Monitors und die persönlichen Ansprüche an die Qualität der Grafiken.

Die Funktion der Grafikkarte

Sämtliche optischen Darstellungen, die auf dem Monitor angezeigt werden, liefert die Grafikkarte. Besonders für Bilder und Filme kommt es auf Größe und Geschwindigkeit des integrierten Grafikspeichers an. Für die Leistung ist ebenfalls der verbaute Grafikchip von Bedeutung.

Manche Computerspiele brauchen wenigstens 4 GB Videospeicher, besser sind 6 GB, wenn die Full-HD-Auflösung überzeugen soll. QHD (Quad High Definition) benötigt 6, besser sind 8 GB. UHD (Ultra High Definition) braucht 8 GB, aber 11 GB oder mehr führen zu einer besseren Darstellung.

Wichtig zu wissen ist, dass der Video-RAM kein eindeutiges Kriterium für die Leistung der Karte ist. Darum ist Vorsicht geboten, wenn Anbieter allein wegen der Größe des Speichers optimale Ergebnisse versprechen.

Hersteller und Produktmerkmale

Grafikkarten Hersteller

Zwei bekannte Prozessor-Hersteller sind führend auch bei den integrierten Grafikchips, und zwar AMD und Intel. Die Modelle von AMD, etwa der Ryzen 3 3200G und auch der Ryzen 5 3400G, sind für Gelegenheitsspieler meistens ausreichend. Weniger anspruchsvolle Spiele mit einer niedrigen Detail-Dichte lassen sich selbst in Full-HD flüssig umsetzen.

Bei den leistungsstarken Grafikkarten sind AMD und Nvidia vorn, dabei ist der High-End-Bereich unangefochten die Domäne von Nvidia. Aber neben der Leistungsfähigkeit sollten beim Kauf zwei weitere Merkmale Beachtung finden: Die Stromaufnahme und die Lautstärke.

Schwachstellen identifizieren

Wenn Probleme mit der Darstellung auftreten, muss nicht unbedingt die Grafikkarte die Ursache sein. Deshalb solltest du dir zunächst einen Überblick über die Komponenten deines PCs verschaffen. Im Task-Manager unter dem Reiter „Leistung“ findest du eine Darstellung der Beanspruchung der Grafikkarte, des Arbeitsspeichers und der CPU.

Hier findest du schnell heraus, ob tatsächlich die GPU zu schwach für die Anwendungen ist, oder ob es doch am RAM oder dem Prozessor liegt. Bewegt sich ein Bauteil in der Nähe der 100-Prozent-Marke, ist die Auslastung kritisch, und ein Austausch ist dann sinnvoll.

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Eine weitere Methode, um die Grafikleistung genauer festzustellen, ist der sogenannte FPS-Test. Im Internet findest du kostenlose Tools, die dir die „Frames per Second“ bzw. Bilder pro Sekunde anzeigen. Zunächst aber startest du das Spiel, in dem die FPS-Rate zu gering erscheint. Drehe nun alle grafischen Einstellungen auf ein Maximum. Die Monitorauflösung sollte wie vom Hersteller vorgesehen bleiben.

Die Leistung der Grafikkarte vergleichen

Bei vielen Spielen ist ein Benchmark integriert, den ein FPS-Tool aufnehmen kann. Zum Vergleich stellst du die Auflösung des Bildschirms auf HD ein, also auf 1280 x 720 Bildpunkte. Nun spielst du dieselbe Szene noch einmal mit demselben Benchmark. Die Software protokolliert im Hintergrund wieder die Anzahl der Bilder pro Sekunde.

Anschließend hast du Vergleichswerte und einen genauen Eindruck von der Leistung der Grafik unter Belastung. Liegt die FPS beim Durchgang in HD wesentlich höher, ist die Grafikkarte nicht ausreichend für deine Anwendung. Sind in beiden Testreihen die Ergebnisse (Bilder pro Sekunde) vergleichbar, ist die CPU zu langsam.

Wenn letzteres der Fall ist, macht es keinen Sinn, die Grafikkarte zu ersetzen. Ebenso, wenn der Arbeitsspeicher nicht ausreichend dimensioniert ist. Aktuelle Prozessoren sind langlebiger als Grafikkarten, meist reicht ihre Leistung für drei Generationen der GPU aus. Bei der Anschaffung eines komplett neuen Computers hilft ein Vergleich der Kosten der Bauteile: Die Grafikkarte sollte etwa doppelt so teuer sein wie die CPU.

Auf die Umgebung der neuen Karte achten

Umgebung der Grafikkarte

Steht nach deinen Vergleichen schließlich fest, dass du dir eine neue Grafikkarte anschaffen willst, sind noch weitere Merkmale zu beachten. Wichtig ist der im PC-Gehäuse verfügbare Platz, und verfügt das Netzteil über eine ausreichende Wattleistung? Auch die Stromanschlüsse müssen für die neue Grafik passen.

In den Datenblättern der meisten Hersteller finden sich genaue Informationen über den verfügbaren Platz. Wer nicht sicher ist, wie die Dimensionen des Gehäuses ausgefallen sind, nimmt einen Zollstock und misst selber nach. Auf den Internet-Seiten der Hersteller von Grafikkarten findest du genaue Angaben über die notwendigen Voraussetzungen.

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Das Netzteil etwa sollte eine entsprechende Wattleistung bereitstellen. Im Handbuch deines Computers sind die Werte des verbauten Netzteils angegeben. So findest du schnell heraus, ob die neue Grafikkarte in deiner Anlage verwendbar ist.

Viele Anwender legen besonderen Wert auf eine gute Kühlung der Hardware. Gleichzeitig soll das System leise und möglichst unauffällig vor sich hinarbeiten. Dem versuchen die Hersteller von Grafikkarten Rechnung zu tragen. Auch die Hersteller der Mainboards entwerfen immer neue Designs von Platinen und Kühlern, um die GPU optimal zu nutzen.

Diese Modelle greifen wiederum AMD und Nvidia auf, und so ist mit der Zeit ein unüberschaubares Angebot von Grafikkarten mit speziellen Features entstanden. Deutliche Unterschiede bestehen in der Kühlleistung und der Toleranz bei Übertaktungen. Je mehr du auf einzelne dieser Merkmale Wert legst, um so höher ist am Ende auch das Preissegment. Aber aufgrund des großen Angebots findest du sicher eine Grafikkarte, die deinen Vorstellungen entspricht.

Die Anschlüsse am Monitor

Wenn die GPU Bilder produziert, sollten die auch am Monitor ankommen. Deshalb gilt es nun, die Anschlüsse des Bildschirms zu überprüfen. Standard sind heutzutage der Anschluss für ein HDMI-Kabel und der DisplayPort.

Von beiden werden alle gängigen Bildwiederholungsraten und Auflösungen unterstützt. Ältere Monitore verfügen über VGA- oder DVI-Anschlüsse, die sich aber per Adapter mit der neuen Grafikkarte verbinden lassen.

DisplayPort und HDMI übertragen Ton und Bild über ein einziges Kabel. Viele neuere Grafikkarten werden deshalb mit einer integrierten Soundeinheit angeboten. Das funktioniert zwar problemlos, allerdings kannst du hier nicht dieselbe Soundqualität erwarten wie bei einer hochwertigen Audiokarte.

Vergleichbar sind die Signale über DVI und HDMI, denn beide Systeme übertragen digital. Hängt jedoch ein AV-Receiver an deinem Fernsehgerät, empfiehlt sich der HDMI-Anschluss.

Einbau und Installation der Treiber

Einbau der Grafikkarte

Vor dem Einbau der neuen Karte gilt es aber, ein sauberes System zu erhalten. Alle Treiber des alten Grafiksystems gehören restlos gelöscht, denn sonst sind Probleme zu erwarten. Sehr hilfreich ist bei diesem Vorhaben der Display Driver Uninstaller, den du kostenfrei downloaden kannst.

Anschließend den PC herunterfahren und das Netzkabel abnehmen. Du solltest dich erden, um beim Einbau Spannungsspitzen zu vermeiden. Nun alle Kabel von der alten Karte entfernen und die Schrauben lösen, die sie am Gehäuse befestigen. Am Slot des Mainboards kann sich ein Hebel befinden, mit dem du die alte Karte vorsichtig löst und schließlich heraushebst.

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Der Einbau der neuen GPU erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Das neue Teil in eben denselben Slot einstecken, die Schrauben handfest anziehen und das PCIe-Stromkabel wieder aufstecken.

In aller Regel installiert das Betriebssystem beim Neustart automatisch den passenden Treiber. Ist der PC nicht mit dem Internet verbunden, handelt es sich aber um einen der Standard-VGA-Treiber, der nicht jede Auflösung anbietet.

Du bekommst dann zwar auf jeden Fall ein Bild, aber besser ist es, du gehst auf die Seite des Herstellers. Bei Nvidia oder AMD findest du immer die aktuellsten Treiber-Versionen zum Downloaden, die du nun installieren solltest.

Unser Fazit

Computer sind außerordentlich komplex geworden, die einzelnen Komponenten sind in unzähligen Varianten erhältlich. Da ist es nicht immer einfach, die Bauteile optimal aufeinander abzustimmen. Wer besondere Ansprüche stellt, ist ohnehin meist auf Eigeninitiative angewiesen. Und auch die Auswahl einer passenden Grafikkarte braucht etwas Recherche.

Hast du schließlich ein Modell gefunden, das deinen Vorstellungen entspricht, sind Kompatibilität und technische Ausstattung weitere wesentliche Kriterien.

Die neueste Grafikkarte darf in deinem Ulti-Setup nicht fehlen. Sonst wäre es ja nicht „Ulti“. Neben dem Prozessor sollte eine Grafikkarte deine größte Ausgabe sein.

Du solltest dich vorab unbedingt auf der Website des Herstellers über die Merkmale der Grafikkarte informieren. So weißt du schnell, welche Komponenten nicht zueinander passen und du ersparst dir Fehlversuche, welche sehr viel Zeit in Anspruch nehmen können. Wenn aber schließlich alles passt und auch der Einbau gelingt, ist die Freude um so größer. Denn endlich kann die neue Grafikkarte für überzeugende Bilder am PC sorgen.

Alles Wichtige im Überblick:


– Beachte die Systemanforderungen des genutzten Computer-Programms

– Größe und Geschwindigkeit des Grafikchips bestimmen die Leistung

– Lautstärke und Stromaufnahme berücksichtigen

– Vergleichstests sind notwendig, um die Schwachstellen des PCs herauszufinden

– Bei einem neuen Computer sollte die Grafikkarte etwa doppelt so teuer sein wie der Prozessor

– Ist im PC-Gehäuse genug Platz für die neue Grafikkarte?

– Liefert das Netzteil genügend Leistung, passen die Stromanschlüsse?

– Vor der Installation die alten Treiber entfernen

 

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