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Das Bermudadreieck: Der Friedhof im Atlantik

Mysteriöses beschäftigt Menschen manchmal über Generationen hinweg. Was es mit dem Verschwinden von Schiffen und Flugzeugen im Bermudadreieck auf sich hat, sucht nach Erklärungen. Eine stimmige Erklärung lieferte bisher keine der Theorien.

Beim Bermudadreieck handelt es sich um ein atlantisches Seegebiet, das auch Teufelsdreieck genannt wird. In dem geografischen Gebiet zwischen Puerto Rico, Süd-Florida und Bermuda verschwinden scheinbar Schiffe und Flugzeuge auf Nimmerwiedersehen. Angeblich sind zwischen 1900 und 2000 über 50 Schiffe und geschätzt 20 Flugzeuge im Bermuda-Dreieck als verschollen gemeldet worden. Darunter soll sich auch eine komplette Flugstaffel befinden.

Wahr ist, dass einige Fälle nicht gänzlich geklärt werden konnten. Oft ergab sich jedoch, dass die Erzähler es mit der Wahrheit nicht so genau nahmen. Fake News, Verschwörungstheorien, Zeitungsenten und rätselhafte Mysterien erfreuten sich zu jeder Zeit größter Beliebtheit.

Worum geht es bei den Bermudadreieck-Erzählungen?

Bermudadreieck auf der Karte

Wer den Begriff des Bermudadreiecks geprägt hat, wissen wir. Es war George Sand, der den Begriff erstmals 1958 im US-Magazin „Fate“ verwendete. Aus unerfindlichen Gründen entwickelten Mythen um das Bermudadreieck schon bald ein Eigenleben.

Die Konnotation eines alles verschlingenden Seegebiets-Monsters entstand 1964 durch einen Artikel von Vincent Gaddis im Pulp-Magazin „Argosy“. Er berichtete von mehr als 20 Fällen, in denen angeblich Flugzeuge und Schiffe im Bermudadreieck verschwunden seien. Von nun an galt das Bermudadreieck als größter Flugzeug- und Schiffs-Friedhof im Atlantik.

1974 heizten Charles Berlitz und J. M. Valentine den Bermuda-Mythos mit ihrem Bestseller „The Bermuda Triangle“ weiter an. Die Liste der angeblich in diesem Seegebiet verschollenen Schiffe und Flugzeuge wuchs weiter. Je nach Erzähler verändert sich die Ausdehnung des Bermudadreiecks. Zum Teil wird seine Größe auf das dreifache ausgedehnt, sodass es von etwa 600.000 Quadratkilometern Ausdehnung auf 1.800.00 Quadratkilometer anwächst.

Interessant ist auch die stereotype und auffallend detaillierte Erzählweise. Diese soll Authentizität herstellen. Immer herrschen gute Wetterbedingungen und ruhige See. Fast immer waren die Schiffkapitäne oder Piloten erfahren. Gelegentlich tauchen die verschollenen Schiffe Jahre oder Jahrzehnte später als Geisterschiffe irgendwo auf. Die Besatzung bleibt spurlos verschwunden.

In manchen Fällen wird vor dem Verschwinden von rätselhaften Funksprüchen und SOS-Signalen berichtet. Auffallend ist auch, dass bekannte Details weiter ausschmückt werden. Darin gleichen Bermudadreieck-Geschichten modernen Sagen, die im Rahmen der Erzählforschung zum Thema der Volkskunde wurden.


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Rätselhaftes verlangt nach Erklärungen

So spannend wie die behaupteten Vorfälle sind auch die Theorien, die Wissenschaftler, Journalisten und Hobbyforscher in die Welt gesetzt haben. Die Erklärungsversuche machen

  • Infraschall
  • weißes Wasser
  • Anomalien im Erdmagnetfeld
  • den Einfluss von Wurmlöchern
  • das Wirken von Monsterkraken
  • Entführungen durch Außerirdische
  • besondere meteorologische Bedingungen
  • Monsterwellen (Freakwaves oder Kaventsmänner)
  • Seebeben durch riesige Methangas-Vorkommen im fraglichen Seegebiet
  • eine geringere Dichte des Wassers durch Methangas-Eruptionen
  • oder magnetische Kraftfelder mit einem Ursprung in Atlantis

Was ist für die Geschehnisse im Bermudadreieck verantwortlich?

Bermudadreieck Pyramide im Meer Verschwörungstheorie

Viele der genannten Erklärungen wurden inzwischen widerlegt. Andere beruhen auf reiner Fantasie oder auf Missverständnissen, beispielsweise bei der Interpretation von Funksprüchen. Erstmals versuchte ein Autor namens Lawrence Kusche 1980 das Rätsel um das Bermudadreieck zu lösen.

Kusche räumte mit all den Halbwahrheiten, Legenden und Mythen rund um dieses Seegebiet auf. Sein Buch wurde ein Klassiker, obwohl Kusche aufzeigen konnte, dass an diesem Seegebiet nichts Mystisches zu finden ist. Im selben Jahr fügte Charles Berlitz der Liste angeblich mysteriöser Vorfälle neue Bermudadreieck-Legenden hinzu. Davon waren lediglich drei Vorfälle im Bermudadreieck passiert und zudem erklärbar.

Laut dem Wissenschaftskommunikator Karl Kruszelnicki sei der Prozentsatz vermisster Flugzeuge oder Schiffe vor allem wegen dem Verkehrsaufkommen in der Region höher als anderswo. Es passieren im Bermudadreieck prozentual nicht mehr Schiffsunglücke und Flugzeugabstürze als in anderen Seegebieten.


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Vermeintliche Verluste im Bermudadreieck

Die wichtigsten Bermuda-Mythen wollen wir nun kurz beleuchten.

Flug 19

Diese Legende gehört zu den bekanntesten Bermuda-Tragödien. Demnach starteten am 5. Dezember 1945 fünf amerikanische Bomber zu einem Trainingsflug. Angeführt wurde die Staffel von Lieutenant Taylor als Ausbilder. Da Taylor das Seegebiet nicht kannte, verflog sich die Staffel. Die Flugzeugstaffel stürzte vermutlich wegen Treibstoffmangel und der Unerfahrenheit des jungen Ausbilders ab. Auch eines der Suchflugzeuge stürzte nahe dem gefürchteten Seegebiet ab, wie eine große Öllache belegte.

Kohleschiff USS Cyclops

Die Umstände, unter denen die USS „Cyclops“ der US-Navy 1918 verschwand, blieben rätselhaft. Entweder verrutschte die Ladung aus 1.000 Tonnen Manganerz oder das Schiff wurde von Torpedos getroffen. Oder es sank im fraglichen Seegebiet in einem Sturm. Das Wrack der USS Cyclops wurde nie gefunden. Angeblich wurden 360 Mann getötet. Interessant ist die Frage, warum auf einem Kohlenschiff derart viele Passagiere gewesen sein sollten.

Passagiermaschine Star Tiger

Im Jahre 1948 verschwand eine mit 31 Menschen besetzte Passagiermaschine der „British South American Airways“ (BSAA) auf einem Nachtflug von den Azoren zum Flugplatz Kindley Fields in Bermuda. Die letzte Funkpeilung weit außerhalb des Bermuda-Dreiecks ergab eine Flughöhe von 610 Metern. Danach brach der Funkkontakt ab. Ein Handelsschiff bemerkte die tief fliegende Maschine. Es wurde vermutet, dass der Pilot die Orientierung verloren hatte und auf Sicht flog. Möglicherweise habe Treibstoffmangel zum Absturz geführt.

Ein Passagierflugzeug vom Typ Douglas DC-3

Ebenfalls im Jahr 1948 verschwand eine DC-3 mit 32 Personen an Bord. Sie war unterwegs von Puerto Rico nach Miami. Pilot Bob Linquist meldete angeblich per Funk, er könne bereits die Lichter von Miami sehen. Danach brach der Kontakt ab. Später wurde bekannt, dass der Funkapparat des Flugzeugs schon beim Abflug defekt war. Daher habe der Pilot eventuell die Wettermeldungen nicht gehört und den Kurs nicht der veränderten Windrichtung angepasst. Vermutlich war das Flugzeug zum Zeitpunkt des (niemals nachgewiesenen) Funkspruchs noch 100 Meilen von Miami entfernt. Es ist irgendwann über dem Meer abgestürzt.

Passagiermaschine „Star Ariel“

Bermudadreieck Taucher sitzt im Meer auf abgestürztem Flugzeug

Ein Jahr später wurde ein Flugzeug vom Typ Avro 688 Tudor Mark IV der britischen BSAA als vermisst gemeldet. An Bord waren 20 Menschen. Die Maschine startete frühmorgens in Bermuda. Sie sollte nach Jamaica fliegen. Wegen guten Wetters flog der Pilot auf einer höheren Flugroute als geplant. Nach dem angekündigten Wechsel der Funkfrequenz brach der Funkkontakt ab. Er scheint schon zuvor gestört gewesen zu sein.

Das Tankschiff “Marine Sulphur Queen”

Das 1963 verschwundene Tankschiff hatte eine 39 Mann starke Besatzung. Fundstücken und der Auswertung von Funkverbindungen zufolge sank der 20 Jahre alte Seelenverkäufer weit außerhalb des Bermuda-Dreiecks, vermutlich bei den „Dry Tortugas“ westlich von Key West. Die Ladung bestand aus 15.000 Tonnen flüssigem Schwefel. Das Schiff hatte laut Küstenwache mehrere Brände und Wetterstürze beschädigt durchgestanden, als es letztendlich verschwand. Reparaturen waren zwar geplant, aber noch nicht durchgeführt worden. Später fanden sich Rettungswesten, Rettungsringe und ein Nebelhorn, die zweifelsfrei von der „Marine Sulphur Queen“ stammten.


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Der japanische Frachter Raifuku Maru

Die „Raifuku Maru“ verschwand der Legende nach 1924 oder 1928 westlich der Bahamas. Der angeblich letzte Funkspruch klang nach drohender Gefahr. Er wurde mit wechselnden Inhalten kolportiert. Fakt ist, dass die „Raifuku Maru“ im April 1925 zwischen Boston und Hamburg unterwegs war und bei Sturm vor Nova Scotia sank. Die Position ♁41° 43′ N, 61° 39′ W zeigt an, dass dies außerhalb des Bermuda-Dreiecks geschah.

Boeing 727 der National Airlines

Ein gewisser Ivan T. Sanderson fantasierte in seinem Buch „Invisible Residents“, dass Flug 727 anno 1970 mitten im Landeanflug minutenlang vom Radar verschwand. Er behauptete, dass auf dem Meeresboden Außerirdische leben. Der Flieger landete zwar planmäßig in Miami, aber Sanderson behauptete, die Uhren aller Passagiere und der Flugzeugbesatzung seien genau diese zehn Minuten nachgegangen. Der Bericht gilt als frei erfunden.

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Bilder: Laiba, Saban, lesniewski, kichigin19 / stock.adobe.com

Ajouré MEN Redaktion
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