GedankenTanken: Alexander Müller und sein Weg zum Glück

Wir sitzen heute in der Zentrale in Köln von GedankenTanken. Schon der erste Eindruck bei der Führung durch die jeweiligen Etagen wird einem klar, dass Alexander Müller alles richtig gemacht hat, was man richtig machen kann. Ein tolles Raumklima herrscht auf jeder Etage, zusätzlich fällt mir auf, dass es viele kreative Ecken für die Mitarbeiter gibt. In einer habe ich mich besonders wohlgefühlt: es steht ein Klavier, eine Gitarre und eine Couch im Raum. Sehr untypisch für ein Office, aber warum das bei GedankenTanken so ist, erfahre ich ziemlich schnell im Interview.

Sicherlich werden dich viele unserer Leser schon kennen, aber für die, die dich noch nicht kennen, wer bist du und was machst du genau?

Ich bin Alexander Müller, CEO von GedankenTanken, bin Familienvater von drei Kindern und auf der anderen Seite habe ich die große Ehre bzw. das große Vergnügen und sehr viel Spaß, mit GedankenTanken ein Unternehmen zu führen, das mir sehr am Herzen liegt und Menschen unterstützt, ihr eigenes Potenzial zu entfalten.

Du hast bereits mit 15 Jahren das erste Seminar zum Thema Persönlichkeitsentwicklung besucht, das über neun Tage ging. Wie kam das zustande, dass du dich so früh dafür interessiert hast?

Ich hatte tatsächlich bis ich 15 Jahre alt war überhaupt kein Zugang dafür und ich wusste nicht, dass es diese Welt von Persönlichkeitsentwicklung gibt bzw. ich kannte nicht einmal das Wort. Ich fand das auch alles total abstrakt, als ich das erste Mal davon gehört habe.

Dazu gekommen bin ich wie die Jungfrau zum Kind, weil mein Vater eine Krise hatte. Heute würde man Burnout oder Midlifecrisis sagen, und er hat über Persönlichkeitsentwicklung aus dieser Krise rausgefunden. Ich habe zum einen die Krise als 15-jähriger mitbekommen, aber auch, wie er sich in kürzester Zeit wieder herausmanövriert hat. Das hat als Jugendlicher eine Neugierde in mir geweckt. Als mein Vater dann damals fragte, ob ich nicht einmal Lust hätte, auf so ein Seminar mitzukommen, war ich so neugierig und habe es einfach gemacht, ohne eine große Erwartungshaltung zu haben. Ich habe das dann neun Tage lang durchgezogen. Das war eine ungewöhnliche Erfahrung, weil es neu war und ich auch gar nicht genau verstanden habe, was ich da gemacht habe.

Ich habe gelernt, wie wir uns mit unseren Gedanken auseinandersetzen, die wir haben und dass ich doch mehr Einfluss auf mein Leben habe, als mir vielleicht bewusst war. Das waren Themen, mit denen ich mich überhaupt das erste Mal beschäftigt habe. Also was will ich überhaupt im Leben, wer bin ich, warum bin ich so wie ich bin, warum nehme ich die Realität so wahr, meine Schulprobleme, die ich hatte, den Ärger mit der Französischlehrerin, den Wunsch eine Freundin zu haben usw. Es ist mir das erste Mal bewusst geworden, dass man sich damit beschäftigen und das auch aktiv ändern kann – eigenmotiviert. Ich habe gemerkt, dass mir das gut tut und ich ein anderes Empfinden zu meinem Leben hatte.

Ich habe gar nicht wirklich verstanden, was da passiert ist. Also so klar, wie ich das heute sagen kann, habe ich es nicht empfunden oder wahrgenommen. Ich hatte Momente auf diesem intensiven neuntägigen Seminar, zum Beispiel während einer Art Meditation, in denen ich wirklich mein inneres Potenzial gespürt habe. Und nicht nur mein Potenzial, sondern ich glaube, ich habe damals auch schon verstanden, dass es nicht nur in mir ist, sondern in jedem Menschen. Und das hat mich angesteckt, an diesem Thema dranzubleiben. Man hat einfach mal gespürt, wie groß man eigentlich ist und dass man im Leben vieles, sogar vielleicht alles erreichen kann – und dieses Potenzial hat sich real angefühlt. Wenn man einmal diese Luft geschnuppert hat, dann lässt es einen nicht mehr los, so war das zumindest bei mir. Deshalb bin ich die Jahre danach drangeblieben, habe immer mal wieder ein Seminar besucht oder ein gutes Buch zu dem Thema gelesen.

In den letzten 19 Jahren habe ich mich immer mehr mit diesem Thema beschäftigt und das auch zu meiner Profession gemacht. Ich habe mich schon vor einigen Jahren bewusst dazu entschieden, dass ich das mein Leben lang mache möchte. Und ich habe für mich erkannt, dass es sogar für jeden Menschen sehr erstrebenswert ist, sich ständig weiterzuentwickeln, hin zu mehr Glück und Erfolg und vor allem Erfüllung im Leben. Es ist eine tolle Ausrichtung im Leben, wenn es einem gelingt, seinen Weg zu finden und sich diese Erfüllung systematisch in sein Leben holt und am Ende des Tages ein glückliches Leben führen kann. Vielleicht misst man auch daran den Erfolg seines Lebens, wie glücklich man eigentlich ist, und ob man ein selbstbestimmtes Leben führt, in Harmonie mit sich selbst und seinen Mitmenschen. Das konnte ich glücklicherweise inzwischen nicht nur zu meiner persönlichen Ausrichtung machen, sondern auch mit GedankenTanken eine Firma ins Leben rufen, die es sich zu ihrem Zweck gemacht hat, Menschen dabei zu unterstützen. Deshalb bin ich meinen Vater für die Möglichkeit, so früh damit in Berührung gekommen zu sein, sehr dankbar.

GedankenTanken


Was denkst du, ab wann ist der richtige Zeitpunkt ist damit anzufangen, selbst Seminare oder Vorträge in Sachen Persönlichkeitsentwicklung zu hören?

Ich glaube, den gibt es nicht bzw. der ist immer da. Egal ob man 80 Jahre alt ist und noch keine Berührung damit hatte, aber sich mit dem Thema beschäftigen will oder wenn es darum geht, Kinder zu erziehen. Ich habe selbst kleine Kinder, mein ältestes Kind ist 7 Jahre, und auch ihm erkläre ich an der ein oder anderen Stelle, was im Leben möglich ist, worauf es ankommt, was Glück ist oder auch was weniger Glück ist. Ich versuche, ihm ein Vorbild zu sein. Ich meditiere inzwischen sehr viel, was meiner Meinung nach ein ganz gutes Mittel ist, um sich mit sich selbst zu beschäftigen, um in sich reinzuhorchen und um Dinge zu verändern. Ich glaube, dass vieles im Inneren passiert. Mein Kind fragte mich im letzten Urlaub zum Beispiel: „Papa, darf ich auch meditieren?“. Davon war ich sehr berührt und begeistert, denn mein Kind ist im positiven Sinne ein Energiebündel und schaffte es, 20 Minuten ganz ruhig zu meditieren. Ich glaube zwar nicht, dass er das jetzt täglich macht, aber das zeigt, dass es nie zu früh ist, sich mit sich selbst zu beschäftigen und herauszufinden, was man eigentlich möchte.

Jetzt bist du heute mit 34 Jahren extrem erfolgreich, warst du denn in der Schule ein Musterschüler oder eher der Junge in der letzten Reihe?

Ich saß tatsächlich genau dazwischen, also ich war nicht der klassische Störenfried, aber auch kein Musterschüler. Ich habe auch mal eine fünf auf dem Zeugnis gehabt und besonders gegen Ende meiner Schullaufbahn war es nicht immer ganz klar, ob ich tatsächlich versetzt werden würde. Glücklicherweise habe ich das aber immer irgendwie geschafft.

Es gab immer Fächer, auf die ich richtig Bock hatte und Lehrer, mit denen ich gut klargekommen bin. Das waren die Lehrer, bei denen es weniger um das Durchpeitschen des Lerninhaltes ging, sondern mehr darum, mit uns etwas zu entwickeln, kreativ sein zu dürfen und Freiheiten ausleben zu können. Ich erinnere mich beispielsweise an einen Lehrer, den ich in der zwölften Klasse hatte, bei dem wir in einer AG eine Firma gegründet haben. Diese AG war auf 90 Minuten pro Woche ausgelegt und ich vermute mal, dass ich hier rund zehn Stunden pro Woche investiert habe (lacht). Aber nicht nur ich, sondern das ganze Team. Ich war Vorstandsvorsitzender dieser Firma, denn unsere Firma hatte natürlich einen Vorstand. Mit dieser Firma haben wir Partys organisiert und an Wettbewerben teilgenommen. Das war unglaublich toll, da wir einen Lehrer hatten, der uns geglaubt und uns Freiheiten gegeben hat. Was ich in dieser AG gelernt habe, war mein offizieller Gründungsstein meiner unternehmerischen Laufbahn.

Diese Erfahrung zeigt mir, dass es auf die Lehrer ankommt und darauf, wie viel Bock sie haben und ob sie verstanden haben, worauf es ankommt. Natürlich gibt es aber auch hier eine Relation zu denen, die in der Schule erfolgreich sind und dann auch später im Leben Erfolg haben. Ich gehöre also nicht zu denen, die der Meinung sind, dass das Schulsystem keine Aussagekraft über ein späteres Leben hat. Jedoch sollte man sich nicht davon entmutigen lassen.

Ist denn bei dir im Leben immer alles rund gelaufen oder musstest du auch herbe Rückschläge einstecken? Hast du ein Rat für unsere jungen Leser, wie sie mit solchen Situationen am besten umgehen können?

Ich hatte das Glück, dass ich zur Persönlichkeitsentwicklung gekommen bin, ohne eine große Krise zu haben. Das ist oftmals anders, da es vielleicht einfach keine Notwendigkeit gab, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Hinzu kommt, dass Persönlichkeitsentwicklung zu betreiben nicht immer schön ist. Dafür ist es um so wirkungsvoller und die „Schmerzen“ und das Investment in sich selbst lohnen sich und zahlen sich aus.

Da ich aber schon früh damit begonnen habe, konnte ich vielleicht die ein oder andere Krise präventiv vermeiden. Dass dies nicht unbedingt ausnahmslos funktioniert, ist völlig klar, denn ich hatte wohl auch drei Krisen in meinem Leben, in die ich zum Teil sehr abrupt hereingeschlittert bin. Auf der anderen Seite bin ich sehr schnell und gestärkt aus diesen Krisen wieder daraus hervorgegangen. Zum einen handelte es sich um eine Ehekrise mit meiner Frau vor einigen Jahren, wo es zu einer sehr schmerzhaften Trennung kam, begründet durch schlimme Komplikationen bei der Geburt unseres dritten Kindes.

Es ist natürlich sehr undankbar, wenn man in einer Krise steckt, jedoch sind Krisen jedweder Art sehr wertvoll, wenn man das Potential einer Krise erkennt und bereit ist, seine Lehre daraus zu ziehen. Eine Krise möchte uns immer etwas zeigen. Bei einer Krise steht häufig eine Entscheidung an, etwas zu ändern oder etwas anders zu beurteilen und man wird zu diesen Entscheidungen gezwungen. Wenn man dann den Mut hat, mutige Entscheidungen zu treffen und sich in einer gewissen Art und Weise zu verändern, dann geht man gestärkt aus diesen Krisen hervor. Daher sehe ich diese Krisen als große Chancen.

GedankenTanken

Du hast das Unternehmen GedankenTanken aufgebaut und inzwischen seid ihr hier in Köln knapp 100 Mitarbeiter. Was macht GedankenTanken genau?

Wir wachsen aktuell sehr stark und unser Ziel ist es, bis Ende 2020 auf 150 Mitarbeiter aufzustocken, dabei haben wir uns dieses Jahr Personal-technisch bereits verdoppelt. Unsere Vision ist es, Menschen im Alltag zu begleiten und Persönlichkeitsentwicklung im Alltag zu integrieren. Das bedeutet, glauben, dass es sinnvoll ist, dass Menschen sich auf täglicher Basis inspirieren und motivieren lassen und das in Form von Impulsen, von guten Experten, von Mentoren und dass es sinnvoll ist, sich selbst mit seinen Situationen im Leben zu reflektieren. Aber auch zur Ruhe zu finden und mit seinem Stress umzugehen, zum Beispiel über Meditation oder andere Techniken. Wir wollen tatsächlich langfristig die Frage beantworten, wie man das mit heutigen Möglichkeiten wie Apps und digitalen Begleitern in den Alltag integrieren kann – und dies möglichst vielen Menschen weltweit zur Verfügung stellen. Auf genau dieses Vorhaben richten wir unser Handeln aus.

In der Praxis sieht das momentan noch so aus, dass wir Events veranstalten, was wir jedoch gerade etwas reduzieren. Dieses Jahr hatten wir 55.000 Menschen auf 36 Events. Diese Events machen unglaublich viel Spaß, aber auf der anderen Seite versuchen wir noch mehr Menschen zu erreichen und dies machen wir sehr stark digital. So gelingt es uns, aktuell monatlich rund drei Millionen Menschen über Videos und Podcasts zu erreichen. Gleichzeitig begleiten wir viele dieser Menschen mittlerweile sehr intensiv mit unserem Programm zum Thema Persönlichkeitsentwicklung. Wir haben viele Selbstständige bei uns in der Community, die wir dabei unterstützen, ihre eigene Positionierung zu finden und ihre Fähigkeiten, Skills und Leidenschaften zu vermarkten. Ebenso bilden wir Menschen für die Bühne aus. Das bedeutet, Leute die Fähigkeiten und Botschaften haben, die spannende Lebensgeschichten haben, wie sie genau diese Dinge auf der Bühne präsentieren, so dass Leute begeistert zuhören. Genau diese Dinge machen wir hier im Alltag mit einem sehr schlagkräftigen Team. Momentan überlegen wir, ob wir das auch international tun können, denn zurzeit gibt es uns nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Da wir immer digitaler werden, stellen wir aktuell sehr viele Softwareentwickler ein, um eben in dieser Branche immer größer werden zu können.

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Denkst du, dass es möglich ist, jedes Unternehmen oder auch jede Person erfolgreich zu machen und wenn ja, wie?

Erst einmal möchte ich diese Frage mit „ja“ beantworten. Jetzt muss ich natürlich erklären, warum ich das meine (lacht). Pauschal glaube ich, dass in jedem Menschen sehr viel Potential steckt. Und wenn derjenige bereit ist, dieses Potential zu entfalten und an sich und seinen Fähigkeiten zu arbeiten, Blockaden aufzulösen, die ihn vielleicht gerade davon abhalten, erfolgreich zu sein, dann glaube ich, kann jeder erfolgreich sein. Aber das ist ein Weg. Bei dem einen geht das eventuell ganz schnell, bei anderen gibt es vielleicht noch mehr Blockaden und Herausforderungen, die es zu lösen gibt. Und die müssen bereit sein, mehr an Zeit und Engagement zu investieren.

Generell glaube ich, dass man jeden Menschen erfolgreich machen kann. Jetzt muss ich aber auch definieren, was „Erfolg“ heißt. Bedeutet es, ein riesiges Bankkonto zu haben? Ich persönlich definiere Erfolg erst einmal aus der Vogelperspektiv-Ebene als: „Fühlt man sich erfüllt und glücklich im Leben?“ Wenn man Erfolg so definiert, dann denke ich, dass das jeder im Leben schaffen kann. Bei dem einen geht es leichter, beim anderen etwas schwerer…

Kann man einzelne Personen mit den gleichen Schlüsseln bzw. Methoden erfolgreich machen oder geht ihr bei GedankenTanken auf jeden Menschen individuell ein?

Das lässt sich pauschal sehr schwer beantworten und ist zudem sehr generisch, denn was ist Erfolg? Wenn wir Kunden haben, die Marketing betreiben wollen, dann ist Erfolg Umsatzsteigerung und Reichweitensteigerung. Da machen wir ganz andere Dinge als bei Kunden, die sich mit dem Thema Beziehung auseinandersetzten und hierbei Probleme haben. Grundsätzlich möchten wir Menschen unterstützen, ein erfülltes Leben zu führen und das ist auch unser Hauptschwerpunkt. Ich möchte nicht sagen, dass man alle gleich behandelt, denn das stimmt definitiv nicht. Aber es gibt ein paar Grundprinzipien, die dazu führen, dass man glücklich ist in seiner Beziehung, dass man einen Sinn im Leben findet und dass man einer Aufgabe nachgeht, wo man sich erfolgreich fühlt und wo man neben Geldverdienen auch noch Mehrwert stiftet und Spaß daran hat.

Dann haben wir aber auch Menschen, die wir in Business-Themen weiterbringen. Hier werden ähnliche Themen vermittelt, darüber hinaus aber auch Dinge wie die Frage, wie man erfolgreich eine Keynote hält oder wie man sein Wissen erfolgreich an andere Menschen weiterleitet. Das sind dann sehr andere Skills. Hier geht es dann um rhetorische Dinge, wie zum Beispiel das dramaturgische Erzählen von Geschichten, die Menschen berühren.

Unsere Programme sind also für bestimmte Ziele entwickelt, die auf spezielle Problemstellungen ausgerichtet sind. Wir haben jedoch auch Programme, die ein persönliches Coaching beinhalten.

GedankenTanken Geschäftsführer

Wenn du einen Menschen kennenlernst, in dem du großes Potential siehst oder er sich in einer Krise befindet, gehst du dann auf diesen Menschen zu?

Wenn es eine akute Notsituation wäre, glaube ich, ist es gut zu helfen. Ich sehe mich oder auch uns, also GedankenTanken, aber nicht in einer missionierenden Rolle. Wir machen ein Angebot, das findet man bei YouTube, auf unserer Webseite und im Podcast und wer das cool findet, der konsumiert das. Und da gibt es viele Menschen, die das bereits tun. Wenn sie davon inspiriert sind, bieten wir ihnen an, sie dabei zu unterstützen, noch mehr zu konsumieren und das Gelernte in die Umsetzung zu bringen. Hier helfe ich dann gerne, aber ich glaube die Bereitschaft der Menschen muss intrinsisch sein. Die Leute müssen wollen. Ich sehe es nicht als Aufgabe, ein Wollen bei anderen zu entwickeln.

Zurück zu dir als Privatperson. Was ist deine große Frage im Leben die du dir gestellt hast oder vielleicht immer noch stellst?

Unbewusst beschäftigt mich schon sehr lange die Frage, wahrscheinlich seit diesem Seminar als 15-Jähriger, wie wir unser Potential denn jetzt leben können. Man könnte auch sagen „Wie wird man wirklich glücklich und erfüllt?“ Das ist für mich die Frage, die ich bis heute mit Sicherheit noch nicht abschließend behandelt habe, denn es gibt noch so viele Momente im Leben, wo ich denke: „es darf ruhig noch ein bisschen mehr sein“ (lacht). Aber ich kann schon für mich sagen, dass ich die letzten 18 Jahre Teile der Antwort für mich gefunden habe und ich mich inzwischen mit meinem Leben sehr wohl fühle und auch mit meinen Fähigkeiten, die ich habe, mein Leben aktiv zu gestalten und es glücklich zu empfinden. Ich glaube, dass bei der Frage, wenn man sie überhaupt abschließend beantworten kann, noch ein bisschen Antwort fehlt. Aber ich habe Bock, diese Frage weiter zu beantworten.

Welche Bücher haben dich selbst umdenken lassen? Was sind deine drei Top-Bücher, die jeder einmal gelesen haben sollte? Was kannst du unseren Lesern wärmstens empfehlen?

Also mich hat zum Beispiel Robert Betz sehr viel weitergebracht. Da kann ich Bücher empfehlen wie „Willkommen im Reich der Fülle“ oder „Raus aus den alten Schuhen“. Für mich ein Grundlagenbuch darüber, wie wir Menschen funktionieren und warum wir das Leben empfinden, wie wir es empfinden und wie wir es aktiv ändern und gestalten können. Er war ein großer Mentor in meinem Leben, bei dem ich später auch die Ehre hatte, sein Unternehmen zu leiten.

Aktuell profitiere ich sehr stark von der Arbeit von Dr. Joe Dispenza, einem amerikanischen Seminarleiter, der mehrere Bücher geschrieben hat. Er arbeitet sehr stark damit, seine Zukunft aktiv zu gestalten, zum Beispiel durch Meditation, aber auch mit Visionsarbeit, wo wir uns bewusst entscheiden, wie wir unser Leben führen wollen und dies auch schaffen. Das sind zwei Autoren, die absolut top sind.

Aber auch Eckhart Tolle „Jetzt!“ ist ein sehr spezielles Buch. Auch von Byron Katie habe ich viel lernen dürfen.

Es gibt ein Buch im Wirtschaftskontext, das darüber handelt, wie man erfolgreich Unternehmen gründet, aufbaut und erfolgreich macht. Wie man Unternehmenskulturen schafft, wo Mitarbeiter sich wohlfühlen und diese als Gegenleistung das Unternehmen erfolgreich machen. Dieses Buch heißt „Scaling Up“ von Verne Harnish. Das ist für mich das Wirtschaftsbuch schlechthin, welches ich empfehlen kann.

Du führst dein Unternehmen mit Leidenschaft. Wie kriegst du deine viele Arbeit und dein Privatleben unter einen Hut?

Das ist sicherlich meine größte Herausforderung im Leben. All diese Dinge, die mir im Leben wichtig sind, wie meine Familie, Kinder, Freunde, die Firma, Zeit für mich zum Wohlfühlen, Reisen, Persönlichkeitsentwicklung und Unternehmensaufbau und vieles mehr unter einen Hut zu kriegen. Das schaffe ich nur, weil ich sehr bewusst priorisiere und immer mehr darauf achte, das zu machen, was mir wirklich Spaß macht. Dadurch habe ich sehr volle und intensive Tage, fühle mich aber sehr wohl dabei und verfüge somit über sehr viel Energie, all das hinzubekommen.

Es gibt natürlich auch Phasen, in denen das nicht so gut gelingt. Aber diese Phasen werden immer kürzer und seltener, weil die Dinge relativ im Gleichgewicht sind und entsprechend Spaß machen und erfüllend sind. Ich eliminiere mehr und mehr Dinge, bei denen ich wenig für mich rausziehe. Und ich habe ein tolles Team. Ich habe großen Fokus darauf gelegt, mich mit sehr guten und fähigen Menschen zu umgeben, die die gleiche Vision haben wie ich, die mich dabei unterstützen, die ich unterstützen kann. Dadurch kann ich eine tolle Wirkung entfalten. Das befriedigt sehr und gibt viel Energie.

Welchen Tipp würdest du jungen Leuten geben, die merken, dass das Thema Persönlichkeitsentwicklung Interesse in ihnen weckt?

Es gibt sehr unterschiedliche Menschen. Es gibt diejenigen, die sehr anspruchsvoll sind und die den Anspruch haben, wirklich ein erfülltes Leben zu führen und die sich nicht mit Mittelmaß zufriedengeben. Mittelmaß im Sinne von: „Ok, ich habe halt einen Job, der mich ernährt und es sind jetzt noch 40 Jahre bis zur Rente – das geht schon irgendwie. Und auch meine Beziehung geht. Nicht meine Traumbeziehung, aber passt schon und eine Trennung wäre jetzt eh zu anstrengend“. Also Menschen, die sich mit ihrem Status quo sehr schnell zufriedengeben, aber langfristig, wenn sie ehrlich zu sich sind, kein glückliches Leben führen.

Dann aber gibt es die Leute, die merken, dass es im Leben mehr gibt. Ich glaube die erste eben genannte Gruppe lebt ihr Leben häufig so vor sich hin, da sie vergessen hat und nicht mehr weiß, wie geil Leben sein kann oder dies sogar noch nicht richtig erfahren haben. Ich persönlich möchte Menschen einfach dazu ermutigen, vom Leben das Beste zu fordern und zu erwarten. Damit meine ich nicht, das von anderen Menschen einzufordern, sondern man ist selbst für sein Leben und das, was man daraus macht verantwortlich.

Ich glaube zu wissen, ein Leben kann echt geil sein, kann Spaß machen, kann Abenteuer sein und jeder hat das Potential, all das in seinem Leben zu haben. Dafür muss man bereit sein, in sich selbst zu investieren und sich mit sich auseinanderzusetzen. Schon allein eine Bestandsaufnahme zu machen und zu sehen, wo man heute in seinem Leben steht, ist wichtig. Sich zum Beispiel mal die Frage zu stellen, wie die Beziehung zu seinem Partner denn auf einer Skala von 1 bis 10 gerade ist, oder wie groß die Zufriedenheit im Job und zu sich selbst ist. Wie stehe ich zu meinem Körper? Was halte ich von meinen finanziellen Möglichkeiten? Wenn man jetzt beim Beantworten der Fragen merkt, dass man auf der Skala im Schnitt immer unter sechs oder noch sogar noch tiefer ist, oder nicht einmal weiß, wie man es einschätzen könnte, dann ist es Zeit, daran zu arbeiten. Denn ich bin der Überzeugung, dass jeder auch eine 10 in seinem Leben realisieren kann.

Wenn ich beispielsweise meine Beziehung mit 5 einschätze, was hält mich davon ab, eine 9 zu erreichen? Traue ich mir das nicht zu? Oder meinem Partner? Weiß ich gar nicht, was eine 9 bedeutet? Weiß ich vielleicht gar nicht, was eine gute Beziehung ausmacht oder wie sich das anfühlen kann?

Ich glaube es ist erstrebenswert und man sollte den Anspruch an sich haben, überall in seinem Leben eine 8, 9 oder 10 zu erreichen. Und ich möchte junge Menschen dazu ermutigen, sich damit auseinanderzusetzen und neugierig zu sein. Es ist toll, sich bereits in jungen Jahren damit zu beschäftigen. Das Leben zwingt einem spätestens in älteren Jahren dazu, das zu tun. Ich glaube, man kann jedoch sehr viel präventiv machen und sich sein Leben schon früh aktiv gestalten. Man muss erst gar nicht in eine Midlife-Crisis kommen oder negative Erfahrungen machen, um sich mit sich und dem Erfolg seines Lebens auseinanderzusetzen.

 

Fotos: GedankenTanken PR