Daniel Rodic: Ein Schauspieler zur Vorbereitung bei der Müllabfuhr

Daniel Rodic Interview

In den USA passiert es nicht selten, dass sich große Schauspieler teilweise wochenlang alleine in ein Hotelzimmer einschließen lassen, um sich auf eine besonders anspruchsvolle Rolle vorzubereiten und an seinem Charakter zu feilen, bis er der Schauspielfigur entspricht. Hierzulande passiert dies eher selten. Nicht so bei Daniel Rodic. Für den neuen ARD-Zweiteiler „Die Drei von der Müllabfuhr“ hat er ein „Tagespraktikum“ bei der Müllabfuhr absolviert. Wie dies für ihn war, welche Eindrücke er sammeln konnte und worum es im Zweiteiler geht, erfährst du hier.

Du hast gerade einen ARD-Zweiteiler gedreht, der im Frühjahr ausgestrahlt wird. Der Titel „Die Drei von der Müllabfuhr“ klingt bereits nach einem Film, der uns zum Lachen bringen wird. Worum genau geht es denn?

Den ersten Teil haben wir letztes Jahr im Januar und Februar in Berlin gedreht und den zweiten mit dem Arbeitstitel „Die Drei von der Müllabfuhr – Baby an Bord“ im November und Dezember. Im ersten Teil geht es darum, dass die drei Müllmänner Werner „Käpt’n“ Träsch, Ralf und Tarik, gespielt von Uwe Ochsenknecht, Jörn Hentschel und mir, einen Hilfsroboter zugewiesen bekommen, der ihnen die Arbeit erleichtern soll. Das sorgt zunächst zwar für Empörung, weil sie befürchten, dass der Roboter ihnen zukünftig die Arbeitsplätze wegnehmen könnte, doch letztendlich nehmen sie ihn dann gegen ihren Willen mit und versuchen einiges, um es dem Roboter so schwer wie möglich zu machen (lacht). Das Thema Automatisierung ist, wie man weiß, ein sehr aktuelles Thema und das greifen wir in diesem Film auf, aber mit einer guten Portion Humor. Der zweite Teil thematisiert etwas ganz anderes, ein Baby wird einfach auf dem Betriebshof der Müllabfuhr abgegeben und keiner der Müllmänner weiß am Anfang so recht, wie er mit der Situation umgehen soll, bis alle Drei beschließen, das Baby in ihre Obhut zu nehmen. Naja, man kann sich ja ausmalen, was ein Baby an Bord eines Müllwagens für Herausforderungen mit sich bringt – ich kann nur sagen, drei Müllmänner mit Herz… und einer Portion Überforderung (lacht).

Daniel Rodic Interview

Um deine Rolle möglichst authentisch spielen zu können, hast du dich einem Tagespraktikum bei der Berliner Stadtreinigung unterzogen. Eine Tatsache, die wohl nicht alltäglich ist. Wie anstrengend war dieser Tag für dich und was waren deine Aufgaben?

Ich möchte mich auf meine Rollen gerne so gut wie möglich vorbereiten, deshalb habe ich mich gefreut, als ich erfahren habe, dass wir bei der Berliner Stadtreinigung wirklich mit anpacken können und mal am eigenen Leib erfahren haben, was es heißt, bei der Müllabfuhr zu arbeiten, auch wenn es nur ein Tag war. Also gefühlt 100 Keller hoch und runter laufen mit kiloschweren Tonnen im Schlepptau und dabei dann auch noch mit dem Tempo der Jungs von der BSR mitzuhalten, das war schon nicht ohne, aber ich mag Herausforderungen. Respekt vor dem Beruf der Müllmänner hatte ich schon immer, aber nach dem Tag noch umso mehr. Und was mir am meisten imponiert hat, ist die Herzlichkeit der Jungs!

Was war der ausschlaggebende Grund für dich, die Rolle bei „Die Drei von der Müllabfuhr“ als Tarik, dem humorvollen Frauenschwarm, anzunehmen?

Was mich dazu gebracht hat, in dem Film mitzuspielen, waren verschiedene Dinge: Zum einen die Kollegen, die Regie, aber natürlich auch die Geschichte des Films dank der Produzentin Doris Zander. Die Chemie zwischen Uwe Ochsenknecht, Jörn Hentschel und mir hat sofort gestimmt und das sieht man dem Film hoffentlich auch an.

Wie gut ist der Zweiteiler geworden und welches Publikum werden die beiden Teile ansprechen?

Ob etwas auch beim Publikum gut ankommt, weiß man ja leider immer erst im Nachhinein, aber wir Schauspieler haben unser Bestes gegeben und ich bin sehr zuversichtlich, dass die Zuschauer ob Jung oder Alt ihren Spaß an dem Film haben werden. Und spätestens im zweiten Teil wird das Baby die Herzen zum Schmelzen bringen (lacht).

Seit 2010 bist du im TV zu sehen. Angefangen damals bei „Der Lehrer“ und „Bad Cop“ oder auch im Kinofilm „So viel Zeit“. Welches Genre bedienst du persönlich am liebsten? Was liegt dir am ehesten?

Ich lege mich ungern auf ein bestimmtes Genre fest, da ich Film liebe und das gerade wegen der unterschiedlichen Facetten, von Fantasy bis zu Thriller, Comedy oder Drama. Was am Ende stimmen muss, sind die Story und die Umsetzung. Dazu muss natürlich auch die Rolle passen, sei es der Protagonist oder Antagonist, beide Seiten finde ich interessant. Ich möchte dem Zuschauer etwas vermitteln und ihn am Ende des Tages vielleicht auch dazu anregen, über gewisse Dinge nachzudenken, die er oder sie im Film gesehen hat.
Daniel Rodic

War für dich schon als kleiner Junge klar, dass du ins Fernsehen willst?

Absolut! Ich erinnere mich noch ganz genau, als ich damals 9 oder 10 Jahre alt war, haben mein Bruder und ich selber einen Film gedreht, in dem ich alle Rollen spielte, vom „Drogen-Boss“ bis hin zum „Auftragskiller“. Ein ziemlich brutaler Streifen für das junge Alter, wenn ich so daran zurückdenke. (lacht) Naja, ich glaube das liegt wohl auch daran, dass ich von klein auf mit Filmen von Scorsese und Tarantino aufgewachsen bin.

Du bist 27 Jahre alt und wie man sieht, hat Sport bei dir einen großen Stellenwert. Wie anstrengend ist es, deinen Body zu halten. Wie sieht eine typische Woche mit Dreharbeiten und Gym bei dir aus?

Der Körper ist unser Werkzeug, und ich habe lieber ein scharfes Skalpell als ein Buttermesser, mit dem ich schneide (lacht). Ein normaler Wochentag während Dreharbeiten würde so aussehen, dass ich morgens noch vor Drehbeginn zum Sport gehe. Wenn sich das zeitlich nicht einrichten lässt, gehe ich nach dem Drehtag zum Training, da ist die Zeit dann auch egal, das letzte Mal war ich sogar um ein Uhr nachts im Studio.

Dein Aussehen, gepaart mit deinem Job, dürfte so manche Frau durchdrehen lassen. Wie wirkungsvoll ist diese Kombination und wie häufig wirst du von Mädels kontaktiert?

So häufig werde ich auf der Straße gar nicht angesprochen (lacht). Ich bekomme zwar auch Nachrichten, aber eher darauf bezogen, dass ihnen meine Rolle in einem Film oder einer Serie gefallen hat, was mich dann natürlich sehr freut. Aber ein direkter Flirtversuch war noch nicht dabei… irgendwas mache ich wohl falsch. (lacht)

Daniel Rodic Interview

Besonders in Berlin wissen wir, wie hart das Filmbusiness ist. Hast du jemals Zweifel an deiner Entscheidung, ins Fernsehen zu gehen gehabt? Gab es einen Plan B für dich?

Einen Plan B wollte ich nie haben, denn wenn ich fallen sollte, dann nur nach vorne, das ist bis heute meine Einstellung. Wenn wir immer nur auf Nummer sicher gehen, wo bleibt dann das Risiko, das uns womöglich dazu bringt, auch mal in schwierigen Situationen Entscheidungen treffen zu müssen, die am Ende Gutes hervorbringen.

Worauf dürfen wir uns denn 2019 von dir freuen? Gibt es neue Filme oder Serien, die bereits anstehen?

2019 stehen einige schöne Projekte an, beziehungsweise sind in Entwicklung und dazu gehören weitere Fortsetzungen. Aber wie sagt man so schön, unverhofft kommt oft, deswegen freue ich mich auf alles, was das neue Jahr für mich bereithält!

 

Fotos: Lars Laion

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