Wundersame Kräfte freisetzen durch mentale Stärke

        mentale Stärke    

Im entscheidenden Moment nicht in Panik zu verfallen, sondern hochkonzentriert hundertfach visualisiertes und antrainiertes Verhalten an den Tag zu legen – das kennzeichnet Menschen mit mentaler Stärke. Solche Menschen kommen auch mit Situationen zurecht, die sie aus der gewohnten Bahn werfen und schlagartig in eine neue Situation katapultieren. Mental starke Menschen treffen trotzdem die richtigen Entscheidungen.

Wenn Schach- oder Tennisspieler jeden möglichen Zug bzw. Schlag vor dem eigentlichen Match mental durchspielen, besitzen sie anschließend die Stärke, sich durch nichts aus der Ruhe bringen zu lassen. Mentales Training wird in neuerer Zeit auch bei der Reha-Behandlung von Patienten genutzt.

Außerdem möchte man es verstärkt in Bildungseinrichtungen einsetzen, um durch Mentaltraining ein durch Prüfungsängste verursachtes Versagen auszuhebeln. Die gute Nachricht ist, dass auch du deine mentale Stärke systematisch trainieren kannst.
 

Was ist eigentlich mentale Stärke?

Mentale Stärke wird niemandem schon bei der Geburt mitgegeben. Es ist etwas, das du von dir aus entwickelst und trainierst. Im Grunde setzt sich mentale Stärke aus verschiedenen Faktoren wie …
 

– hoher Konzentrationsfähigkeit
– stark entwickelter Disziplin
– hoher Frustrationstoleranz (Resilienz)
– gesundem Selbstbewusstsein
– überdurchschnittlicher Stressfähigkeit
– enormer Willensstärke
– häufiger Selbstreflektion
– viel Zuversicht
– Zielstrebigkeit
– und dem Aufrechterhalten einer starken Motivation

 

… zusammen. Wer solche Charaktereigenschaften trainiert, besitzt eine spürbar höhere Leistungsfähigkeit. Er entwickelt Durchhaltevermögen und gerät bei schwierigen Situationen nicht aus der Bahn. Umgekehrt stärkt mentales Training auch jede einzelne dieser Charaktereigenschaften. Durch Mentaltraining entsteht also eine Win-win-Situation für alle genannten Instanzen.

Mental starke Menschen können sich auch in Krisen oder schwierigen Situationen auf das gesetzte Ziel konzentrieren. Sie betrachten Niederlagen und Rückschläge nicht als Katastrophen, sondern lernen aus ihnen. Sie besitzen eine ungewöhnlich hohe Frustrationstoleranz. Mental starke Menschen verlieren das Ziel auch bei anhaltenden Schwierigkeiten und Misserfolgen nicht aus den Augen. Mit Willensstärke wird das Ziel verfolgt, auch wenn sich anfangs einiges in den Weg stellt. Wo viele Menschen schon frustriert aufgeben, besitzen andere noch genügend Motivation, um weiterzumachen. Solche Menschen schaffen es, Amerika zu entdecken, die höchsten Gipfel der Erde ohne Sauerstoff zu besteigen oder irgendwann die Reise zum Mars zu wagen.
 

Wie kann mentale Stärke trainiert werden?

Verschiedene Komponenten sind dazu hilfreich. Zum Beispiel:

  • sich gut vorzubereiten. Wer die Besteigung der Eiger-Nordwand nicht unzählige Male im Geiste durchgespielt hat, wird beim realen Gipfelsturm eher scheitern, als wenn er bereits jede Felsritze und jeden Grat vor dem geistigen Auge Revue passieren ließ. Von guter Vorbereitung profitieren auch Piloten, die sich auf Krisen in der Luft vorbereiten. Ebenso können THW-Helfer in Katastrophenfällen funktionieren, weil sie bereits mehrfach geübt haben, Verschüttete zu befreien oder nach einem Flugzeugabsturz Leichen zu bergen.
  • Verantwortung zu übernehmen. Und zwar für jede einzelne Minute im Leben. Nicht nur gelegentlich. Mentale Stärke entsteht aus dem Gefühl der Eigenverantwortlichkeit. Was auch immer im Leben passiert: Du allein bist der Lenker deines Geschicks. Niemand anderer ist schuld, wenn etwas schiefgeht.
  • Bewusstsein zu schaffen. Wenn du deine Stärken, deine Vorteile und guten Seiten ebenso bewusst wahrnimmst wie deine schlechten Seiten, kannst du dich auf deine Stärken verlassen. Du wirst sogar deine vermeintlichen Schwächen gezielt in Stärken verwandeln. Zuvor musst du sie allerdings akzeptieren und nicht verurteilen.
  • das Momentum zu nutzen. Es geht dabei um einen kurzen Augenblick mit starker Impulskraft, der aus einer starken Motivation entstehen kann. Meistens verpufft dieser Elan dann wieder – es sei denn, du lässt dich vom Momentum mitreißen und entwickelst daraus eine anhaltend starke Motivation. Wenn diese alle Durststrecken übersteht, hast du genug innere Stärke entwickelt.
  • positiv zu denken. Mentale Stärke und Pessimismus vertragen sich nicht. Mentale Stärke entsteht aus positivem Denken, aus dem Gefühl „Ich schaffe das!“. Es geht dabei aber nicht darum, etwas schönzureden, sondern vielmehr darum, grundsätzlich die besten Ergebnisse zu erwarten. Mit positiver Autosuggestion wird der Erfolg bereits im Unterbewusstsein vorprogrammiert.
  • eventuelle Hürden aus dem Weg zu räumen. Negative Gedanken, Zweifel oder Versagensängste haben im Kopf eines mental starken Menschen keinen Platz. Du solltest dir ebenfalls ihrer zersetzenden Wirkung bewusstwerden. Geistige Hürden sind Hindernisse, die du überspringen lernen musst. Nimm wahr, was sich in dir sperrt. Verdränge es nicht, sondern setze dich intensiv damit auseinander.
  • erwünschte Ergebnisse zu visualisieren. Sich bildlich oder wie in einem mentalen Film vorzustellen, wie etwas sein wird, verhilft dem Konzentrationsvermögen. Du kannst Unwichtiges ausblenden und dich voll auf eine anstehende Aufgabe konzentrieren. Du trainierst, den Geist zu fokussieren, und bereitest dich auf die anstehende Aufgabe vor. So werden nicht nur Tennismatches gewonnen, sondern auch defekte Flugzeuge sicher gelandet.
  • sich konkrete Ziele zu setzen. Mental starke Menschen mögen keinen Stillstand. Sie nehmen immer neue Ziele ins Visier, um geistig aktiv zu bleiben. Eine konstant gleich hoch gelegte Messlatte schläfert dich ein, statt dich herauszufordern. Nur wer sich immer wieder ausprobiert, wird mental stark. Der notorisch Ängstliche bleibt angesichts höherer Hürden schwach und verweigert sie.
  • Musik zu hören. Richtig gehört: Musik kann wunderbar motivieren. Ein passender Songtext kann dich mit mentaler Stärke versorgen, hämmernde Rhythmen geben dir Energieschübe. Meditative Musik erschafft eine Ruheinsel, in der du deine Energien bündeln und fokussieren kannst. Nutze diese Möglichkeiten, um mental stärker zu werden.
  • Diszipliniertheit zu üben. Ohne Disziplin versickert deine Motivation schnell. Einen besseren Antreiber als Disziplin kannst du kaum finden. Sie hält dich auch in schwachen und lustlosen Momenten auf Kurs. Sie erinnert dich daran, warum du etwas tust und wofür. Disziplin geht einher mit Widerstandskraft und der Kontrolle über die Situation.

 

Ängste und Zweifel sind nicht das Thema mental starker Menschen – selbst wenn diese gelegentlich ihre Anwesenheit spüren. Starke Menschen konzentrieren sich einfach auf wichtige Dinge, niemals auf ihre Schwächen oder Zweifel. Deshalb werfen Fehl- oder Rückschläge einen mental starken Menschen auch niemals aus der Bahn. Nicht umsonst stellen sich immer mehr Leistungssportler einen Mentalcoach an die Seite. Das sportliche Training alleine reicht nicht für den Sieg. Man muss diesen auch wollen und sich als tatsächlich erreichbares Ziel vorstellen können. Klappt es nicht, versuchen mental starke Sportler es eben nochmals. Der Kopf muss mitspielen – dann bringt dich nichts mehr so schnell aus der Ruhe.

 

Foto: Tetra Images / Getty Images



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