Andreas Wirth im Gespräch: „Mit Blick nach vorne und Vollgas in 2014!“

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Es ist Mittwoch und die Ajouré MEN ist mit Rennfahrer Andreas Wirth verabredet. In einem Restaurant nahe dem Hockenheimring wartet er bereits auf uns. Wir treffen einen zurückhaltenden und dennoch lustigen und sympathischen jungen Mann, der vor Energie strotzt, das Leben auf dem Asphalt liebt und immer einen spontanen Spruch auf den Lippen hat.
 

Wie bist du zum Motorsport gekommen? Ganz klassisch über Kart- und Formelrennsport, oder als Quereinsteiger?
Ich bin schon seit ich 5 Jahre alt bin mit dem Motorsport Virus infiziert. Mein erstes Motorrad mit Seitenwagen bin ich mit 5 gefahren. Danach habe ich mit 8 Jahren mit dem Kartsport begonnen und bin dann die klassische Formel Schule gegangen – über Nachwuchsrennserien bis hin zu den Profis. Da war natürlich das Highlight die Champ Car World Series.

Was ist deine „Lieblings-Rennstrecke“?
Da gehören einige dazu. Von Long Beach, Kalifornien über den Nürburgring bis hin nach Surfers Paradise in Australien.

Die ADAC GT-Masters waren dieses Jahr zum ersten Mal zu Gast auf der „Ardennen-Achterbahn“ Spa-Francorchamps. Warst du davor schon mal auf dem Kurs unterwegs? Wie bist du mit der Strecke zurechtgekommen?
Ich bin im meinem ersten Jahr im Formelrennwagen in der Formel Ford dort gefahren. Damals bei der Europameisterschaft wo ich den 10. Platz als bester Rookie belegte. Ich mag die Strecke sehr, obwohl sie in dieser Saison unserem Auto alles andere als entgegenkam.

Dort hattest du auch mit starken Regenfällen zu kämpfen. Was liegt dir eher? Regenrennen oder trockene Rennstrecke?
Beides macht mir Spaß. Hier muss ich jedoch klar sagen, das kommt darauf an in welchem Auto man sitzt.

Balance of Performance ist ja ein heiß diskutiertes Thema im GT-Rennsport. Was sagst du dazu?
Was soll man dazu sagen…Mit so vielen Herstellern in den GT3 Serien kann man es nicht jedem recht machen. Ich denke, die Verantwortlichen versuchen es immer irgendwie richtig zu machen, auch wenn es oftmals nicht ganz nachvollziehbar ist.
 

Andreas Wirth Profil
 

Ihr hattet bisher immer wieder mit technischen Defekten und Unfällen zu kämpfen, wie z.B. am Nürburgring mit dem Getriebeschaden. Wie gehst du mit Rennausfällen um?
Ich habe aufgehört, mir viele Gedanken darüber zu machen. Ich hatte in den letzten beiden Saisons um es milde auszudrücken, nicht wirklich das Glück auf meiner Seite. Aber ich bin ein positiver Mensch. Ich schaue immer nach vorne! Niederlagen machen mich stärker und motivieren mich dazu es wieder bis ganz nach vorne zu schaffen!

Callaway Competition ist ein starkes Team. Wo siehst du dich 2014?
Beim gleichen Team und hoffentlich vorne in der Meisterschaft.

Ist Stallorder oder eine interne Reihenfolge der Fahrer bei euch ein Thema?
Nein. Eigentlich nicht. Klar, war gegen Ende der Saison die Situation gegeben, dass meine Teamkollegen um die Meisterschaft gekämpft haben und wir aufgrund diverser Zwischenfälle eben nicht. Begegnet man dann seinen Teamkollegen auf der Rennstrecke muss man halt den Kopf einschalten.

In welcher Rennserie würdest du noch gerne teilnehmen?
Ich würde gerne wieder mal ein oder mehrere Saisons in Nord Amerika bestreiten, wo ich sozusagen meine motorsportlichen Sporen verdient habe.
 

Andreas Wirth Auto
 

Welcher Rennbolide begeistert dich am meisten?
Mit ganz weitem Abstand ein Champ Car. Heute würde man Indy Car dazu sagen. Von der Power her und der Physis die man aufwenden muss solch ein Auto zu fahren. Ich bin leider noch kein Formel 1 Auto gefahren, was mit Sicherheit auch sehr geil ist, aber bei einem Champ Car hat man keine Hilfen wie Servolenkung, Bremskraftverstärker usw. Auch hat man keine Carbonbremsen sondern Stahlbremsen. Und man hat die ganzen Aerodynamik Spielereien nicht. Hier kommt es wirklich sehr viel auf den Fahrer an und darauf dieses Biest von Auto zu zähmen.

Sind andere Rennfahrer der Serie für dich Kollegen oder reine Gegner?
Auf der Rennstrecke meine Gegner. Neben der Rennstrecke sind einige meine Freunde und Kollegen.

Hast du Vorbilder im Motorsport? Schumacher, Senna, Röhrl?
Vorbilder klar. Ich würde lügen wenn ich Leute wie Senna oder Schumacher nicht als Vorbilder sehe.

Wolltest du schon immer im Motorsport aktiv sein? Was hättest du gemacht, wenn es nicht geklappt hätte
Es war von jungen Jahren aus klar dass dies das war was ich machen möchte. Wenn ich keinen Motorsport mehr betreiben würde, würde ich mich noch mehr in das Thema Erneuerbare Energien reinhängen. Aber da habe ich heute auch schon jetzt einiges mit zu tun!

Was machst du in deiner Freizeit am liebsten? Wie kannst du abschalten?
Ich mache gerne Sport, mag es mit meinen Freunden, meiner Familie, meiner Freundin und meinem Hund etwas zu unternehmen. Abschalten kann ich jedoch am allerbesten, wenn ich mich ins Auto setze und auf die Autobahn oder sonstwo hinfahre.

Wann hast du deinen letzten Strafzettel bekommen? Was macht dich beim Autofahren aggressiv?
Ich habe 0 Punkte und Strafzettel nur wegen falsch parken J Aggressiv machen mich notorische Linksfahrer und Leute die denken nur weil sie ein dickes Auto fahren gehört ihnen die Straße.

Das letzte Rennen der Saison ist ganz traditionell Hockenheim. Freust du dich besonders auf dein Heimspiel?
Mein Heimspiel ist natürlich immer etwas Besonderes. Leider hat sich das Pech auch bis zum letzten Rennen durchgezogen. Aber da das ganze Jahr bescheiden war, lasse ich mich nicht kleinkriegen. Blick nach vorne und Vollgas in 2014!
 

Fotos: AJOURE´ Redaktion / Tobias Bojko



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