Black Mass – Filmkritik & Trailer

           

Black Mass – Die Story

Der Kleinganove James „Whitey“ Bulger (Johnny Depp) mausert sich mehr und mehr zum Strippenzieher in der Bostoner Unterwelt. Nur die italienische Mafia als größte Konkurrenz steht ihm noch wirklich im Weg. Da tritt John Connolly (Joel Edgerton), ein Freund aus Kindertagen und nun FBI Agent, mit dem Vorschlag an Bulger heran, er solle ihr Informant werden, damit das FBI die Mafia erledigen kann. Bulger geht den Deal ein, jedoch nur um alles zu seinen Gunsten zu nutzen.

Als sich die Geschäfte Bulgers Winter-Hill-Gang immer mehr ausweiten, die Informationen von Bulger dagegen lange nicht das bieten, was einen Deal seitens FBI rechtfertigen würden, wird es Connollys Vorgesetztem Charles McGuire (Kevin Bacon) zu bunt. Doch Connolly und FBI Kollege John Morris (David Harbour) stecken schon zu tief in der ganzen Sache drin.

 

 

Johnny Depp is back

In einem schnörkellosen, knallharten Film brilliert Johnny Depp in ungewohnter Optik.

Dabei setzt der Film auf schonungslose Gewalt, wenig Effekthascherei und zeigt, natürlich erzählerisch aufbereitet, die wahre Begebenheit um den berüchtigten Unterweltboss James Bulger, der erst 12 Jahre später, im Alter von 81 Jahren, vom FBI gefasst wurde.

Johnny Depp, der Bulger gibt, brilliert einmal mehr in einer Rolle, die ihn optisch sehr entfremdet und vielleicht gerade deshalb so stark aufspielen lässt. Depp agiert in seinem Schauspiel beeindruckend, wie es seit seinem Piratenkapitän nicht mehr der Fall war. Und ist dabei doch so anders, dass man diesen Darsteller, wenn man es nicht wüsste, niemals mit dem Sonderling aus dem Fluch der Karibik Franchise in Verbindung bringen würde.

Die Geschichte, die uns Regisseur Scott Cooper präsentiert, kommt dabei ohne übertriebene Kamerafahrten, Massenszenen oder sonstige Gimmicks aus. Die Stärken des Films liegen deutlich in der (wahren) Geschichte, die dem Film zugrunde liegt und dem tollen Spiel der Akteure. Dabei spielt neben den Verstrickungen und starken Dialogszenen vor allem Gewalt eine tragende Rolle. Diese wird dann auch ziemlich schonungslos präsentiert, ohne dabei Tarantino-like überhöht zu werden.

Schöne, klare Bilder und ein gelungener 80er Look runden die Produktion ab. Dazu kommt ein überaus gelungener Soundtrack, für den sich Tom Holkenborg, vielen unter dem Pseudonym Junkie XL bekannt, verantwortlich zeigt.

 

Starker Geschichtsunterricht

Black Mass ist kein Film für die Masse. Dafür ist er zu wenig Popcorn Kino, zu anspruchsvoll. Um jedoch amerikanischen Geschichtsunterricht lebendig und beeindruckend zu erleben und sich in einer unglaublich heftigen Geschichte zu verlieren, dafür ist der Film bestens geeignet. Und wer Johnny Depp endlich einmal wieder in einer Oscar würdigen Rolle sehen will, der sollte sich Black Mass ebenso nicht entgehen lassen.

 
Black Mass Kinoposter
Kinostart: 15. Oktober 2015

 

Fotos: Warner Bros. Pictures Germany



Anzeige

Dieser Artikel kann Werbelinks enthalten.
Keine Kommentare

Dein Kommentar dazu Abbrechen

Deine E-mail Adresse wird nicht veröffentlicht.