Smart Home – jetzt auch bei IKEA. Auf Knopfdruck das Interieur in den Lieblingsfarben erstrahlen lassen, zeitgerecht dimmen, dazu die passende Musik streamen. Mit Smart Home bieten sich diverse Möglichkeiten, die Wohnumgebung zu gestalten. Kein Wunder, dass der Möbelhändler auch diesen Bereich der Wohnraumgestaltung irgendwann in sein Programm aufnehmen musste. Und passend zum Geschäftsmodell mit geringen Kosten für den Verbraucher. Aber was taugen die smarten Lampen aus Schweden? Hier ein Überblick.

IKEA hat das Smart Home nicht komplett neu erfunden. Die Elemente des Systems ähneln doch sehr den Komponenten anderer Hersteller. Aber die Preise sind neu: deutlich günstiger als die Konkurrenz bietet das Unternehmen die Produkte seinen Kunden an. Smarte Leuchtmittel bekommt man hier ab 8 Euro. Sie werden in den Lampensockel geschraubt und mit Hilfe der App oder der Fernbedienung farblich eingestellt. Die Fernbedienung ist unbedingt notwendig, will man Geräte hinzufügen. Deshalb wird sie oft in Sets mit Leuchtmitteln angeboten.

Flexibles System für unterschiedliche Ansprüche

Soll nicht nur das Licht gesteuert werden, wird die Anschaffung eines sogenannten Gateways erforderlich. Diese Steuereinheit schlägt mit 30 Euro zu Buche und wird über ein LAN-Kabel mit dem WLAN-Router verbunden. Dieser sendet mit dem Zigbee-Standard an die IKEA-Komponenten, sorgt aber auch für die Einbindung von Geräten der anderen Hersteller, auch wenn sie andere Funkstandards nutzen.

Besonders diese Flexibilität ist ein großer Pluspunkt des IKEA-Systems, denn viele Kunden haben bereits das ein oder andere Element aus einer anderen Anlage und können es oft nicht weiter verwenden. Oder das Einstellen mit mehreren Apps wird irgendwann unpraktisch. Nicht so bei IKEA, das um Nutzerfreundlichkeit bemüht ist. Aber auch das eigene Angebot wird ständig erweitert. Immer mehr Varianten von Glühbirnen und mittlerweile auch Fertiglampen, Schaltern, Sensoren und sogar Funkrollos sind mittlerweile hinzugekommen.

Nicht Billy, sondern Tradfri

Tradfri

Die Leuchtmittel für den Einsatz im smarten Home firmieren unter dem Produktnamen Tradfri. Zehn unterschiedliche Modelle zum Preis von 8 bis zu 20 Euro bietet IKEA zurzeit an. Im Angebot sind Leuchtmittel in Kerzen- oder in Birnenform in matt, aber auch eine transparente Variante. Zusätzlich wird bei letzterer ein Glühfaden imitiert, um einen trendigen Retro-Look zu erhalten. Alle gängigen Fassungen von E27 über E14 bis zu GU10 werden angeboten.

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Die günstigen Modelle liefern eine warmweiße Beleuchtung bei einer Farbtemperatur von 2700 Kelvin. Andere Lampen bieten ein erheblich größeres Weißspektrum, und ein Wechseln zwischen kühlem und warmem Weiß per Knopfdruck erspart den Innenarchitekten. Farbfähige Leuchten gibt es für 20 Euro, mit der Fernbedienung sind neun Farbtöne kombinierbar, mit der App sogar 20 Vollfarben.

Mit dieser Kombination einzelner Farben ist aber nicht das gesamte RGB-Spektrum verfügbar. Auch vorgefertigte Lichtszenen, wie von anderen Herstellern bekannt, sind nicht verfügbar. Aber alle Leuchtmittel kann der Nutzer stufenlos dimmen. Die gewählten Einstellungen für die Lampen des Raumes kann man aber abspeichern und bei Bedarf auf Knopfdruck wieder aufrufen. Mit einem Zeitschaltplan, genannt Timer, wird automatisches Ein- und Ausschalten der Lichtquellen in Abwesenheit ermöglicht.

Die Fertiglampen Floalt, Irsta, Omlopp und Strömlinje

Floalt

Die bisher vorgestellten Leuchtmittel konnten nach Geschmack und Situation gewechselt werden. Zusätzliche sind aber Fertiglampen erhältlich, die das Smarthome-Angebot von IKEA komplettieren. Flache Paneele der Floalt-Reihe verzieren Decke und Wand. Kostenpunkt in Abhängigkeit von der Größe: 70 bis 130 Euro.

Für die Ausleuchtung von Regalen und Hängeschränken finden sich die Omlopp-Spots und -Leisten sowie die Panele der Strömlinje oder Irsta-Reihe. Zwischen 20 und 25 Euro kosten die Spots mit Namen Lindshult oder Urshult, die den Schrank von oben ausleuchten. Kabel und Trafos für die Stromversorgung sind extra anzuschaffen. Auch hier gibt es nur Lampen im Weißspektrum, RGB-Varianten sind nicht einstellbar. Alle Leuchten, ob Fertiglampe oder aus dem Tradfri-Sortiment, werden mit der Smartphone-App oder der Fernbedienung gesteuert, zu Stimmungsszenen kombiniert oder zeitlich konfiguriert.

Smart Home mit smarten Lautsprechern

Symfonisk

Die Funklautsprecher mit dem Namen Eneby sind bei IKEA bereits seit 2018 im Angebot. Die Box für 90 Euro wurde über Bluetooth mit Musik versorgt. Damit ist sie aber weder smart noch besonders clever. Ein Jahr später stellten die Schweden dann die Symfonisk-Lautsprecher der Öffentlichkeit vor, auf die beide Attribute allerdings zutreffen. Denn sie lassen sich problemlos in das Smart Home-System einbinden.

Gemeinsam mit einem Spezialisten für WLAN-Lautsprecher wurden die Boxen konzipiert, der für die Funktechnik und den Sound verantwortlich war. Von IKEA stammt das Design. Ein Regallautsprecher kostet 100 Euro und wird mit einer Wandhalterung auch in einen Nachttisch verwandelt.

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Für 180 Euro gibt es ein Tischleuchtenmodell, das den Lautsprecher mit einem Lampengehäuse nebst Sockel verbindet. Bei der Konkurrenz findet sich für eine derartige Kombinationsfreude kein Gegenstück. Die Lautsprecher werden mit verschiedenen Streaming-Quellen beliefert und in Smart-Home-Szenerien eingebunden.

Wo Licht ist, ist auch Schatten: Die IKEA Funkrollos Fyrtur und Kadrilj

Das Möbelhaus bietet mit Kadrilj und Fyrtur zwei Rollos mit Batteriebetrieb und Funksteuerung. Im Internet und in den Filialen sind sie Produkte zum Preis von 110 bzw. 170 Euro verfügbar. Blickdicht ist Kadrilj mit einem geringen Lichteinfall, während Fyrtur für die komplette Abdunklung sorgt. Der graue Stoff wird bei einer Länge von 195 Zentimetern mit einer Breite von 60 bis zu 140 Zentimetern angeboten.

Mitgeliefert wird eine Fernbedienung, um die Rollos rauf- und runterzufahren. Ein Sprachbefehl von Alexa hat die selbe Wirkung. Das Einbinden in Stimmungen ist über Alexa ebenso möglich wie über das Apple HomeKit.

Kadrilj

Smart Home und cleveres IKEA

Wer die App für das Smartphone nicht verwenden will, greift zur Tradfri-Fernbedienung. Zu einem Preis von 10 Euro schaltet man Leuchten und ganze Leuchtengruppen, dimmt die Helligkeit und sorgt für stylische Farbtönungen. In Verbindung mit dem Tradfri-Bewegungsmelder (ebenfalls 10 Euro) werden Lichtkonstellationen aufgerufen, wenn jemand den Raum betritt. Der Shortcut-Button zu 6 Euro ist ein Druckschalter, mit dem komplexe Reaktionen von der Lichtsteuerung bis zum Abdunkeln ausgelöst werden.

Noch eine clevere Idee von IKEA: Der Funkzwischenstecker (wieder 10 Euro) macht Geräte „smartfähig“, die es bisher nicht waren. So ist auch die antike Stehlampe bald Teil des IKEA-Systems und wird zukünftig per Fernbedienung oder App steuerbar.

Die App als Steuerzentrale: IKEA Home Smart

Denn so heißt die App für die Steuerung der Lichtinstallationen tatsächlich. Kostenlos in den Stores für Android und Apple erhältlich, lassen sich so auf dem Smartphone die diversen Stimmungen aufrufen. Wer ausschließlich Lichtszenen anwenden will, braucht die App nur für die Einrichtung und kann mit der Fernbedienung fortfahren. Für die gesamte Haussteuerung ist die Software aber unbedingt notwendig.

Nach Räumen sortiert sind hier alle Komponenten übersichtlich dargestellt. So werden etwa mehrere Lampen gruppiert und in Stimmungen eingebunden. Mit der App spricht der User Steuerungselemente an, zum Beispiel den Shortcut-Button, um ihnen Funktionen zuzuweisen. Wer sich mit Licht wecken lassen will, kann hier einen Zeitplan einrichten.

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Um den Funktionsumfang anderer Plattformen nutzen zu können, dient der Tradfri-Gateway als Funkbrücke. So werden Anwendungen von Alexa, Apple HomeKit oder Google Home aufgerufen und integriert. Die Elemente der IKEA-Anlage erscheinen dann in der Software der anderen Systeme und werden von dort gesteuert. Dann reagiert das IKEA Smart-Home auch auf Sprachbefehle von Alexa. In der Home-App von Apple gibt es einen komplexen Bereich für die Automatisierung des gesamten Hauses. Hier programmiert der Nutzer dann etwa die Lichtinstallation über IKEA, die Einstellung der Heizung über einen anderen Anbieter. Oder das GPS-Modul eines dritten Herstellers, wenn jemand das Haus betritt und die Illumination eingeschaltet werden soll.

IKEA Home Smart AppApp Download:
IKEA Home smart App für Android im Google Play Store downloaden
IKEA Home smart für iOS im Apple App Store downloaden

Smart und smarter: Ein Fazit

Intelligente Haussteuerung zu vernünftigen Preisen: Der Möbelhersteller bleibt seinen Prinzipien treu und bietet seinen Kunden modernste Technik zu günstigen Konditionen. In den Einrichtungshäusern lässt sich das System jederzeit ausprobieren.

Zusätzlich sind dem Hersteller einige besondere Features eingefallen, die bekannte Probleme bei der smarten Steuerung lösen helfen. Der Markt ist schon seit einigen Jahren hyperaktiv, immer wieder neue Systeme kommen von diversen Anbietern auf den Markt. Und vieles ist dann bald nicht mehr verwendbar, weil die Standards nicht mehr kompatibel sind. IKEA bietet hier eine wirklich interessante Lösung an.

Denn über die Schaltzentrale werden die Produkte anderer Anbieter problemlos eingebunden und steuerbar. So ist das IKEA Smart Home nicht nur eine Ergänzung, sondern es bietet sich geradezu als Meta-System an, in dem alle Platz finden. Und so kann die Hausautomation wirklich umfassend gelingen und sich flexibel entwickeln, ohne dass sich der Nutzer mit Unzulänglichkeiten abfinden muss. Oder zu hohen Kosten das System wechselt.

Zusätzlich sind in der nahen Zukunft noch weitere Komponenten für das IKEA-System zu erwarten. Und wer jetzt einsteigt und sich für dieses System entscheidet, kann gespannt sein, mit welchen Überraschungen die Schweden noch aufwarten werden.

Hier findest du alle aktuellen IKEA Smart Home Produkte im Überblick.

 

Fotos: IKEA