AjoureStyleMen's CareIntimpflege: Männer aufgepasst! Mit diesen Pflegetipps bleibt dein bestes Stück immer fresh

Intimpflege: Männer aufgepasst! Mit diesen Pflegetipps bleibt dein bestes Stück immer fresh

Über ihre Intimpflege reden Männer nicht sehr gern. Frauen sind spätestens als Mütter, aber oft schon in jungen Jahren sehr viel unbefangener, weil sie bei der Geburt und bei der Frauenärztin starke Eingriffe in den Intimbereich erfahren. Männer müssen sich aber ebenfalls darüber Gedanken machen, um gesund zu bleiben, gut zu riechen und nicht zuletzt Vorboten möglicher Erkrankungen rechtzeitig zu entdecken.

Wie funktioniert die richtige Intimpflege beim Mann?

Sie ist einfacher, als die meisten Männer glauben. Das A und O ist die richtige Reinigung des Penis unter der Vorhaut. Das geschieht am besten zweimal täglich mit lauwarmem Wasser. Wer mag, verwendet dazu normale Seife oder Duschgel, aber keinesfalls aggressive Pflegemittel.

Die Seife muss auch nicht duften, denn auf künstliche Geruchsstoffe kann die Genitalhaut empfindlich reagieren. Dasselbe gilt für antibakterielle Intimsprays, deren Zusätze die Haut reizen können und manchmal sogar allergische Reaktionen auslösen.

Das ideale Waschgel enthält keinen Alkohol und ist PH-neutral. Wichtig ist bei der Reinigung, die Vorhaut zurückzuziehen, wenn der Mann nicht beschnitten ist.

Unter ihr herrscht ein warmes und feuchtes Milieu, in welchem sich Bakterien gut vermehren. Das Zurückziehen der Vorhaut muss schmerzfrei gelingen. Wenn das nicht klappt, ist die Vorhaut verengt, was einer ärztlichen Abklärung bedarf.

Zur Wäsche gehört natürlich neben dem Penis auch der Hodensack und der After. Das Abtrocknen erfolgt durch behutsames Abtupfen, weil die Körperregion sehr sensibel ist.


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Welche Rolle spielt die Unterwäsche bei der Intimpflege?

Manche Männer wechseln täglich ihre Hosen, aber nicht ihre Unterhosen. Das ist schlecht: Der Wechsel der Unterwäsche gehört zur Intimpflege dazu.

Die ideale Wäsche für den Intimbereich besteht aus 100 % Baumwolle, die sehr hautverträglich und atmungsaktiv ist, allerdings auch sehr gut die Feuchtigkeit aufnimmt. Dadurch kann schnell ein Schweiß- oder gar Uringeruch entstehen, weshalb der tägliche Wechsel (bei viel Sport sogar noch häufiger) unumgänglich ist.

Was ist bei der Reinigung der Analregion zu beachten?

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Diese Region ist unglaublich empfindlich, was Menschen feststellen, die aufgrund von sehr hartem Stuhlgang von feinsten Rissen im After betroffen sind: Diese verursachen heftige Schmerzen. Daher ist die Analregion bei der Reinigung sanft zu behandeln.

Wiederum gilt, dass aggressive Seife, aber auch Zusätze mit Duftstoffen und erst recht Bleichmittel dort nichts verloren haben. Die Reinigung nach dem Toilettengang soll ganz normal mit trockenem Toilettenpapier und idealerweise anschließend mit einem Bidet erfolgen.

Es gibt auch feuchtes Toilettenpapier. Ärzte raten davon eher ab, es sei denn, man wischt nochmals trocken nach. Ansonsten schafft das feuchte Toilettenpapier ein feuchtes Milieu, in welchem sich Bakterien ganz besonders wohlfühlen.

Davon sind Personen betroffen, die nur das feuchte Toilettenpapier verwenden, weil sie sich scheuen, anschließend den Bereich richtig zu trocknen, wofür sich ein kleines Handtuch am besten eignen würde. Natürlich muss die Analregion nach der Wasserreinigung mit dem Bidet ebenfalls abgetrocknet werden.

Das wiederum halten die meisten Menschen für kein Problem, weil sie sich nun richtig sauber fühlen. Die Intimpflege in diesem Bereich dient einem wichtigen Punkt der Gesundheitsvorsorge: Wenn auf dem Toilettenpapier oder auf einem Handtuch Blut zu sehen ist, stimmt etwas nicht.

Es gilt: Blut ganz ohne Schmerzen ist bedenklich, es kann auf ein Magengeschwür und schlimmstenfalls auf Darmkrebs hindeuten. Blut mit begleitenden Schmerzen kommt eher von Hämorrhoiden und manchmal von Rissen im Analbereich, die wie erwähnt von sehr hartem Stuhlgang, aber auch von einer ganztägigen sehr ungünstigen Sitzposition stammen können.

In seltenen Fällen hat sich eine Fistel gebildet. All das ist unangenehm, aber behandelbar und harmlos. Auch ein Magengeschwür kann sich zurückbilden. Unbehandelter Darmkrebs endet hingegen tödlich.


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Warum rasieren sich manche Männer den Intimbereich?

Das hat rein ästhetische Gründe, ist aber aus medizinischer Sicht überflüssig. Dagegen spricht nichts, wenn warmes Wasser und milder Schaum, wahlweise auch Rasiergel verwendet werden. Die Klinge soll scharf sein, das Rasieren muss in Wuchsrichtung der Haare erfolgen.

Sollte dabei eine kleine Wunde entstehen, muss diese trocken bleiben, damit sie gut verheilt. Diese Haare lassen sich auch mit dem Trockentrimmer stutzen.

Zu beachten ist allerdings, dass selbst bei einer umsichtigen Rasur immer Haare einwachsen können. Sie verursachen dann Rötungen und Entzündungen der Haarwurzeln. Daran sollte niemand herumdrücken, denn die Entzündung kann in eine tiefere Hautschicht reichen.

Wenn sie nicht von selbst abheilt, wäre der Gang zum Hautarzt erforderlich. Eine Enthaarungscreme eignet sich für die Entfernung der Schamhaare gar nicht: Ihre Inhaltsstoffe reizen die Haut und rufen manchmal Allergien hervor.

Wodurch entsteht ein Juckreiz im Intimbereich?

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Dafür gibt es die beiden Ursachen einer Geschlechtskrankheit oder des Befalls mit Filzläusen. Letztere werden ebenfalls beim Geschlechtsverkehr, aber auch über Handtücher oder Bettlaken übertragen. Ihre Stiche verursachen einen heftigen Juckreiz und zusätzlich eine bläulich verfärbte Haut.

Sie halten sich an den Schamhaaren fest, was wiederum ein Argument für die Intimrasur ist. In den Schamhaaren legen die Filzläuse genauso wie Kopfläuse ihre Nissen ab. Der Befall lässt sich mit einem medizinischen Shampoo aus der Apotheke bekämpfen.


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Wohin kann mangelnde Intimpflege führen?

Schlimmstenfalls führt sie zu einer Penisentzündung (Balanoposthitis). Diese ist sehr schmerzhaft. Die Vorhaut und der vordere Bereich des Penis brennen, sind geschwollen und fühlen sich überwärmt an.

Die Ursache ist faktisch immer mangelnde Hygiene. Wer den Penis nicht regelmäßig unter der Vorhaut reinigt, lässt dort sogenanntes Smegma entstehen. Diese weiß-gelbliche Substanz besteht aus Talg und abgestorbenen Hautschüppchen, sie ist der ideale Nährboden für Bakterien, Hefepilze und Viren.

Damit ist eine Entzündung vorprogrammiert. Es kann auch noch schlimmer kommen: Häufigere Penisentzündungen begünstigen die Entstehung von Krebs am Penis. Jeder unbeschnittene Mann muss daher seine Vorhaut weit zurückziehen, um sie zu reinigen.

Die Eichel muss vollkommen freiliegen. Wer wie beschrieben täglich diese Reinigung durchführt, wird kaum jemals Smegma entdecken, doch nach spätestens drei bis vier Tagen ohne diese spezielle Waschung taucht es auf.

Probleme haben manchmal Kinder, Jugendliche und auch einige erwachsene Männer, die ihre Vorhaut nicht vollständig zurückziehen können. Dann wäre die Beschneidung indiziert. Es wird vermutet, dass die rituelle Beschneidung von Knaben in südlichen Kulturkreisen eigentlich einen hygienisch-medizinischen Zweck hat, weil im dortigen Klima das Smegma noch schneller entsteht.

Welche Erkrankungen können Männer bei der Intimpflege erkennen?

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Es gibt Erkrankungen im Intimbereich, die deutlich spürbar sind. Dazu gehört die Harnröhrenentzündung (Urethritis). Es brennt beim Wasserlassen, zudem tritt ständiger quälender Harndrang auf. Die Urethritis kann durch eine Erkältung entstehen, doch wenn beim Pflegen des besten Stücks ein trüber oder gar eitriger Ausfluss zu entdecken ist, wurde die Entzündung vermutlich bakteriell übertragen.

Es handelt sich also um eine Geschlechtskrankheit. Die drei Klassiker unter den Bakterien in diesem Bereich sind Gonokokken (verantwortlich für Tripper), Treponema pallidum (Syphilis) und Chlamydien. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika und muss umgehend erfolgen.

Die syphilitischen Treponema pallidum verbleiben sonst lebenslänglich im Blutkreislauf, wie das auch von Herpesviren bekannt ist, und können nach einer Latenzzeit von bis zu 20 Jahren eine sogenannte progressive Paralyse auslösen, die tödlich endet.

Daran verstarb beispielsweise der Komponist Robert Schumann (1810 – 1856), der sich in jungen Jahren mit einer Syphilis angesteckt hatte, danach aber symptomfrei wurde und noch viele Jahre mit seiner Frau, der Klaviervirtuosin Clara Schumann, ein glückliches Eheleben führte und sie ausdrücklich nicht ansteckte. Die beiden hatten zusammen sechs Kinder.

Der Zusammenhang zwischen Syphilis und progressiver Paralyse war damals noch nicht bekannt, erst ab den 1870er Jahren deckte ihn die Forschung nach und nach auf. Bei Schumann entwickelten sich im Alter von 44 Jahren allmählich Halluzinationen und Wahnvorstellungen, er unternahm einen Selbstmordversuch, wurde dann in eine Nervenklinik eingewiesen und starb dort.

Wer also seinen Penis pflegt, wird den verräterischen Ausfluss entdecken und sich umgehend zum Arzt begeben, um sich antibiotisch behandeln zu lassen. Im Grunde gehört das heute zum Allgemeinwissen, weshalb Fälle von verschleppter Syphilis mit nachfolgender progressiver Paralyse sehr selten geworden sind.

Eine weitere Kontrolle betrifft den Hoden. Männer sollten ihn während der Pflege abtasten. Kleine Verhärtungen und/oder eine Vergrößerung könnten Symptome für Hodenkrebs sein, der bei sofortiger Behandlung zu 90 % heilbar ist.


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Fazit

Die Intimpflege des Mannes ist mehr als ein ästhetisches und hygienisches Must-have. Sie beugt auch Erkrankungen vor und ermöglicht es, die Symptome wirklich gefährlicher Krankheiten rechtzeitig zu erkennen.

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Bilder: Yevhen, Andrey Popov, Aliaksandr Marko, andranik123 / stock.adobe.com

Ajouré MEN Redaktion
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