So lernst du, mit Kritik umzugehen

Wir kennen es sicher alle von der Arbeit, aus Sportvereinen, von Treffen mit unseren Freunden und vielen anderen privaten Situationen: Wir werden kritisiert! Kritik kann sowohl im positiven Sinne (z.B. mit Lob) ausgedrückt werden, aber auch negative Kritik bekommen wir sehr häufig ab. Gerade negative Kritik führt schnell dazu, dass wir uns persönlich angegriffen und in unserer Autorität untergraben fühlen.

Die hohe Kunst des Umgangs mit Kritik

Und sollte man meinen, dass wir doch eigentlich zu wissen scheinen, was wir tagtäglich tun, wird plötzlich unser Handeln infrage gestellt und mit ein paar unvorhergesehenen Worten negativ kritisiert. Studien zufolge ist es unvermeidbar, sich vor Kritik anderer zu schützen oder dieser aus dem Weg zu gehen. Irgendwann im Leben holt uns die Kritik unseres Gegenübers ein. Du wirst sehen, dass du nie alles richtig machen kannst, auch wenn du es noch so sehr versuchst. Wir können also die Kritik nicht vermeiden, aber einen möglichst guten Umgang damit erlernen.

Was kannst du tun, um mit dieser Kritik umzugehen, trotz dass du dir sicher bist, alles richtig gemacht zu haben? Wie kannst du reagieren, wenn du das Gefühl hast, dass dich jemand ungerecht behandelt und nur krampfhaft versucht, dir etwas in die Schuhe zu schieben?

Du erkennst dich nun sicherlich wieder, da dir bestimmt mindestens einmal in deinem Leben ein solcher Fall über die Füße gelaufen ist. Womöglich hat er sogar zu einem größeren Konflikt geführt, der so einfach nicht zu lösen war.

Wir zeigen dir nachfolgend einen souveränen Umgang mit Kritik, der sowohl deinen eigenen Selbstwert sowie dein Handeln schützen wird. Im Handumdrehen wirst du verstehen, was du das nächste Mal tun kannst, wenn dich wieder jemand (deiner Meinung nach zu Unrecht) kritisierst und du das Gefühl hast, die Person hat im Allgemeinen etwas gegen dich. Schütze dich mit nachfolgenden Tipps davor, deine gesamte Persönlichkeit zu hinterfragen oder gar einzuknicken und erlerne einen professionellen Umgang mit Kritik!

Was wir unter Kritik verstehen

Das Substantiv „Kritik“ gehört erst einmal in seiner Bedeutung aufgeschlüsselt, da dieses meistens mit einem sehr harten und direkten Tadel verbunden wird. Aber was ist Kritik eigentlich und wozu soll es dienen?

Kritik ist im übertragenen Sinne eine Art von Feedback, das dazu dienen soll, getätigte Handlungen anhand von verschiedenen Maßstäben zu bewerten und in einem bestimmten Hintergrund für das nächste Mal zu optimieren. Es gibt sowohl in der Freizeit als auch auf der Arbeit immer Messstäbe, Regeln und Werte, nach denen du dich meist orientieren und richten solltest. Diese können sowohl durch objektive Vorgaben, wie zum Beispiel Auszüge aus dem Gesetz, betriebliche Voraussetzungen (ein Leitbild) oder auch Weisungen eines Vorgesetzten festgelegt sein. Auch im Grundgesetz sowie in anderen Gesetzen festgeschriebene Regeln sind objektive Messstäbe, an denen du dich in den verschiedenen Lebensbereichen orientieren musst.

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Neben diesen sind auch subjektive Vorgaben immer wieder Thema von Kritik. Diese sind nicht immer für beide Parteien nachvollziehbar, was schnell zu einem Konflikt führt.

Beispielsweise trägt dir dein Vorgesetzter auf, einen ordentlichen Text über ein bestimmtes Thema zu schreiben. Du gibst dir viel Mühe und bist sehr zufrieden mit dem Ergebnis, er kritisiert diesen jedoch und behauptet, dass der Text an einigen Stellen zu oberflächlich ist und du sogar einige Fehler darin gemacht hast, die so nicht akzeptabel sind. Du fühlst dich höchstwahrscheinlich aufgrund dieser Kritik angegriffen, da du mehrfach drübergelesen hast, keine Schreibfehler findest und auch ein Kollege dich hierfür gelobt hat. In diesem Fall hat dein Vorgesetzter dich kritisiert und dir mit einigen Anmerkungen sein subjektives Feedback gegeben, was meistens auch durch inneren Erwartungen und Werte gestützt ist.

Was kannst du nun tun, wenn du dieser Kritik nicht zustimmst und sogar wütend dabei wirst, weil du dir wirklich ins Zeug gelegt hast?

Kritik annehmen und den Inhalt genauer ermitteln

Im ersten Schritt ist es erst einmal wichtig, ruhig zuzuhören, wenn du von jemandem kritisiert wirst. Denn Kritik ist erst einmal nicht dafür da, dich zu demütigen oder dich schlechtzureden. Negative Kritik soll dir ein Feedback geben, in welchen Bereichen du deine Arbeitsweise/Denkweise/dein Handeln nochmal überdenken kannst, da dieses womöglich auf andere fehlerhaft oder teilweise unangebracht wirkte.

Dies soll im Optimalfall durch dein Gegenüber auch durch sachliche Kommunikation übermittelt werden. Und sollte dieser es nicht sachlich verpacken, ist es umso mehr deine Herausforderung, dich zu disziplinieren und nicht die erstbeste Chance zum „Herumpöbeln“ zu nutzen.

Meist hast du sicher schon gemerkt, dass es nicht sinnvoll ist, direkt in eine Diskussion zu gehen und das Thema anzufeuern. Höre also aufmerksam zu und versuche zu verstehen, an welchen Punkten sich dein Gegenüber genau stört und wozu er dir genau Feedback gibt. So vermeidest du, dass ihr im Gespräch später aneinander vorbeiredet oder gar Missverständnisse entstehen, die konfliktbeladen sind.

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Nimm die Kritik also erst einmal an und vermeide direktes Abstreiten. Hilfreich ist hierzu der Versuch, sich in dein Gegenüber reinzuversetzen und zu verstehen, was die Gründe für seine Kritik sind. Hör ihm genau zu und frag nach, wenn dir etwas unklar erscheint oder du Worte von ihm inhaltlich nicht verstehst.

Bevor du also in die inhaltliche Auseinandersetzung gehst, stelle erst einmal sicher, dass du alle Argumente richtig verstanden hast.

Beurteilung als Chance deiner eigenen Verbesserung

Eines solltest du dir im Umgang mit Kritik auf alle Fälle zu jeder Zeit bewusst machen: Kritik ist ein Feedback, das langfristig eine Chance für dich zur stetigen Verbesserung darstellen soll. Versuche demnach immer wieder, das Positive darin zu sehen. Überlege dir, warum es gerade sehr wichtig sein könnte, dass dich jemand kritisiert oder dir Ratschläge gibt.

Wir alle sind Menschen und machen Fehler. Umso wichtiger ist es, aus den Fehlern zu lernen und uns stetig weiterzuentwickeln. Beispielsweise kann ein Ziel von dir sein, auf der Arbeit aufzusteigen, dein Gehalt aufzubessern oder in einigen Jahren eine Führungsrolle zu übernehmen. Hierfür ist es erforderlich, dass du noch mehr dazulernst und dich weiterentwickeln kannst, bis du schließlich bereit für eine neue berufliche Rolle bist.

Nutze also jedes Feedback, denn dieses ist nicht dazu da, dich zu kränken oder schlechtzureden. Dies zu sehen und uns immer wieder bewusst zu machen, ist eine wahre Stärke, die wir uns jedoch Stück für Stück aneignen können!

Kritik ernst nehmen und gemeinsam konkretisieren

Du solltest Kritik demnach immer ernst nehmen und mit dem Gegenüber besprechen. Eine genaue Konkretisierung bringt meistens Klarheit für beide Parteien und kann auch Missverständnisse aus der Welt schaffen. Im nächsten Schritt solltest du immer auch selbstkritisch sein und dir womöglich Fehler und Schwächen auch eingestehen können. Denn erst dann bist du auch wirklich bereit dazu, dich zu verbessern und zu sehen, dass Kritik nicht deine Persönlichkeit oder dein Ego angreifen soll. Sondern sie soll dich unterstützen, Fortschritte zu machen und bei deinem Gegenüber sowie möglichen Vorgesetzten besser anzukommen.

Natürlich muss alle Kritik immer auch hinterfragt und nach der „Wer hat Recht“ – Frage untersucht werden. Aber dies geschieht in einem konstruktiven Miteinander. Geht ins Gespräch und überlegt auch, wie man sich womöglich gegenseitig unterstützen kann, sodass ihr gemeinsam an einer Verbesserung arbeiten könnt.

Kritik niemals zu nah emotional heranlassen

Hier auch ein cleverer Tipp, der dir viele negativen Gedanke und Gefühle ersparen wird: Lege Selbstzweifel und Selbstverurteilungen von vornherein ab! Diese hindern dich daran, mit Kritik konstruktiv umgehen zu können. Sie sorgen eher dafür, dass du sie persönlich nimmst und zu nah an dich herantreten lässt, sodass du im Nachgang nur verletzt, enttäuscht und wütend sein wirst.

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Du hast sicher schon viele Male etwas sehr gut gemeistert und Menschen haben dich hierfür gelobt. Dann verkraftest du es sicher auch, wenn du zwischenzeitlich kritisiert wirst. Es ist keine Kritik an deiner Persönlichkeit oder dir als Mensch, sondern soll lediglich zu deiner eigenen persönlichen Verbesserung beitragen.

Sieh Kritik also als Chance anstatt als persönlichen Tadel. Deine eigene Meinung hierzu ändert enorm viel an deinem Umgang damit!

Den eigenen Standpunkt mit ins Gespräch nehmen

Neben vielen Argumenten und Sichtweisen solltest du dennoch deinen eigenen Standpunkt niemals aus den Augen lassen. Denn auch du hast Meinungen und Ansichten, die dich zu dem machen, was du bist. Klar, du solltest immer auch die Meinung des Gegenübers anhören sowie dessen Regeln und Werte ernst nehmen. Aber vergiss dennoch niemals: Du bist ein eigenständiger Mensch, der ebenfalls seine eigenen Ansichten sowie seine Komfortzone hat.

Beziehe dies mit ins Gespräch mit ein und vertritt auch sachlich deinen Standpunkt. Denn so hast du auch die Möglichkeit, herauszufinden, ob die Kritik, die sich an dich richtet, wirklich immer begründet ist oder sich dein Gegenüber auch geirrt haben kann.

Fazit: Kritik als Kommunikationsherausforderung

Wie du siehst, gibt es einige clevere Tricks, die du in diesen Situationen gerne ausprobieren kannst, wenn du dich wieder einmal der Kritik anderer hilflos ausgeliefert fühlst oder nicht weißt, wie du damit umgehst. Wir versprechen dir, dass auch dein Gegenüber schnell merken wird, dass du dich mit dem Thema auseinandergesetzt hast und dich sehr gerne weiterentwickeln möchtest, sofern ein konstruktives Feedback-Gespräch möglich sein wird. Dies ist der Schlüssel eines gelungenen Kritik-Gesprächs. Probiere es aus und staune über deinen schnellen Erfolg damit!

 

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Letzte Aktualisierung am 18.09.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API