Warum wir bei Menschen bleiben, die uns nicht guttun

Liebe, nur Gemeinsamkeiten oder „Da war doch mal was.“

Kluge, gebildete Menschen, auch Psychologen und Psychiater, sind in der Lage, dir endlos viele Gründe aufzuzählen, warum wir uns so schwer damit tun, uns von jemanden zu trennen, der uns nicht guttut. Beim Durchlesen dieser Argumente kommt man sich dann vor, als würde man zum ersten Mal in einem Auto am Steuer sitzen und sich fragen: „Wie war das noch mal?“ „Warum bin ich wieder mal in einer Beziehung gelandet, von der ich wusste, dass sie nicht funktionieren würde?“

Beziehungs-süchtig oder Alleinsein-scheu

Man kann die Sache drehen und wenden wie man will. Irgendwie kommen wir alle einmal an den Punkt, an dem wir uns fragen, was es denn eigentlich war, das uns zu einem gewissen Menschen hingezogen hat. Nur das Aussehen kann es nicht gewesen sein. Über den Punkt sind wir doch schon lange hinaus. Oder? War es die Intelligenz und die Attraktivität? Klingt schon ein bisschen besser! Haben sich die negativen Seiten dieses Menschen erst jetzt entwickelt? Jene, die uns seit Neustem oder auch schon seit Längerem nerven oder haben wir diese nur mit der rosaroten Brille übersehen? Ganz nach dem Motto: „So eine(n) mit dieser Attraktivität und dem Intellekt findest du nicht so schnell wieder.“ Und hast du deswegen darauf verzichtet, das ein oder andere anzusprechen? Diese kleinen, aber andauernden Mankos, die wir anfänglich als nichtig abgetan haben, uns jetzt aber wie eine 10-jährige Haftstrafe vorkommen.
War das nicht genauso bei der letzten Beziehung? Und der Vorletzten? Oder…? Das ist dann meistens der Moment, in dem wir plötzlich innehalten und uns klar wird, dass wir den Fehler schon mal begangen haben. Es ist dieser Aha-Effekt, bei dem uns die Frage durch den Kopf schießt, ob wir dir das noch irgendwann hinbekommen.

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Unsere größte Schwäche

Im Allgemeinen tut sich der Mensch damit schwer, sich die eigenen Fehler einzugestehen. Vor allem, wenn es sich um eine Schwäche handelt, von der man glaubt, geheilt zu sein oder diese gar nicht erst gehabt zu haben. Der eigene Stolz steht uns im Weg, denn wir haben geglaubt, den passenden Menschen für den Rest unseres Lebens gefunden zu haben. Dabei haben wir über jedes Manko hinweggesehen, obwohl wir uns nach der letzten Beziehungs-Pleite selbst versprochen haben, nie wieder eine Frau mit diesen negativen Eigenschaften zu daten. Und nun kommt die Erkenntnis, dass wir wieder einmal das gleiche „In-diesen-Partner-hinein-idealisieren“ praktiziert haben, wie bei all den Vorgängern auch. Wissend, dass wir wieder einmal etwas sehen wollten, was nicht da war. Dieses „Hurra, endlich gefunden!“ klingt uns immer noch in den Ohren. Wir hören noch immer dieses himmelhoch-jauchzende Wort aus uns herausschreien, um dann, wenn wir wieder einmal an den Punkt angekommen sind, aus einer Beziehung nicht herauszufinden, die von Anfang an dem Untergang geweiht war. „Dabei war es doch so schön am Anfang!“

Alles nochmal von vorne…

Um nicht tatsächlich 10 Jahre hinter schwedische Gardinen zu müssen, tun wir gut daran, uns an die eigene Beziehungs-Nase zu fassen. Denn wir haben uns selbst belogen, indem wir etwas in jemanden hineininterpretiert haben, das einfach nicht da war. Wir haben uns ein Ideal gebastelt, das der Realität nicht gerecht werden kann. Das erstmal einzugesehen, macht die Sache dann doch gleich viel leichter.

Idealismus oder Realismus – das ist hier die Frage

Wenn du auch immer wieder auf deine eigene Blindheit hereinfällst, gib nichts drauf, wenn du wieder einmal versucht bist, dir DIE ideale Partnerin zusammenzubasteln. Spätestens nach dem ersten Beziehungshalbjahr hat sich das unrealistische Ideal ohnehin wieder verflüchtigt. Gehe stattdessen einfach her und nehme den Menschen so, wie er ist. Mit all den Macken und Mankos. Multipliziere das Ganze dann mit deinen eigenen Macken und Mankos und dividiere das Resultat durch 2! Das Ergebnis betrachtet hat das Potenzial Bestand zu haben. Realismus ist doch eine feine Sache, oder?

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