So überwindest du deine Selbstzweifel

So überwindest du deine Selbstzweifel

Was sind Selbstzweifel und wie entstehen sie?

Wir leben in einer Gesellschaft, die extrem auf Leistung und Erfolg fokussiert ist. Diese Einstellung wird uns schon von Kindheit an vermittelt: In der Schule zählt nur Leistung, im Freundeskreis zählen Fähigkeiten und Erfolge, die Eltern wollen ebenfalls, dass man etwas aus sich macht und die Medien vermitteln stets das Bild der perfekten Vorbilder.

Dieser ständige Druck führt dazu, dass man Versagensängste entwickelt. Und da Angst niemals ein guter Berater ist, hat sie zur Folge, dass Risiken gerne vermieden werden. Man zweifelt nicht an der Sache, sondern an der eigenen Kompetenz, sie angemessen umsetzen zu können. Daraus entsteht ein nervöser Perfektionismus, der Menschen Fehler machen lässt – diese Fehler bestätigen dann den Glauben an die eigene Unfähigkeit nur noch mehr und ein Teufelskreis aus Selbstzweifeln, Vermeiden und Scheitern entsteht. Doch es führen Wege hinaus aus diesem Kreislauf.

Selbstvertrauen aufbauen

Der Gegenspieler von Selbstzweifeln ist Selbstvertrauen. Wer sich selbst vertrauen lernt, der hat den Zweifeln etwas entgegenzusetzen. Für Selbstvertrauen ist es wichtig, gut reflektieren zu können. Es sollte eine realistische und wohlwollende Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und positiven Eigenschaften entstehen. Aus dem Bewusstsein, dass man selbst viele gute Fähigkeiten beherrscht und Eigenschaften besitzt, wächst das Selbstbewusstsein. Und aus einem guten Selbstbewusstsein entsteht Selbstliebe, die mit Vertrauen zusammenhängt. Wer sich selbst liebt für all die positiven Seiten, die entdeckt und bewusst gemacht wurden, der kann sich auch selbst vertrauen.

Nimm dir also einmal einige Tage Zeit, um alles zu sammeln, was dir an positiven Dingen über dich einfällt. Du kannst auch Freunde und Familie befragen. Erstelle eine Sammlung aller Charakterzüge, Fähigkeiten, Fachgebiete, Eigenschaften und Erfolge, die zu dir gehören. Du wirst wahrscheinlich staunen, wie lang die Liste wird. Diese Liste solltest du dir immer wieder durchlesen und damit arbeiten. Überlege, was du aus genau deinen Fähigkeiten und Begabungen machen könntest. So entwickelst du Konzepte, die wirklich zu dir passen, anstatt an den Vorhaben anderer Menschen dir die Zähne auszubeißen.

Erfolge sehen und anerkennen

Der nächste Schritt ist die Anerkennung deiner Erfolge. Es liegt in der Natur eines selbstzweifelnden Menschen, die eigenen Erfolge stets herunterzuspielen und die Erfolge anderer Menschen auf ein Podest zu erheben. Irgendwie erscheinen die Leistungen der anderen immer härter verdient und wichtiger als die eigenen. Diese Einstellung ist Gift für das Selbstbewusstsein. Gewöhne dir an, dich selbst zu loben für alles, was du geleistet und erreicht hast. Jeden Tag lassen sich kleine oder große Erfolge feststellen, wenn du wirklich darüber nachdenkst. Wenn es dir hilft, kannst du auch ein Journal darüber schreiben, damit du dir in Zeiten des Zweifelns nochmal durchlesen kannst, was du bisher geschafft hast.

Ziele überdenken und visualisieren

Wenn du dir viel zu hohe Ziele steckst, ist es kein Wunder, dass du auch regelmäßig enttäuscht wirst. Unerreichbare Ziele können fast nur zu Misserfolgen führen und dazu, schließlich ganz aufzugeben. Überdenke deine Ziele und Ideen daher nochmal gründlich auf Umsetzbarkeit und Realismus. Mach dir genauere Pläne, wie du deine Ziele realistisch erreichen kannst und wo du eventuell Umwege einlegen (dir mehr Wissen aneignen, mehr Skills erlernen oder mehr üben) musst.

Wenn du dennoch große Pläne hast, solltest du Zwischenziele einlegen, die du feiern und wertschätzen kannst. So hast du Erfolgserlebnisse auf dem Weg, die dich immer wieder neu motivieren. Male dir diese Zwischenziele in bunten Farben aus, das hilft dir beim Anpeilen. Diese Technik heißt „visualisieren“ und die hilft deinem Gehirn, kreativ zu denken und aktiv zu werden.

Fehler zulassen und daraus lernen

Scheitern und Fehler machen ist menschlich. Niemand, der etwas Großes erreicht hat, konnte das in einem einzigen Zug und ohne Umdenken zu müssen. Etwas falsch zu machen lehrt dich nämlich auch, (quasi im Ausschlussverfahren), wie es richtig gehen könnte. Wenn du mit deinen Fehlern richtig umgehst, müssen sie nicht dazu führen, dass du Selbstzweifel bekommst und demotiviert bist. Im Gegenteil, sie können dir beibringen, mit dir selbst geduldig zu sein und dir Zeit und Raum zum Experimentieren geben. Wenn du wegen einem Fehler einen Umweg nehmen musst, lernst du dabei vielleicht etwas, das dir ansonsten entgangen wäre. Letzten Endes zählt nur, dass du erreichst, was du wirklich willst und nicht, auf welchen Wegen du dorthin gekommen bist oder wie lange es gedauert hat. Denk daran, du bist nur ein Mensch und keine auf Erfolg programmierte Maschine!

 

Foto: Kevin Carden / stock.adobe.com

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