11 wichtige Anzeichen dafür, dass dich jemand belügt

Das altbekannte Sprichwort, dass Lügen kurze Beine haben, ist natürlich nicht wörtlich gemeint. Es wäre zu schön, wenn man einen Lügner an seinen Beinen erkennen könnte, die plötzlich kürzer zu wirken scheinen. Gemeint ist vielmehr, dass Lügen sich nicht lohnen, weil die meisten von ihnen über den kurzen oder langen Weg auffliegen. Und das zerstört jede Menge Vertrauen.

Wir haben uns gefragt: Wie könntest du jemanden, der dich belügt, schon vor dem Auffliegen seiner Lügen entlarven? Es geht hier nicht um die kleinen Schwindeleien, die sich fast jeder im Tagesverlauf gönnt. Offensichtlich ist es sehr verführerisch, Fakten zu beschönigen und Sachverhalte nicht zu 100 Prozent wahrheitsgemäß zu schildern. Doch eine krasse Lüge ist etwas anderes.

Gibt es Signale, an denen du Lügner erkennen kannst?

Die meisten Menschen glauben, dass sie nicht besonders häufig belogen werden. Falsch! Im Jahre 2002 unternahm der Psychologe Robert S. Feldmann eine Studie für die „University of Massachusetts“ – und die bewies das Gegenteil. Mehr als 60 Prozent aller Studienteilnehmer bedienten sich in einem kurzen Zehn-Minuten-Gespräch zwei bis dreimal der Lüge. Das passiert vermutlich im privaten Umfeld genauso oft wie im beruflichen.

Wir haben körperliche Signale dafür gesammelt, woran du einen Lügner erkennen könntest. Fakt ist: Wer lügt, ist entweder ein Profi – oder er verrät sich, weil er ein schlechtes Gewissen hat und dieses verbergen möchte.

Diese Anzeichen lassen vermuten, dass du belügt wirst:

1. Nutzung und Wiederholung von eindringlichen Sätzen

Wer lügt, möchte überzeugen. Daher spricht er in eindringlichen Sätzen. Er wiederholt Phrasen, die eine Lüge als Wahrheit verkaufen wollen. Beispielsweise erklärt er umschweifig, dass er so etwas niemals tun würde. Je öfter dein Gegenüber diese Lüge wiederholt und argumentativ untermauert, desto eher hält er selbst sie beinahe für die Wahrheit. Wiederholte Phrasen wie „Ich würde dich doch niemals hintergehen.“ geben dem Lügner zudem Zeit, sich glaubwürdig klingende Erklärungen zu überlegen. Diese sollen die Lüge untermauern.

2. Unpassende Kopfbewegungen

Wenn du deinem Gegenüber eine direkte Frage gestellt hat, und dieser plötzlich den Kopf seitwärts dreht, diesen nach vorne beugt, als müsse er nachdenken oder den Kopf in den Nacken legt, wird er dir möglicherweise eine Lüge auftischen. Die unpassenden Kopfhaltungen schinden Zeit. Sie sollen aber auch das Unwohlsein verbergen, das die Frage aufgeworfen hat. Vermutlich wirst du keine ehrliche Antwort erhalten.

3. Die Atemfrequenz verändert sich

Beim Lügen entsteht oft Stress. Bei ansteigendem Stresspegel atmen viele Menschen schneller. Herzschlag und Blutdruck erhöhen sich – und das kann das Gegenüber mitbekommen. Weitere Stressanzeichen sind eine veränderte Stimmlage, hochgezogene Schultern, ein ausweichender Blick und eine plötzliche Verabschiedung.

4. Die übliche Gestik friert ein

Bei manchen Menschen lassen sich Lügen daran erkennen, dass ihre sonst lebhafte Mimik und Gestik plötzlich stillzustehen scheint. Wenn sie lügen, bewegen sie sich kaum noch. Die Mimik ist nicht mehr die alte, die Gestik praktisch nicht existent. Das kann, muss aber kein Anzeichen sein, dass dein Gegenüber lügt. Ein verlegenes Nesteln an der Kleidung soll innere Unruhe, Unwohlsein und Nervosität überdecken.

5. Der Mund wird mit der Hand bedeckt

Unbewusste Gesten wie das Berühren des Mundes oder das Verdecken des Mundes mit der Hand, könnte ebenfalls eine Lüge entlarven. Lügner machen diese unbewusste Bewegung auffallend häufig. Das ist ein Signal dafür, dass die Kommunikation nicht mehr offen ist, sondern hinter einem Schutzschild verläuft. Im Grunde möchte derjenige zum Thema nichts Ehrliches sagen. Ehrliche Menschen sehen einem in die Augen und antworten ehrlich. Ihre Antwort bedarf keiner weiteren Erklärung. Sie ist glaubwürdig und erfolgt spontan.

6. Unruhige Füße

Füße können verräterisch sein. Wer sie im Blick behält, sofern diese nicht unter dem Tisch verborgen sind, kann viel an den Füßen ablesen. Wer sich unwohl fühlt, wechselt oft die Stellung der Füße. Die Beine wirken auffallend unruhig. Lügner scharren quasi mit den Hufen. Sie möchten eigentlich lieber gehen, als das Gespräch fortzusetzen. Es macht sie nervös, weil sie dir nicht die Wahrheit sagen wollen oder können. Der Grund dafür kann sein, dass sie dir etwas verschweigen möchten. Oder dass du sie gelangweilt hast.

7. Schuldverschiebung

Einem anderen die Schuld an etwas zu geben, um selbst nicht der Schuldige zu sein, ist eine beliebte Lüge. Ehrliche Menschen können ihre Fehler zugeben und sich dafür entschuldigen. Unehrliche Zeitgenossen stricken eine Geschichte zusammen. Diese verstrickt einen anderen, der gar nichts mit der Sache zu tun hat. Der Lügner hofft, dass er damit durchkommt. Die Story muss nur glaubhaft genug präsentiert werden. Dann gilt für Lügner: In dubio pro reo.

8. Dampfplauderei und weitschweifige Erläuterungen

Manche Lügner nutzen weitschweifige Erklärungen, um ihre Geschichte glaubhafter zu machen. Indem sie einfach darauf los plappern, hat der andere keine Chance zu entlarvenden Fragen. Diese könnten die Brüche in der halbwahren oder gänzlich erfundenen Story aufdecken. Je detaillierter jemand seine Lügengeschichte ausschmückt, desto zweifelhafter könnte ihr Inhalt sein. Dennoch: Nicht jeder Dampfplauderer ist ein Lügner. Und nicht jeder Lügner ein Dampfplauderer.

9. Versagende Stimme

Bei manchen Menschen sind wortreiche Erklärungen ein Anzeichen für eine Lüge. Bei anderen passiert genau das Gegenteil: Kaum ist die Lüge ausgesprochen, werden diese Menschen plötzlich einsilbig. Sie ergreifen mit fadenscheinigen Erklärungen die Flucht. Manchen versagt die Stimme und sie werden rot. Andere kauen auf der Lippe oder ihnen fällt plötzlich ein Termin ein, den sie angeblich vergessen haben.

10. Übertriebener oder gemiedener Augenkontakt

Die meisten ehrlichen Menschen schauen dir in die Augen, wenn sie mit dir reden. Wer lügt, starrt dich möglicherweise an. Lügner halten intensive Blickkontakte beim Lügen für vertrauensbildend. Der starre Blick soll dich davon überzeugen, dass dein Gegenüber es nicht nötig hat, deinem Blick auszuweichen. Andere Menschen, die lügen, meiden anschließend deinen Blick. Sie reden mit gesenktem Blick weiter und heben den Blick erst, wenn die Lüge durch genügend viele Nachfolgesätze in den Hintergrund gedrängt wurde.

11. Auf Unterschiede achten

Worte sind eine Sache. Das ihnen folgende Handeln ist eine andere. Eine Diskrepanz zwischen dem Gesagten und dem, was jemand tut, deckt oft auf, dass etwas nicht stimmt. Bei ehrlichen und anständigen Menschen sind Worte und Handlungen weitgehend deckungsgleich. Bei Lügnern hingegen nicht. Daher müssen diese ihr Handeln immer wieder rechtfertigen.

Verlogenheit ist leider alltäglich

Die meisten Menschen lügen unbewusst. Manche tun es ganz bewusst. Eine kleine Lüge wird oft als Notlüge deklariert. Sie erfolgt, weil man in bestimmten Kontexten glaubt, lügen zu müssen. Wer würde seinem Chef schon sagen, dass er Mundgeruch hat oder ein narzisstisches Quadratekel ist? In anderen Kontexten wird etwas absichtsvoll beschönigt. Auch das ist eigentlich verlogen, aber wir bedienen uns solcher Strategien ständig. Allein die Häufigkeit kleiner Lügen macht es schwer, Lügner zu erkennen.

Einer der häufigsten Gründe, warum Lügner davonkommen, ist die Sympathiefalle. Man mag diese Menschen und vertraut ihnen. Die interessante Frage ist aber, warum dein Gegenüber meint, dich trotzdem anlügen zu müssen. Menschen manipulieren einander durch Notlügen, Auslassungen, Verdrehungen oder Beschönigungen. Die Frage, wo Wahrheit endet und eine Lüge beginnt, ist für die meisten Menschen schwer zu beantworten.

Zudem lügen manche Menschen dermaßen oft, dass sie wahre Meister ihres Faches geworden sind. Solche Lügner zu entlarven, ist schwer. Sie sind Profis. Vermutlich wird ihr gesamtes Lügengebäude irgendwann zusammenbrechen. Um das zu vermeiden, wechseln Profi-Lügner nach einer Weile ihr Umfeld. Am besten lügt es sich, wenn andere einen nicht gut genug kennen.

 

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