Ara Malikian – Ein Virtuose an der Violine im Interview

Ara Malikian

Er ist unverwechselbar. Sowohl sein Aussehen, sein Style, als auch seine Art, eines der edelsten Instrumente dieser Welt zu spielen, machten Ara Malikian zu dem, was er heute ist. Er ist seit Jahrzehnten einer der erfolgreichsten und besten Violinisten unseres Zeitalters und füllt auf seinen Konzerten komplette Stadien. Mit mehr als 40 veröffentlichter Alben ist klar, dass es für Ara nur eine einzige Beschreibung gibt: Ausnahmetalent. Als Libanese mit armenischem Hintergrund hatte es der heute in Spanien lebende Musiker nicht immer leicht, doch er verfolgte stets seinen Weg. Was dazu gehört, bereits im Alter von 12 Jahren Konzerte zu geben, was seine Fans während seiner Deutschland-Tour erwarten dürfen und wie er es schafft, Brücken zwischen Menschen verschiedenster Herkunft zu schlagen, haben wir im Interview von ihm wissen wollen.
 

Du hast bereits sehr früh mit dem Violine spielen begonnen und hast dein erstes Konzert im Alter von 12 Jahren gegeben. Seit damals hast du eine unvergleichliche Karriere hingelegt und mehr als 40 Alben veröffentlicht. Woher nimmst du all die Inspiration?

Ich bin nach wie vor motivierter denn je. Ich finde, das Wichtigste ist, an seinen Träumen festzuhalten, mit dem Träumen niemals aufzuhören und vor allem nie den Drang nach Lernen zu verlieren. Doch ebenso wichtig ist es, stets neue Musik, neue Kulturen, neue Musiker und neue Wege, Musik zu machen, zu erkunden. Durch all diese Punkte ist es dann möglich, immer wieder neue Projekte in Angriff zu nehmen und auch umzusetzen.

Du hast beinahe überall auf der Welt Konzerte gegeben. All die charakteristischen Klänge, die du auf deiner Reise um die Erde gesammelt hast, spiegeln sich in deiner Musik wider. Das macht dich einzigartig. Welche Länder haben dich am meisten inspiriert?

Für mich ist es so, dass das Erkunden jedes Landes und jeder dazugehörigen Kultur sehr wichtig und überaus bereichernd ist. Einen besonders wichtigen Stellenwert für mich hat Spanien. Der Grund hierfür ist einfach, denn in diesem Land war ich in der Lage, einen Cocktail an verschiedensten Kulturen aus aller Welt zu entdecken. Hier fand ich Flamenco, mediterrane Musik sowie orientalische, abendländische und lateinamerikanische Musik.

Für den zweiten Teil deiner „The Royal Garage World Tour“ wirst du in Moskau, Peking, Mexiko, Buenos Aires, Santiago de Chile, Paris, London und sechs deutschen Städten spielen. Worauf dürfen sich deine Fans freuen?

Es wird mein persönlichstes Projekt werden, gemeinsam mit einer komplett neuen Band und neuem Sound und natürlich neuer Komposition. Meine neue Band besteht aus Musikern aus vielen verschiedenen Ländern und Musik-Styles, welche sich auch in unserer Musik widerspiegeln werden.

Ein besonderes Augenmerk wird deiner Show zugutekommen, welche ganz besondere Licht- und Soundeffekte beinhalten wird. Darfst du diesbezüglich etwas spoilern?

Ich denke, dass die Spezialeffekte in Sachen Licht und Sound ein Mittel dazu sind, die Musik und die Gefühle, die diese transportiert, noch mehr zu verstärken. Trotz aller Effekte ist es aber dennoch so, dass die Musik immer das Wichtigste auf den Konzerten sein wird.

Wenn man dich ansieht, würde man nicht zwingend denken, dass du ein Ausnahmetalent mit der Violine bist, welches größte Erfolge verzeichnete. Heutzutage ist dein Outfit natürlich up to date, aber wie war es vor einigen Jahren? Hat es dich interessiert, was die Leute über dich sagen?

Es ist leider so, dass Menschen uns heute anhand unseres Looks bewerten. Über mehrere Jahre habe ich darunter gelitten, dass ich durch meinen Look und mein Aussehen nicht fähig war, als seriöser Musiker wahrgenommen zu werden. Es ist eigentlich bemitleidenswert. Heute bin ich überaus glücklich, diese Gefühle hinter mir gelassen zu haben. Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem Menschen meine Musik genießen sollten, ohne mich für meinen Look bewerten zu müssen.

Ara Malikian im Interview

Du bist ein Libanese mit armenischen Wurzeln und lebst seit vielen Jahren in Spanien. Heutzutage, wo viele Diskussionen über Asylsuchende geführt werden, würdest du da behaupten, dass dein Hintergrund und deine Violine Brücken zwischen Menschen verschiedener Herkunft schlagen kann?

Ich glaube fest daran, dass Musik, Kunst und Kultur die einzigen Wege sind, wie wir in Zukunft respektvoll mit Menschen aus den verschiedensten Ländern zusammenleben können. Dies ermöglicht es uns, vollkommen vorurteilsfrei zu agieren, ganz egal, woher ein Mensch kommt, wohin er geht oder was er sein möchte.

Du bist seit Jahrzehnten erfolgreich und hast im Laufe deiner Karriere vieles erlebt und gesehen. Gibt es noch Momente, an denen du etwas zum ersten Mal erleben darfst?

Ich sehe das so: Jedes meiner Projekte oder Konzerte gilt es zu meistern, als wäre es mein erstes dieser Art in meiner Karriere. Ich würde in meinem Leben, was Musik angeht, niemals Routine zulassen, denn diese ist überaus gefährlich für Künstler im Musikbereich.

Während deiner Jahre hast du unzählige Konzerte gegeben. Aber erinnerst du dich noch an einen Moment, der dir bis heute in Erinnerung geblieben ist?

Nein. Ich denke immer, dass das nächste Konzert das wichtigste und aufregendste und natürlich beste wird, auf dem ich dann die Performance meines Lebens hinlege.

 

TOURDATEN:
28.03.2019 – Berlin, Tempodrom
29.03.2019 – Köln, Carlswerk
01.04.2019 – Bielefeld, Rudolf Oetker Halle
02.04.2019 – Hannover, Kuppelsaal im HCC
03.04.2019 – Hamburg, Laeiszhalle
04.04.2019 – Neu Isenburg, Hugenottenhalle
06.04.2019 – Zürich, Halle 622

 

Fotos: Grey Coda

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