12 years a slave

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Als Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor) zu sich kommt, muss er feststellen, dass er in Ketten gelegt und in einem düsteren Loch gefangen gehalten wird. Der Familienvater und ehrliche Bürger ist in die Fänge von Sklavenhändlern geraten, die ihn aus dem friedlichen Norden in den Süden Amerikas verschleppen wollen, um ihn für gutes Geld an Plantagenbesitzer zu verkaufen. Da er keinerlei Papiere mehr bei sich hat, kann er niemandem beweisen, dass er eigentlich ein freier Mann ist. 12 Jahre voller Entbehrung, Leiden und Gewalt beginnen für Solomon.

Keine Kompromisse

Steve McQueen setzt in der Verfilmung des Buches, das die wahre Geschichte des echten Solomon Northup erzählt, auf kompromisslose Erzählgewalt. Es wird nicht unnötig verkitscht oder aufgebauscht, so dass der Betrachter den Eindruck bekommt die echte, originale Geschichte zu erleben. Das funktioniert im Film so gut, da dieser schonungslos das Leiden der Sklaven aufzeigt, ohne sich dabei in übertrieben langen Folterexzessen zu verlieren oder unrealistisch überhöht zu werden. Ebenso sind die handelnden Personen nicht eindimensional sondern mehrschichtig und nicht jede Figur kann direkt als böse oder gut abgestempelt werden.

Neben der guten Kamera-Arbeit und Erzählstruktur sind es vor allem die Leistungen der Haupt- und Nebenfiguren, die den Film so eindrucksvoll wirken lassen. Ganz vorne weg Chiwetel Ejiofor, der teilweise alleine durch seine Mimik ganze Szenen gestaltet und dadurch Emotion zum Zuschauer transportiert. Wie er den Kampf seines Charakters spielt, der nicht zerbrechen, sondern standhaft bleiben will, ist das was man als großes Kino bezeichnen muss.

Aber auch in den weiteren Rollen ist der Film wunderbar besetzt. So zum Beispiel Oberfiesling Michael Fassbender als sadistischer Plantagenbesitzer, der mit seinen Sklaven macht was ihm gerade passt, denn, so sagt er, mit Eigentum dürfe man ja machen was man will. Ebenso großartig sind aber auch Benedict Cumberbatch, Lupita Nyong’o, Brad Pitt, Paul Giamatti, Paul Dano und die vielen weiteren gut eingesetzten Schauspieler die ihre Charaktere richtig erlebbar gestalten.

Daneben kommt die, für Hans Zimmer Fans sehr vertraut wirkende Musik, fast schon extrem unaufdringlich daher. Das passt aber zum Film, setzt sie doch gekonnt Akzente, statt mit Klangteppichen die Szenen zu übertünchen. So ist die Musik präsent genug um die emotionalen Momente zu verstärken, nimmt sich aber so perfekt zurück, dass sie nie der Teil der Szenen ist der in Erinnerung bleibt.

Brilliante Geschichtsstunde

12 years a slave: Ein Film, den man alleine aus historischer Wichtigkeit schon gesehen haben sollte, in wunderbarem Erzählgewandt und mit toller Schauspielleistung. Für jeden Kinogänger der nicht nur auf reines Effekt- und Actionkino steht ein Muss!

Foto top: 12 years a slvae (2013) Movie Poster, Fox Searchlight Pictures, Entertainment One



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