Die glorreichen Sieben – Filmkritik & Trailer

        Die glorreichen Sieben    

Die glorreichen Sieben – Die Story

Rose Creek, eine kleine, unscheinbare Stadt im Wilden Westen, wird vom brutalen Banditen und skrupellosen Geschäftsmann Bartholomew Bogue (Peter Sarsgaard) heimgesucht, der mit seiner brutalen Bande von gekauften Söldnern auch vor Mord nicht zurückschreckt, um die Leute zu zwingen, ihm ihr Land zu überlassen. Als Bogue Emma Cullens (Hayley Bennett) Mann Matthew (Matt Bomer) und weitere Bewohner eiskalt umbringt, macht sich die junge Frau auf, um Hilfe gegen den übermächtigen Feind zu suchen.

Fündig wird sie schließlich im staatlichen Kopfgeldjäger Sam Chisolm (Denzel Washington). Da das wenige Geld der Einwohner von Rose Creek jedoch für keine Armee reicht, heuert Chisolm eine wild zusammengewürfelte Truppe von kampferprobten Sonderlingen an. Neben dem Spieler Farraday (Chris Pratt) finden sich mit Fährtenleser Jack Horne (Vincent D’Onofrio), dem Gesetzlosen Vasquez (Manuel Garcia-Rulfo), Scharfschütze Goodnight Robicheaux (Ethan Hawke), dessen Partner Auftragskiller Billy Rocks (Byung-hun Lee) und dem indianischen Krieger Red Harvest (Martin Sensmeier) ein paar Männer zusammen, die bereit sind ihr Leben für die Leute aufs Spiel zu setzen.

Und so machen sich die sieben ungleichen Gefährten auf, der Stadt zu Hilfe zu eilen und es mit der Übermacht des Bartholomew Bogue aufzunehmen.

 

 

Ganz neu und doch wie gewohnt

Mit der neuen Verfilmung der glorreichen Sieben steht nun das Remake eines Remakes in den Kinos. Ursprünglich unter dem Titel „Die sieben Samurai“ im Jahre 1954 erschienen, lehnt sich die 2016er Version doch deutlich mehr an das einstige, gleichnamige Western-Remake von 1960 an. Dennoch vermag die neueste Umsetzung mit eigenem Charm zu überzeugen.

Der wohl deutlichste Unterschied zum Vorgänger ist die Wahl der Hauptcharaktere. Denn anders als in der Version von 1960, in der diese aus einer Gruppe weißer Revolverhelden bestand, besteht der bunt zusammengewürfelte Haufen dieses Mal aus einem schwarzen Kopfgeldjäger, einem irischen Glücksspieler, einem Indianer, einem messerschwingende Chinesen, einem französisch-stämmigen Scharfschützen, einem gesuchten mexikanischen Banditen und einem alternden Fährtenleser. Das ist, davon abgesehen, dass es auch
zeitgemäß und damit kein schlechter Regie-Kniff ist, auch dem Unterhaltungwert des Films ganz zuträglich und passt zudem in die Zeit und die Gegend, in der der Film verortet ist.

Bei der Gewichtung der Rollen bekommen dabei definitiv die beiden angesagtesten Schauspieler der Runde, Denzel Washington und Chris Pratt, den meisten Fokus und sind damit das Grundgerüst des Films. Während Washington, souverän und unaufgeregt wie meist daher kommt und dem Film eine gewisse Ernsthaftigkeit verleiht, lockert Pratt mit seinem augenzwinkernden Spieler und Frauenhelden das Ganze wieder gekonnt auf. Daneben sticht besonders Vincent D’Onofrio als alter Fährtenleser hervor, dessen Figur wunderbar angelegt und gespielt ist. Die restlichen Darsteller machen ihre Sache gut, fallen damit jedoch nur gelegentlich so richtig auf. Besonders schade dabei, dass die Figuren von Ethan Hawke und Bösewicht-Darsteller Peter Sarsgaard, die viele Ansätze bieten und deutlich interessanter sein könnten, leider mangels Screentime nicht ihr volles Potential ausspielen dürfen.

Die Geschichte selbst ist in der grundsätzlichen Handlung kaum anders als in der Vorlage und auch ebenso simpel, in den Details wiederum stark verändert und ganz eigen. Lediglich die Entwicklung der Charaktere hätte für heutige Verhältnisse stärker ausgearbeitet sein können. Dennoch verändert und stört das den Film und das, was er erzählt nur wenig und der Zuschauer bekommt das geboten, was der Trailer angibt. Einen klassischen, einfachen Western im zeitgemäßen Gewand.

Das macht sich auch besonders in Musik und Bildsprache bemerkbar. Während die Musik zu größten Teilen vom, leider bereits verstorbenen, Altmeister James Horner (Musik zu Braveheart, Titanic uvm.) kommt und eine sehr klassische Westernstimmung anschlägt, kommt die Bildsprache sehr frisch und modern daher, ohne dabei den alten Westerncharm zu brechen. Dazu trägt auch zu großen Teilen das tolle Set- und Kostümdesign bei. So sind Bild und Ton eine in sich runde Sache, die das alte Westerngefühl gekonnt in die heutige Zeit transportieren.

 

Ein wirklich echter Western

Die Geschichte der glorreichen Sieben ist quasi eine der Urgeschichten des Films überhaupt und damit oft in andere Settings kopiert oder in abgewandelter Form erzählt. Mit der neuen Version des Klassikers läuft ein „Beinahe-Original“ in den Kinos, das zwar nicht ganz an den zugrunde liegenden Vorgänger heran reicht, aber dennoch bestens unterhalten kann und sowohl für Kenner des ersten Remakes, als auch für Neu-Westernfans einen Besuch im Kino des Vertrauens sinnvoll macht.

 
Die glorreichen Sieben Filmplakat
Kinostart: 22. September 2016
 

Fotos: Sony Pictures Germany

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