Tom Hiddleston

Der Anti-Held, den alle lieben: Aliens, Götter und Giganten gehen bei ihm ein und aus. Für Tom Hiddleston, den charismatischen Darsteller des Antihelden Loki aus dem Marvel-Universum, läuft es gerade richtig rund. Aber wer ist der Mann überhaupt, der als Schurke mehr gefeiert wird als seine Helden-Kollegen?

Vom Akademiker zum Schauspieler

Tom Hiddleston wurde am 9. Februar 1981 als eines von drei Kindern im Londoner Bezirk Westminster geboren. Während sein Vater ein eignes Pharmaunternehmen leitet, hat seine Mutter als Inspizientin und Kunstverwalterin gearbeitet.

Die meiste Zeit seiner Kindheit hat Hiddleston in Oxford und in Wimbledon verbracht. Erst besuchte er die Dragon School in Oxford und wechselte später auf das renommierte Eton College. Die Schule zählt weltweit als eines der teuersten Internate überhaupt und verlangt fast 16.000 Euro pro Schuljahrdrittel.

Von Eton ging Toms Akademiker-Weg weiter zur ebenfalls angesehenen Cambridge Universität, wo er ein Studium in Klassischer Literatur anfing. Allerdings wechselte Hiddlelston dann zur Royal Academy of Dramatic Art und machte an der Schauspielschule 2005 seinen Abschluss.

Startschuss für die Traumkarriere

 

Noch während seiner Studienzeit konnte sich Tom Hiddleston erste Rollen als Schauspieler sichern. Unter anderem spielte er 2001 in der BBC/HBO-Produktion “Conspiracy” mit, wo er zum ersten Mal auf Kenneth Branagh traf. Toms Rolle war nur ein kurzer Auftritt, aber sie dürfte mit für seinen späteren Durchbruch verantwortlich gewesen sein.

2008 trafen Branagh und Hiddleston erneut aufeinander in einer Verfilmung zur Krimi-Reihe “Wallander” von Henning Mankell und auch bei “Ivanov” aus dem gleichen Jahr standen die beiden Schauspieler gemeinsam vor der Kamera. Als Kenneth Branagh 2010 das Angebot bekam, einen Film über den Marvel-Helden Thor zu drehen, rief er seinen Kollegen Tom Hiddleston direkt an und lud ihn zum Casting ein.

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Um sich einen Platz in dem Film zu sichern, ging der junge Brite mehrere Wochen in die Mucki-Bude und trainierte sich sagenhafte 20 Pfund reine Muskelmasse an. Damit wollte er beim Casting punkten und die Konkurrenz ausstechen. Allerdings war Hiddleston eigentlich auf einen ganz anderen Part im Film scharf gewesen. Ursprünglich hatte er sich vorgenommen, für die Rolle des nordischen Donnergotts Thor selbst vorzusprechen. Die Produzenten des Films entschieden sich aber stattdessen für Chris Hemsworh. Das hing unter anderem auch damit zusammen, dass Tom Hiddleston mit seinen 1,90m Körpergröße drahtiger wirkte, während Chris Hemsworth bei gleicher Körpergröße mit seinen Muskeln durchaus mehr punkten konnte.

Trotzdem sollte das Casting nicht ganz umsonst sein. Kenneth Branagh bot seinem Schauspiel-Kollegen die Rolle als Thors durchtriebener Bruder Loki an. Damit war der Grundstein für eine absolute Traumkarriere gelegt.




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Der Wechselbare

Als Loki ist Tom Hiddleston unverkennbar. In mittlerweile sechs Filmen durfte er dem schelmischen Gott der Tricks und Intrigen Leben einhauchen und ist zum Fan-Liebling aufgestiegen. Seit 2021 hat er sogar eine eigene Serie auf Disney+, in der Tom als Loki die Hauptrolle verkörpert.

Aber der smarte Brite macht nicht nur in grünem Leder-Kostüm mit Hörnern eine gute Figur. Ein Blick auf seine Filmkarriere zeigt, dass Tom Hiddleston sich gerne an unterschiedlichen Rollen versucht. Unter anderem durfte er schon einen der ganz Großen treffen. Gemeint ist aber keine Schauspiel-Legende, sondern tatsächlich ein Charakter, der selbst den langen Tom locker um ein Dreifaches übertrifft: King Kong!

2017 zog es Tom Hiddleston in “Kong: Skull Island” auf die Insel des Riesen-Affen, um dem König seine haarige Pfote zu schütteln. In der Rolle des Captain James Conrad zeigte Hiddleston, dass er auch in einer eher actionreichen Rolle durchaus überzeugen kann.

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In der Biographie “I Saw The Light” von 2015 zeigt sich der Loki-Darsteller Hiddleston dagegen in einer ganz anderen Rolle. Er verkörpert den Country-Sänger Hank Williams, der als Sänger und Songwriter unter anderem Legenden wie Johnny Cash und Bob Dylan beeinflusst hat. Die Rolle des alkoholkranken Sängers war alles andere als spaßig und zeigte, dass Tom Hiddleston auch durchaus die düsteren Aspekte von Charakteren verwirklichen kann.

Freund und Teamplayer

 

 

Wenn man Filme wie “Kong: Skull Island” und “I Saw The Light” ansieht, dann sticht ein kleines Detail ins Auge. Tom Hiddleston ist nämlich nicht das einzige bekannte Gesicht in den Filmen, die Fans der MCU-Projekte wiedererkennen dürften. Beim Kampf gegen King Kong stand unter anderem Samuel L Jackson mit vor der Kamera, der in den Marvel-Filmen die Rolle des mürrischen Nick Furys verkörpert. Bei der Biographie über Hank Williams wurde die weibliche Hauptrolle wiederum von Elizabeth Olsen verkörpert, die als Scarlet Witch ebenfalls im Marvel-Universum unterwegs ist.

Diese Überkreuzungen sind keine reinen Zufälle. Tom Hiddleston nutzt bei Filmprojekten gerne mal seinen Einfluss, um Regisseure oder Produzenten zumindest bei der Besetzung anderer Rollen ein wenig zu beeinflussen. Für ihn ist es angenehmer, wenn er am Set ein paar bekannte Gesichter sieht, mit denen die Chemie stimmt. Aber genauso liebt der Loki-Schauspieler es, wenn er neue Kollegen kennenlernen und mit ihnen eine Verbindung aufbauen kann. Darum sagen viele seiner ehemaligen Mitschauspieler auch gerne, dass Tom ein echter Buddy ist, mit dem man auch gerne mal die Freizeit verbringt.

Das Herz am rechten Fleck

Während er in seiner Parade-Rolle gerne mal einen charismatischen Anti-Helden verkörpert, setzt sich Tom Hiddleston abseits der Dreharbeiten für seine Mitmenschen ein. Er ist unter anderem ein flammender Unterstützer von UNICEF und setzt sich für die Rechte und das Wohlergehen von Kindern auf der ganzen Welt sein. Aber auch gegen Rassismus und soziale Ungerechtigkeiten kämpft Tom. Bei seinen Filmprojekten hat er immer auch einen Blick auf die Crew, die hinter den Kameras arbeitet. Für ihn sind Schauspieler nämlich nicht nur dafür zuständig, ihre Rolle vernünftig zu spielen. Sie repräsentieren das ganze Team, das für den Dreh benötigt wird und für Hiddleston ist es darum auch selbstverständlich, in Drehpausen mal zu schauen, wie es den anderen Leuten am Set so geht.

Anwärter auf die Doppel-Null

Tom Hiddleston

Nachdem Daniel Craig bekannt geben hat, dass der Film “No Time To Die”, der bereits 2020 in die Kinos kommen sollte, sein letztes Auftreten als britischer Agent James Bond sein wird, ist die Suche nach einem neuen Bond-Darsteller bereits losgegangen. Die Rolle, die traditionell mit einem britischen Schauspieler besetzt wird, könnte auch an Tom Hiddleston fallen. Immerhin kann der Brite mit Charme, Sportlichkeit und einer unglaublich guten Smoking-Figur überzeugen. Allerdings wird der Kampf um die Doppel-Null alles andere als einfach. Auch Kollegen wie Superman-Darsteller Henry Cavill und Tom Hardy im Gespräch. Aber auch, wenn Tom Hiddleston es nicht schaffen sollte, sich als “Bond – James Bond” in einem Film vorzustellen, wird er seine Fans sicherlich auch in der Zukunft noch in verschiedenen Filmprojekten begeistern können.

 

Bilder: twhiddleston / Instagram; Maxime Robini / Allociné; Marvel Studios 2017; The Jokers / Le Pacte