Tantra Massage

Garantiert hast auch du schon einmal von der erotischen Tantra Massage gehört. Meist wird jedoch in Zusammenhängen davon gesprochen, welche nicht dem eigentlichen Zweck dieser Massage entsprechen. Tantra wäre ein esoterischer Firlefanz oder Tantra könne auf primitive Sexualität reduziert werden. So lauten die weitverbreiteten Meinungen zu Tantra Massagen. Wir wollen diese Irrtümer aus der Welt schaffen und dich ausgiebig über die Tantra Massage informieren. Eines ist sicher: Diese Massagetechnik kann neue und aufregende Elemente in dein Sexualleben bringen und dieses auf eine sinnliche Art und Weise bereichern.

Der Ursprung der Tantra Massage

Der Begriff Tantra stammt aus der indischen Sprache Sanskrit und steht wörtlich übersetzt für das Gewebe. Mit Tantra wird allerdings auch eine esoterische Strömung bezeichnet, welche großen Wert auf Sinnlichkeit und die Verehrung weiblicher Gottheiten legt. Aus diesen Strömungen heraus hat sich in den 1970er-Jahren die Bewegung Neotantra entwickelt, welche vor allem in westlich geprägten Ländern die Sexualität zelebrierte und in Einklang mit spirituellen Welten brachte.

In dieser Zeit entwickelte sich auch die heute bekannte Form der Tantra Massage, welche mit dem ursprünglichen Tantra in keinem direkten Zusammenhang steht. Diese Massagen hatten das Ziel, eine spirituelle Erfahrung zu vermitteln. Zu diesem Zweck mussten der Geist, aber auch der Körper perfekt entspannt werden.
Heute werden diese Ganzkörpermassagen meist in einen anderen Kontext gesetzt. Nach wie vor steht die umfassende Entspannung im Mittelpunkt, doch die spirituelle Ebene wird meist ausgeklammert. Es ist wichtiger, dass die massierten Personen sich geistig mit sich und ihrem Körper beschäftigen, als dass esoterische Erlebnisse gesucht und erwartet werden. Die sexuelle Komponente ist bei der modernen Form von Tantra Massagen ein wichtiger Bestandteil, jedoch nicht das zentrale Element.

Das Ziel einer Tantra Massage

Eine Tantra Massage unterscheidet sich erheblich von allen sonstigen Massageformen. Das Ziel dabei ist nicht, einzelne Muskeln zu entspannen. Auch der sexuelle Höhepunkt ist kein klar definiertes Ziel. Vielmehr geht es darum, den eigenen Körper auf eine gänzlich andere Art und Weise zu erleben. Dazu ist es nötig, die klare Rollenverteilung in einen Gebenden und einen Nehmenden zu akzeptieren.

Der Nehmende soll während der Massage seinen Geist möglichst vollständig befreien, wodurch der eigene Körper intensiver wahrgenommen wird. Die Berührungen während der Massage erzeugen so bislang unbekannte Gefühle. Während einer Tantra Massage gibt es prinzipiell keine Zonen, welche nicht berührt, gestreichelt und massiert werden dürfen. Selbstverständlich können allerdings Körperteile nach eigenem Ermessen von der Massage ausgeklammert werden.

Auch die primären Geschlechtsteile sind üblicherweise Teil einer Tantra Massage. Sie werden als Yoni (weibliches Geschlechtsorgan) und Lingam (männliches Geschlechtsorgan) bezeichnet. Da diese ebenfalls stimuliert werden, kommt es während der Tantra Massage häufig zu einem Orgasmus. Dieser ist jedoch kein primäres Ziel und noch viel weniger ein absolutes Muss, sondern nur Teil des gesamten Erlebnisses.

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Nach einer Tantra Massage ist der Empfänger in aller Regel besonders tiefenentspannt. Der Geist sollte befreit sein, Gedanken an den lästigen Alltag waren für die Dauer der Massage aus dem Kopf verbannt. Die Konzentration galt dem eigenen Körper und den damit verbundenen Empfindungen. Auf diese Weise werden Körper und Geist in Einklang gebracht, wodurch ein innerer Friede gewonnen wird. Da dies in Kombination mit sexueller Erregung und Befriedigung einhergeht, sind Tantra Massagen auch hervorragend dazu geeignet, sexuellen Unsicherheiten und Ängste zu bekämpfen.

So läuft eine professionelle Tantra Massage ab

Tantra Massage

Die Gründe, warum jemand eine Tantra Massage in Anspruch nimmt, können vielfältig sein. Meist geht es den Kunden darum, neue Erfahrungen zu machen. Oft wird auf diese Weise auch versucht, sexuelle Probleme zu bewältigen. Gelegentlich ist auch sexuelle Neugier in gewissem Sinne ausschlaggebend. Du solltest dir jedoch bewusst sein, dass der sexuelle Part einer Tantra Massage niemals im Mittelpunkt steht. Daher sollten Anbieter von Tantra Massagen auch niemals mit Prostituierten verwechselt werden. Der wichtigste Punkt diesbezüglich lautet: Der Kunde bestimmt niemals die Richtung, in welche sich die Massage entwickelt.

Zu Beginn jeder professionellen Tantra Massage steht ein ausführliches Gespräch zum Kennenlernen. Warum möchtest du diese Massage in Anspruch nehmen? Wie sind deine bisherigen Erfahrungen? Gibt es bestimmte Punkte die besondere Aufmerksamkeit verdienen oder sollen einzelne Körperzonen nicht berücksichtigt werden? Während des Gesprächs wird so bereits eine erste Verbindung zwischen Gebenden und Nehmenden aufgebaut und eine persönlichere Atmosphäre geschaffen. Bevor die eigentliche Massage beginnt, ist es nötig, dass sich der Kunde einer intensiven Körperreinigung unterzieht.

Nun geht es auf die Massageliege, wo damit begonnen wird, den Körper mit warmem Öl zu massieren. Dabei wird der gesamte Körper von den Füßen bis zum Kopf berücksichtigt. Die Reihenfolge der Massage ist hierbei vollkommen dem Gebenden überlassen. Meist wird versucht, möglichst große Spannung aufzubauen, indem unterschiedliche Körperteile in abweichenden Intensitäten berührt werden.

Eine Tantra Massage dauert im Normalfall mindestens eineinhalb Stunden. Dies mag auf einen ersten Blick sehr lange erscheinen. Diese Zeit ist jedoch nötig, damit sich der Nehmende vollkommen öffnen und der Massage hingeben kann. Es heißt, dass es durchschnittlich 45 Minuten dauert, bis das weibliche Yoni sich entfaltet hat und die Vorzüge der Massage zur Gänze genießen kann.

Je nach persönlichen Vorlieben und Abmachungen mit dem Gebenden werden während der Tantra Massage nicht nur die primären Geschlechtsmerkmale, sondern auch Anus, Prostata und weitere in der westlichen Welt häufig als Tabuzonen betrachtete Bereiche massiert. Meist wird es dazu kommen, dass während der Massage der Nehmende zum Orgasmus gelangt. Dies soll und wird jedoch niemals der Höhepunkt und / oder das Ende der Tantra Massage sein. Denn diese soll ebenso sanft ausklingen, wie sie begonnen hat. Wichtig ist auch, dass nach der Massage eine Möglichkeit zum Nachruhen gegeben ist. Nach einer weiteren Reinigung wird das gesamte Massageritual im Nachgespräch beendet.

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Die Tantra Massage ins partnerschaftliche Sexualleben integrieren

Selbstverständlich ist es möglich, auch in einer Partnerschaft Tantra Massagen durchzuführen. Zwar gelingen diese deutlich besser, wenn zumindest einer der Partner eine gewisse Schulung vorzuweisen hat, sie sind aber auch gänzlich ohne Vorwissen gut umsetzbar. Dabei gilt es, zwei besonders wichtige Punkte zu berücksichtigen:

– Die Rollenverteilung zwischen Gebendem und Nehmendem muss klar geregelt und beiderseitig akzeptiert sein. Eine Tantra Massage ist kein gegenseitiges Geben und Nehmen. In diesem Falle ist es nötig, bis zu einem gewissen Grad egoistisch auf sich selbst achten und sich vollkommen dem Genuss hinzugeben. Ihr werdet in späteren Situationen die Möglichkeit haben, die Rollen zu vertauschen.

– Der Gebende versucht, sich vollkommen auf die Gefühle des Nehmenden einzulassen. Garantiert wirst du während der Massage merken, welche Berührungen bestimmte Auswirkungen mit sich bringen. Es gilt hier ein Spiel zu betreiben, welches den Nehmenden Genuss und Ekstase bereitet, jedoch nicht überhastet zum Orgasmus bringt.

Diese positiven Auswirkungen kann eine Tantra Massage mit sich bringen

Tantra Massage

In einer Partnerschaft sind die positiven Auswirkungen sofort sichtbar. Ihr nehmt euch Zeit füreinander, lernt den Körper des Partners besser kennen und schafft es so, Genuss mit Harmonie und sexuelle Erregung mit tiefer Entspannung zu kombinieren. Ein solches Erlebnis macht zwangsläufig Lust auf mehr, wodurch die sexuelle Erregung in der Partnerschaft dauerhaft erhöht wird.

Neben den positiven Effekten für eine Partnerschaft, stellen sich aber auch Vorteile für den Einzelnen ein, welche selbstverständlich auch durch professionelle Tantra Massagen erzielt werden. Als Nehmender der Massage erhältst du ein gänzlich neues Gefühl für deinen Körper. Dieses Selbstverständnis erstreckt sich auch über den sexuellen Bereich. In Summe wird dadurch ein intensives Selbstbewusstsein geschaffen, welches sich fast zwangsläufig auch im Alltag niederschlägt. Auf diese Weise können auch sexuelle Probleme, Hemmungen und Psychosen bekämpft werden. Denn meist steckt hinter derartigen Verunsicherungen und psychischen Problemen ein fehlendes Verständnis des eigenen Körpers. Auch mangelnde Selbstsicherheit und sexuelle Unerfahrenheit können starke negative Folgen mit sich bringen. All diese Punkte können jedoch durch die Erfahrungen während einer Tantra Massage verbessert und möglicherweise sogar gänzlich ausgemerzt werden.

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So findest du eine/n seriösen Masseur/in

Im Bereich der Ganzkörpermassagen, welche auch einen sexuellen Bezug aufweisen, ist es schwierig, seriöse Anbieter zu finden. Eine Suche im Internet zeigt meist nur fragwürdige Treffer. Einige kleine Tipps können dabei helfen, diese auszusortieren.

Wird auf der Homepage eines Anbieters für Tantra Massagen ein übermäßiger Bezug auf sexuelle Erregung und Befriedigung gelegt, ist dieser sehr wahrscheinlich nicht seriös. Denn auch wenn diese Punkte Teil der Tantra Massage sein können, stehen sie stets im Hintergrund. Ein ähnlicher Hinweis auf unseriöse Anbieter kann in der Länge der Massagen gefunden werden. Sind diese eher kurz angesetzt (unter eineinhalb Stunden) ist es fraglich, ob es sich bei der Massage um ein vertrauenswürdiges Angebot im Sinne einer echten Tantra Massage handelt.

Möchtest du auf Nummer Sicher gehen, kannst du dich auf der Website des Tantramassagen-Verbandes informieren (https://www.tantramassage-verband.de/). Hier findest du ausgebildete und zertifizierte Tantra Masseure in deiner Nähe.




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So kannst du selbst die Tantra Massage erlernen

Natürlich ist es einigermaßen einfach, die Grundzüge einer partnerschaftlichen, sexuell geprägten Ganzkörpermassage zu verstehen. Um eine Tantra Massage jedoch zum Maximum auszureizen, ist es empfehlenswert, einen speziellen Kurs zu besuchen. Zwar können dir auch Bücher, Webseiten und Videos vieles beibringen, doch durch persönliche Beratung können dir viele kleine Tipps und Tricks gezeigt werden, welche ansonsten nicht perfekt umgesetzt werden könnten.

Kurse kannst du ebenfalls am besten über den Verband der Tantra-Masseure finden. Hier kannst du zwischen größeren Kursen für Gruppen, aber auch kleinen und privaten Einheiten für Einzelpersonen oder Paare wählen.

Das Fazit zu Tantra Massagen

Das negative, anrüchige Bild, mit welchem Tantra Massagen auch heute noch häufig behaftet sind, ist gänzlich unangebracht. Denn die intensive Massage gleicht mehr einer Zelebration des Körpers als einer erotischen Dienstleistung. Bei Tantra Massagen handelt es sich um eine Möglichkeit, Körper und Geist ist Einklang zu bringen und dadurch das eigene Selbstbewusstsein massiv zu steigern.

Auch in Partnerschaften können Tantra Massagen einen gänzlich neuen Zugang zum gegenseitigen sexuellen Verständnis liefern. Nicht nur der eigene Körper, sondern auch jener des Partners wird erkundet und kennengelernt. Diese intensive Beschäftigung miteinander sorgt auf körperlicher und geistiger Ebene für unbekannte und ungeahnte Energie und Harmonie.

 

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