Wie du durch Nichtstun deine Kreativität förderst und mehr erledigt bekommst

        Kreativität    

Wer kennt sie nicht, die so häufig zitierten Lebensweisheiten wie „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“, welche sich insbesondere an die Menschen richten, die gerne mal Dinge vor sich herschieben. Diese und andere Ratschläge werden stets mit ernster Miene sowie dem erhobenen Zeigefinger vorgetragen. So sollen Tagträumer, Faulenzer, Wolkengucker und „In-den-Tag-Leber“ ermahnt werden, keinerlei Zeit mit Nichtstun zu verschwenden. Denn wer nichts tut, erreicht auch nichts und verplempert wertvolle Lebenszeit. Wie du durch Nichtstun deine Kreativität fördern kannst:

Produktivität steht im Fokus unserer Zeit, Multitasking und rund um die Uhr mit irgendwas beschäftigt sein, um irgendetwas zu erledigen. Den Tag mit diversen Aufgaben so voll wie möglich zu packen, stets an einer Sache zu arbeiten, zeugt von Leistungsfähigkeit.

 

Expertenmeinung: Simples Nichtstun ist keine Zeitverschwendung

Entspricht es aber wirklich der Wahrheit, dass Phasen des Nichtstuns dazu führen, seinen Aufgaben nicht entsprechend nachkommen zu können, da es sich um simple Zeitverschwendung handelt? Experten haben hier eine erfreuliche Antwort für alle, die gerne mal die Seele baumeln lassen: Nein!

Einfaches Nichtstun, sogenannte Ruhephasen oder auch Chillout-Time fördern die Kreativität, füllen deine leeren Akkus wieder auf und führen letztendlich zu einer verbesserten mentalen Leistungsfähigkeit.

Doch wie kann das Nichtstun dazu führen, Dinge adäquater zu erledigen, wurden wir doch alle bereits in der Kindheit davor gewarnt, Löcher in die Luft zu starren, auf dem Sofa herumzulungern oder bis mittags im Bett liegen zu bleiben, um keine Zeit zu verschwenden?

 

Ständige Beschäftigung lässt keinen Raum für Kreativität

Die Antwort auf diese Frage präsentiert sich im Grunde recht schlüssig. Wer ständig beschäftigt ist, immer unter dem Druck steht, die ihm gestellten Aufgaben am besten noch vorgestern erledigt zu haben, der hat einfach keine Zeit, sich zu entspannen. Denn wie der menschliche Organismus nach körperlicher Anstrengung regelmäßige Ruhephasen benötigt, um neue Energie tanken zu können, braucht auch das menschliche Gehirn gewisse Auszeiten. Wenn du also nichts tust, sammelst du Energie und füllst den leeren mentalen Tank auf natürliche Weise wieder auf.

 

Nichtstun gibt Gedanken Raum, sich zu entfalten

In den Phasen des Faulenzens, Herumlungerns oder Nichtstuns erholt sich dein Gehirn und kann abschalten. Dies führt zu Entspannung. Der Blutdruck senkt sich, der Herzschlag wird verlangsamt, die Durchblutung wird gefördert. Diese Ruhephasen, in denen du einfach mal an gar nichts denken musst, bilden Raum für Kreativität. Kreativität ist der Grundstein von innovativen Lösungen und für einen Ideenreichtum, der sich nicht nur bei Menschen bemerkbar machen kann, die im Allgemeinen als kreativ bezeichnet werden. Kreativ kann nämlich jeder Mensch sein.

 

Die Lösung kommt im Schlaf

Auch die Redensart „Da sollte ich eine Nacht drüber schlafen“ ist den meisten Menschen wohlbekannt, und sie bringt es sozusagen genau auf den Punkt. Wenn dir zu einem bestimmten Problem absolut nichts Produktives einfällt, schlafe eine Nacht darüber. Denn möglicherweise präsentiert dir dein Gehirn am nächsten Morgen die ideale Lösung dafür auf dem Silbertablett.

 
Kreativität

 

Faulenzer als kreative Genies

Kreative Köpfe wie Leonardo da Vinci galten als Prokrastinatoren, die ihre Projekte aufgrund von Trödelei niemals rechtzeitig fertigstellen konnten. Dennoch zeigt sich in den Werken großer Künstler, dass Genialität Raum und Zeit zur Entfaltung benötigt. Auch – oder gerade weil – Leonardo da Vinci ein Tagträumer und Dinge-vor-sich-Herschieber war, zählt er ohne Zweifel zu den bedeutendsten Kreativköpfen der Menschheitsgeschichte.

 

Regelmäßige Schaffenspausen zur Entlastung des Gehirns

Zugegeben, ein absichtliches Übersehen von Dingen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt werden müssen, erweist sich in den meisten Fällen als keine gute Idee. Aber das regelmäßige Relaxen zwischen Schaffensphasen, also die kreativen Schaffenspausen, können dir mitunter helfen, neue Kraft zu schöpfen und adäquatere Problemlösungen auszuarbeiten. Denn wenn du dir dann und wann eine Pause gönnst, entlastest du dein Gehirn und schaffst Raum für Kreativität.

 

Kommt Zeit, kommt Rat

Um mehr Dinge erledigt zu bekommen, müssen Ideen und Gedanken reifen, das Abschweifen und die Assoziation führen oftmals zu ganz neuen Lösungswegen. Wir raten daher, dir für bestimmte Arbeiten Zeit zu lassen, Entwürfe eine Zeit lang unbeachtet liegen zu lassen, um sich zu einem späteren Zeitpunkt mit neuer Energie weiter damit zu beschäftigen.

Das mentale Innehalten war bereits Denkern und Poeten der Antike bekannt. Denn Faulheit kann im Grunde nicht als bloße Untätigkeit bezeichnet werden. Vielmehr ist sie Nährboden der Inspiration.

 

Regelmäßige Auszeiten und Schaffensphasen im Wechsel machen dich produktiver

Keinesfalls bedeuten diese durch Studien belegte Aussagen, dass stetige Unterforderung des Gehirns konstruktiv wirkt. Durch Nichtstun die Kreativität zu fördern bezieht sich demnach auf regelmäßige Schaffenspausen zwischen Phasen der Produktivität. So hat ein einfacher Spaziergang an der frischen Luft tatsächliche Auswirkungen auf deine Hirnaktivität. Hierbei kannst du die Gedanken optimal schweifen lassen, tief durchatmen und entspannen. Das Ergebnis sind verbesserte Reaktionszeiten und eine erhöhte Aufmerksamkeitsspanne. Du kannst dich also frisch und erholt wieder ans Werk machen. Der Schlüssel zum Ganzen ist hier der Wechsel zwischen Schaffensphase und Schaffenspause.

 

Gehirn im Leerlaufmodus gegen Stress, Hektik und Leistungsdruck

Das neuzeitliche Leben besteht zum großen Teil aus Terminen, aus Hektik und dem Druck, alle Aufgaben möglichst schnell erledigen zu können. Wer sich da zwischendurch mal Zeit nimmt, gilt schnell als Faulenzer. Aber wenn du dir bewusst Zeit nimmst, um absolut nichts zu erledigen, schöpft dein Geist neue Energie, Stress wird reduziert und sogar dein Immunsystem wird durch Nichtstun gestärkt.

Und wer ausschließlich auf seine zu erreichenden Ziele fixiert ist, der lässt sich selbst keinen Raum für neue, eventuell bessere Möglichkeiten, sein Leben zu gestalten. Regelmäßiges Nichtstun kann mit einem mentalen Kurzurlaub verglichen werden. Die Gedanken schweifen ab ins Nichts und das Gehirn befindet sich in einer Art Leerlaufmodus. Dieser Modus hilft dir, dich gedanklich zu entspannen und sorgt für Erholung im Kopf. Dadurch können dann ganz neue Gedankengänge entstehen.

Mut zum Faulenzen lautet also die Devise. Weil Nichtstun keinesfalls verschwendete Lebenszeit ist, sondern eine Zeit, in der alles Mögliche entstehen kann. Denn um produktiv zu sein, brauchst du Ruhephasen, in denen du dich erholen und neue Energie tanken kannst. Zudem stellt die so entstandene „Leere“ Raum für kreative Einfälle und innovative Ideen zur Verfügung.

 

Fotos: 123ducu; Sunny / Getty Images

Keine Kommentare

Dein Kommentar dazu Abbrechen

Deine E-mail Adresse wird nicht veröffentlicht.