Die Etikette – was muss und was geht gar nicht?

        Etikette    

Das quasi unendlich große Minenfeld der Etikette ist unter anderem in Deutschland ganz besonders großzügig bestückt worden. Heute räumen wir mit einigen Mythen auf und zeigen dir, was du trotzdem noch unbedingt beachten musst, um nicht ins nächste Fettnäpfchen zu treten. Du darfst erwarten, nach diesem Artikel der perfekte Ansatz eines Gentlemans zu sein.

Handy weg!

Die Etikette

Egal ob du dich gerade in einer Konversation befindest, im Kino bist, mit Kollegen am Mittagstisch sitzt oder mitten in einem Meeting steckst, das Handy gehört MINDESTENS auf stumm geschaltet in die Tasche. Hier gibt es nicht viele Ausreden, die du dir einfallen lassen kannst. Von vorn herein anzukündigen, dass du einen sehr wichtigen Anruf erwartest, trifft meistens auf Verständnis. Diesen Trick solltest du aber nicht jedes Mal ausnutzen, um heimlich Candy Crush zu spielen, nur um festzustellen, dass deine Medienlautstärke noch am Limit ist.

Kommen wir nun zu den Benimmregeln AM Telefon. Wie, du hast gedacht einfach nur „Jo“ als Begrüßung reicht aus? Dir bringen wir noch Manieren bei, du Wilder! Sag immer deinen Namen und bei geschäftlichen Handys auch deinen Arbeitsplatz, damit dein Gegenüber immerhin eine Ansprechperson hat. Wenn du jemanden über Lautsprecher in einer Konferenz empfängst, solltest du dies dieser Person auch VOR Beginn des Gesprächs mitteilen.

Bleib zuhause, wenn du krank bist.

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Erstens werden es dir deine Kollegen danken, zweitens willst du nicht den ganzen Tag am Rechner rumröcheln und deine Krankheit noch weiter hinauszögern als unbedingt nötig.

Falls du aber einfach so niesen musst, solltest du dich bei deinen Kollegen entschuldigen und nicht auf ein „Gesundheit“ warten. Das Wort Gesundheit kommt noch aus der Zeit, in der die Pest gewütet hat. Man hat es außerdem eher sich selbst gewünscht, anstatt seinem Gegenüber. Ist also veraltet. Wenn sich fünf Leute darum streiten, wer dir als erstes Gesundheit entgegenwerfen darf, kannst du es aber auch dankend entgegennehmen. Wenn einer deiner Kollegen niest und er sich nicht entschuldigt, weil er die neue Etikette noch nicht kennt, solltest du ihm trotzdem Gesundheit wünschen. Andererseits könnte er dein Schweigen als unhöflich empfinden.

Die laufende Nase ist der schlimmste Erzfeind der Konzentration deiner Mitarbeiter. Hochziehen ist zwar etwas hygienischer als das Ausschnauben, aber umso nerviger. Bei beiden Methoden besteht außerdem die Gefahr, dass Erreger in die Nebenhöhlen gelangen. Um deine Kollegen und dich zu schonen schnaubst du am besten sanft die Nase aus und verwendest zeitweise Nasenspray.

Zu Tisch?

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Klar, wenn du und deine Freundin zu zweit sitzen, bekommt ihr euer Essen gleichzeitig, aber mit sechs Mann am Tisch kommt es schon vor, dass die fünfarmige Kellnerin nicht alles gleichzeitig an den Tisch bringt. In diesem Fall wartest du natürlich, bis auch der letzte sein Essen vor sich stehen hat.

Pro-Tipp: Alles, was nichts mit deinem Essen zu tun hat oder Dekoration ist, kommt runter vom Tisch. Dazu gehört nicht nur das Smartphone, sondern auch Dinge wie Sonnenbrillen, Schlüsselbunde (ganz besonders, wenn dein Schlüsselbund vermuten lässt, dass du der Hausmeister von halb Berlin bist) und Taschen jeglicher Art. Alles, was nicht im Magen landet oder auf dem Tisch bleiben soll, kommt also weg.

Halte die Tür auf und schüttle Hände

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Beim Tür aufhalten hat der Rang oder der Name keine Bedeutung. Wer zuerst da, ist hält auch die Tür auf. Sei aber nicht der Typ, der in 50 Metern Entfernung jemanden sieht, der vielleicht auch durch die Tür möchte. Wenn er doch nicht durchgeht, stehst du dumm da. Und wenn er durchgeht, hast du eine peinliche Situation erschaffen.

Beim einander Kennenlernen sieht das Ganze schon wieder anders aus. Der oder die Ranghöchste wird hier immer zuerst gegrüßt, vorgestellt oder genannt. Zum Beispiel nennst du deine Chefin vor dem Lagermitarbeiter, den du ihr gerade vorstellen möchtest. Geschlechter müssen sich hier eher hinten anstellen.

 

Fotos: detailblick-foto; djile / stock.adobe.com; andresr; georgeclerk; DragonImages; PeopleImages / Getty Images

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