10 Tipps, um noch genialer zu werden, als du schon bist

        Denken wie ein Genie    

Denken wie ein Genie

Viele Menschen haben sich im Laufe der Geschichte Gedanken darüber gemacht, was „Genie“ bedeutet. Einige darunter waren selbst Genies. Albert Einstein zum Beispiel war der Überzeugung, dass Genie „ein Prozent Talent und 99 Prozent harte Arbeit“ sei.

Unabhängig davon, ob man sich nun für ein Genie hält oder nicht: Es kann förderlich sein, sich Denkmuster und Arbeitsweisen von Menschen abzuschauen, die Geniales geleistet haben. Dazu braucht es keinen hohen IQ. Die folgenden Anhaltspunkte können dabei behilflich sein:
 

1. Keep it simple!

Oftmals ist ein Genie derjenige, der etwas Einfaches zum ersten Mal denkt. Gute Einfälle müssen nicht unbedingt hochkomplex oder ausgefallen sein. Die Erfindung des Rads beispielsweise erscheint uns heute offensichtlich. Doch auf das Prinzip eines Rads zu kommen, ohne jemals ein Rad gesehen zu haben, ist genial, und dabei doch so simpel. Indem man Aufgabenstellungen auf das Wesentliche reduziert und etablierte Konzepte hinterfragt, kommt man möglicherweise auf überraschend einfache und elegante Lösungen.
 

2. Betrachte Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln!

Im Englischen wird oft der Begriff „thinking outside box“ gebraucht. Das heißt nichts anderes, als ein Problem aus den verschiedensten Perspektiven zu betrachten und dabei den althergebrachten Standpunkt zu verlassen und auch unkonventionelle oder auf den ersten Blick unsinnige Lösungsvorschläge in Betracht zu ziehen. Dies fällt oft schwer, da jeder nun einmal durch sein Weltbild und seine Erziehung und Ausbildung konditioniert ist, bestimmten Denkmustern und Ansätzen zu folgen. Eine gewisse Distanz vom ursprünglichen Ansatz ist dabei unabdingbar. Insbesondere Brainstorming kann hier sehr behilflich sein. Jede noch so abwegige Idee hat die Berechtigung, zumindest notiert und durchdacht zu werden. Im besten Fall führt das zu neuen kreativen Ansätzen, die über den bisherigen Tellerrand hinausgehen.
 

3. Visualisiere Probleme!

Oft sind Worte oder Zahlen zu abstrakt, aber ein Bild macht intuitiv den gesamten Sachverhalt klar. Es gibt unzählige Beispiele, wo dieser Ansatz erfolgreich war. Die Feynman-Diagramme in der Physik sind ein gutes Beispiel. Richard Feynman machte dabei extrem komplizierte Vorgänge der Teilchenphysik mit Hilfe rudimentärer, intuitiv verständlicher Diagramme deutlich. Die Visualisierung von Aufgabenstellungen ist auch in der Mathematik ein bewährtes Mittel. Beispielsweise lassen sich chaotische Zusammenhänge zwischen vielen Elementen oft elegant in einem einfachen Graph mit Knoten und Kanten darstellen. Auf graphentheoretischen Überlegungen beruht letztendlich auch der Suchalgorithmus, mit dem Google es zu einer der erfolgreichsten Firmen aller Zeiten gebracht hat.
 

4. Keine Angst vor Fehlern und Scheitern!

Einige der größten Erfinder der Geschichte, die unzählige geniale Arbeiten und Erfindungen hervorgebracht haben, haben ebenso viele schlechte Ideen, gescheiterte Erfindungen und Lösungen, die in Sackgassen führten, hervorgebracht. Irren ist menschlich, und Scheitern ist oftmals dennoch ein Fortschritt. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Auch wenn es ein Klischee ist – dieser Satz ist wahr. Gemäß der Devise „Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better“ sind Durchhaltevermögen, Disziplin und ein „sich-voran-Irren“ oftmals Charakteristika von genialen Köpfen. Auch wenn ein Ansatz nicht funktioniert, hat man meist etwas Nützliches dabei gelernt und ist zumindest insofern schlauer, dass man weiß, was NICHT funktioniert, und weshalb nicht. Oft sind Genies extrem produktiv. Dabei entsteht oft auch viel Unnützes oder Fehlerhaftes. Das ist normal und unvermeidbar.
 

5. Erkenne Analogien!

Ein Merkmal großer Denker ist, dass sie Analogien und Zusammenhänge zwischen scheinbar vollkommen verschiedenen Bereichen erkennen. Der Physiker James Clerk Maxwell beispielsweise erkannte die Gemeinsamkeiten von Hydrodynamik und Eletromagnetismus, was ihn zu den Maxwell-Gleichungen führte. Newton erkannte, dass für die Anziehung der Erde und die Bewegung von Planeten ein und dieselbe Kraft verantwortlich ist.

Es gibt Prinzipien, die allgemeingültig sind. Entdecke sie in der Welt, durchdringe die Gemeinsamkeiten verschiedenster Phänomene, und sei dir dabei der Unterschiede trotzdem bewusst. Das führt zu tiefem Verständnis der Materie. Ein weiterer Vorteil: Oftmals wurde ein Problem in einem anderen, äquivalenten Bereich bereits gelöst. Möglicherweise lässt sich die Lösung dann auf andere Bereiche übertragen.
 

6. Denke in Bildern und Metaphern!

Dieser Punkt kombiniert die Prinzipien der Visualisierung und des Erkennens von Analogien. Wer in Metaphern denken kann, schafft sich eine bildliche Übertragung der Realität in einer Metapher und erkennt dabei die Analogie zwischen Metapher und Fragestellung.
 

7. Erkläre jemandem, was dein Problem ist, und wie du versuchst es zu lösen!

Nur was man erklären kann, hat man wirklich verstanden. Oft werden einem grundlegende Zusammenhänge klar, während man einer anderen Person eben diese erklärt. Ist man nicht in der Lage, die Situation einfach verständlich zu erläutern, erkennt man möglicherweise, wo noch Lücken im eigenen Verständnis vorhanden sind, die man daraufhin füllen kann.

In der Programmierung existiert der Begriff „Rubber duck debugging“. Der Prozess des „debuggings“ besteht darin, Fehler in einem Programm ausfindig zu machen und zu korrigieren. Es wurde die Erfahrung gemacht, dass es oft zielführend ist, einer weiteren Person den Code zu erklären. Dabei kommt man oft während des Prozesses des Erklärens selbst auf die Lösung. Ist im Moment keine andere Person da, der man das Problem schildern kann, greifen manche Programmierer zu einer Gummiente (ja, wirklich) und erklären dieser das Dilemma. Daher der Begriff „Rubber duck debugging“.
 

8. Erkenne die Macht von Gedankenexperimenten!

Sowohl in der Philosophie als auch in der Physik sind Gedankenexperimente extrem hilfreich und beliebt. Oftmals lassen sich Zusammenhänge nicht experimentell überprüfen oder an der Realität testen. Doch ein gut durchdachtes Gedankenexperiment kann ebenso überzeugend sein. Dabei wird eine Situation ersonnen, die das Wesentliche einer Fragestellung zu Tage bringt. Einsteins Zwillingsparadoxon oder das berühmte Trolley-Problem aus der Philosophie sind herausragende Beispiele für dieses Konzept, doch es gibt unzählige gute Beispiele. Das Durchspielen von Fragestellungen und Lösungen in Gedanken, in fiktionalen Situationen, die das Problem auf das Wesentliche reduzieren, kann ein erstaunlich hilfreiches Instrument sein.
 

9. Lerne von Meistern ihres Fachs!

Von wem könnte man besser lernen, ein Genie zu sein, als von einem bereits anerkannten Genie. Oftmals waren Genies einerseits angespornt, und andererseits zugleich eingeschüchtert von den großen Meistern vor ihnen oder unter ihren Zeitgenossen. Hölderlin bewunderte Goethe und Schiller maßlos, in der Überzeugung, er könne selbst nie so gut werden. Doch manche halten Hölderlin heute für den größten aller deutschen Dichter. Ein Schriftsteller, der Shakespeare liest, muss zunächst einmal anerkennen, dass er dagegen unbedeutend ist. Ein wichtiger Punkt ist: Genie wird oft aus Bescheidenheit geboren! Aus dem Bewusstsein heraus, dass es noch andere, noch größere und bessere gibt. Jemand, der sich selbst für ein Genie hält und damit prahlt, ist mit allergrößter Wahrscheinlichkeit kein Genie!
 

10. Arbeite hart und lerne an deinen Fähigkeiten!

Der wichtigste Punkt auf dem Weg zur Genialität ist Durchhaltevermögen und Disziplin. Einstein wusste, wovon er redet, als er sagte, Genie sei 99 % harte Arbeit. Er hatte es selbst am eigenen Leib zu spüren bekommen. An seiner allgemeinen Relativitätstheorie arbeitete er von 1905 bis 1915. Die meiste Zeit musste er sich in die höchsten Sphären der Mathematik einarbeiten, um die Probleme, die sich ihm stellten, überhaupt angehen zu können.

Goethe sagte: „Es bildet ein Talent sich in der Stille, sich ein Charakter in dem Strom der Welt.“ Um wirklich außergewöhnlich zu werden, muss man in der Stille viel Zeit mit Üben, Nachdenken, Wiederholen verbringen. Viele sagen, um ein wirklicher Meister seines Fachs zu werden, braucht es 10.000 Stunden Arbeit. Egal, ob man es zum Pianisten oder zum Hacker bringen möchte. Deshalb ist dies der letzte und wahrscheinlich wichtigste Ratschlag. Üben, üben, üben. Jeden Tag. Jede freie Minute. Prioritäten setzen. Und dabei darauf achten, dass man dennoch ein glückliches Leben führt.

 

Foto: Chad Baker / Getty Images



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