LCD- oder OLED-Fernseher? Die Nutzung entscheidet!

Die gute alte Röhre war jahrzehntelang konkurrenzlos für das Fernsehbild zuständig. In den letzten Jahren sind aber neue Technologien am Markt präsent, und die Nutzer haben die Wahl zwischen der LED-Technik und dem OLED-Fernseher. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile.

Mit OLED werden mit bestem Kontrast der Details tiefste Schwarzwerte realisiert. Die LCD-Technologie dagegen überzeugt mit kristallklarer Helligkeit und einer größeren Auswahl an Bildschirm-Diagonalen. Aber die Entwickler sind nicht untätig geblieben. Mit Hilfe der Hintergrundbeleuchtung, die zunehmend Standard bei Fernsehgeräten ab der mittleren Preisklasse ist, verbessern sich die LCD-Geräte zunehmend.

Die vollflächige und präzise steuerbare Zusatzilluminierung verbessert eindrucksvoll den Kontrast und das Differenzierungspotential. Die Lücke zu OLED scheint fast geschlossen, aber ein Sieger im Wettstreit der Systeme ist damit noch lange nicht ausgemacht. Wie so oft läuft es auf die persönliche Auffassung hinaus, denn die „Ansichten“ sind auch beim Fernsehkonsum bisweilen grundverschieden.

Alles eine Frage der Technik

Die traditionellen Röhren-Fernseher waren lange unerreicht. Ihr Schwarzwert konnte nachhaltig überzeugen, und der Kontrast war – der Auflösung angemessen – lange der Inbegriff des detailreichen Bildinhalts. Ursache dieser Vorzüge war die „selbstleuchtende Technik“. Nur die vom Elektronenstrahl angeregten Phosphor-Elemente leuchten auf in der Fernsehröhre, unbeleuchtete Details des Fernsehbildes verbleiben in tiefstem Schwarz.

Die Technik der OLED-Geräte verwendet ein ähnliches Prinzip. Millionen kleiner RGB-LEDs befinden sich auf dem Schirm, die einzeln entweder an- oder abgeschaltet werden.

Die zusätzliche LED-Fraktion

Im LCD-TV sind Flüssigkeitskristalle die Basis der Darstellung, die jedoch selber nicht leuchten. Stattdessen regeln sie den externen Lichtstrom. Jedes Pixel variiert diesen Input und filtert mehr oder eben weniger Licht. Erzeugt wird dieses Licht bei der heutigen Technik durch weiße LEDs, es entsteht die Hintergrundbeleuchtung, auch Backlight genannt. Die LEDs befinden sich bei preiswerten Geräten an den Rändern des Displays, bei teureren Bildschirmen unmittelbar hinten an der Scheibe. Diese Technik hat aber einen gravierenden Nachteil. Die LCD-Pixel sind nicht in der Lage, das einfallende Licht auf Null zu reduzieren. Restlicht ist stets vorhanden, statt Schwarz ergibt sich ein Dunkelgrau.

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Einige TV-Geräte verfügen über die Option, die Hintergrundbeleuchtung abzuschalten. Zonengesteuert werden die weißen LEDs gedimmt, bei hoher Anzahl der Zonen kann der Bildinhalt die angepasste Beleuchtung somit erhalten.

Die Vorteile der OLED-Bildschirme

Weil die organische Paneltechnologie des OLED die einzelnen Pixel selbst zum Leuchten bringt, die zusätzliche Hintergrundbeleuchtung deshalb entfällt, ergeben sich auch Konsequenzen für die Bauform. Die Fernseher mit der OLED-Technik sind sehr viel flacher, weil hinter dem Schirm keine Hintergrundbeleuchtung verbaut werden muss.

Das mit dieser Technik erzeugte Bild ist in sich auch bei dunkler Farbgebung absolut homogen. Von einer Hintergrundbeleuchtung erzeugte helle Bereiche, besonders an den Rändern, sind bei OLED nicht vorhanden. Die Farbwiedergabe wirkt natürlich, überzeugt durch eine nachdrückliche Authentizität. Das Bild ist augenfreundlich, die Technik garantiert einen kinoähnlichen Eindruck mit satter Farbgebung, vergleichbar den Plasma-Fernsehern der Vergangenheit. Die Reaktionszeit der Bildgebung ist extrem verkürzt, ein Vorteil besonders für Gamer.

Perspektivisch ist von der OLED-Technik noch einiges zu erwarten. Ingenieure denken bereits über den transparenten Bildschirm nach. Heute ist es leider noch so, dass OLED-Geräte im Verkaufspreis etwas höher rangieren. Die Herstellung ist aufwendiger als bei LED-Fernsehern. Ein deutliches Minus ergibt sich bei der OLED-Technik, wenn es um die langfristige Berechnung der Anschaffungskosten geht. Der LED-Fernseher schafft eine Betriebsdauer von 100 000 Stunden, ein OLED-Gerät erreicht nur ein Fünftel, nämlich 20 000 Stunden.

Pluspunkte durch LED-Technik

Die Anschaffung eines LED-TVs gestaltet sich somit für den Kunden oft günstiger. Besonders für Kunden mit schmalem Geldbeutel sind die Geräte damit klarer Favorit. Die Auswahl der Modelle ist umfangreicher, mehr Bildschirmdiagonalen, sprich Bildgrößen, sind im Handel erhältlich.

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Die Helligkeit des Fernsehbildes ist deutlich höher. Besonders auffällig wird dieser Unterschied bei einem Lichteinfall von außen. Wer auch tagsüber fernsieht oder den LCD-Monitor in einem gut ausgeleuchteten Raum verwendet, profitiert von der lichtresistenten Wiedergabe. Der LCD-Fernseher ist klar im Vorteil, wenn externe Lichtquellen vorhanden sind, weil auch bei schwierigen Bedingungen die extremen Reserven voll zur Geltung kommen. Immerhin bieten Fernseher von Samsung eine Leuchtstärke von bis zu 4 000 Nit (physikalische Einheit für die Dichte des Lichts).

Die Vorteile der LED-Technologie stellen den kompletten HDR-Effekt auch bei Kunstlicht oder Tageslicht zur Verfügung. Sogar bei besonders ungünstigen Lichtverhältnissen bleibt die Kontrastabstufung optimal erkennbar, wenn ein leistungsstarker LCD-Fernseher zur Anwendung kommt, der zusätzlich mit Direct LED Backlight ausgestattet ist.

Die Energieeffizienz: Nur theoretische Vorteile für OLED

Die Frage des Stromverbrauchs ist aktuell wie nie, und auch beim Kauf eines neuen Fernsehers oder Monitors ein Argument bei der Kaufentscheidung. Der LCD-Fernseher ist grundsätzlich bereits sehr effizient, aber der OLED-Bildschirm hilft, die Stromkosten noch weiter zu senken. Leider gilt diese Bewertung nur in der Theorie. Weil bei der Auslieferung die Helligkeit sehr hoch eingestellt ist, sind die Stromkosten bei den beiden Gerätetypen ungefähr gleich. Und mehr Helligkeit bedeutet mehr Leistung, also einen höheren Verbrauch an Energie. Um diesen negativen Effekt auszugleichen, sollte man die Helligkeit etwas reduzieren, der Stromverbrauch ist dann deutlich niedriger.

Fazit: Der Kunde hat die Wahl

Wie so oft bei vergleichbarer Technik: Am Ende muss der Nutzer selber entscheiden, welche Aspekte für ihn wesentlich sind. Entscheidet am Ende der Anschaffungspreis, die bessere Handhabung, die Möglichkeit, Energie zu sparen? Die technischen Merkmale der beiden Bildschirm-Konzepte und die visuellen Resultate sind doch zu wenig unterschiedlich, um einen klaren Sieger benennen zu können.

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Wesentlich bleibt also die Art der Anwendung, die Umgebung, der persönliche Sinn für Optik und die Art des Fernsehkonsums. In einer organisierten Arbeitsumgebung bei Tageslicht bietet LED klare Vorteile, und hier kommt die Tiefenschärfe des OLED-Gerätes kaum zur Geltung. Wer aber Wert legt auf cineastische Präsentationen, auf außerordentliche Qualität der Darbietung, macht mit OLED keinen Fehler. Die Anwendung und die persönlichen Erwartungen und Vorstellungen stehen immer im Vordergrund und bestimmen die Kriterien beim Erwerb des Fernsehgeräts. Der Zweck, zu dem der Bildschirm eingesetzt werden soll, wird bei genauer Analyse die Kaufentscheidung wesentlich beeinflussen.

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