Grillen: eine Männerdomäne?
Ist das Grillen wirklich eine Männerdomäne?

Es ist wohl die ursprünglichste Art der Essenszubereitung und scheinbar sogar die männlichste: das Grillen. Wenn im Frühjahr und Sommer die Temperaturen wieder langsam in die Höhe klettern, werden die Grills wieder ausgepackt. Hier können die Herren der Schöpfung sich dann wieder so richtig mit der Grillzange am Rost austoben.

Doch warum ist das so, dass Männer bei der Essenszubereitung draußen eher gesehen werden als beispielsweise drinnen am Herd? Hat es möglicherweise etwas mit der Evolution des Menschen zu tun? Liegt es uns vielleicht einfach im Blut? Wir haben ein paar mögliche Antworten für dich gesammelt.

Eine typische Grillsituation

Es ist Wochenende und die Sonne scheint. Du und deine Freunde habt euch um den heißen Grill versammelt, während eure Partnerinnen sich an den Tisch gesetzt haben oder sich um die Beilagen kümmern. Währenddessen legt ihr allerlei Fleisch auf das Feuer des Grills. Es zischt, es qualmt und es duftet nach gegrilltem Fleisch. Dazu stoßt ihr mit einem kalten Bier an und genießt das Leben.

So oder so ähnlich spielen sich entspannte Sommertage am Grill ab. Während du und deine Kumpels euch ums das Grillen kümmert, machen die Ladys Pause oder kümmern sich um die Salate. Zumindest wenn du auf die archaische Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen schaust, dann ist es doch ein Rollentausch oder vielleicht doch nicht?

Welcher Grill wird bevorzugt?

Wir Männer sind dafür bekannt, dass wir allgemein sehr interessiert an Technik sind. Deshalb freuen wir uns immer wieder über neue Spielzeuge. Das ist beispielsweise auch beim Grillen der Fall. Ein neuer Grill muss immer direkt ausprobiert werden und je mehr Funktionen das neue Gerät hat, desto besser. Es ist allein daher schon nachvollziehbar, dass wir gerne am Grill stehen.

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Echte Männer bevorzugen natürlich das Grillen mit Kohle. Allerdings ist eine andere Grillart mittlerweile auf dem Vormarsch und scheint den Kohlegrill zu verdrängen. Der Gasgrill lässt sich ganz einfach bedienen, hat viele Funktionen, bietet offenes Feuer (Perfekt!) und ist einfach superschnell.

Das männliche Grillen in Zahlen

Wenn wir uns die Zahlen einer Umfrage von Statista aus dem Jahr 2017 anschauen, ist es eindeutig, wer häufiger am Grill steht. Insgesamt wurden 889 Personen befragt, die angaben, dass bei ihren BBQs zu knapp 63 Prozent Männer am Grill stehen. 6,6 Prozent gaben an, dass hauptsächlich Frauen am Grill stehen und bei 30 Prozent hielten sie sich die Waage.

Insgesamt ist das BBQ-Business ein wachsender Markt. Allein in Europa werden pro Jahr mehr als 250 Millionen Grills verkauft. Dabei geben Männer nicht selten Tausende von Euros aus und achten dabei auf ein umfangreiches Arsenal an Funktionen, Fächern und was es sonst noch alles gibt. Seien wir doch einmal ehrlich: Ein Grill kann gar nicht groß genug sein für uns.

Die Bändigung des Feuers

Wir Männer lieben die Gefahr. Schon in der Kindheit haben viele von uns gerne mit dem Feuer gespielt, an Silvester gerne Böller geworfen und die ein oder andere Mutprobe hinter uns gebracht. Das ist im Erwachsenenalter nicht anders. Beim Grillen haben wir das Gefühl, dass wir eine Naturgewalt bändigen. Das Feuer gehorcht uns aufs Wort. Wir zähmen es und sorgen dafür, dass es uns sogar mit Nahrung versorgt.

Das ist wohl einer der ganz großen Reize, die das Grillen für uns ausmacht. Natürlich sind die Geräte heutzutage so sicher, dass eigentlich nichts passieren kann. Dennoch bleibt ein winzig kleines Restrisiko, was natürlich vom Gerät abhängig ist, was uns wieder Kind werden lässt.

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Es liegt allerdings nicht im Blut

Wenn du nun allerdings glaubst, dass das Grillen ein evolutionäres Überbleibsel aus der Steinzeit ist, dann täuschst du dich. Das Grillen, so wie wir es heute kennen, ist sogar etwas relativ Modernes. Die Realität in der Zeit der Jäger und Sammler sah anders aus. Bei frühen Wildbeutergesellschaften kümmerten sich die Frauen um das Feuer und die Zubereitung des Essens. Sogar heute wissen wir aus vielen Kulturen, beispielsweise in Asien und in Mittelamerika, dass sich die Frauen um den Grill kümmern.

Grillen ist ein Rollenspiel

Das Grillen hat sich heutzutage eher zu einer Art Rollenspiel entwickelt, das seinen Ursprung im Amerika der 50er Jahre hat. Der Mann präsentiert sich quasi unter freiem Himmel, also mehr oder weniger öffentlich, als Versorger seiner Familie. Er sagt so: „Ich kann meine Familie ernähren“. Vielleicht ist das ebenfalls einer der Gründe, warum heute Männer am Grill stehen. Sie möchten ihre Liebsten versorgen.

Bewusste Abkehr vom modernen Alltag

Grillen macht Spaß und Grillen kann superlecker sein. Allerdings ist es auch gleichzeitig ein bewusster Rückschritt vom modernen Alltag. Während Küchen hygienisch sind und meist aussehen wie geleckt, ist die Hygiene draußen am Grill relativ egal, frei nach dem Motto „Dreck macht Speck“.

Es befriedigt im Mann die Sehnsucht nach etwas Ursprünglichen und nicht perfekten. Im Alltag herrscht Leistungsdruck und der macht uns zu schaffen. Das ist am Grill nicht der Fall. Hier gibt es nichts Kompliziertes, sondern nur zwei Komponenten: Feuer und Fleisch. Beides trifft aufeinander und am Ende steht ein ursprünglicher Genuss, den du allein, mit Freunden oder deiner Familie teilst.

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