Der große Sauna-Knigge für Männer

Die Sauna. Eigentlich sollte dieser schweißtreibende Ort eine Zuflucht der körperlichen und geistigen Entspannung sein. Dumm nur, dass bei einigen Männern bereits der bloße Gedanke an das gemeinsame Schwitzen im Adamskostüm ausreicht, um die salzige Flüssigkeit auf der Stirn austreten zu lassen. Deshalb zeigen wir dir, was du beachten musst, damit dein nächster Aufenthalt in der öffentlichen Sauna zum wohltuenden Wellness-Erlebnis und eben nicht zur Qual wird.

Die Frage der Kleiderordnung

Wenn du mit dem Gedanken spielst, eine öffentliche Sauna aufzusuchen, schießt dir bestimmt eine ganz besondere Frage als Erstes in den Kopf: „Muss ich tatsächlich völlig blank ziehen?“ Für alle Nacktheitsverweigerer haben wir an dieser Stelle eine unangenehme Nachricht. Ja, in den allermeisten Fällen gilt in öffentlichen deutschen Saunen die Vorschrift, dass die Besucher einem sogenannten Textilverbot unterliegen. Damit dies auch der Letzte mitbekommt, ist diese Regelung im Normalfall auch für alle Anwesenden gut sichtbar ausgewiesen. Begründet wird die Kleiderordnung damit, dass das Nacktsein der ursprünglichen finnischen Saunatradition entspricht und zudem hygienische und medizinische Vorteile mit sich bringt. Man mag sich gar nicht ausmalen, wie klatschnass geschwitzt ein T-Shirt nach einem Besuch in der heißen Grotte wäre. Richtig appetitlich ist diese Vorstellung nicht. Ergibt also Sinn. Jedenfalls auf den ersten Blick. Denn schließlich wird während des Saunierens in der Regel auch ein Handtuch mitgeführt, welches ja ebenfalls ordentlich Schweiß abbekommt. Ob das Tragen von Textilien also wirklich unhygienisch ist, sei erst einmal dahingestellt. Wahrscheinlicher ist, dass der Nackt-Vorschrift kulturelle Gründe zugrunde liegen, de facto wird diese Regelung je nach Nation unterschiedlich gehandhabt. Frei nach dem Motto: Andere Länder, anderes Schwitzen.

Eine deutsche Macke?

Nun mag sich dir die Frage stellen, ob dieser „Nacktheitswahn“ ein rein deutsches Phänomen ist. Schließlich sind wir hierzulande ja auch für unsere FKK-Strände bekannt. Die Antwort darauf lautet „Jein“. Es gibt einige andere Nationen, in denen in der Sauna ebenfalls nichts anderes getragen wird, als Haut und Handtuch. Dazu zählen unter anderem Finnland, Russland, Polen oder Österreich. Im asiatischen Raum, wie etwa in Japan, wird während des Saunagangs auch auf Stoff verzichtet. Eine gemischte Sauna wirst du jedoch hier nicht finden, Männlein und Weiblein schwitzen dortzulande strikt getrennt voneinander. Ziehst du in brasilianischen, spanischen, italienischen oder US-amerikanischen Saunen blank, erntest du nicht nur komische Blicke, sondern handelst dir noch Stress mit dem Gesetz ein. Dort ist es nämlich offiziell verboten, in öffentlichen Saunen nackt zu sein.

Eingewickelte Nacktheit

Bedeutet dies also, dass du dich hierzulande den anderen Besuchern in deiner ganzen Pracht offenbaren musst? Nicht zwingend, denn es gibt eine ganz einfache Methode, um bei der Nacktheits-Frage gekonnt, und im Übrigen auch legal, zu schummeln. Die erlösende Rettung ist flauschig und besteht aus Frottee: Das Handtuch. Um die Hüfte gebunden verbirgt das Tuch alles, was nicht für neugierige Augen bestimmt ist. Am besten nimmst du dir noch ein zweites Handtuch mit, auf welches du beim Saunieren deine Füße stellst. So stellst du sicher, dass du deinen Schweiß nicht dort verteilst, wo sich später noch andere hinsetzen möchten. Männer mit großem Schamgefühl nutzen das umgebundene Handtuch mitunter dazu, um ihre Badehose zu kaschieren, die sie verbotenerweise übergezogen haben. Es kann jedoch der Fall auftreten, dass ein Saunabetreiber dahingehend auf das Textilverbot pocht, dass Handtücher nicht um den Körper gewickelt werden dürfen. Sollte dieser Bitte nicht Folge geleistet werden, droht dir der Rausschmiss.

Dos and Don‘ts in der Sauna

Wie so oft im Leben gilt: Du bist nicht allein. Was auf den ersten Blick motivierend und hoffnungsvoll klingt, hat in diesem Falle eine andere Bedeutung. Sei dir selbst darüber im Klaren, dass du dich in einer Sauna an einem Ort befindest, der seinen Besuchern Entspannung und Erholung vom stressigen Alltag bieten soll. Klar ausgedrückt bedeutet dies: Verhalte dich nicht wie die Axt im Walde. Bedenke, dass es auch anderen Gästen unangenehm sein kann, sich vor wildfremden im Adamskostüm zu präsentieren. Das Begaffen anderer Besucher ist also ein absolutes No-Go. Alles was die ruhige Atmosphäre stört, sollte ebenfalls unterlassen werden. Dazu zählen laute Gespräche oder allzu geräuschvolles Rumgehampel. Wenn du Neuigkeiten hast, die du unbedingt sofort loswerden möchtest, solltest du diese deinem Gesprächspartner in einem gemäßigten Flüsterton überbringen. Da es sich immer noch um eine Sauna und nicht um ein zwielichtiges Model-Casting handelt, solltest du darauf verzichten, bestimmte Körperregionen allzu sehr in Pose zu setzen. Das Fummeln mit mitgebrachten Partnern ist natürlich ebenfalls tabu. Auch wenn sich dieser Punkt quasi von selbst erklärt, soll es immer noch Menschen geben, die davon noch nie etwas gehört haben.

Das gekonnte Schwitzen

Nachdem wir dir nun erklärt haben, wie du dich in einer Sauna richtig kleidest und benimmst, sollten wir nun zum eigentlichen Kern des Ganzen kommen: Das Saunieren. Ganz wichtig ist, dass du die Sauna nicht mit leerem Magen betrittst. Zudem solltest du wohl hydriert sein, sonst klappst du am Ende noch zusammen. Oft werden die Strapazen, denen der Kreislauf in der Sauna ausgesetzt wird, total unterschätzt.

Das Wasser sollte dabei nicht nur den Weg in, sondern auch auf deinen Körper finden. Spring vor dem Saunagang unter die Dusche. Das hilft dir dabei, richtig ins Schwitzen zu kommen, da deine Poren dadurch von verstopfenden Rückständen befreit werden.

Nach einem Saunagang solltest du nicht schnurstracks unter die kalte Dusche springen. Auch wenn der beliebte Heiß-Kalt-Wechsel durchaus seinen Nutzen für den Körper hat, sollte er dennoch mit Bedacht angegangen werden. Gehe am besten erst einmal ein paar Schritte an der Luft spazieren, bevor du dich mit kaltem Wasser abduschst.

Nachdem du nun aufgeklärt bist, kann ja nichts mehr schiefgehen! Wir wünschen dir viel Spaß bei deinem nächsten Saunabesuch!

 

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