17 Fragen über Analsex, die du dich nie getraut hast zu stellen

Er spaltet die deutschen Ehebetten, ist reizvoll und etwas unangenehm zugleich: Analsex. Viele Partner stehen irgendwann vor der Frage, ihn auszuprobieren. Dabei schwirren dann dutzende Vorurteile und Fragen über Fragen im Kopf umher. Daher haben wir all die Fragen beantwortet, die du dich noch nie getraut hast zu stellen.

1. Was ist Analsex genau?

Also jetzt einmal Schluss mit dem Flüstern hinter vorgehaltener Hand: Lass uns offen und ehrlich über Analsex reden. Es handelt sich um eine Sexpraktik, die im Volksmund gerne auch einmal „Popoliebe“ genannt wird. Sie gehört zu den beliebtesten Sexpraktiken in deutschen Betten. Und dennoch ranken sich viele Vorurteile über die Sexpraktik. So gilt sie vielleicht als etwas schmerzhaft und schmutzig. Auch wenn analer Sex sicher nicht so leicht ist, wie es uns der ein oder andere Porno glauben lassen möchte: Analsex schüttelt sein Tabu-Image immer weiter ab. Das belegen auch Untersuchungen im Rahmen einer US-Studie. Laut dieser haben fast 50 % aller Frauen und Männer schon einmal Sex über den „Hintereingang“ ausprobiert.

2. Stehen Frauen auf Analverkehr?

Das Klischee: nur Kerle stehen auf schmutzigen Analsex. Das stimmt so nicht, denn auch Frauen können der analen Stimulation durchaus etwas abgewinnen. Nur thematisieren sie das seltener. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen gilt die Zone um den After als besonders sensibel und erogen. Das liegt an den vielen Nervenenden. Und dennoch haben Frauen häufig Ängste und Sorgen, wenn es um Analsex geht. Das ist auch nicht ganz grundlos, denn Studien belegen, dass fast 70 Prozent der Frauen Schmerzen beim ersten Analsex hatten. Die erste schlechte Erfahrung ist dann auch der Grund, warum Frauen der Praktik oft keine zweite Chance geben. Auch brutale Szenen aus Pornofilmen wirken auf die Damenwelt sehr abschreckend. Die Herausforderung besteht daher darin, die Furcht langsam abzubauen und den Analsex so genussvoll wie möglich zu gestalten.

3. Können Frauen während des Analsexes zum Orgasmus kommen?

Ja, das können sie. Und zwar ziemlich sicher, denn laut Studien kommen Frauen beim vaginalen Verkehr in 64 Prozent der Fälle zum Höhepunkt. Beim Sex durch das Hintertürchen sind es 94 Prozent aller Damen. Rund 6000 Frauen nahmen an dieser Studie teil. Der Grund dafür ist ziemlich simpel: Die vielen Nervenenden des Afters sorgen dafür, dass die Reize direkt ins Gehirn übertragen werden. Zusätzlich wird der G-Punkt durch die Wand indirekt mit stimuliert. Also ein guter Grund, die Sexpraktik das nächste Mal in den Liebesakt einzubeziehen, oder?

4. Was genau passiert beim Analsex?

Klar, beim Analsex wird der steife Penis langsam in den Anus eingeführt. Da der Schließmuskel im Normalfall nur beim Toilettengang geöffnet wird, muss dabei etwas Druck eingesetzt werden. Damit der Mann gut in den Anus eindringen kann, muss der anale Sex gut vorbereitet werden. Hat das geklappt, sollte das beste Stück zu Beginn sehr kontrolliert und langsam bewegt werden. Die Reibung und Enge wird von vielen Männern als besonders anregend empfunden. Und es kommt noch besser: weil sich der Schließmuskel beim Orgasmus der Frau nahezu rhythmisch zusammenzieht, wird zusätzliche Stimulation auf das Glied ausgeübt.

5. Wie dreckig ist Analsex wirklich?

Analsex ist schmutzig und ekelig. Das schwirrt vielen Menschen durch den Kopf, wenn sie an die Sexpraktik denken. Doch das stimmt nicht. Das Gerücht, gerade im Anus würden sich viele bedrohliche Bakterien befinden ist unwahr. Außer die Partnerin hat gerade erst einen Magen-Darm-Virus durchgestanden. Analsex ist auch nicht übelriechend. Wenn die Frau nicht gerade das Gefühl hat, auf die Toilette zu müssen, gibt es während der Sexpraktik keine unappetitlichen Überraschungen. Und selbst wenn: Männern ist das meist ohnehin egal, viel mehr spielt die Scham bei vielen Frauen eine große Rolle. Mit einer vernünftigen Hygiene und Vorbereitung kann diese Angst aber genommen werden.

6. Schmerzt Analsex wirklich?

Nein, das kann so nicht gesagt werden. Wer mit der richtigen Vorbereitung, Einstellung und Technik an die Sache herangeht, der verursacht dabei auch keine Schmerzen. Wichtig dafür ist ein Herantasten und viel Geduld und Verständnis. Mit dem harten Rammeln im Porno hat schöner Analsex nämlich wirklich nichts zu tun.

7. Ist Analsex etwas für Anfänger?

Bevor die ersten Gedanken und Vorbereitungen ablaufen, solltest du deine Gedanken mit deiner Partnerin teilen. Wenn ihr schön länger in einer Beziehung steckt oder sogar verheiratet seid, wird der Wunsch sicher nicht überraschend sein. Spreche das Thema am besten in einer entspannten Lage an – etwa nach dem Sex. Dabei kommt es auf etwas Geschick an. Schließlich soll es ja nicht so herüberkommen, als würdest du mit dem Sexleben momentan unzufrieden sein. Dabei ist es ja gerade der Spaß, der dafür sorgt, noch weitere Dinge auszuprobieren. Mache am besten auch klar, dass du alle Sorgen und Bedenken aus dem Weg räumen willst.

8. Wie bereite ich mich richtig vor?

Eine schnelle Nummer unter der Dusche ist schön und gut, aber für Analsex völlig ungeeignet. Ruhig und einfühlsam muss er vonstattengehen. Wer zu schnell vorgeht, riskiert nicht nur Schmerzen, sondern auch Verletzungen des Schließmuskels. Dann wird es sicherlich kein zweites Mal geben. Zunächst solltest du in Ruhe mit deiner Partnerin sprechen und Gerüchte aus dem Weg räumen. Mache deutlich, warum du es gerne einmal austesten würdest und nehme vor allem Rücksicht auf ihre Bedenken. Wenn sie den Sex durch die Hintertür von Beginn an konsequent ablehnt, zeige Verständnis und bedränge sie nicht.

Lässt sie sich trotzdem auf das Experiment ein, ist Gleitgel das Zauberwort. Für gefühlsintensiven Analsex muss es flutschen. Dass Frauen ohne Gleitgel Schmerzen erlebt haben, ist kein Wunder. Anders als die Vagina befeuchtet sich der Anus nicht von allein. Damit der Penis sanft in den Anus hineingleiten kann, empfiehlt sich Gleitgel auf der Basis von Silikon oder Wasser. Dann geht es an die Planung des perfekten Momentes. Entspannung ist hier das A und O. Weil Frau sich am besten in der gewohnten Umgebung fallen lassen, lohnt es sich den Raum ansprechend zu gestalten. Ein Glas Champagner, Blumen und Kerzen sorgen doch bekanntlich schon immer für entspannte Stunden.

Im Anschluss daran spielt die Hygiene eine wichtige Rolle. Gerade, wer auch mit der Zunge experimentieren möchte, sollte darauf besonderen Wert legen. Hüpfe doch zusammen mit deiner Liebsten unter die Dusche oder in die Wanne und mache die Reinigung zum gemeinsamen Vorspiel. Eine spezielle Darmspülung ist im Grunde unnötig, da der Anus bereits durch das Bad gereinigt wird. Wer dennoch Sorge um die Hygiene hat, kann eine solche Dusche durchführen oder ein Kondom zur Hilfe nehmen. Im Anschluss heißt es Ruhe und Entspannung. Beim Sex durch die Hintertür geht es nicht um Leistung – auch wenn uns das so mancher Porno glauben lassen will. Schiefgehen darf der Versuch natürlich auch – das gehört dazu. Dazu musst du dich bestimmt nur an dein erstes Mal „normalen“ Sex erinnern.

9. Zu hart und der Schließmuskel leiert aus – stimmt das?

Auch dieses Vorurteil stammt aus der Gerüchteküche. Doch was ist dran? Nicht gerade viel, denn beim Analsex geht es darum, zu entspannen. Je entspannter der Schließmuskel ist, desto offener ist er auch für den Penis. Damit der Schließmuskel wirklich Schaden nimmt, müsste schon viel Gewalt im Spiel sein. Übrigens halten einige Frauen Analsex sogar für eine gute Möglichkeit gegen Hämorriden, weil der Bereich dadurch einmalig entspannt wird.

10. Was ist der größte Fehler beim Analsex?

Der größte aller Fehler ist sicherlich, zu groß zu starten. Auch zu wenig Gleitgel kann zu den entscheidendsten Fehlern zählen. Finger weg von betäubenden Gels. Die sorgen dafür, dass es zur wild zur Sache geht und dabei Verletzungen entstehen. Ein Gleitgel auf natürlicher Basis mit dickflüssiger Konsistenz ist perfekt geeignet für die Liebe von Hinten.

11. Finden Männer Analsex geiler als Frauen?

Klar ist: Männer erleben analen Sex als deutlich intensiver. Das liegt vor allem daran, dass der Hintereingang deutlich enger ist als die Vagina. Auch der Reiz durch das Tabu im Kopf sorgt dafür, dass sich die Lust steigert. Doch auch der passive Part dabei ist höchst intensiv. Die vielen Nerven am Anus können für heftige Orgasmen sorgen, die am ganzen Körper spürbar sind. Der Mann erlebt den Orgasmus ebenfalls in der Regel stärker als durch die reine Stimulation des Penis.

12. Wirkt sich die Ernährung auf den Analsex aus?

Tatsächlich spielt auch die Ernährung eine Rolle in Sachen analem Sex. Wer regelmäßig zu Nüssen, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Getreide greift, nimmt viele Ballaststoffe auf. Diese wiederum fördern die Verdauung und lassen den Darm regelmäßiger und besser entleeren. Willst du also häufiger Analsex mit deiner Partnerin ausprobieren, kann die Ernährung hilfreich sein. Vor dem Sex nichts zu essen ist übrigens sinnlos. Der Darm kann sich ohne Arbeitsmaterial nicht reinigen.

13. Soll der Anus vorher gedehnt werden?

Gerade für unerfahrene Anfänger ist das Dehnen des Afters eine gute Möglichkeit der Entspannung. Das kann sowohl zu zweit im Rahmen eines Vorspiels passieren, oder auch allein. Deine Partnerin kann beispielsweise mit Spielzeug oder dem Finger vortasten. Wenn der anale Sex zur Routine werden soll, empfiehlt sich ein Beckenbodentraining. Das sorgt für mehr Kontrolle über Schließmuskel und Analmuskulatur. Auch das Anspannen wird dabei trainiert. Gerade das ist es, was für die erotischen Glücksgefühle sorgt.

14. Ist ein Kondom ein Muss?

Nicht unbedingt ist ein Kondom beim Analsex Pflicht. Anal befinden sich nicht mehr Bakterien wie vaginal. Wer es aus hygienischen Gründen allerdings vorzieht, ein Gummi zu benutzen, der soll das tun. Das Kondom kann dabei helfen, das Eindringen zu erleichtern. Denn je mehr Feuchtigkeit im Spiel ist, desto leichter lässt sich die Tür nach Innen öffnen. Solltest du deine Partnerin noch nicht lange kennen und dennoch Analsex ausprobieren wollen, ist ein Kondom allein zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten ein Muss.

15. Ist Analsex nicht nur etwas für Homosexuelle?

Bei manchen Männern hält sich nach wie vor das Vorurteil, Analsex sei nur etwas für homosexuelle Paare. Ein „echter Mann“ besorgt es der Frau doch noch anal, so die Sprüche. Dabei ist Analsex nicht nur vollkommen normal, er sich auch gefühlsstärker. Durch die Enge wird der Penis viel intensiver stimuliert. Übrigens bietet der Anus viele Möglichkeiten für Spielereien. Manche Männer finden es beispielsweise erregend, wenn auch sie anal beglückt werden. Spreche also offen mit deiner Partnerin über deine Wünsche und Fantasien. Warum sollte sie dich nicht vorher mit einem Finger am Hindern stimulieren und streicheln, ehe du dich ihrem Hintern zuwendest?

16. Analsex in der Schwangerschaft – schadet das dem Kind?

Grundsätzlich gilt: Sex in der Schwangerschaft ist eher unproblematisch. Dabei ist es egal, ob ihr auf die klassische Sexpraktik, orale oder anale Spielchen setzt. Analsex bietet dabei den Vorteil, dass der Bauch nicht im Weg ist. Allerdings solltet ihr im schwangeren Zustand dennoch etwas behutsamer und langsamer vorgehen. Manche Experten raten vom Analsex in der Schwangerschaft auch ab. Die Darmperistaltik wird durch die Sexpraktik angeregt, so die Befürchtung.

17. Schwanger nach Analsex? Geht das?

Kann ich von Analsex schwanger werden? Diese Frage klingt eigentlich nach einer „Dr. Sommer“-Frage aus der BRAVO. So dumm ist sie aber gar nicht. Körperflüssigkeiten verschwinden nicht einfach. Wie auch beim vaginalen Verkehr, kann das Sperma am Ende aus dem Körper laufen. Auf direktem Weg kann die Frau also nicht schwanger werden. Trotzdem besteht die Gefahr, dass Sperma nach dem Sex aus dem Anus läuft und in die Vagina gelangt.

 

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