Content-Creator werden

YouTube und Twitch sind die modernen Medien. Immer mehr junge Leute finden auf diesen Plattformen eine neue Verdienstquelle, die mehr ist, als nur das zweite Standbein. Du hast sicherlich so einige Kanäle abonniert und schon selbst mit dem Gedanken gespielt, einen eigenen aktiv zu führen. Wir zeigen dir, wie du selbst zum Content-Creator werden kannst.

Die technischen Voraussetzungen

Der technische Aspekt spielt eine große Rolle. Heutzutage ist die gute Qualität von Videoinhalten zwar eine Vorrausetzung, allerdings kein Garant für Erfolg. Die ganz großen Creator nehmen ihre Videos mit RED-Kameras auf. Ein PC, der sich auf allen Events dieser Welt blicken lassen könnte, rendert die fertigen Clips. Um eine makellose Soundqualität zu erreichen, werden Mikrofone benutzt, die von fast schon horrenden Preisschildern geschmückt sind. All diese technischen Faktoren spielen eine Rolle. Als Anfänger musst du natürlich nicht mit vierstelligen Beträgen in die Vorkasse gehen. Eine gewisse Qualität solltest du aber vorweisen können. Vor allem die Soundqualität ist sehr wichtig.

Um deine Videos so schnell wie möglich hochzuladen und Streams in angemessener Qualität zu übertragen, bedarf es einer sehr guten Internetleitung. Wenn du alleine wohnst, reicht eine 100k Leitung vollkommen aus. Mit mehr als einer Person in deinem Haushalt reden wir hier von 200k und aufwärts. Darunter dauert es einfach viel zu lange, um einen ordentlichen Upload-Plan einzuhalten. Hier in Deutschland hast du in Sachen Internetgeschwindigkeit bestimmt eine Menge Spaß.

In unserem Elgato-Spezial haben wir bereits sehr viele Gadgets und auch Software durchgesprochen, die ein Content-Creator benötigt.

Leistung und Persönlichkeit zeigen!

Bei deinem Setup hört es aber noch lange nicht auf. Warum schauen wir Profifußball, die Olympischen Spiele oder E-Sport? Ganz einfach, weil diese Sportler ihre Leistungen auf einem unglaublich hohen Niveau erbringen. Wenn du nicht durch deine individuelle Leistung im höchsten Maß glänzt, wird dein Content nicht so viele Leute abholen. Nimm dir ruhig ein Beispiel an den aktuellen Pros, die die Sensibilität ihrer Maus haargenau einstellen. Meistens kommen verrückte Werte wie 6139 dpi dabei heraus. In Hero-basierten Shootern wie Overwatch hat jeder Charakter sogar seinen eigenen Wert und mitunter sein eigenes Fadenkreuz.

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Theoretisch können sehr viele Leute auf Top-Niveau abliefern. Zwischen dir und der nächsten großen E-Sport-Liga stehen lediglich tausende Stunden an Spielzeit. Die aktuellen Profispieler haben unglaublich viel Zeit in diese Karriere gesteckt und trainieren jeden Tag, um der Beste zu sein. Also genau wie alle anderen Profi-Sportler der Welt.

Der komplette Skill der Welt wird dir nur bis zu einem bestimmten Punkt helfen. Fußballer müssen nicht gleich Entertainer sein. Als Streamer sieht das aber schon anders aus. Auf Plattformen wie Twitch wirst du schnell übersehen, wenn dein Stream zum Einschlafen ist. Du kannst aber auch nicht einfach irgendeinen Schwachsinn labern. Interagiere mit deinen Zuschauern, lies den Chat und unterhalte dich, als würde eine Person vor dir sitzen. Nicht jeder Mensch kann ein Michelangelo an der Maus sein. Wenn du die Leute mit deiner Persönlichkeit zum Bleiben überredest, dann rückt der Skill an die zweite Stelle.

Online-Präsenz beweisen

Niemand wird auf dich aufmerksam, wenn du alle drei Wochen einen Stream über zwei Stunden startest. Du musst, wie im richtigen Leben, Präsenz zeigen, damit dich die Leute wahrnehmen. Das soll jetzt nicht heißen, dass du jeden Abend für 5 Stunden streamen sollst. Für den Anfang reichen ein bis zwei Streams die Woche. Mit der Zeit steigerst du dein Pensum auf ein für dich machbares Maß. Mit einem Vollzeitjob oder der Uni, die du nebenbei bewältigen musst, wird es schwierig. Generell macht es sich besser, wenn du zuerst mit Livestreaming anfängst. Richtige Videos speziell für YouTube zu produzieren, ist eine ganz andere Kunst. Dort schreibst du im Idealfall vorher noch ein Script und planst es vernünftig durch.

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Viele Vollzeitstreamer laden Highlights aus ihren Streams auf YouTube hoch. Das sind quasi Pseudo-YouTube Videos. Genauso solltest du auch anfangen. So kannst du auf zwei Plattformen aktiv sein, obwohl du nur für die eine den Content produzierst.

Natürlich gehören auch die klassischen Social-Media-Plattformen mit dazu. Okay, Facebook ist tot, aber Twitter ist absolute Pflicht. Instagram ist ebenfalls gerne gesehen, allerdings kein Muss. Wenn du alles eingerichtet hast und deinen ersten Content produzierst, geht es im Grunde nur noch darum, am Ball zu bleiben.

Content ist King!

Die Planung ist das A und O! Du musst jeden Tag an deinem Auftritt arbeiten. Immer mit dem Hintergedanken, dass du vergessen wirst, wenn du aufhörst. Solltest du dich nicht genug dahinterklemmen, blockiert dein Social-Media-Motor und du bleibst auf der Stelle stehen. Ein Upload-Plan hilft dir dabei, Struktur in deinen Content zu bringen. Außerdem kannst du auch feste Zeiten zum Streamen einhalten. Das hilft deinen Zuschauern, sich darauf einzustellen und nichts zu verpassen.

Unterschiedliche Videoformate und Stream-Themen wecken das Interesse von unterschiedlichen Zuschauern. Mit einer weiten Auswahl an interessantem Content gestaltet sich die Zuschauersuche dann doch leichter als gedacht.

 

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