Meditation - Wichtiger als du denkst!

Beim Wort Meditation denken viele Menschen immer noch als Erstes an indische Gurus und Esoteriker. Aber die Meditation nimmt immer mehr Einzug in die westliche Welt und wird zu einer ganz alltäglichen, praktischen Erfahrung. Es geht darum, den Kopf zu befreien, die Gedanken aus ihren Zwängen zu herauszuholen und für eine Weile dem Stress zu entkommen. Wer darin geübt ist, kann sich in nur wenigen Minuten die ultimative Entspannung und Lockerung durch Meditationspausen holen.

Es gibt verschiedene Wege, in einen meditativen Zustand zu gelangen, das Ziel ist aber immer das gleiche: Die Kontrolle abgeben und lockerlassen. Dadurch können ganz neue Ideen aufkommen und Verkrampfungen gelockert werden. Meditieren ist also keine spirituelle Praxis, sondern eine Form der Entspannung und dafür sogar wissenschaftlich erforscht.

Meditation und Erfolg

Viele berühmte und besonders erfolgreiche Persönlichkeiten haben die Vorteile der Meditation verstanden und nutzen sie für sich und ihre Firmen. Es gibt zum Beispiel die „mindful lunches“ bei der Firma Google, während denen die Mitarbeiter in besonderen Gärten Geh-Meditation durchführen. Steve Jobs lernte Zen-Meditation in Indien und führte bei Apple tägliche Meditation für alle Mitarbeiter ein. Auch Twitter und Facebook führen regelmäßig Meditationsübungen durch und die Softwarefirma SAP bietet kostenlose Achtsamkeits-Seminare an und hat sogar einen eigenen „Director Global Mindfulness Practice“ angestellt.

All diese Arbeitgeber haben erkannt: Meditation ist eine wirksame Waffe gegen Burnout und für mehr Effizienz und Produktivität. Im Fokus steht dabei aber nicht nur die Leistungsfähigkeit der Angestellten, sondern der Gedanke, dass das Arbeitsleben nachhaltig und ausgeglichen gestaltet wird. Damit ist Meditation und Achtsamkeit für die Mitarbeiter ein Gegenkonzept zu Kaffeekonsum und Überstunden und der einzelne Angestellte wird nicht als Maschine, sondern als Mensch gesehen.

Diese positiven Auswirkungen hat meditieren:

– Konzentration

Untersuchungen haben gezeigt, dass meditieren positive Wirkung auf den Bereich der Großhirnrinde hat. Es steigert die kognitiven Fähigkeiten wie das Gedächtnis und die Lernfähigkeit. Auch die Konzentration und der Selbstwert profitiert davon, denn man lernt, sich nicht mehr so schnell von Außenreizen ablenken zu lassen und selbstbewusster bei einem wichtigen Thema zu verweilen.

– Kreativität

Im Zustand der völligen Entspannung während des Meditierens können freie Gedanken kommen und gehen. Dabei entstehen oft ganz neue, kreative Ideen, die ein verkrampftes und starr fokussiertes Gehirn nicht hätte entwickeln können. Durch die innere Ruhe kann sich die Kreativität unbeeinflusst entwickeln. Störfaktoren wie Ängste oder äußere Einschränkungen haben nicht mehr so viel Macht über die Gedanken.

– Gelassenheit

Regelmäßiges meditieren hilft dabei, Probleme mit Abstand zu betrachten und nicht alle immer übermäßig wichtig zu nehmen. Man nimmt nicht mehr alles persönlich und kann mehr in sich selbst ruhen und positiver denken. Dadurch kann man die wichtigen von den nebensächlichen Themen trennen und das Leben besser genießen.

– Gesundheit

Durch die Entspannung, die beim Meditieren entsteht, wird der Blutdruck gesenkt und der Serotoninspiegel erhöht. Mögliche positive Effekte davon sind besserer Schlaf, ein kräftigeres Immunsystem und mehr allgemeines Wohlbefinden. Zusätzlich leidet man weniger unter schmerzhaften Verspannungen, die der Körper automatisch und unbewusst bei Stress und Druck entwickelt.

Formen der Meditation

Verschiedene Herangehensweisen beim Meditieren ermöglichen es unterschiedlichen Menschen, jeweils die Form zu finden, die der Persönlichkeit am meisten liegt. Durch simples Ausprobieren kann jeder die für sich beste Meditationsweise anwenden.

– Atem-Meditation

Hierbei konzentrierst du dich nur auf die eigene Atmung und ermöglichst dem Kopf gleichzeitig eine Auszeit. So einfach geht es: Tief einatmen und dabei langsam bis 4 zählen. Die Luft anhalten und dabei bis 6 zählen. Durch den Mund ausatmen und dabei langsam bis 8 zählen. Die Zahlen sind dabei ein Richtwert für das Verhältnis zwischen ein- und ausatmen. Fühlen sie sich falsch an, einfach einen eigenen Rhythmus finden.

– Achtsamkeit

Achtsames wahrnehmen von Sinneseindrücken ist ein weiterer Weg. Das können Gefühle innerhalb des Körpers sein (die Bewegung von Muskeln), aber auch Eindrücke von außen (Gerüche oder Geräusche). Die völlige Konzentration auf einen ausgewählten Eindruck blendet alles andere aus und versetzt in einen meditativen Zustand. Dabei geht es niemals um Bewertung, sondern immer um neutrale Wahrnehmung.

– Affirmationen

Positive Glaubenssätze können nicht nur ein Hilfsmittel bei der Meditation sein. Sie sorgen gleichzeitig dafür, das Unterbewusstsein positiv zu beeinflussen und zu lenken. Du suchst dir einfach einen positiven und motivierenden Satz aus, den du in Gedanken mehrmals wiederholst. Diese Schleife der immer gleichen Worte hat eine entspannende und leicht „hypnotisierende“ Wirkung, während die Bedeutung der Worte sich verfestigt.

– Visualisierung

Etwas zu visualisieren bedeutet, es gedanklich zum Leben zu erwecken. Das funktioniert mit sinnbildlichen Dingen wie der Vorstellung, dass Energie in den Körper hinein und Belastung hinaus geatmet wird. Oder du visualisierst, wie jede Muskelpartie nacheinander locker und entspannt wird. Ebenso möglich und wirksam sind beim Visualisieren angenehme Gedankenreisen an einen Wunschort oder „Safe Space“.

Fehler beim Meditieren vermeiden

Damit das Meditieren Wirkung zeigen kann und nicht ins Gegenteil umschlägt, solltest einige typische Fehler vermeiden. Das Vermeiden klappt schon dadurch, sich der möglichen Fehler bewusst zu sein. Wichtig ist: Das Ziel ist nicht, nichts denken. Wer krampfhaft versucht, nichts zu denken, der ist von Entspannung weit entfernt. Die Gedanken dürfen kommen und wieder gehen, ganz natürlich und so wie sie eben gerade entstehen. Wenn sie nicht groß beachtet oder verfolgt werden, sind sie nur wie ein Film, der im Hintergrund läuft. Ebenso wichtig ist es, dich nicht an einer bestimmten Position festzubeißen, sondern einfach eine bequeme Körperhaltung einzunehmen. Und zuletzt solltest du nicht mit Willenskraft an eine Meditation herangehen. Es ist keine Aufgabe, die zu meistern oder Hürde, die zu nehmen ist – sondern eine Auszeit.

 

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