Erfolgstagebuch

Tagebuchschreiben ist nur was für kleine Mädchen? Von wegen, denn ein Erfolgstagebuch kann ein mächtiges Werkzeug sein. Zwar existiert heute eine ganze Bandbreite an Vorurteilen rund um das Tagebuch, doch die Realität spricht eine andere Sprache: Längst ist bekannt, dass Ikonen wie Albert Einstein und Charles Darwin ebenso wie erfolgreiche Unternehmer wie Richard Branson große Fans vom Tagebuchschreiben waren.

Der Grund? Ganz einfach: Unser Alltag wird immer schnelllebiger und oft fehlt der richtige Ort und die richtige Zeit, um über die geschehenen Erlebnisse zu reflektieren und die eigene Entwicklung in verschiedenen Lebensbereichen zu beobachten.

Vor allem kleinere Erfolge und Meilensteine, die wir im Alltag erreichen, verschwinden undokumentiert oft nach wenigen Tagen wieder aus unserem Gedächtnis.

Dabei sind genau diese kleinen Errungenschaften, die jeden Tag fast unbemerkt verbucht werden können, wichtige Bausteine auf dem Weg zu unseren Zielen.

Gerade große Vorhaben erreichen wir schließlich über das konsistente Gewinnen der kleineren Schlachten im Alltag.

Ein so genanntes Erfolgstagebuch bietet die ideale Möglichkeit, um genau diese Ereignisse festzuhalten. Doch was genau verbirgt sich dahinter?

Was ist ein Erfolgstagebuch?

Das Tagebuch ist trotz zahlreicher Vorurteile für viele ein beliebtes Werkzeug zur Selbstreflektion. Aus genau diesem Grunde gibt es heute zahlreiche Varianten des Tagebuchs, die weit über den altbekannten Klassiker – das Notizbuch mit den Blanko-Seiten – hinausgehen.

Inzwischen gibt es Meditationstagebücher, Sporttagebücher, Schmerztagebücher, Traumtagebücher, kurzum: Tagebücher über alles, was wir dokumentieren und über einen längeren Zeitraum beobachten möchten.

Auch das Erfolgstagebuch zeichnet sich vor allem durch den Inhalt aus, den wir in ihm festhalten, denn: Im Erfolgstagebuch geht es, wie der Name schon verrät, um große und kleine Errungenschaften, positive Erlebnisse, Glücksmomente und erfreuliche Erfahrungen im Alltag. Dazu zählen Erfolge aus allen Bereichen des beruflichen und privaten Lebens.

Klassische Beispiele für Erfolge aus dem beruflichen Leben sind etwa eine Gehaltserhöhung, das Abschließen eines Projekts, eine gut verlaufene Präsentation oder das Überzeugen eines wichtigen Kunden.

Im Privatleben können Erfolge wie schöne Momente mit Freunden, ein prickelndes Candle-Light-Dinner, das Wiedersehen mit alten Bekannten, aber auch Leistungen wie ein erfolgreicher 10-km-Lauf im Erfolgstagebuch notiert werden.

Welche Ereignisse dabei im Erfolgstagebuch landen, kann schließlich jeder selbst entscheiden. Wichtig ist lediglich, dass die notierten Erlebnisse nach der eigenen Definition als Erfolg empfunden werden, denn so entfaltet das Erfolgstagebuch schließlich am besten seine positiven Effekte. Doch welche sind das eigentlich?

Die Vorteile eines Erfolgstagebuchs

Erfolgstagebuch

Das Erfolgstagebuch liefert eine Reihe von Benefits, die es zum perfekten Werkzeug auf dem Weg zur beruflichen und persönlicher Zielerreichung sowie zur Stärkung der eigenen Zufriedenheit, des Selbstbewusstseins und der psychischen Gesundheit machen. Sie können wie folgt zusammengefasst werden:

Die magische Wirkung von Positivität auf Körper und Geist

Eine Studie der Warrington University in Florida zeigt, dass das tägliche Aufschreiben von erfreulichen Aspekten des Tages zahlreiche positive Auswirkungen haben kann.

Zu diesen zählt die Reduktion von Stress, die Steigerung von Kreativität und sogar körperliche Vorzüge wie besserer Schlaf und weniger Kopfschmerzen.

Der Grund dafür ist, dass durch das Befassen mit positiven Ereignissen Glückshormone ausgeschüttet werden, die das Wohlbefinden und die eigene körperliche Verfassung positiv beeinflussen.

Ein echter Push für Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl

Außerdem steigert ein Erfolgstagebuch sowohl das Selbstbewusstsein als auch das Selbstwertgefühl: Wer sich seiner Erfolge wortwörtlich bewusst ist, der weiß, was er bereits erreicht hat und welche Herausforderung er schon überwunden hat.

Im besten Falle schafft es das Erfolgstagebuch sogar, bestehende negative Glaubenssätze über die eigene Leistungsfähigkeit und das eigene Leben aufzulösen.

Für wen Sätze wie “Ach, mir passiert eh nichts Gutes!” oder “Ich bin einfach nicht gut genug!” alte Bekannte sind, dem kann es helfen, sich mit dem Erfolgstagebuch vor Augen zu führen, dass doch nicht alles so schlecht ist, wie es scheint.

Das Ergebnis: Sobald die Erkenntnis über die eigenen Erfolge in Fleisch und Blut übergegangen ist, wächst der Stolz auf sich selbst, das Selbstbewusstsein wird gestärkt und die eigene Ausstrahlung wandelt sich ins Positive.

So verändert sich schließlich Stück für Stück auch die eigene Ausstrahlung und der Mut, neue Herausforderungen und Ziele anzustreben, wächst.

Der Optimismus kehrt zurück

Und übrigens: Wer es mit dem Erfolgstagebuch ernst meint, der wird schnell feststellen, dass sich sogar die eigene Weltanschauung verändert: Wir alle kennen das Gefühl, dass sich jeder Tag gleich und bedeutungslos anfühlt.

Der Alltag schleicht sich ein und das Leben wirkt schnell eintönig. Mit dem Erfolgstagebuch kann schließlich auch kleinen Erfolgserlebnissen Beachtung geschenkt werden.

Die Konsequenz ist, dass uns die Welt und das Leben selbst facettenreicher und positiver vorkommen – voller kleiner Highlights eben.

Am Ende dieser Weltanschauung steht schließlich eine positive Einstellung zum Leben und ein grundsätzlicher Optimismus.

Die ultimative Waffe gegen Stimmungstiefs

Zuletzt kann ein Erfolgstagebuch als ultimative Waffe gegen Stimmungstiefs herhalten – schließlich dienen die Einträge auch als Dokumentation der eigenen Entwicklung in Bezug auf berufliche und persönliche Fortschritte.

Besitzer eines Erfolgstagebuchs sollten ihr Journal also regelmäßig hervorholen und mit seiner Hilfe einen Blick auf den eigenen Weg und die eigenen Errungenschaften werfen – gerade, wenn vielleicht einmal eine extra Portion Motivation nötig ist.

Apropos Journal: Das 6-Minuten Erfolgsjournal ist ein Tagesplaner, welchen wir dir ans Herz legen können. Sinn und Zweck ist es, deine Ziele gelassener und fokussierter zu erreichen.

So klappt das Erfolgstagebuch am besten

So klappt's am besten

Viele gute Gründe also, um mit einem eigenen Erfolgstagebuch loszulegen! Vor allem diejenigen, die zuvor noch keine Erfahrung mit dem Tagebuchschreiben machen konnten, sind sich jedoch oft nicht sicher, wie genau sie ein Erfolgstagebuch führen sollen. Dabei können die folgenden Tipps eine gute Hilfestellung leisten.

Finde deinen eigenen Stil

Wie bereits erwähnt, sind die Möglichkeiten, ein Tagebuch zu führen, vielseitig. Vom linierten Notizbuch über vorgedruckte Journale, die täglich konkrete Fragen stellen, bis hin zu Software-Programmen und Apps, in denen das Erfolgstagebuch digital geführt werden kann – die Alternativen sind so grenzenlos, dass jeder sein bevorzugtes Format finden kann.

Zwei Apps, mit denen wir auch eine ganze Weile gearbeitet haben, ist das Diaro-Tagebuch im Google Play Store und das Day One Tagebuch aus Apples App Store.

Auch ob die eigenen Erfolge in einem ausführlichen Fließtext, in einzelnen Stichworten, tabellarisch oder mithilfe von Zeichnungen dokumentiert werden, obliegt jedem Tagebuchbesitzer selbst. Wer sich nicht sicher ist, womit er sich am wohlsten fühlt, sollte einfach mehrere Varianten ausprobieren.

Die Routine zählt! Schreibe täglich

Der Wohlfühlfaktor beim Tagebuchschreiben ist vor allem deshalb so wichtig, weil aus dem Schreiben am besten eine tägliche Routine werden sollte.

Viele motivierte Tagebuchführer scheitern schließlich daran, dass sie irgendwann aufhören, sich die Zeit zum Schreiben zu nehmen. Wer sich jedoch täglich ein bestimmtes Zeitfenster freihält, um seine Erfolge zu notieren, profitiert am ehesten von den positiven Effekten des Erfolgstagebuchs.

Sollte sich dabei herausstellen, dass es schwer ist, sich täglich Zeit für das Dokumentieren der eigenen Erfolge zu nehmen, kann das Format noch einmal entsprechend angepasst, also etwa vom Fließtext auf Stichworte umgestellt werden.

Wähle eine Zeit und einen Ort für dein Ritual

Am besten gelingt das tägliche Praktizieren des Tagebuchschreibens, wenn mindestens eine feste Zeit, am besten auch ein fester Ort für das Schreiben des Erfolgstagebuchs festgelegt wird.

Während einige lieber morgens über die gestrigen Erfolge schreiben, um voller Motivation in den Tag zu starten, bevorzugen andere das Schreiben am Abend, weil sie so den Tag noch gut in Erinnerung haben und voller Zufriedenheit und Stolz ins Bett fallen können.

Wann geschrieben wird, sollte vom eigenen Tagesablauf und den eigenen Präferenzen abhängen. Als Ort eignet sich jeder Platz, der Ruhe und Konzentration ermöglicht – die braucht es nämlich für eine gute Selbstreflektion.

Finde deine eigene Struktur und deine eigenen Regeln

Willst du lieber fünf allgemeine Erfolge deines Tages aufschreiben oder lieber drei berufliche und drei private? Möchtest du so viele Erfolgserlebnisse aufschreiben, bis dir keine mehr einfallen?

Einfach frei notieren, was dir in den Kopf kommt oder lieber konkrete Kategorien wie Fitness, Gesundheit, Job, Finanzen und Familie festlegen, für die du Erfolge festhältst?

Die Entscheidung liegt ganz bei dir – nur hilft es, sich an eine bestimmte Struktur zu halten, denn das hilft beim Überlegen, Erinnern und Reflektieren.

Mit diesen vier Tipps kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Oder doch? Es kann nämlich passieren, dass du beim Führen deines Erfolgstagebuchs einige Hürden überwinden musst.

Hürden, die du beim Tagebuchschreiben überwinden musst

Erfolgstagebuch

Gerade für diejenigen, die das erste Mal ein Erfolgstagebuch führen, können einige Missverständnisse und Hürden zu Frustration führen. Von folgenden Blockaden solltest du dich nicht entmutigen lassen.

Du denkst, du hast keine Erfolge, die du aufschreiben kannst

Du grübelst und grübelst, aber dir fällt nichts ein, was sich lohnt, im Erfolgstagebuch notiert zu werden? Das passiert den Besten. Nimm dir gerade am Anfang mehr Zeit zum Reflektieren und Schreiben.

Sollte das nicht helfen, kannst du dir über den Tag hinweg jedes Mal Notizen machen, wenn dir etwas Positives passiert, und diese Notizen für das Führen deines Erfolgstagebuchs verwenden.

Du brauchst noch ein Notizbuch, in dem du ein Journal schreiben kannst? Na das ist noch die kleinste Hürde.

Du hast Berührungsängste, dich selbst zu feiern

“Eigenlob stinkt”, heißt es oft. Dir fällt es schwer, aufzuschreiben, weshalb du heute stolz auf dich bist? All diese kleinen positiven Glücksmomente fühlen sich irgendwie nicht wie richtige Erfolge an?

Hier macht Übung den Meister: Bring dich selbst dazu, dir auch für kleine Leistungen schriftliches Lob auszusprechen – du wirst sehen, dass dir das Ganze nach einigen Wochen leichter fällt.

Du kommst dir beim Tagebuchschreiben blöd vor

Sich hinsetzen und in ein Buch schreiben – das fühlt sich irgendwie komisch an. Keine Sorge, so geht es vielen!

Führ dir in diesen Momenten noch einmal vor Augen, dass viele der großen Denker, Wissenschaftler und Unternehmer unserer Zeit leidenschaftliche Tagebuchführer sind.

Vielleicht hilft dir das am Anfang, das komische Gefühl zu überwinden, bis du eine Routine etablieren konntest.

Du schaffst es nicht, eine Routine zu etablieren

Apropos Routine: Vielen fällt es schwer, das tägliche Schreiben aufrechtzuerhalten. Einige schmeißen sogar hin, wenn sie an mehreren Tagen hintereinander kein einziges Wort geschrieben haben.

“Das ist einfach nichts für mich!”, lautet dann das frustrierte Fazit. Dabei zeigen diese Situationen einfach nur, dass du vielleicht deine Routine oder das Format deines Erfolgstagebuchs anpassen musst. Reichen am Anfang vielleicht doch nur fünf statt zehn Erfolgserlebnisse?

Können es nicht auch Stichworte statt ein Fließtext sein? Und vielleicht passt dir das Tagebuchschreiben ja doch eher morgens als abends – oder auf dem Heimweg von der Arbeit.

Fazit: Das Erfolgstagebuch ist ein starkes Werkzeug – und Individualität ist der Schlüssel

Fakt ist: Das Erfolgstagebuch ist ein mächtiges Tool für das Erreichen von persönlichen und beruflichen Zielen.

Von der Steigerung des Selbstbewusstseins bis hin zu positiven körperlichen Effekten und einem neuen Blick auf die Welt kann das Erfolgstagebuch jede Menge positiver Effekte mit sich bringen.

Am besten entfalten sich diese, wenn du deine Routine, die du für das Tagebuchschreiben etablieren willst, deinen persönlichen Bedürfnissen und Rahmenbedingen anpasst.

Mit ein bisschen Beharrlichkeit und Anpassungsfähigkeit kann das Erfolgstagebuch dann zu einem wertvollen Weggefährten werden – und wahre Wunder vollbringen.

 

Bilder: Ivan Kruk, Drobot Dean, Jacob Lund, junce11 / stock.adobe.com

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