AjoureLifestyleDie besten Cyberpunk- Filme aller Zeiten

Die besten Cyberpunk- Filme aller Zeiten

Der Cyberpunk ist ein spektakuläres Filmgenre, das sich seit 1980 erstmals beim Namen nannte und heute einen prägenden Einfluss auf die Popkultur sowie die Subkultur unserer Technik-Freaks und Serien-Nerds hat. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern Cyber (altgr. kυβερνάω für steuern oder lenken) und Punk (Assoziation von Rebellen) zusammen und beschäftigt sich mit einer dystopischen Richtung der Science-Fiction-Literatur.

Doch der Cyberpunk bringt meistens noch eine Brise Mindfuck mit sich. „Ich bin ich. Ich bin das Resultat der Zeit und der Verbindung mit den Menschen. Die zwischenmenschliche Berührung formt mich. Die Berührung zu anderen und die Zeit formte meine Seele.“ – Zitat: Rei Ayanami aus Neon Genesis Evangelion.
 

Synthetische Menschen und biochemische Maschinen auf der Suche nach Menschlichkeit

Sehr viele Werke des Cyberpunks haben, eben weil sie in einer dystopischen Fiction spielen, meist einen bitteren Beigeschmack. Spätestens, wenn du hinter die Plot Devices oder den Plot gestiegen bist, wird dir regelrecht schlecht, da der von dir geliebte Protagonist in Wirklichkeit ein abgefuckter Psychopath ist. Vergleichbar mit Plot Twists wie von „Shutter Island“ oder „Lucky Number Slevin“, nur weniger klar und subtil.

Wunderbar inszeniertes Storytelling, durchdachte Backstorys der Hauptrollen und eine spannende Geschichte sind unweigerliche Begleiter dieses harten Tobaks.
 

Matrix

Matrix

Hinter allen Filmen der Matrix Trilogie verbirgt sich stets die Suche nach der Wahrheit hinter der Wahrheit. Zwei Realitäten und die eine Matrix, jedoch in der fünften Generation zur Zeit der Filmhandlung. Warum erzählt uns der Architekt im zweiten Matrix-Teil, dass nur die erste der fünf Versionen perfekt war? Dies eröffnet einen großen, aber doch nie ausgesprochenen Spielraum, für philosophische Interpretation und metaphorischer Gleichsetzung. Wohlbekannt dient die Matrix als eine Metapher unseres Bewusstseins und unserer Gesellschaft. Doch hat natürlich der Kinogänger zu entscheiden, ob er Wert auf die visuelle Bildgewalt des Filmes mit den berühmten Bullet Time Fighting-Szenen legt oder auf die Fragen, die der Film aufwirbelt.
 

Ghost in the Shell

Ghost in the Shell

Ghost in the Shell ist maßgeblich an der Entwicklung der Matrix-Trilogie beteiligt gewesen und diente zweifelsohne als Inspiration der bekanntesten Szenen in den Matrix-Filmen. Grüner Binärcode-Regen und Anschlüsse im Nacken – von Ghost in the Shell „inspiriert“. Ghost in the Shell ist ein 1989 veröffentlichter Manga vom Manga-Autor Masamune Shirow, der mehrfach als Anime und 2017 als Realverfilmung umgesetzt wurde. Während Matrix oberflächlich betrachtet nur Popcornkino ist, setzt Ghost in the Shell geistige Anwesenheit voraus und konfrontiert den Zuschauer permanent mit den Problemen der Protagonistin.

Kurze Inhaltsangabe:
Im Jahr 2029 haben sich bereits viele Menschen ihren Körper ganz oder nur teilweise durch künstliche Implantate und Gliedmaßen ersetzen lassen. Sogar das Gehirn lässt sich bis auf wenige Stammzellen durch ein sogenanntes Cyberbrain ersetzten. In einer Biokapsel (der Shell) stecken nun in jedem Cyborg menschliche Gehirnzellen, zusammen mit seinem Geist (Ghost), welcher die Identität und die Persönlichkeit der Person ausmacht.

Und jetzt stell dir vor, du bist der erste synthetisch geschaffene Mensch, arbeitest bei der Polizei (also einer moralischen Instanz) und dir wird erzählt, dass du einen Ghost besitzt und ein Mensch bist bzw. sein sollst. Leider gibt es keine guten Psychiater in diesem Gebiet, aber hier hast du eine Knarre, um einen Biohacker aufzuhalten, viel Spaß!
 

Vernetzt – Jonny Mnemonic

Vernetzt

Als Vernetzt – Jonny Mnemonic 1995 in den Kinos lief, stellte man sich das Jahr 2021 sehr spektakulär vor. High-Tech-Konzerne und anarchistische Hacker beherrschen die Welt und handeln Informationen als wertvollstes Gut. Jonny Mnemonic ist ein Überbringer dieser Informationen, überspeichert seine Gehirnkapazität für die gewünschten Daten und opfert damit sein Langzeitgedächtnis und seine Kindheit. Niemand geringeres als William Gibson, der Vater des Cyberpunks, schrieb 1984 das Buch des dystopischen Cyberspace-Thrillers. Auch in diesem Fall bediente sich die Matrix-Trilogie am Look und der Handlung des Klassikers und übernahm letztlich sogar den gleichen Hauptdarsteller, Keanu Reeves.
 

Ex­ Machina

Ex­ Machina

Das Konzept des Turing Tests wurde bereits 1950 erstellt, um festzustellen, ob eine Maschine ein gleichwertiges Denkvermögen wie das eines Menschens besitzt. Dazu muss Person C mittels Fragestellungen herausfinden, wer von den Probanden A und B ein Mensch und wer ein Computer ist. Sind die Antworten von A und B menschlich und können C davon überzeugen, unterstellt man dem Computer menschliches ebenbürtiges Denkvermögen.

Ex Machina treibt diese Dimension jedoch so subtil auf die absolute Spitze, dass dem Zuschauer bewusst wird, dass er der Protagonist sein könnte und ernsthafte Gefühle für eine künstliche Intelligenz entwickelt hat. Diese künstliche Intelligenz funktioniert jedoch nur auf synthetischer Basis und außerdem wird uns nicht an die Hand gegeben, es gäbe – wie bei Ghost in the Shell – eine Seele, die unsere Menschlichkeit definiert. Mit einem verständlichen Statement und einer wahnsinnig guten Umsetzung der Dramaturgie blowt dir Ex Machina den Kopf weg.
 

Neon Genesis Evangelion

Neon Genesis Evangelion

Neon Genesis Evangelion ist ein Anime mit einer großen Bandbreite von Interpretationsansätzen. Manga-Autor Hideaki Anno sagte einmal ironischerweise: „Ich frage mich, warum Evangelion so erfolgreich war. Jeder Charakter, der darin vorkommt, ist bekloppt …“

Die im Westen meist verbreitete Interpretation thematisiert die jüdisch-christliche Verdammnis und Heilslehre. Dafür sprechen viele Faktoren wie die Engel aus der jüdischen Mythologie. Lilith ist hier die erste Frau des ersten Menschen Adams, die jedoch beim sexuellen Interkursus nicht unten liegen wollte und so von Gott aus dem Garten Eden vertrieben wurde. Da sie bereits schwanger war, jedoch nicht mehr unter göttlichem Schutze stand, brachte sie Dämonenkinder zur Welt und diese stürzen sich auf die komplett psychisch instabilen Protagonisten, deren Identifikation mit den Zuschauern reibungslos einhergeht.

Von buddhistisch-shintoistischer, evangelikal-charismatischer oder kabbalistisch-szientistischen Interpretationen und noch vielen weiteren bedient dieses Meisterwerk außerdem alle Vorzüge eines höchst spannenden und toll geschriebenen Mecha-Science-Fiction-Animes. Den Mindfuck gibt es dann gegen Ende, wenn du mit all der Angst und den Komplexen unserer Helden so hart konfrontiert wirst, dass du dich am liebsten bei deiner Mutter ausheulen möchtest.

 

Fotos: Warner Bros. GmbH; Paramount Pictures Germany; Alliance Communications Corporation, Cinévision & TriStar; Universal Pictures Germany; Noriko Kobayashi (TV Tōkyō), Yutaka Sugiyama

Ajouré MEN Redaktion
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