Trainiere dein Unterbewusstsein

Trainiere dein Unterbewusstsein

Der Tag eines wichtigen Meetings steht bevor. Deine Mitarbeiter und Kollegen erwarten eine richtige Entscheidung von dir. Deine Vernunft ordnet deine Gedanken und zieht Schlüsse, doch da ist es wieder – etwas, das dich zögern lässt: dein Bauchgefühl.

Tagtäglich musst du dich beweisen und dafür sind Scheuklappen manchmal nicht schlecht. Vielleicht hast du eine leitende Position und darfst keinen Bammel vor Entscheidungen zeigen. Unsicherheit oder Unentschlossenheit lassen dich inkompetent wirken, also besser eisern und kontrolliert durchregieren. Doch nicht immer sollte sich der Herr im Ring als solcher zeigen. Oftmals ist es besser, die Scheuklappen abzunehmen und auf seine Intuition zu hören, die im Unterbewusstsein verankert ist. Dazu gehören Wahrnehmung, Bauchgefühl und Spontanität. Wir sagen dir, wie du dein Unterbewusstsein richtig trainieren kannst.

Dein Unterbewusstsein hat Macht

Unser Unterbewusstsein speichert eine Vielzahl von Programmen. Sie entstehen über die gesamte Dauer unseres Lebens und begleiten uns in jeder Situation. Doch in den wenigsten Fällen ist sich jemand dieser Programmabläufe bewusst. Vielmehr handelt es sich um ein fast unmerkliches Navigationssystem, dass dich präzise ans Ziel bringen soll.

Jeder bewussten Entscheidung geht eine Entscheidung des Unterbewusstseins voraus. Wer darauf hören kann, der weiß bereits seine Intuition zu nutzen. Wer mit Unsicherheit geplagt ist, läuft Gefahr verkehrt zu gewichten. Das kann peinlich werden. Aufmerksamkeit kannst du nämlich nicht erlangen, indem du dich dafür entscheidest, den Frauen im Club reihenweise auf den Fuß zu treten. Schiebt dich dein Bauchgefühl in Richtung spontane Kommunikation, solltest du dir dabei selbst kein Hindernis sein. Auch wenn dich deine Erfahrung in diesem Zusammenhang etwas anderes gelehrt hat, so liegt das wahrscheinlich an der mangelnden Wahrnehmungskraft, Menschen und Situationen richtig einzuschätzen. Doch mit dem richtigen Training für mehr Auffassungsgabe kannst du dein Unterbewusstsein auf Trapp bringen. Es bekommt also ein gepfeffertes Update.

1. Schule deine Wahrnehmung

Um deine Wahrnehmung, dein Umfeld und deine Mitmenschen wahrzunehmen, solltest du deine Scheuklappen abnehmen. Registriere und erfasse bestimmte Situationen und Konstellationen in deiner Umgebung. Hier ist deine Beobachtungsgabe gefragt.

In ganz alltäglichen Situationen lässt sich deine Fähigkeit zur Auffassung erweitern, ohne dass dabei Verhaltensauffälligkeiten auftreten müssen. Es handelt sich um einen ganz natürlichen Prozess, der Raum braucht. Denn während deine Intuition auf deine Erfahrung zurückgreift, trainierst du dich gleichzeitig im Sammeln neuer Erfahrungen. Doch was gibt es alles zu beobachten? Dinge, die du vorher übersehen hast:

  • Wer legt Wert auf gute Kleidung und wer nicht?
  • Worüber wird sich beim Business Lunch unterhalten?
  • Wer steigt jeden Morgen in den Zug, in den du auch steigst?
  • Welcher Radiosender gefällt dir besser und warum?
  • Wer kommt im Büro früh und wer geht spät?
  • Welche Gruppe von Menschen findet in der Mittagspause zusammen?
  • Wer sucht besonders die Nähe zum Chef?
  • Wie ist die Stimmung im Büro?

2. Folge deinem Bauchgefühl

Weil wir uns oftmals in einem Alltagstrott befinden, ignorieren wir unser Bauchgefühl, wenn es sich versucht zu melden. Schnell verdrängen wir einen Gedanken aus dem Unterbewusstsein, der wie ein „Virtual Assistant“ im Kopf aufpoppt. Das Signal kommt nicht richtig an. Es grummelt kurz im „Bauch“ und der Gedanke ist schon wieder verloren. Um das künftig zu verhindern, raten wir dir, dich mehr auf deinen sechsten Sinn zu konzentrieren und deinem Bauchgefühl mehr Platz zur Entfaltung einzuräumen. Was fällt dir auf?

  • Fühlst du dich plötzlich unwohl oder seltsam? Wer die Alarmglocken läuten hört und nicht überhört, kann in bestimmten Situationen rechtzeitig die Notbremse ziehen.
  • Führt dein Bauchgefühl zu einer körperlichen Reaktion? Weichst du zurück oder bleibst du stehen? Verschränken sich die Arme auf deiner Brust oder zeigst du eine offene Körperhaltung? Wohin geht deine Blickrichtung?
  • Welche Gedanken, Signalsätze tauchen in deinem Kopf als Erstes auf? Vielleicht: „Da stimmt was nicht“, „Vorsicht“, „Sehr gerne“, „Das ist die richtige Entscheidung“.

Diese und andere von dir gemachte Beobachtungen schreibst du dir auf, sobald die Möglichkeit dazu besteht. Du wirst dich wundern, wie oft sich dein Bauchgefühl an nur einem Tag melden kann.

3. Fass dir ans Herz und ergreife die Gelegenheit einer spontanen Unterhaltung

Die Mittags- oder Kaffeepause eignet sich für diese Übung sehr gut. In dieser Zeit entstehen Gespräche und Zufälle meistens ganz automatisch. In dieser Zeit kannst du etwas Autonomie üben und ganz so reagieren, wie dir der Sinn steht. Wenn jemand deine Zeit in Anspruch nehmen möchte, solltest du in der Lage sein, auch einfach mal „nein“ zu sagen. Interessant ist es, die Reaktionen der anderen zu beobachten und das eigene Gefühl bei der gelebten Spontanität wahrzunehmen. Hast du dich dabei schlecht oder gut gefühlt?

Ist die Übung beendet, kannst du dich wieder deiner Vernunft widmen, die stets mit einer Bedenkzeit verbunden ist.

Am Abend solltest du den Tag gedanklich vorbeiziehen lassen und beurteilen können, in wie du dich bei den Übungen gefühlt hast. Vor allem können deine Notizen Aufschluss über neue Erkenntnisse deines Umfeldes geben, womit sich deine Erfahrung und damit auch die Stärke deines Unterbewusstseins trainieren. Steht dir demnächst ein Meeting bevor, wirst du deine Kollegen besser einschätzen können und kein Problem mehr damit haben, die richtige Entscheidung zu treffen.

 

Foto: ra2 studio / stock.adobe.com

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