AjoureLifestyleSport & ErnährungPasta ist nicht dein Feind: Carbs dürfen wieder auf den Teller

Pasta ist nicht dein Feind: Carbs dürfen wieder auf den Teller

Es gibt keinen genauen Zeitpunkt, aber irgendwann in der Vergangenheit haben Nudeln ihren Ruf weg bekommen: zu viele Kohlenhydrate, schlecht fürs Sixpack und am Abend absolut tabu. Das klingt einfach, stimmt aber so nicht ganz, denn ein prallgefüllter Teller mit Pasta kann genau das Richtige sein, wenn du trainierst. Aber auch, wenn du einfach mal richtig Hunger hast oder nach einem langen Arbeitstag.

Der Low-Carb-Trend hat Kohlenhydrate jahrelang zum Oberbösewicht gemacht. Auf der anderen Seite bekam Protein den Fitness-Stempel aufgedrückt. Jetzt sieht man das Ergebnis auf genug Tellern: Eiweiß ohne Ende, Carbs auf Sparflamme und die allgemeine Überzeugung, das wäre besser. Pasta ist da deutlich unkomplizierter: schnell gekocht, leicht mit Gemüse und Protein kombiniert und brauchbar vor dem Training genauso wie nach einem langen Tag, an dem du keinen Nerv mehr auf Küchenakrobatik hast.

Laut den Deutschen soll Essen vor allem gut schmecken. Der Ernährungsreport 2024 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zeigt ziemlich klar, wie bedeutend das ist: 99 % der Befragten nennen guten Geschmack wichtig oder sehr wichtig. Gesundheit kommt auf 91 %. 56 % wollen Gerichte, die einfach und schnell auf dem Tisch stehen.

Carbs sind nicht dein Gegner

Kohlenhydrate liefern Energie. Nach der Verdauung steht dem Körper Glukose zur Verfügung, ein Teil kann als Glykogen in Muskeln und Leber gespeichert werden.

Nudeln bringen davon reichlich mit. Ob sie in deinen Ernährungsplan passen, entscheidet aber nicht das Wort Pasta. Wichtiger sind Portionsgröße, Sauce, Beilagen und dein persönlicher Energiebedarf.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zählt Nudeln zu den Getreideprodukten und empfiehlt, mindestens ein Drittel davon als Vollkornvariante zu essen. Vollkornnudeln liefern mehr Ballaststoffe und können länger sättigen als Varianten aus hellem Mehl. Im DGE-Ernährungskreis entsprechen 60 Gramm trockene Nudeln einer Portion, gekocht sind das rund 120 Gramm. Übliche Portionsgrößen können aber höher liegen.

Nach einem Fußballspiel, einer langen Laufrunde oder einem schweren Training darf die Portion natürlich anders aussehen als nach acht Stunden am Schreibtisch.

Dein Körper führt keine Strichliste darüber, ob eine Kohlenhydratquelle aus Reis, Kartoffeln oder Pasta stammt.

Wie viel Energie du insgesamt zuführst und was du damit machst, ist relevant.

Vor dem Gym darf’s Pasta sein

Nudeln und Sport passen besser zusammen, als manche Fitnessregeln vermuten lassen. Nationalmannschaftskoch Anton Schmaus erklärte, dass vor Wettkampftagen unter anderem Pasta Bolognese auf dem Speiseplan der DFB-Spieler steht. Experimente kurz vor entscheidenden Spielen hält er dagegen für keine gute Idee.

Vor dem Training reicht oft eine Mahlzeit, die du gut verträgst und die genug Energie liefert. Wie Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett dabei zusammenspielen, zeigt auch der Beitrag zum Frühstück für Sportler.

Ein riesiger Teller mit schwerer Sahnesauce zehn Minuten vor dem Workout ist natürlich keine Glanzleistung. Kurz vor dem Training fährt man mit einer kleineren, eher fettarmen Mahlzeit meist besser.

Wie viel Zeit zwischen Essen und Training liegen sollte, hängt zudem von Portion und persönlicher Verträglichkeit ab. Eine große Mahlzeit braucht mehr Abstand als ein kleiner Teller. Wer nach Pasta schwer trainiert und sich dabei gut fühlt, muss sich nicht von irgendeinem Ernährungstrend das Gegenteil einreden lassen.

Sauce macht den Unterschied

Pasta allein sagt noch wenig über eine Mahlzeit aus.

Spaghetti mit Tomaten, Gemüse und etwas Parmesan sind etwas anderes als eine Portion mit reichlich Sahne, Käse und Speck. Beides darf schmecken. Nur sollten nicht ausgerechnet die Nudeln für jede Kalorie auf dem Teller verantwortlich gemacht werden.

So wird die Schüssel komplett:

  1. Protein: Hähnchen, Fisch, Tofu, Hülsenfrüchte oder Parmesan passen gut dazu.
  2. Gemüse: Tomaten, Zucchini, Pilze, Spinat oder Brokkoli bringen Volumen und Nährstoffe.
  3. Sauce: Tomatenbasierte Varianten fallen meist leichter aus, cremige Saucen treiben die Energiedichte schneller nach oben.
  4. Portion: Ein Nachschlag passt immer, aber drei Teller aus Gewohnheit sind eine andere Hausnummer.

Eine App und Küchenwaage brauchst du nicht bei jedem Abendessen. Der Teller sollte satt machen, zum restlichen Tag passen und dich danach nicht direkt auf die Couch schicken.

Ein weiterer Punkt wird bei Pasta gern vergessen: Sie lässt sich verdammt leicht anpassen. Mehr Gemüse, etwas weniger Sauce, zusätzliche Proteinquelle oder Vollkornnudeln statt der klassischen Variante verändern eine Mahlzeit, ohne dass daraus plötzlich Diätessen werden müssen.

Wenn Meal Prep heute einfach mal keine Chance hat

Um 20 Uhr nach Arbeit, Training und Fahrt durch Berlin muss es nicht immer die Tiefkühlpizza sein. Wer keine Lust mehr auf Einkaufen, Kochen und Abwasch hat, kann sich zum Beispiel über Lieferando frische Pasta in Berlin bestellen. Je nach Restaurant reicht die Auswahl von Tomatensauce und Ragù über Pesto bis zu gefüllter Pasta oder vegetarischen Gerichten.

Die Bestellung lässt sich ähnlich zusammenstellen wie ein selbst gekochter Teller. Gemüse und eine Proteinquelle machen die Mahlzeit ausgewogener. Extra Käse, doppelte Sauce oder Knoblauchbrot dürfen trotzdem dabei sein. Sie gehören dann eben zum Gesamtpaket.

An stressigen Tagen ist so eine Bestellung vor allem eines: sehr bequem.

Carbs raus? Da musst du nicht unbedingt mitmachen

Kohlenhydrate komplett aus dem Ernährungsplan zu streichen, macht einen Teller nicht automatisch besser.

Pasta ist weder geheimnisvolles Fitnessfood noch der direkte Weg zum Bauchansatz. Menge, Energieverbrauch und die restliche Ernährung zählen deutlich mehr.

Trainierst du regelmäßig, können Nudeln problemlos als Kohlenhydratquelle auf dem Speiseplan stehen. An ruhigen Tagen reicht vielleicht eine kleinere Portion. Mehr Drama braucht es nicht.

Deine Spaghetti müssen sich also nicht vor dem Gym verstecken. Sie sollten einfach zu deinem Tag passen. Und wenn sie dabei noch verdammt gut schmecken, umso besser.

 

Foto:  images.pexels.com

Ajouré MEN Redaktion
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