Früher drehte sich die Vorstellung von der Freizeit eines Mannes um nächtliches Trinken mit Freunden und Bekannten und dem Verfolgen von diversen Sportevents im TV. Doch die Zeiten haben sich in dieser Beziehung beträchtlich geändert und für viele Männer gehört diese Art des Zeitvertreibs mittlerweile der Vergangenheit an.
Heutzutage überdenken Männer ihre Tätigkeiten und befassen sich aktiv mit der Zeit des Abschaltens. Ja, Sport, Freunde und Bier können Spaß machen, aber andere Aktivitäten werden bei Männern immer beliebter, wie zum Beispiel Slow Cooking, lange Spaziergänge und einfache Brett- oder Videospiele.
Wenn Sie hier weiterlesen, werden Sie Einblicke zu diesen neuen Aktivitäten erhalten, und feststellen, wie man ein Wochenende auch als Mann allein verbringen kann, einschließlich aller weiterer Vorhaben, für die sich viele Männer in europäischen Städten wie Barcelona, Paris und Berlin immer mehr begeistern.
Das „Nichts tun“ neu überdenken
Viele Menschen haben Schuldgefühle, weil sie „nichts tun“ – so stark ist das ständige Bedürfnis, produktiv zu sein, das uns die westliche Gesellschaft auferlegt hat. Aber im Grunde genommen muss nicht jede freie Minute „optimiert“ werden, das heißt, mit etwas gefüllt werden, das sich lohnenswert anfühlt.
Psychologische Studien haben gezeigt, dass Nichtstun tatsächlich sehr produktiv sein kann, da man seinem Geist so die Möglichkeit gibt, sich zu erholen und neue Energie für die nächste „produktive“ Aufgabe zu tanken.
Ein Beispiel dafür könnte sein, etwas länger als sonst bei einer Tasse Kaffee zu sitzen und einfach nur Dinge wahrzunehmen, die um einen herum passieren, wie zum Beispiel Leute, die vorbeigehen, oder Gedanken, die einem in den Sinn kommen. Eine andere Möglichkeit wäre, eine Playlist laufen zu lassen, ohne Titel zu überspringen, und jeden einzelnen Song zu genießen.
Das Großartige daran ist, dass sich dieser Umstand tatsächlich wie Erholung anfühlt, statt „Dinge zu erledigen“ – was eigentlich genau das Gegenteil ist.
Das Ritual eines schönen Tages, den man allein verbringt
Aufgaben und Pläne können stressig sein, wenn sie an strenge Zeitvorgaben gebunden sind; deshalb folgt ein gelungener Tag, den man allein verbringt, nur einem lockeren Zeitplan.
Auf natürliche Weise aufzuwachen (den Wecker kann man sich für die Arbeitstage aufheben!), ein ordentliches Frühstück zu sich nehmen und nach draußen zu gehen, bevor auf den Straßen viel los ist, ist eine tolle Art, den Tag zu beginnen. Dann geht es darum, sich an einfache Routinen zu halten, wie zum Beispiel seinen Lieblingsbeschäftigungen zu frönen – es kann auch Sport sein – oder sich einen Film anzusehen.
Auf diese Weise können Sie nahtlos von einer Tätigkeit zur nächsten übergehen und bleiben dabei gelassen und konzentriert, ohne sich von kurzfristigen Entscheidungen aus der Ruhe bringen zu lassen.
Wenn der Abend hereinbricht, werden Sie wahrscheinlich das Gefühl haben, den Tag gut verbracht zu haben, auch wenn im herkömmlichen Sinne eigentlich nicht viel passiert ist.

Kleine Erfolge
Wir neigen dazu, unser Leben um große Ziele herum zu gestalten: ein Haus kaufen, heiraten, einen Job finden, Kinder groß zu ziehen. Das sind selbstverständlich alles wichtige Dinge, aber ihre Tragweite kann uns auch belasten.
Wochenenden allein sind eine überaus gute Gelegenheit, kleine Erfolge zu erzielen, die uns auf größere Herausforderungen vorbereiten. Nehmen wir zum Beispiel das Kochen einer leckeren Speise: Natürlich wollen Sie das bestmögliche Ergebnis erzielen, aber Sie müssen niemanden beeindrucken. Außerdem können Sie den Prozess genießen, indem Sie schneiden, rühren und zwischendurch probieren – das hilft Ihnen, einen Gang herunterzuschalten und gleichzeitig geistig aktiv zu bleiben.
Solche Aufgaben mögen zwar nicht nach viel klingen, aber sie vermitteln ein Gefühl des Fortschritts, ohne den Stress, der mit der Wohnungs- oder Jobsuche einhergeht. Das ist einer der großen Vorteile eines Wochenendes allein – man fühlt sich danach ausgeglichen statt ausgelaugt.

Ihr eigenes Unterhaltungsprogramm zusammenstellen
Angesichts der Vielzahl an Freizeitangeboten, die heutzutage zur Verfügung stehen, wird es immer wichtiger, vorauszuplanen und sich eine Art persönliches Unterhaltungsprogramm zusammenzustellen, das einen gerade genug beschäftigt, ohne einen zu sehr zu erschöpfen.
Das könnte bedeuten, einen Film von Anfang bis Ende anzuschauen, ohne auf dem Handy nach Nachrichten-Apps wie WhatsApp oder Social-Media-Feeds zu schauen oder auf einschlägigen Plattformen für Gelegenheitsspiele oder Glücksspiele zu spielen.
Sie halten sich einfach an den selbst vorgegebenen Plan und vermeiden es, Zeit mit passiven Tätigkeiten wie dem Scrollen in sozialen Medien zu verschwenden.

Die Psychologie des Genusses der eigenen Gesellschaft
Man würde es vielleicht nicht glauben, aber es ist eine besondere Fähigkeit, Zeit allein angenehm zu verbringen – und eine, die man verfeinern kann.
Sobald man den Dreh raus hat, findet man ganz instinktiv Dinge, die einen entspannen und Freude bereiten. Es ist wichtig, andere Menschen aus dieser Gleichung herauszuhalten, denn so werden die eigenen Entscheidungen ehrlicher.
Nehmen wir zum Beispiel die Frage, wie man einen Samstagabend alleine verbringen soll. Keine Pläne, keine Nachrichten. Vor einem Jahr hätte man das vielleicht als etwas empfunden, das man ändern müsste, aber jetzt sind Sie froh, den Abend damit zu verbringen, einen tollen Film anzuschauen oder Ihr Lieblingsalbum aufzulegen.
Neukalibrierung
Es ist leicht, einen Plan wie den oben beschriebenen zu schmieden, ihn aber dann an den folgenden Wochenenden nicht mehr in die Tat umzusetzen.
Wenn Sie es jedoch achtsam angehen und feststellen, was Sie richtig und was Sie falsch gemacht haben, werden Sie sich daran erinnern, was Sie getan haben, um Ihr Wochenende ganz nach Ihren Vorstellungen zu gestalten.
Die sozialen Verabredungen müssen natürlich nicht ganz wegfallen, aber Sie können selektiver vorgehen. Ausgehen macht schließlich mehr Spaß, wenn es nicht zur Routine wird.
In diesem Sinne geht es beim Solo-Wochenende darum, sich neu auszurichten. Raum für ruhigere Momente zu schaffen, selbst zu entscheiden, wie man seine Zeit verbringt, und einen Rhythmus zu finden, der über ein paar freie Tage hinaus Bestand hat.
Wenn Sie das auf den Punkt bringen, werden Sie vielleicht feststellen, dass sich der Rest Ihres Lebens wie von selbst ergibt.
Fotos: Yan Krukau; Igor Sporynin; Zac Durant; Samuel Regan-Asante / Unsplash

