More
    Ajoure Blog Seite 222

    Warum ein Hobby extrem wichtig ist

    Deine Liebste rollt genervt mit den Augen, wenn du die Spielekonsole einschaltest, mit den Kumpels ins Fitnessstudio gehst oder dich in deine Keller-Werkstatt verziehst? Lass sie! Hobbys sind extrem wichtig, sie sind ein Ausgleich zum stressigen Alltag und sorgen dafür, dass du dich nicht in Pflichten verlierst und du selbst bleibst. Wir liefern dir die perfekten Argumente für die nächste Auseinandersetzung mit Freundin, Mutti oder wem auch immer, wenn jemand mal wieder nicht mit deinen Hobbys einverstanden ist.
     

    #1: Hobbys sind Stress-Killer

    Dein Alltag ist anstrengend. So viel Spaß dir Schule, Studium oder Job manchmal machen mögen, sie schlauchen auch ganz schön und fordern viel von dir. Du kannst auf jeden Fall nicht nur für sie leben. Wer keine Hobbys als Ausgleich zum Alltag hat, läuft eher Gefahr, vor Stress krank zu werden, sei es mit einem echten Burnout oder auch mit ständigen Infekten. Ein Hobby hilft dir, abzuschalten und den Stress abzubauen, besonders, wenn du dich dabei körperlich betätigen kannst. Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen, denn wer sich bewegt, baut Adrenalin ab, welches bekanntermaßen das Stresshormon schlechthin ist.
     

    #2: Hobbys machen interessant

    Würdest du dich länger mit jemandem unterhalten wollen, der im Leben nur „funktioniert”, aber nichts erlebt? Der scheinbar nichts macht außer dem, was er machen muss? Sicher nicht für lange! Ein gemeinsames oder ähnliches Hobby dagegen verbindet – beispielsweise im nächsten Bewerbungsgespräch, wenn sich der Personalchef zufällig für dasselbe interessiert. Menschen mit besonders ausgefallenen Hobbys oder diejenigen, die ein Hobby mit Erfolg ausleben, werden sogar dann darauf angesprochen, wenn sich ihr Gegenüber gar nichts darunter vorstellen kann. Du hast mit einem geliebten und gelebten Hobby also immer etwas zu erzählen – und wer weiß, was dir das im Leben noch bringt?
     

    #3: Hobbys sind das, was du machen willst

    Du kannst im Leben nicht immer das machen, was du wirklich willst. Während der Ausbildung und auch im Job wird es immer Aufgaben geben, auf die du absolut keine Lust hast. Dein Hobby dagegen suchst du dir selber aus und du willst es machen. Wer zumindest ab und zu das machen darf, was er wirklich will, ist glücklicher und ausgeglichener und kommt besser mit dem Alltag zurecht. Dein Hobby baut also nicht nur Alltagsstress ab, sondern dient dir auch als etwas, worauf du dich freuen kannst und das dir neue Kraft gibt, wenn deine Pflichten deine Energie aussaugen.
     

    #4: Hobbys können gesund sein

    Sport ist ein häufiges Männerhobby. Werken ebenfalls. Oder angeln, wandern, mit den Kindern spielen. All das tut dir nicht nur gut, es dürfte auch deine Gesundheit erfreuen. Wer sich in der Freizeit für eine Sportart begeistert und sie aktiv betreibt, unterstützt durch Bewegung aktiv den Stressabbau, fördert ein gesundes Immunsystem und baut Muskulatur auf, die dafür sorgt, dass du so schnell nicht übergewichtig wirst. Außerdem bist du draußen an der frischen Luft und bekommst Sonnenlicht ab, das beispielsweise für die Bildung von Vitamin D wichtig ist. Wann, wenn nicht im Rahmen deines Hobbys, könntest du sonst so viel für deine Gesundheit tun?
     

    Hobbys sind wichtig

     

    #5: Dein Hobby bringt Ergebnisse

    Du hantierst in deiner Hobbywerkstatt mit Holz, Metall oder anderen Materialien? Du kannst Autos reparieren? Möbel bauen? Bilder malen? Kochen? Bei vielen Hobbys gibt es am Ende ein sichtbares Ergebnis. Dieses kannst du entweder selber genießen, dadurch vielleicht Geld sparen, deine Errungenschaften verschenken oder, wenn du gut bist, sogar verkaufen. Nicht wenige Do it yourself-Heimwerker haben aus ihrem Hobby etwas Produktives gemacht und Wege gefunden, ihre Talente einzusetzen. Solange du dein Hobby dann immer noch gerne machst, kann es dir also regelrechte Vorteile oder sogar finanzielle Gewinne bescheren. Handgemachtes kann verkauft werden, dein Heimwerker-Talent oder ähnliche Fähigkeiten kannst du anderen beibringen oder Dinge für sie erledigen, die du kannst und die dir Spaß machen. Wichtig ist nur, dass dein Hobby dir auf diese Weise immer noch Spaß macht.
     

    #6: Dein Hobby hält Talente lebendig

    Du studierst BWL, bist aber der geborene Handwerker? Du hast einen handwerklichen Beruf gelernt, lebst dich aber gerne künstlerisch aus? Berufe können nicht immer dein volles Talent ausschöpfen und das kann auf Dauer unglücklich machen. Bevor du dich unterfordert oder nicht richtig gewürdigt fühlst, nimm deine Talente lieber als Hobby auf und lass sie nicht ungenutzt in dir schlummern. Studiere BWL und informiere dich darüber, wo du am Wochenende eine Werkstatt mitbenutzen kannst. Kaufe dir eine Staffelei oder buche dich in einem Tanzkurs ein, wenn du von der Arbeit nach Hause kommst. Nur, wer sie regelmäßig nutzt, bleibt auch talentiert – und wer weiß, was dir das irgendwann einmal noch bringt.
     

    #7: Du kommst raus aus der Bude

    Klar bist du gerne in deiner WG, bei deiner Liebsten oder mal alleine vor der PlayStation. Aber nur noch zu Hause hocken? Das geht aufs Gemüt. Wer ein Hobby hat, ist oft außer Haus und geht dem Hobby vor allem regelmäßig nach. Wenn du gestresst bist oder einfach rausmusst, weißt du, worauf du dich freuen kannst und Langeweile kommt in deinem Leben gar nicht erst auf. Dadurch landest du gar nicht erst in der Situation, dass du plötzlich merkst, wie du nur noch zu Hause hockst und nichts mehr erlebst.
     

    #8: Hobbys schaffen Freundschaften

    Manche Hobbys lassen sich ganz allein ausüben und wenn du das magst, sind sie für dich genau das Richtige. Meistens lernst du durch dein Hobby aber Leute kennen und hast es leicht, neue Freunde zu finden, da ihr ein gemeinsames Interesse habt. Sport ist besonders verbindend, da du dabei ohnehin oft in der Mannschaft oder im Verein spielst und aus diesen Konstellationen schnell mehr wird als nur gemeinsamer Sport. Freundschaften mit gleichen Interessen sind für Männer genauso wichtig wie ein Hobby, das Spaß macht.

     

    Fotos: tunart; goodze / iStock.com

    Fashion Week S/S 2017 Special: Julian Zigerli

    Wolken-Prints, Pink, Khaki, Gelb und Schattenfiguren-Motive sind nur einige Attribute der „Sorry“-Kollektion, die der Designer Julian Zigerli von der Abfolge originell, nämlich rückwärts begann, indem er zuerst selbst auf die Bühne kam um sich zu bedanken, ehe die Models dann mit dem finalen Walk begannen, bevor sie tatsächlich einzeln liefen.

     

    Hier die Runway Highlights der Julian Zigerli Spring/Summer 2017 Kollektion:

     

     

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

    Julian Zigerli

     

    Fotos: Mercedes-Benz Fashion Week Berlin

    Weekender – Auch unter der Woche unverzichtbar

    Hand aufs Herz: Auch wir haben hin und wieder mal etwas mehr zu transportieren. Ob Sportsachen, Unterlagen oder Einkäufe – nicht immer passt alles in die Hosentasche und wenn, dann sieht das unschön aus (wie schon hier thematisiert). Jutebeutel sind zu Hipster, Plastiktüten weder öko, noch chic, Kartons und Koffer ziemlich unpraktisch im Alltag und Männer-Handtaschen sind für die meisten nach wie vor zu unmännlich.

    Bleibt wohl nur noch der Weekender! Er ist stylish, geräumig und es gibt ihn in sportlich oder elegant – passend zu deinem Look of the Day!
    Und anders als der Name verspricht, kannst du ihn natürlich auch problemlos unter der Woche tragen!
     

    Weekender Taschen Herren
     

    1: BOSS Green MELKIN – Weekender – navy € 249,95 /// 2: Brooklyn’s Own by Rocawear Weekender – black € 49,95 /// 3: Pier One Weekender – navy/brown € 49,95 /// 4: Pier One Weekender – black € 99,95 /// 5: Royal RepubliQ SUPREME DAY – Weekender – brown € 219,95 /// 6: Royal RepubliQ SUPREME DAY – Weekender – black € 219,95 /// 7: Ted Baker Weekender – black € 224,95 /// 8: YOUR TURN Weekender – cognac € 44,95 /// 9: Zign Weekender – black € 129,95

     

    Fotos: Zalando; Vladimir Gerasimov / stock.adobe.com

    Fashion Week S/S 2017 Special: Odeur

    Das Thema „Geschlechterlosigkeit“ ist das prägende Thema der ganz in Schwarz und Weiß gehaltenen Kollektion des schwedischen Labels Odeur. Die Designer Petter Hollström und Gorjan Lauseger zeigen, wie cool Uni-Sex-Looks sein können.

     

    Hier die Runway Highlights der Odeur Spring/Summer 2017 Kollektion:

     

     

    ss-2017_fashion-week-berlin_DE_odeur-2

    ss-2017_fashion-week-berlin_DE_odeur-4

    ss-2017_fashion-week-berlin_DE_odeur-5

    ss-2017_fashion-week-berlin_DE_odeur-9

     

    Fotos: Mercedes-Benz Fashion Week Berlin

    Fashion Week S/S 2017 Special: Ivanman

    Neben knalligem Petrol war auch Rosa eine der dominierenden Farben der Spring/Summer 2017 Kollektion des Designers Ivan Mandzukic, die mit Schwarz und Weiß in Kombination gebracht wurden. Die Kollektion umfasst Jacken, Mäntel, Hemden, Shirts, Tops und Bundfaltenhosen.

    Hier die Runway Highlights der Ivanman Spring/Summer 2017 Kollektion:

     

     

    Ivanman

    Ivanman

    Ivanman

    Ivanman

    Ivanman

    Ivanman

    Ivanman

    Ivanman

    Ivanman

     

    Fotos: Mercedes-Benz Fashion Week Berlin

    Fashion Week S/S 2017 Special: Brachmann

    Brachmann

    Kühle Farben wie z.B. dunkles Blau, Schwarz oder Silbergrau sind die dominierenden Töne der Spring/Summer 2017 Kollektion von Designerin Jennifer Brachmann. Inspiriert wurde sie erneut von Herrenmode-Klassikern und von Elementen der Bauhaus-Kultur. Diese Eindrücke lassen sich beispielsweise in den strengen Formen und Schnitten wiederfinden – sie wirken klassisch und dennoch modern interpretiert.
     

    Brachmann

    Brachmann

    Brachmann

    Brachmann

    Brachmann

     

     

    Fotos: Mercedes-Benz Fashion Week Berlin

    Fashion Week S/S 2017 Special: DIMITRI

    DIMITRI

    Griechische Mythen und Geschichten inspirierten den Designer Dimitrios Panagiotopoulos zu der Spring/Summer 2017 Kollektion, bei der er auch zum ersten Mal Männermode auf dem Laufsteg präsentierte. Die hauptsächlich in Weiß und Sand-Nuancen gehaltene Kollektion spiegelt die Leichtigkeit des Sommers wider und erweckt in uns Fernweh. Die eleganten Schnitte wirken zeitlos und erfrischend-modern zugleich. Der Designer beweist mit dieser Kollektion, dass er es nicht nur versteht, Frauen einzukleiden, sondern auch Männer.
    DIMITRI

    DIMITRI

    DIMITRI

    DIMITRI

    DIMITRI

     

     

    Fotos: Mercedes-Benz Fashion Week Berlin

    Fashion Week S/S 2017 Special: Patrick Mohr

    Patrick Mohr

    In Kooperation mit dem Basketball-Label K1X entwarf der Designer Patrick Mohr den K1XPM-Boot. Die Boots ragen über den Knöchel hoch und es gibt sie in Weiß, Rot, Schwarz sowie in Dunkelblau mit weißen Sprenkeln. Das Markenzeichen der Boots ist ein metallisches Dreieck auf einem Lederstück, durch das die Schnürsenkeln geschnürt sind. Ein absoluter „Must-Have“ Sneaker, wie wir finden!
     

    Patrick Mohr

    Patrick Mohr

    Patrick Mohr

    Patrick Mohr

     

     

    Fotos: Mercedes-Benz Fashion Week Berlin

    Fashion Week S/S 2017 Special: Michael Sontag

    Die Spring/Summer 2017 Kollektion des Designers Michael Sontag wurde im Palais am Festungsgraben präsentiert und besticht durch elegante Lässigkeit und intensive Farben. Dunkles Khaki trifft z.B. auf Schwarz oder auf ein intensives Rostrot.

     

    Hier die Runway Highlights der Michael Sontag Spring/Summer 2017 Kollektion:

     

     

    ss-2017_fashion-week-berlin_DE_0007_michael-sontag_66130

    ss-2017_fashion-week-berlin_DE_0013_michael-sontag_66124

    ss-2017_fashion-week-berlin_DE_0016_michael-sontag_66121

    ss-2017_fashion-week-berlin_DE_0022_michael-sontag_66115

    ss-2017_fashion-week-berlin_DE_0024_michael-sontag_66113

    ss-2017_fashion-week-berlin_DE_0034_michael-sontag_66103

     

    Fotos: Mercedes-Benz Fashion Week Berlin

    Jerry Kwarteng: „Wenn man mich als echten Freund hat, kann man sich ein Leben lang auf mich verlassen.“

    An einem Dienstagmorgen um 10:30 stehen wir in Berlin-Friedrichshain vor dem Café Frau Honig, das von außen an eine grüne Oase in der sonst so grauen Straße erinnert. Hier treffen wir uns zum Interview mit Jerry Kwarteng, der in seinem Lieblingscafé bereits mit dem Rücken zur bodentiefen Fensterfront sitzend auf uns wartet.

    Beim Betreten steigt einem ein herrlicher Duft von Kaffee in die Nase und man fühlt sich in dem detailverliebten Café sofort heimisch. Jerry steht auf und begrüßt uns mit seinem charmanten Hamburger Dialekt.
     

    Ajouré: Du hast uns mit hierher in dein Lieblingscafé genommen. Was braucht es, damit du dich außerhalb deiner eigenen vier Wände wohl fühlst?

    Jerry: Es muss eine warme Atmosphäre haben, sodass ich das Gefühl bekomme, als käme ich nach Hause und könne die Schuhe ausziehen.

     

    Jerry Kwarteng

     
    Ajouré: Du hast einmal gesagt, Hamburg sei in deiner DNA. Wie genau spiegelt sich das wider?

    Jerry: Ich habe eine Zeit lang in den Staaten gelebt, was ziemlich hart und anstrengend war, weil die Leute in meinem Umfeld wollten, dass ich mehr so bin, wie sie. Ich habe darauf immer geantwortet, dass ich nun einmal nicht anders sein kann, als ich bin – ich bin nun einmal Deutscher, Hamburger, und das müssen sie genauso respektieren, wie ich sie und ihre Kultur, Religion und Lebensweise respektiere. Hamburger sind für mich noch einmal eine ganz besondere Art von Mensch. Wir sind irgendwie entspannter, obwohl man uns ja nachsagt, wir seien unterkühlt und nicht so freundlich – was wiederum auch irgendwie stimmt, denn wir wollen uns niemandem aufdrängen, das finde ich sehr angenehm! Wenn du erst einmal einen Hamburger geknackt hast, dann hast du ihn als Freund fürs Leben. So ist das auch bei mir: Wenn man mich als echten Freund hat, kann man sich ein Leben lang auf mich verlassen.

    Ajouré: Wie lebt es sich denn so als Hamburger in Berlin?

    Jerry: Ich sage immer, ich bin ein Exil-Hamburger. In der Tat hat es eine Weile gedauert, bis ich hier wirklich angekommen bin. Als Hamburger bin ich es gewohnt, dass sich Menschen freundlich gegenüber treten. Hier bin ich dann aber doch überrascht gewesen, wie unhöflich Berliner sind. Nach Berlin zu ziehen war damals aber eine ganz bewusste, logische Entscheidung, weil hier das Film-Business ist – emotional hat es aber gedauert, bis ich mit der Stadt warm wurde. Man sagt ja, es dauert in etwa ein Jahr, bis man in einer neuen Stadt so richtig ankommt – bei mir waren es vier!

    Ajouré: Ist Berlin für dich tatsächlich so verrückt, wie immer alle sagen oder vielleicht sogar noch mehr?

    Jerry: Ich glaube, jeder, der nach Berlin kommt, kann das finden, was er sucht. Wenn du verrückt bist findest du hier genauso Verrückte wie dich. Wenn du eher gelassener und ruhiger bist wirst du auch das in dieser Stadt finden. Ich finde Berlin hat einfach alles – und das alles auch in viel!
     

    Jerry Kwarteng

     

    Ajouré: Du bist in dem Projekt „Schwarze Filmschaffende Community“ engagiert. Wie kam es dazu?

    Jerry: Es ging mit zwei Kolleginnen aus Österreich los, die diese Gruppe gegründet haben. Ich bin eingestiegen, nachdem sie mich gefragt haben, ob ich aktiv werden möchte – und ich fand das sehr wichtig. Es ist noch sehr einseitig, wie wir in den Medien gesehen werden. Es ist noch nicht möglich, dass schwarze Menschen als diejenigen teilnehmen, die sie auch in der Gesellschaft sind. Ich bin das beste Beispiel: Ich bin ein Hamburger Jung, in Deutschland geboren und aufgewachsen, ich sehe so jemanden wie mich aber nicht im Fernsehen. Ich habe Jura studiert, Schauspiel gemacht – ich bin nun wahrlich kein Typ, der ein Ausländer oder Flüchtling ist. Viele schwarze Familien leben schon seit fünf Generationen hier. In den Medien sind wir aber kaum vertreten und wenn, dann nur stereotypisch. Natürlich können das auch spannende Geschichten sein, man könnte uns aber auch anders darstellen – gerade das finde ich in der heutigen Zeit wichtig! Schwarze gab es schon vor dem 1. Weltkrieg in Deutschland – da frage ich mich, wie lange brauchen wir denn, um „deutsch“ zu werden!?

    Ajouré: Welche Ziele möchtet ihr damit umsetzen?

    Jerry: Ich glaube, was die Menschen im Fernsehen nicht sehen, kommt auch nicht in ihren Köpfen an und ich finde, dass das Fernsehen den Auftrag hat, Stereotype aufzubrechen, indem es die Realität einfängt. Mit dem Projekt möchten wir erreichen, dass mehr Schwarze, so wie wir sind, in den Medien vertreten werden – nicht nur vor der Kamera, sondern auch dahinter. Es gibt wahnsinnig viele schwarze Regisseure und Regisseurinnen, die es schwer haben ihre Filme hier zu produzieren und zu veröffentlichen, weil sie eben andere Geschichten erzählen. Ich will den Sendern nahebringen, dass es auch eine tolle Möglichkeit ist sich ihrer Geschichten zu bedienen. Mit unserer Community haben wir es geschafft uns zu vernetzen, um miteinander auch zu kooperieren. Es können auch Filme aus einem deutschen Blickwinkel gemacht und mit schwarzen Schauspielern besetzt werden. Wir sind keine Meckerer, sondern wir wollen zeigen, dass es uns gibt und man sich unserer Möglichkeiten bedienen kann.
     

    Ajouré: Du bist auch viel im Ausland tätig – wie unterscheiden sich internationale Produktionen von deutschen?

    Jerry: Den Unterschied sehe ich nicht in den Produktionen, sondern mehr im Arbeiten. Sie haben einen Reichtum an Geschichten und sie lassen sich auch nicht so festlegen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir in Deutschland die Dinge zu verkopft angehen – weil zum Beispiel Komödien oder ein Film über unsere Geschichte um 1945 viel Geld einspielen. Wir machen tolle Filme, keine Frage – aber es gibt so viel mehr zu erzählen, als nur Krimis, Komödien und Geschichten aus der Nachkriegszeit. Und das sehe ich im Ausland – Filme, die auch mal verrückt sind und nicht viel kosten.
     

    Jerry Kwarteng

     

    Ajouré: Welche Rolle würdest du gerne einmal spielen?

    Jerry: Ich würde gerne einmal eine Action-Rolle spielen – ein Agent wäre nicht schlecht!

    Ajouré: Welches Erlebnis ist dir bei Dreharbeiten am meisten in Erinnerung geblieben?

    Jerry: Ich hatte das Glück, aufgrund meiner „Exoten-Rolle“, die ich ja hier in deutschen Produktionen einnehme, schon bei vielen krassen Sachen mitzuwirken. Das war meistens im Independence-Bereich, wo es emotional schwierig für mich wurde gewisse Rollen überzeugend zu spielen. Aber das macht natürlich auch Spaß eine andere Seite, die in einem vielleicht verborgen liegt, vor der Kamera ausleben zu dürfen.

    Ajouré: Beschäftigen dich deine Rollen auch noch nachdem die letzte Klappe gefallen ist?

    Jerry: Während der Dreharbeiten versuche ich natürlich nicht aus der Rolle zu kommen. Manche Rollen wirken aber tatsächlich auch noch nach finalem Drehschluss nach.

    Ajouré: Aktuell hast du im neuen Tarzan-Film einer Rolle deine Stimme verliehen. Wie war die Arbeit im Synchronisations-Studio für dich?

    Jerry: Ich habe das schon einmal in einem viel kleineren Rahmen gemacht. Das war jetzt meine erste große Synchronarbeit und es war schon spannend. Es geht ja bereits damit los, dass die Technik eine ganz andere ist. Als Schauspieler erarbeite ich eine Rolle, die Texte und die Situation, woraus dann eine Emotion entsteht. Bei der Synchronisation fallen diese Arbeitsschritte weg und ich muss nur noch versuchen, die deutsche Emotionslage und richtige Stimme zu finden. Außerdem muss man natürlich auch den den richtigen Einsatz finden und die Stimmung transportieren. Das macht sehr viel Spaß und ich bin sehr dankbar, dass ich die Chance dazu bekommen habe.
     

    Jerry Kwarteng

     

    Ajouré: Was sind deine Pläne für die Zukunft? Möchtest du bei der Schauspielerei bleiben oder hast du noch andere Träume, die du gerne verwirklichen möchtest?

    Jerry: Oh, ich habe so viele Träume. Ich bin ein wenig stur – ich habe die Chance ins Ausland zu gehen und an internationalen Projekten teilzunehmen, das ist auch ganz spannend, aber ich möchte unbedingt in Deutschland arbeiten. Ich möchte, dass wir uns dahin entwickeln, dass Menschen wie ich auch normale und spannende Rollen spielen können. Mein großes Ziel, was aber wahrscheinlich noch etwas dauern wird, ist es, aus unserer Community heraus eigene Filme zu produzieren, die dem Publikum gefallen und die auch gebraucht werden. Als nahes Ziel versuche ich natürlich an neue, spannende Rollen zu kommen.

    Ajouré: Danke, Jerry.

     

    Fotos: Ajouré Redaktion; Paul Partyzimmer