Desktop oder Laptop?

Ein minimalistisches Gaming-Setup gefällt vielen Leuten, weil der Tisch nicht mit allen möglichen Kabeln zugebombt ist. Manche Hardliner stellen sich nur einen Laptop auf den Schreibtisch und schließen sich eine Maus mit an. Wenn du aber eine adäquate Leistung in den neuesten Spielen abrufen möchtest, bedarf es etwas mehr Power. Wir helfen dir bei der Entscheidung, zwischen einem Desktop-PC oder einem Laptop zu wählen. Außerdem zeigen wir dir einen coolen Mittelweg zwischen den beiden Varianten.

Desktop zusammengefasst

Der klassische Desktop-PC bietet dir in Sachen Leistung einen hohen Vorteil. In einem großen Tower lassen sich gut und gerne zwei oder mehr Grafikkarten unterbringen. Vorausgesetzt, du hast ein Mainboard, welches mehr als eine GPU unterstützt. Solltest du dich aber auf ein durchschnittliches Setup besinnen, kannst du dir den ein oder anderen Taler einsparen. Der Kostenpunkt spricht also ebenfalls für den Desktop-PC.

Ein PC-Tower ist in der Theorie ein Lego-Steckbausatz. Du hast deine einzelnen Komponenten und baust diese zusammen. Falls eines dieser Teile irgendwann einmal kaputtgeht oder du es einfach nur aufrüsten möchtest, stehen dir fast keine Hindernisse im Weg. Eine Grafikkarte auszutauschen bekommst du nach ein paar Minuten Videotutorial easy hin. Auch der Platz, der in so einem Gehäuse vorhanden ist, trägt zur guten Kühlung bei. Viele der modernen Tower haben sogar extra Steckplätze für mehr Lüfter.

Vorteile zusammengefasst:

  • höhere Leistung
  • kostengünstiger
  • einfache Aufrüstung und Ersatz kaputter Teile
  • bessere Kühlung

 

Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt. Auch der Desktop hat seine Schwachstellen. Der Kabelsalat ist in schicken Wohnungen ein übler Dorn im Auge des Users. Aber auch Punkte wie der hohe Energieverbrauch und der umständliche Transport schlagen nicht wenig auf den Magen. Außerdem müsstest du dir die Ein- und Ausgabegeräte wie den Bildschirm, Maus und Tastatur selber zulegen.

Nachteile zusammengefasst:

  • nimmt viel Platz in Anspruch
  • Kabelsalat
  • hoher Energieverbrauch
  • umständlicher Transport
  • Ein- und Ausgabegeräte müssen extra gekauft werden

 

Laptop zusammengefasst

Ein kleiner, kompakter Laptop lässt sich überall mithinnehmen. Er kann sowohl zu Hause als auch unterwegs in vollem Umfang genutzt werden, den der eigentliche Computer, der Bildschirm sowie Maus und Tastatur sind alle in einem Gerät vereint. Kabelsalat ist also auch Schnee von gestern. Der vergleichsweise niedrige Energieverbrauch spricht ebenfalls für die Anschaffung eines Laptops.

Vorteile zusammengefasst:

  • leichter, praktischer Transport
  • mobiler Arbeitsplatz
  • nimmt wenig Platz in Anspruch
  • keine Kabel durch integrierten Bildschirm, Tastatur und Maus
  • vergleichsweise niedriger Energieverbrauch

 

Mit einem Laptop kaufst du dennoch keinen Garant für ein optimales Allround-Paket. Die leistungsstärksten Modelle kosten extrem viel und liegen trotzdem hinter dem meist günstigerem Desktop-PC in Sachen Power zurück. Die Kühlung vieler Laptops lässt ebenfalls zu wünschen übrig.

Der oftmals kleine Bildschirm reicht zum vernünftigen Zocken eigentlich nicht aus. Auch Tätigkeiten wie Videobearbeitung lassen sich an einem richtigen PC einfacher durchführen.

Nachteile zusammengefasst:

  • gute Laptops kosten sehr viel für moderate Leistung
  • umständliche/unmögliche Aufrüstung
  • sehr kleiner Bildschirm
  • für die Videobearbeitung und Games nur suboptimal geeignet

 

Minimalistisch mit Kompromiss

Die Zwischenlösung der beiden Möglichkeiten wird dich Zeit, Geld und viel Aufwand kosten. Sie ist aber auch leider geil. Als allererstes brauchst du einen ohnehin schon guten Laptop. Du musst überprüfen, ob er einen Thunderbolt 3-Anschluss besitzt. Die sehen aus wie ganz normale USB-C Anschlüsse, haben in den meisten Fällen aber einen kleinen Blitz daneben abgebildet. Sollte dein Anschluss nicht markiert sein, kannst du auf der Thunderbolt Technology-Website überprüfen, ob dein Laptop die richtige Version hat.

Außerdem benötigst du die folgenden Dinge, damit der Tisch wirklich extrem sauber bleibt. Eine kabellose Maus und Tastaur, einen Kabelkanal, den Bildschirm deines Vertrauens, ein Thunderbolt 3-USB-Hub und eine externe Grafikkarte. Außerdem braucht dein Tisch eine Zwischenablage. Auf dieser Zwischenebene liegen dann der Laptop und das USB-Hub. Die externe Grafikkarte befindet sich hinter dem Tisch.

Bei der externen Grafikkarte (eGPU) fangen die Probleme aber schon an. Du kannst den Laptop und die eGPU nicht beide gleichzeitig an das USB-Hub anschließen. Theoretisch könntest du es schon, allerdings funktioniert die Karte dann im besten Fall nur mit fürchterlicher Performance. Die eGPU muss als erstes Gerät am USB-Hub erkannt werden. Erst danach darf sich der Laptop einklinken. Dieses Prinzip der Geräteschaltung nennt man übrigens „Daisy chaining“. Thunderbolt 3 unterstützt das in der Theorie auch. Das Problem hierbei ist, dass EXTREM wenig eGPUs mehr als einen Thunderbolt 3-Anschluss haben.

Du hast also eine sehr eingeschränkte Auswahl an eGPUs. Wenn du ein Macbook benutzt, hast du Glück gehabt. Die Blackmagic eGPU dient gleichzeitig auch als Hub und funktioniert auch nur bei Macs einwandfrei. Die Akitio Node Pro eGPU hat zwei solcher Thunderbolt 3-Anschlüsse und ist mit Windows-Laptops kompatibel. Mit dem Kabelkanal kannst du die Bildschirmkabel hinter dem Tisch verstecken.

Thunderbolt 3 RX580 - Externe Grafikkarte für Apple MacBook Pro
Thunderbolt 3 RX580 – Externe Grafikkarte für Apple MacBook Pro


Akitio Node Pro Externes Thunderbolt 3 Gehäuse für Grafikkarte

Fazit

Mit dem jetzigen Stand der Technik ist keine dieser drei Varianten wirklich kompromissfrei. Der Markt hat sich in eine Richtung entwickelt, in der nicht nur ein einziger Geschmack bedient wird. Unser persönlicher Favorit ist der Desktop. Der Kostenpunkt, die erbrachte Leistung und die guten Upgrade-Möglichkeiten sind für uns die ausschlaggebenden Argumente. Mit dem Kabelsalat und den begrenzten Transportmöglichkeiten können wir uns arrangieren.

 

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