Trump gegen Huawei

US-Präsident Donald Trump hat den Telekommunikationsnotstand in den USA ausgerufen. Grund dafür ist die Annahme, dass Huawei mögliche Spionagesoftware in seinen Smartphones verbaut. Google wurde nun zu einer fragwürdigen Entscheidung getrieben. Der chinesische Smartphonehersteller soll in Zukunft keinen Zugriff mehr auf das Android-OS haben. Android ist schließlich von Google entwickelt. Was musst du nun als Huawei-Nutzer wissen? Wir wollen für etwas Aufklärung in dieser turbulenten Situation sorgen.

Der Handelskrieg

Der Handelskrieg zwischen den USA und China ist nicht erst seit ein paar Tagen im Gange. Die Situation war die meiste Zeit für uns hier in Europa nicht zu spüren, weil Trump zum Glück nur sein eigenes Land regieren kann. Jüngste Ereignisse haben aber dazu geführt, dass Huawei auf einer Art schwarzen Liste steht, die es jeder US-Firma verbietet, mit den Unternehmen auf dieser Liste Geschäfte zu machen.

Google hatte nicht wirklich eine Wahl oder eine andere Möglichkeit als der Anordnung aus dem Weißen Haus Folge zu leisten. Was bedeutet das jetzt für aktuelle Huawei-Nutzer und jene, die schon das Mate 30 in Planung haben?

Konsequenzen

Für die nächsten 90 Tage passiert erst einmal nichts. (Stand 21.05.2019) Die Ausnahmeregel inkludiert „Honor“-Geräte. Diese gehören nämlich auch mit zu Huawei. Der offizielle Twitter-Account von Android hat gepostet, dass Dienste wie Google Play und Play Protect im Moment auf jeden Fall weiter funktionieren sollen. Nach Ablauf der Schonfrist wird es nach jetzigem Wissensstand keine weiteren Softwareupdates mehr für diese Geräte geben.

Ob Huawei überhaupt noch Smartphones vernünftig bauen kann, steht in den Sternen. 2018 hat das Unternehmen insgesamt 70 Milliarden US-Dollar für Bauteile ausgegeben. Alleine 11 Milliarden davon sind an US-Firmen geflossen. Es müsste also eine Menge Geld in die Hand genommen werden, damit Huawei weiterhin in vollem Umfang Mobilgeräte produzieren kann.

Android Stock…

… ist leider nicht die Lösung. Android an sich ist zwar ein Open-Source-Projekt, allerdings sind dort nicht die Dienste Google Play, YouTube oder andere Apps vorinstalliert, die du sonst immer schon auf deinem Android-Smartphone findest.

Angeblich hat Huawei schon an einem alternativen Betriebssystem gearbeitet, welches sie im Hintergrund still und leise hochgezogen haben. Das macht nur Sinn, weil die Abhängigkeit von Google als ein allgemeines Problem von Huawei angesehen wird. Diese Angelegenheit hat allerdings noch ein anderes Problem. Sehr viele US-Firmen haben Apps, die auf diesem neuen Betriebssystem erst entwickelt werden müssten. Wenn Huawei aber keine Geschäfte mit US-Firmen machen darf, dann fallen diese Dienste wahrscheinlich einfach komplett weg.

Der Huawei-Gründer Ren Zhengfei hat in einem Interview mit der chinesischen Presse bekanntgegeben, dass Huawei bereits auf den Wechsel vorbereitet ist. Die Low-End-Produkte von Huawei sieht er etwas in Mitleidenschaft geraten, allerdings sollen die Flaggschiffe des Unternehmens weiterhin in voller Breite an den Markt gebracht werden.

Noch viel mehr Schaden als nur Google

Microsoft, Nvidia und Intel sind nur einige Beispiele für andere US-Firmen, mit denen Huawei bald keine Geschäfte mehr machen darf. Als Mensch, der an der neuesten Technik interessiert ist, sind das unglaublich schlechte Neuigkeiten für dich. Selbst wenn du kein Huawei-Fan bist, ist es nicht von der Hand zu weisen, dass alleine ihre Anwesenheit gut für den Verbraucher sind. Mehrere Hersteller bedeuten auch mehr Konkurrenzdruck für Samsung, Apple und Co.

Das Huawei Mate X leidet auch schwer unter der aktuellen Marktlage. Eine der aktuell großen Hoffnungen für faltbare Smartphones wird nicht einmal Android installiert haben. Das kommt dann noch oben drauf. Das Samsung Galaxy Fold hat sich ja bereits von ganz alleine ins Abseits geschossen.

Wer, wenn nicht Huawei?

Huawei ist eine sehr große Firma. Wenn es jemand schafft, sich von so einem Schlag auf das Genick zu erholen, dann der Technikriese aus dem Land der Mitte. Außerdem gibt Chinas Regierung ordentlich Rückendeckung. An Geld und anderen Technikkonzernen zum Handeln wird es nicht mangeln. Natürlich wäre es besser, wenn die US-Regierung die Bedingungen neu verhandelt und Huawei nicht in Zugzwang geraten lässt.

 

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