Wie kannst du Testosteronmangel erkennen und was kannst du dagegen tun?

Testosteron ist auch als das männliche Fortpflanzungshormon bekannt, auch wenn das Hormon auch im weiblichen Körper eine große Rolle spielt. Doch schätzungsweise 80 % aller Männer leiden in ihrem Leben irgendwann einmal unter einem Testosteronmangel. Generell gilt, dass sich die Produktion von Testosteron mit dem Alter verringert. Ein Mangel kann sich durch viele verschiedene Symptome äußern, da das Hormon im menschlichen Körper nicht nur an der Fortpflanzung beteiligt ist, sondern auch an vielen anderen wichtigen Prozessen.

Symptome bei Testosteronmangel

Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Depressionen

Ein Mangel an Testosteron kann zu einer starken Antriebslosigkeit führen. Diese kann sich darin äußern, dass du beispielsweise keine Lust mehr auf Aktivitäten hast und dich zu nichts mehr aufraffen kannst. Zusätzlich kann es sein, dass du tagsüber dauerhaft müde bist. Das kann sogar bis zu einer Depression gehen, weshalb du bei anhaltender Antriebslosigkeit und Müdigkeit auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen solltest.

Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen

Nicht nur bei Frauen können Stimmungsschwankungen vorkommen, auch Männer können darunter leiden. Ein Testosteronmangel kann teilweise große Stimmungsschwankungen auslösen. So fühlst du dich im einen Moment noch super und dann passiert eine Kleinigkeit und du beginnst an allem zu zweifeln. Zusätzlich kann auch deine Reizbarkeit erhöht sein, wodurch du auf jede noch so kleine Kritik impulsiv reagierst.

Schlaf- und Gedächtnisstörungen

Testosteron beeinflusst aber nicht nur die Gefühle, sondern auch das Gedächtnis. Deshalb kann ein Mangel daran auch zu Gedächtnisstörungen führen. Außerdem ist das Hormon am Schlaf beteiligt, weshalb es hier ebenfalls zu Störungen führen kann.

Erektion und Libido

Wie oben erwähnt, ist Testosteron ja vor allem als Fortpflanzungshormon bekannt. Als solches hat es natürlich auch einen Einfluss auf die Libido und damit auch auf das Verlangen nach Sex. Dadurch leidet natürlich auch die Stärke der Erektion, was für viele Männer ein absolutes Tabuthema ist. Generell können diese Symptome auch durch psychische Probleme wie Stress ausgelöst werden. Trotzdem solltest du bei diesen Beschwerden einen Testosteronmangel nicht sofort ausschließen und beim Arzt untersuchen lassen.

Muskelabbau

Präparate mit Testosteron sind bei vielen Bodybuildern beliebt, obwohl sie auch gefährlich sein können. Denn Testosteron ist ganz entscheidend am Aufbau von Muskeln beteiligt. Ein höherer Spiegel des Hormons sorgt für ein effektiveres Training, weshalb dadurch auch die Trainingsintensität und damit der Muskelaufbau gesteigert werden können. Ein Mangel an Testosteron hat genau den gegenteiligen Effekt, nämlich dass das Muskelwachstum bei gleicher Trainingsintensität geringer ist. Zusätzlich wird die generelle Muskelkraft ebenfalls negativ beeinflusst.

Anbau von Fett

Durch den Mangel an Testosteron wird jedoch nicht nur der Muskelaufbau behindert, sondern auch die Einlagerung von Fett verstärkt. Insbesondere die Zunahme von Bauchfett wird begünstigt, was beispielsweise der Grund für den häufigen Rettungsring von Männern ab einem gewissen Alter ist. Dieser wird durch den Testosteronmangel begünstigt und ist häufig auf zu geringe Bewegung zurückzuführen.

Körperbehaarung

Testosteron spielt auch beim Wachstum der Körperbehaarung eine Rolle, weshalb ein Mangel beispielsweise zu Flecken im Bart führen kann. Generell ist aber der ganze Körper von dem geringeren Wachstum der Körperbehaarung betroffen.

Begünstigung von Krankheiten

Testosteronmangel kann zusätzlich zu den oben genannten Beschwerden auch verschiedene Krankheiten begünstigen:

  • Diabetes (Zuckerkrankheit)
  • Osteoporose (Abbau der Knochenmasse)
  • Erhöhter Cholesterinspiegel
  • Hoher Blutdruck
  • Arteriosklerose (Verkalkung der Blutgefäße)
  • Herz- und Gefäßerkrankungen

Was kannst du gegen Testosteronmangel tun?

Sportliche Betätigung

In wissenschaftlichen Studien hat sich gezeigt, dass sportlich aktive Männer einen höheren Testosteronspiegel haben als Sportmuffel. Das solltest du vielleicht als Anlass nehmen, mal wieder deine Laufschuhe anzuziehen oder das Fitnessstudio aufzusuchen. Forscher fanden auch heraus, dass insbesondere intensives Intervalltraining (HIIT) und Krafttraining die Produktion von Testosteron steigern können. Dafür solltest du etwa 2 bis 3 Mal pro Woche trainieren. Wer nicht so auf Fitnessstudios steht, kann natürlich auch einfach laufen gehen. Hier solltest du jedoch das Tempo variieren und zwischen langsamem Laufen und Sprints abwechseln.

Ernährung

Auch die Ernährung hat einen großen Einfluss auf die Produktion von Testosteron. Um diese anzukurbeln, solltest du auf eine Ernährung mit wenig Fett achten. Du solltest viel Obst, Gemüse und viele Ballaststoffe zu dir nehmen. Auch beim Zuckerkonsum solltest du vorsichtig sein, denn zu viel Zucker kann den Testosteronspiegel senken. Außerdem solltest du unbedingt darauf achten, genügen zu trinken!

Sex

Auch wenn es paradox klingt, sexuelle Aktivitäten können die Testosteronproduktion ebenfalls ankurbeln. Das fällt aber natürlich schwer, wenn durch den Hormonmangel auch die Libido eingeschränkt wird. Hier kann es hilfreich sein, wenn du beispielsweise verschiedene Aphrodisiaka oder bestimmte erotische Techniken ausprobierst. Vielleicht macht es dir sogar besonders viel Spaß herauszufinden, was dich so richtig in Fahrt bringt. Hauptsache ist, dass du dich wohlfühlst und Spaß hast.

Bauchfett reduzieren

Dieser Punkt steht natürlich in Verbindung mit Sport und Ernährung. Aber es hat sich gezeigt, dass die Abnahme von Bauchfett auch zu einer Erhöhung des Testosteronwertes führt. Denn das Bauchfett wandelt das Hormon in das weibliche Geschlechtshormon Östradiol um. Deshalb wird umso weniger Testosteron umgewandelt, je geringer dein Bauchfett ist.

Vermeidung von Stress

Stress führt im Körper zu einer Ausschüttung von Cortisol. Dieses Hormon sorgt dafür, dass der Körper kurzfristig mehr Energie nutzen kann, um so die stressige Situation lösen zu können. Allerdings schwächt es auch die Immunabwehr und wirkt gleichzeitig Testosteron entgegen. Deshalb kann der Abbau von Stress ebenfalls zu einem Anstieg des Hormons führen.

Ausreichend Schlaf

Schlafmangel kann ebenfalls zu verringerten Testosteronwerten führen. Deshalb solltest du ausreichend schlafen und auch auf eine gute Qualität des Schlafes achten. So ist die Konzentration von Testosteron direkt nach dem Aufstehen am höchsten.

 

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