Science-Fiction-Technologie wird Wirklichkeit – mit dem Tricorder von Star Trek

        Tricorder    


In so ziemlich jedem Science-Fiction-Film gibt es die ein oder andere Erfindung, bei der wir uns denken, die könnte ganz schön nützlich sein. Daraus entstehen dann Geräte wie der Tricorder in Star Trek, ein kleiner Scanner, der in wenigen Sekunden einen Menschen scannen kann, um festzustellen, welche Krankheiten er hat und ob mit seinen Knochen und Organen alles in Ordnung ist. Doch wenn diese Filme älter werden, bewegen wir uns näher an das heran, was in den Science-Fiction-Klassikern als Zukunft beschrieben wird. Denn die Ideen aus den Filmen, wie beispielsweise der Tricorder, bieten tolle Vorlagen für Forscher und Entwickler. Das dachte sich auch die X-Prize Foundation, die 2012 demjenigen 10 Millionen Dollar versprach, der es schafft, den legendären Tricorder nachzubauen.

 

Der Wettbewerb

Bei dem ausgeschriebenen Wettbewerb nahmen mehr als 300 Teams teil, um einen Tricorder nachzubauen. Die Vorgaben waren relativ simpel: Das Gerät soll bei 30 Patienten in der Lage sein, 15 ausgewählte Krankheiten zu erkennen. Das ist zwar nicht ganz so effektiv wie der Tricorder in Star Trek, allerdings wäre das ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Die Ausschreibungen der X-Prize Foundation haben weltweites Ansehen, denn die Stiftung hatte im Jahr 1996 bereits zehn Millionen Dollar für einen Flug zum Rand des Orbits mit privater Finanzierung ausgeschrieben. Das Preisgeld sicherten sich damals die Forscher hinter dem Raketenflugzeug „SpaceShipOne“.

 

Mehrere Gewinner

Das Preisgeld mussten sich einige der Teams im Endeffekt aber doch teilen, es wäre aber auch schade gewesen, manche der Ideen über den Haufen zu werfen, nur weil das andere Team ein wenig besser war. Die Gewinner waren George Harris und die Brüder Basil mit ihrem Team – sie erhielten ganze 2,6 Millionen Dollar. Es handelt sich bei der Arbeitsgruppe um ein wirkliches Küchentisch-Team, das aus Basils Haus gearbeitet hat, die 16-jährige Tochter von Basil half sogar beim Testen. Der zweite Platz ging an ein Team aus Taiwan, welches von Chung-Kang Pang, einem Professor aus Harvard, geleitet wurde.

 

 

Tricorder nur mit Tablet oder Smartphone

Das Gerät, hinter dem das Gewinner-Team steht, hört auf den Namen „DxtER“. Es ist weiß, halbrund und muss zunächst beispielsweise an ein iPad angeschlossen werden. Anfangs wird der Patient dann von einer Software befragt und anschließend werden mit den Sensoren an der Brust und am Handgelenk die Vitalfunktionen gemessen.

Das zweitplatzierte Gerät ist ebenfalls eine kleine Box, die zunächst an ein Smartphone angeschlossen wird. Daraufhin erfolgt, wie schon bei „DxtER“, eine Befragung des Patienten. Danach wird dieser aufgefordert, Instrumente zu benutzen, die in der Box enthalten sind. Damit macht die Box beispielsweise ein Foto aus dem Inneren des Ohres, welches dann ausgewertet wird. Die Box ist aber auch in der Lage, den Schlaf des Patienten zu untersuchen. Diese kleinen Boxen könnten ein großer Schritt für die Gesundheitspflege sein, da sie Kosten und Zeit für entsprechendes Personal erheblich senken.

 

Momentan nur Prototypen

Wenn du erwartet hast, dass die Entwickler den Tricorder, wie wir ihn aus Raumschiff Enterprise kennen, eins zu eins nachgebaut haben, müssen wir dich leider enttäuschen. Die erfundenen Boxen sind noch weit vom Patienten-Alltag entfernt und so viel wie der Tricorder können sie noch lange nicht. Allerdings haben die Entwickler-Teams durch das Preisgeld nun eine neue finanzielle Spritze erhalten, die laut den Teams nun genutzt wird, um ihre Prototypen alltagstauglich zu gestalten. Ob wir den Tricorder wirklich irgendwann in unseren Händen halten werden, können wir natürlich nicht sagen, aber zumindest wissen wir, dass er als Vorlage für Erfindungen gedient hat, die der Welt der Medizin zukünftig helfen wird.

 

Fotos: CBS Photo Archive / Kontributor / Getty Images



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