Playstation VR vs. Oculus Rift – Der Virtual Reality Vergleich

        Virtual Reality    

Inzwischen sind die Virtual Reality-Brillen auf dem digitalen Markt angekommen, dennoch zögern viele noch, sich eine VR-Brille zu kaufen. Lohnt es sich denn wirklich, so viel Geld in die Hand zu nehmen, um einzig und alleine damit zocken zu können? Wir von der AJOURE´ haben uns über mehrere Wochen mit beiden Brillen auseinandergesetzt und haben sie auf Herz und Nieren getestet. Verglichen haben wir im Test den Preis, das Verhalten im Spiel, die Auswahl der Games, die aktuell am Markt vorhanden sind, die Bequemlichkeit während des Spielens und natürlich alle technischen Aspekte wie Installation, Einrichtung der Brille, Genauigkeit und Lebensdauer.

 

Kosten:

Sony Playstation 4 Pro – 1 TB € 395

PlayStation VR für PS4 + VR Worlds Spiel + PS4 Kamera + PS MOVE Twin Pack € 542

Gesamt: € 937

Oculus Rift mit Oculus Touch € 499

Rechner: Megaport High End Gaming-PC Intel Core i7-7700K • Nvidia GeForce GTX1080 8GB • 250GB SSD Samsung • 16GB DDR4 • Windows 10 • 1TB • WLAN Gamer PC € 1655

Gesamt: € 2154

In beiden Kombinationen haben wir immer die High-End-Variante für ein flüssiges und ruckelfreies Zocken gewählt. Also haben wir uns bei der Sony Playstation für die Pro-Version entschieden, die aber nicht System-Voraussetzung für die Sony-VR und deren Spielerlebnis ist. Hier könntest du noch 100 Euro sparen, falls du auf die 4K-Konsole verzichten kannst.

Ebenso haben wir am PC die neue Nvidia GeForce GTX1080 gewählt, obwohl sich die Oculus Rift schon mit der Nvidia GTX970 zufriedenstellt, was die Systemvoraussetzungen angeht. Auch haben wir doppelt so viel RAM wie nötig für ein flüssig und gut laufendes Spielerlebnis am PC reingepackt. Du kannst also zwischen 500 – 600 Euro sparen, falls du die normale Variante wählst.

Wie du unschwer an den Preisen erkennen kannst, haben wir sowohl eine Variante zusammengestellt, die den Mindestvoraussetzungen des Herstellers entspricht, als auch eine Variante, mit der beide Maschinen absolut stressfrei laufen. Mit unseren beiden Testgeräten haben wir einen extremen Preisunterschied von 1.217 € erzielt. Ob Oculus Rift so viel besser ist, als die Playstation VR und diese Differenz rechtfertigen kann, wird uns der folgende Test zeigen.

 

Das Verhalten im Spiel

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Playstation VR

Wir haben auf der Playstation von Achterbahn- über Autorennspielen bis hin zu Scary-Moments-Schockern, wie zum Beispiel Blood & Rush oder Resident Evil, alle Spiele auf den Prüfstand gestellt und konnten nicht wirklich große Probleme feststellen. Was auffällt und auch bei der Playstation längst bekannt ist, ist das Ladeverhalten im Spiel, das teilweise nervt, wenn du mit aufgezogener Brille ein bis zwei Minuten lang warten musst, um in das nächste Level zu kommen. Die Move-Controller finden wir allerdings etwas fragwürdig, da sowohl vom Design, als auch von der Genauigkeit her Einiges zu wünschen übrig bleibt. In Spielen wie zum Beispiel Resident Evil hatten wir des Öfteren grafische Bugs, die sich mit Überschneidungen von Gegenständen in Personen wiederfanden oder einfach die Hand nicht an der Stelle ist, an der sie wirklich sein sollte. Das heißt, die Kamera der Playstation nimmt den Move-Controller perfekt auf, wenn du frontal vor ihr stehst. Wenn es aber das Spiel erfordert, dass du dich um fast 180 Grad drehen musst, dann treten öfters Probleme in puncto Genauigkeit oder gar Funktion auf. Alles in allem ist die Playstation VR aber schön zu spielen und bringt wirklich viel Spaß mit sich.

Oculus Rift

Bei der Oculus Rift wirst du von Spielen nahezu erschlagen, da das Angebot an Games sowohl über den Oculus-Store als auch über Steam-Store aktuell unschlagbar ist. Da wir jedoch im Vergleich mit der Playstation VR sind, haben wir uns für ähnliche Spiele wie Achterbahnen, Scary-Games und Autorennspiele entschieden, um im Test weniger Abweichungen zu haben. Das Ladeverhalten während des Spielens ist atemberaubend, erst recht, wenn man den direkten Vergleich zur Playstation VR hat. Hier spürt man ganz klar den Preisunterschied von 1200 Euro zur Sony Playstation VR. Was auch extrem ins Gewicht fällt, ist das 360-Grad-Spielen und die perfekte Raum-Einmessung, die die Oculus während der Installation fordert und voraussetzt.

Du läufst während des Spielens nicht einmal Gefahr, an eine Wand im eigenen Zimmer zu stoßen, da diese in der Brille mit einem grünen Netz sichtbar wird, sobald du in die Nähe der Wand kommst. Es ist ein viel angenehmeres Spielverhalten, wenn man weiß, dass man sich dabei nicht verletzen oder seine Controller demolieren kann. Gerade beim Zocken von schnellen Spielen verliert man sehr gerne die Kontrolle und weiß nicht mehr, wo man wirklich im Raum steht. Oculus löst das Problem mit der Raumvermessung nahezu perfekt, wodurch das Gefühl entsteht, dass die Jungs von Sony an dieses Problem anscheinend nicht einmal gedacht haben. Aber auch im Spiel mit der Oculus Rift bekommst du das ein oder andere Mal die Meldung, dass du dich außerhalb des Spielebereichs befindest und du wieder in diesen zurückgehen sollst. Meistens kommt diese Aufforderung, wenn du komplett mit dem Rücken zu den Sensoren stehst und deine Hände vor dem eigenen Körper hast.

 

Auswahl der Games

Virtual Reality

Anzahl der Games in den Stores bei der Playstation VR
Im Playstation-Store: 107

Anzahl der Games in den Stores bei der Oculus Rift
Im Steam-Store: 1291
Im Oculus-Store: 630

Die Anzahl der Games ist bei der Oculus natürlich phänomenal, wobei wir dazu sagen müssen, dass sich viele Spiele im Steam- und Oculus-Store überschneiden. Trotzdem schlägt die Oculus Rift die Playstation VR im Punkt Anzahl der Games um Längen und du hast für den perfekten Spielespaß alles, was das Herz begehrt. Was uns gleich zu Beginn aufgefallen ist, sind die Spiele mit der großen Ladekapazität von weit über 10 GB. Hier ist ganz klar die grafische Welt so angepasst, dass wir sehr gespannt waren, was uns erwartet. Um mal ein Beispiel zu nennen: Wir hatten Robo Recall mit 11,32 GB heruntergeladen und es hat uns danach fast aus den Schuhen gehauen, welch unglaubliche VR-Welt sich aufgetan hat. Hier hat sich jede Minute Download-Wartezeit gelohnt.

 

Die Bequemlichkeit

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Playstation VR

Die Playstation VR-Brille ist unserer Meinung nach etwas zu groß, zu viel Plastik und auf Dauer etwas unbequem. In der Redaktion hatten sie sowohl unsere weiblichen, als auch unsere männlichen Redakteure auf. Bei allen konnten wir die Brille nicht so einstellen, dass das Sichtfeld der realen Umgebung komplett verhüllt werden konnte. Wenn du deinen Kopf stark nach oben bzw. in den Nacken schiebst, hast du die Möglichkeit, unter der Brille durchzuschauen, um deine Kontroller vor dir zu finden. In Sachen Sound liefert die Sony-VR einen Kopfhörer mit integriertem Sound, den man aber nur an einem Ohr tragen kann. Hier solltest du dir in jedem Fall externe Kopfhörer dazu kaufen, die du dann über die Brille aufsetzt, um das Spiel mit vollem Sound-Erlebnis spielen zu können.

Wir haben dazu einen Kopfhörer von Teufel verwendet, um alles gut zu hören und damit perfekt spielen zu können. Was man allerdings dabei nicht vergessen darf, ist, dass man schon allein mit der Brille ein Gewicht von 975 g auf dem Kopf hat, plus der Kopfhörer, den man leider dazu braucht, um ein optimales Spielerlebnis zu haben. Letztendlich kommt man dann auf ein Gewicht von über einem Kilo, das man beim Spielen auf dem Kopf trägt und das ist auf Dauer nicht wirklich angenehm. Aber nicht nur das Gewicht trägt bei der Playstation VR stark auf, sondern auch das viele Plastik, das man am Kopf inklusiver der Gummiumrandung, die direkt auf dem Gesicht aufliegt, spürt. Alles in allem ist die Brille nicht ganz rund, was den Komfort angeht und bei langen Games eher störend. Für das kurze VR-Erlebnis ist die Brille absolut ok.

Oculus Rift

Bei der Oculus würden wir schon fast behaupten, dass es der Porsche unter den VR-Brillen ist. Das Design ist stimmig und sehr hochwertig. Ein Defizit ist wohl laut einigen Foren-Einträgen das HDMI-Kabel, das angeblich bei manchen Usern Probleme bereitet. Wir hatten damit jedoch in den Wochen des Spielens keine Störungen. Die Brille ist zur Gesichtsseite hin mit weichem Schaumstoff an den Rändern ausgestattet, sodass man keine harten Plastikteile spüren kann. Zusätzlich sorgt der Schaumstoff dafür, dich komplett von der Außenwelt abzuschotten und kein Licht ins Spielvergnügen zu lassen. Somit tauchst du wirklich innerhalb einer Millisekunde in die VR-Welt ein. Oculus hat die Controller in die virtuelle Welt integriert, sodass du sie auch problemlos mit aufgezogener Brille im Raum finden und aufnehmen kannst. Überzeugt hat uns auch das Kampfgewicht der Oculus Rift von 470 g, die somit nur fast halb so viel wiegt als die Sony VR.

Wenn wir also nur die beiden Brillen vom Preis her vergleichen, dann hat man hier durch 100 Euro Unterschied wirklich den Porsche zum Trabant gekauft. Bei der Bequemlichkeit und im Handling im direkten Vergleich lässt die Oculus Rift Sonys VR-Brille im Regen stehen.

 

Die technischen Aspekte: Installation, Einrichtung der Brille, Genauigkeit und Lebensdauer

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Playstation VR

Die Einrichtung der VR von Sony ist nicht wirklich schwer. Sony hat alle ihre Kabel-Eingänge mit Nummern gekennzeichnet und somit lässt sich die Brille bei einem normalen technischen Verstand sehr schnell zum Einsatz bringen. Auch die softwareseitige Einrichtung ist step by step erklärt und bringt keine Probleme mit sich. Störend fanden wir, dass man den USB-Steckplatz an der Front der Playstation benötigt und somit nur noch ein weiterer übrigbleibt, um seine Controller oder Moves zu laden. Bei zwei Move-Controllern und zwei normalen Controllern bleibt es somit nicht aus, extern zu laden oder sich einen USB-Hub dazuzukaufen. Zur Lebensdauer der VR-Brille können wir bis jetzt wenig sagen.

Wir haben uns zur Aufbewahrung einen Glaskopf gekauft, auf dem die Brille ihren Platz findet, um nicht ungeschützt in der Schublade zu liegen. Auch zeigt die Brille nach über drei Monaten keinen Ansatz von Gebrauchsspuren, obwohl wir die Brille fast täglich im Einsatz hatten.

Oculus Rift

Die Installation für die Oculus ist extrem gut durchdacht, da Oculus an viele kleine und liebevolle Details gedacht hat. Zum Beispiel ist jeder USB 3.0-Stecker im Inneren des Steckers mit der dazugehörigen Farbe Blau und die HDMI-Stecker mit Schwarz gekennzeichnet. Nicht wirklich wichtig, aber trotzdem schön anzuschauen, wenn sich ein Hersteller auch in Details Mühe gibt. Von der Einrichtung her ist es ähnlich gestaltet wie bei der Playstation VR, nur mit dem kleinen Unterschied, dass bei der Einrichtung über die Software jedes Kabel einzeln gecheckt wird und man sofort eine Meldung am PC bekommt, falls etwas nicht in Ordnung ist.

Auch bei der Einrichtung der Sensoren hast du über die grafische Oberfläche eine genaue Abbildung deines Zimmers zuhause und kannst somit deine Spieleumgebung perfekt abstimmen. In den letzten Schritten der Einrichtung setzt du die Brille auf und gibst deine Spielhöhe zum Boden (Körpergröße) an, um das perfekte Verhältnis zu haben, wenn du dich im Spiel bücken oder strecken musst, um einen Gegenstand aufzuheben. Die Oculus Rift ist sehr durchdacht und mit vielen Details konstruiert worden, um den Spielespaß so perfekt wie möglich zu gestalten. Sie hat nach zwei Monaten voll im Einsatz genauso wie die Playstation keine Gebrauchsspuren und wirkt sehr robust und edel.

 

Fazit:

Virtual Reality

Die große Frage war natürlich, ob sich der Preis von 1200 Euro Unterschied bemerkbar macht und wir können inzwischen sagen, dass er das auch deutlich macht. Man könnte nach dem Test beinahe sagen, dass es fast nicht fair ist, den direkten Vergleich zu ziehen, da man auf der einen Seite mit der Playstation eine reine Konsole hat und auf der anderen Seite einen extrem starken, alltagstauglichen PC, der natürlich weitaus mehr kann als nur spielen.

Wenn es auf den Geldbeutel nicht ankommt, würden wir in jedem Fall jedem zur Oculus Rift raten, da sie die Playstation in allen Belangen in den Schatten stellt. Wir konnten keinen Punkt finden, in dem die Playstation VR besser überzeugen konnte. Des Weiteren hat man natürlich die Möglichkeit, mit seinem PC noch allerlei andere Dinge zu tun, als nur mit der VR zu spielen und schon alleine deswegen finden wir, ist der Preisunterschied vollkommen angebracht ist. Wir wollen zu diesem Test auch noch hinzufügen, dass wir weder von der einen, noch von der anderen Seite beauftragt wurden, diesen Vergleich durchzuführen. Es war uns persönlich eine große Frage, deren Antwort wir im Nachhinein natürlich auch unseren Lesern mitteilen wollen.

In diesem Sinne wünschen wir dir viel Spaß beim Daddeln.

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Zukunft hat einen neuen Namen: Oculus Rift

 

Fotos: Oculus Rift Presse; Playstation Presse

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